Welche Haarfarbe hat das dickste Haar? Eine umfassende Studie über Haarstruktur und -eigenschaften

Die Beschaffenheit unserer Haare - ob glatt oder lockig, matt oder glänzend, fein oder voluminös - ist genetisch bedingt. Ein Blick auf die Haarstrukturen zeigt eine Vielfalt an Urformen und Mischtypen, von der afrikanischen Krause bis zum kräftigen Haar der Asiaten, vom dunklen südeuropäischen bis zum hellen nordeuropäischen Typ.

Bislang unterschied man zwischen asiatischem, kaukasischem und afrikanischem Haar. Eine neue, weltweite Studie nimmt jedoch eine feinere Unterscheidung vor und klassifiziert das Haar unter dem Aspekt der Lockigkeit in acht Gruppen. Die entscheidenden Kriterien sind Krümmungsradius, Lockengröße und Anzahl der Wellen.

Haarstruktur im Detail

Jedes Haar besteht aus zwei Hauptteilen: dem sichtbaren Haarschaft und dem Follikel, dem Produktionsort. Die Form des Follikels beeinflusst, ob das Haar glatt fällt oder sich lockt. Ein runder Follikel produziert gerades Haar, während ein ovaler Follikel welliges Haar hervorbringt. Der Winkel, in dem das Haar aus der Haut tritt, sowie die innere Struktur des Haars (die Verbindungen zwischen den Keratinsträngen) beeinflussen ebenfalls den Grad der Lockigkeit.

Das dickste, robusteste und am schnellsten wachsende Haar findet man im asiatischen Raum. Unter dem Mikroskop betrachtet, zeigt es einen nahezu perfekt runden Querschnitt, was seine Gesundheit und Kraft erklärt. Kaukasisches Haar ist mitteldick und elliptisch geformt, was zu einer stärkeren Beanspruchung der Schuppenschicht führt. Naturkrauses Haar ist oft fein und empfindlich.

Betrachtet man die Intensität der Locken, so lassen sich grob vier Gruppen unterscheiden:

  • Glattes Haar: Zeigt keinerlei Bewegung und ist gut mit Talg versorgt, was ihm einen natürlichen Glanz verleiht.
  • Welliges Haar: Reicht von leichter Bewegung bis hin zu scheinbar ausgehängten Locken. Benötigt zusätzliche Pflegestoffe, um Glanz zu entwickeln.
  • Lockiges Haar: In Form von aneinander gehängten S oder Z, ist dankbar für gute Pflege. Unterversorgung führt zu Strohigkeit, Überversorgung zu mangelnder Spannkraft.
  • Naturkrauses Haar: Entgegen der landläufigen Meinung fein und sehr empfindlich.

Der Einfluss der ethnischen Herkunft auf die Haarfarbe und das Ergrauen

Forschende haben in einer Metastudie die Unterschiede beim Haar zwischen Menschen mit europäischer, afrikanischer, asiatischer und lateinamerikanischer Herkunft untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln unterschiedlich schnell grau werden.

Während Menschen mit europäischen Wurzeln im Schnitt etwa ab Mitte 30 grau werden, werden Menschen mit Wurzeln in Asien, vor allem Ostasien, erst Ende 30 langsam grau. Bei Menschen mit afrikanischer Herkunft kommen graue Haare sogar erst mit Mitte 40.

Das Grauwerden hängt mit der Melaninproduktion in den Haarfollikeln zusammen. Je älter wir werden, desto weniger Melanin produzieren die Zellen. Afrikanisch-stämmige Menschen haben tendenziell mehr Melanin-Fabriken als Menschen mit europäischen oder asiatischen Wurzeln, weshalb sie später grau werden. Auch Faktoren wie UV-Licht und Stress können das Ergrauen beschleunigen.

Haardicke und Widerstandsfähigkeit

Grundsätzlich gilt: Je dicker die Haare, desto widerstandsfähiger sind sie gegenüber äußeren Einflüssen wie Kämmen, Föhnen, Färben oder Frisieren. Die Haare von Menschen mit asiatischen Wurzeln sind im Schnitt circa 70 Mikrometer dick, bei Menschen mit europäischen Wurzeln sind sie 65 Mikrometer und bei Menschen mit afrikanischen Wurzeln 55 Mikrometer dick.

Die dicksten Haare haben wir alle im Schnitt mit 42 Jahren, danach nimmt der Durchmesser der Haare und damit die Widerstandsfähigkeit gegen Stress zunehmend ab.

Ethnische Herkunft Durchschnittliche Haardicke (Mikrometer) Beginn des Ergrauens
Asiatische Wurzeln 70 Ende 30
Europäische Wurzeln 65 Mitte 30
Afrikanische Wurzeln 55 Mitte 40

Weitere Faktoren, die die Haarstruktur beeinflussen

Eine Änderung der Haarstruktur im Laufe des Lebens kann durch eine Kombination verschiedener Faktoren ausgelöst werden:

  1. Mechanische Einflüsse (starker Zug)
  2. Thermische Einflüsse (heißes Föhnen, Dauerwelle, UV-Licht)
  3. Abwesenheit innerer Erkrankungen
  4. Abwesenheit von Medikamenten, die sich negativ auf die Haarstruktur auswirken könnten

Mit zunehmendem Alter werden die Haare primär bei Frauen dünner und feiner, was an einer Verschiebung des Gleichgewichtes zwischen weiblichen und männlichen Hormonen liegt. Auch äußerliche und innerliche Faktoren spielen eine Rolle.

Haarfarbe und Melanin

Die natürliche Haarfarbe hängt von der erblich vorgegebenen Ausstattung des Körpers mit Eumelanin (vorwiegend in schwarzem oder dunkelbraunem Haar enthalten) oder Phäomelanin (vorwiegend in rotem oder rotblondem Haar enthalten) ab.

Interessant ist, dass die Haarfarbe des Menschen kurz nach der Geburt häufig anders ist als im späteren Leben.

Pflege und Erhalt der Haarstruktur

Je schonender mit den Haaren umgegangen wird, desto länger bleibt eine normale, gesunde Haarstruktur erhalten. Eine der wichtigsten altersbedingten Veränderungen der Haare ist das Grauwerden, das normalerweise im 4. Lebensjahrzehnt beginnt.

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