Die natürliche Haarfarbe wird von den Genen gesteuert und hat nichts mit den übrigen Charaktereigenschaften zu tun. Die Farbe des Haarschopfes wird durch Melanine bestimmt, die in der Faserschicht jedes einzelnen Haares sitzen und durch spezielle Zellen, die Melanozyten, in den Haarwurzeln gebildet werden.
Melanine sind rötliche oder braun-schwarze Pigmente, die für die Färbung von Haut, Augen und Haaren verantwortlich sind und kommen auch im Tierreich überall vor. So sind die charakteristischen Streifen beim Zebra und das braune Fell eines Bären genauso auf Melanine zurückzuführen wie die dunkle Färbung der Tinte des Kalmars.
Es gibt zwei verschiedene Melanintypen, die durch unterschiedliche Kombination miteinander die verschiedenen Haarfarben ergeben. Das Eumelanin ist ein schwarz-braunes Pigment, während das Phäomelanin für eine gelblich-rötliche Farbe sorgt. Ausgangsstoff für die Produktion ist in jedem Fall die Aminosäure Tyrosin, aus der in mehreren Schritten Eumelanin entsteht. Wenn während des Synthesewegs auch noch die schwefelhaltige Aminosäure Cystein hinzukommt, entsteht das hellere Phäomelanin.
Allein das Mischungsverhältnis dieser beiden Melanintypen ist für die Haarfarbe entscheidend. Sehr viel Phäomelanin und nur sehr wenig Eumelanin ergeben einen Rotton. Blonde Menschen weisen viel Phäomelanin und wenig Eumelanin auf. Braunes Haar entsteht durch wenig Phäomelanin und viel Eumelanin. Schwarzhaarige haben fast nur Eumelanin.
Werden aufgrund eines Gendefekts gar keine Melanine gebildet, kommt es zum Albinismus, bei dem die Menschen weißblonde Haare und sehr helle Haut und Augen haben. Mit Glanz und Leuchtkraft einer Haarfarbe haben die Melanine übrigens nichts zu tun. Dies hängt nur von der Schuppenschicht des Haares ab und ist durch entsprechende Haarpflege zu beeinflussen. Liegen die Schuppen am Haarschaft eng an, glänzen die Haare. Stehen sie dagegen ab, lassen sie das Haar stumpf und glanzlos erscheinen.
Die häufigste Haarfarbe der Welt ist schwarz. Etwa die Hälfte aller Menschen auf dieser Welt hat schwarze Haare. Da sich schwarze Haare in der Vererbung dominant verhalten, findet wir in jeder Population schwarzes Haar. Vor allem in Afrika, Ostasien, England und Frankreich finden wir einen großen Anteil schwarzhaariger Menschen.
Am zweithäufigsten kommen braune Haare vor. Vor allem in Europa, Australien und Neuguinea sind unterschiedliche Brauntöne zu finden.
Deutlich seltener kommen blonde Haare vor. Nur 2 Prozent der Weltbevölkerung hat von Natur aus blondes Haar.
Die seltenste Haarfarbe der Welt sind rote Haare. Nur etwa ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung haben naturrote Haare. Entgegen der landläufigen Meinung sind sie nicht in Irland am häufigsten anzutreffen, sondern in Schottland. Experten sprechen von zehn bis 13 Prozent rothaariger Bewohner zwischen Glasgow und Inverness.
Viele hellblonde Kleinkinder dunkeln im Laufe der Zeit deutlich nach. Das hat damit zu tun, dass während der Kindheit und Jugend die Melaninproduktion deutlich ansteigt. Da das einzelne Haar nur eine begrenzte Lebensdauer von einigen Jahren hat und dann ausfällt, werden ständig neue Haare gebildet und von den Melanozyten mit Melaninen versorgt. Im Laufe des Lebens werden - verursacht durch den ganz natürlichen Alterungsprozess - immer weniger Pigmente gebildet. Einzelne Haare haben schließlich gar keine Farbpartikel mehr und werden grau oder weiß. Der Anteil der farblosen Haare nimmt immer mehr zu, so dass schließlich der ganze Kopf weiß erscheint.
Wissenschaftler aus Mainz und Bradford konnten kürzlich den genauen Mechanismus dieses Vorgangs aufklären. "Ausgangsprodukt des gesamten Prozesses ist Wasserstoffperoxid", erklärt der Biophysiker Heinz Decker von der Uni Mainz. Es fällt im Zuge des Stoffwechsels überall im Körper an, wird aber durch das Enzym Katalase in Wasser und Sauerstoff gespalten und dadurch unschädlich gemacht.
"Bei zunehmendem Alter wird Wasserstoffperoxid in den Haaren vermehrt gebildet und verhindert schlussendlich die Herstellung des Farbpigments Melanin", erläutert Decker. Ein im Alter auftretender Katalase-Mangel bewirkt, dass sich Wasserstoffperoxid anhäuft.
In den Melanozyten der Haarwurzeln hat dieser Prozess langfristige Auswirkungen, denn Wasserstoffperoxid greift nun ein Enzym an, das bei der Produktion von Melanin gebraucht wird, und inaktiviert es. Doch nicht nur die Melaninproduktion wird lahmgelegt, sondern auch weitere Enzyme, die die beschädigten Bauteile wiederherstellen könnten. Die Folge ist ein Stopp der Pigmentbildung und ein allmähliches Ergrauen der Haare.
Mancher entdeckt schon mit Ende 20 die ersten Silberfäden, andere haben auch im hohen Alter ihre ursprüngliche Haarfarbe.
Auch wenn Blond niemals aus der Mode zu kommen scheint, so zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage, dass braune Haare am beliebtesten sind. Gut ein Drittel der Umfrageteilnehmenden (35%) mag braune Haare an sich selbst am meisten. Nur knapp dahinter liegt mit 32 Prozent die Farbe Blond. Mit Abstand folgen Schwarz (12%), Grau (12%) und Rot (9%). Interessant ist hierbei der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während bei den Frauen Blond mit 39 Prozent gleichauf mit Braun liegt, präferieren nur 24 Prozent der Männer die Farbe Blond - an sich selbst wohlgemerkt. Geht es um die Haarfarbe anderer, sieht es ganz anders aus. Demnach mögen 38 Prozent der Männer an anderen am liebsten die Farbe Blond.
Die eigene Haarfarbe ist Frauen selten egal - nur 7 Prozent sagen dies. Hingegen ist einem guten Drittel (34%) der Frauen die Haarfarbe des anderen Geschlechts gleichgültig. Umgekehrt sagen dies nur 27 Prozent der Männer über die Haarfarbe von Frauen. Ein Großteil der Männer legt Wert auf die Haarfarbe von Frauen. 43 Prozent der Männer mögen an Frauen am liebsten die Haarfarbe Blond. Bei den Jüngeren sind dies sogar 51 Prozent. 40 Prozent der Frauen sehen an Männern hingegen am liebsten Braun. Unter den 16- bis 29-jährigen Frauen steigt dieser Anteil auf 65 Prozent.
Mehr als die Hälfte der Frauen färbt sich die Haare. Die Relevanz der Haarfarbe für Frauen zeigt sich auch in den Ergebnissen rund ums Haare färben, denn über die Hälfte (53%) der Frauen hat aktuell gefärbte Haare. Unter den 16- bis 39-jährigen Frauen haben sogar 60 Prozent gefärbte Haare.
| Haarfarbe | Prozentanteil |
|---|---|
| Schwarz | ~50% |
| Braun | ~40% |
| Blond | ~2% |
| Rot | 1-2% |
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