Graue Haare? Und das, obwohl man noch Ende 20 ist! Wir werfen einen Blick auf die möglichen Ursachen und verraten die besten Tipps & Tricks, was ihr dagegen tun könnt - und wieso graue Haare auch eigentlich gar nicht so schlimm sind...
Egal ob blond, braun, rot oder schwarz: Die Farbe unserer Haare wird vom Pigment Melanin bestimmt. Mit steigendem Alter fährt unser Körper die Produktion von Melanin langsam herunter und folglich erscheinen die nachwachsenden Haare grau oder weiß. Erst sind es nur einige wenige, später kommen immer mehr dazu. Solange der Prozess mit 50 Jahren oder später beginnt, haben die wenigsten ein Problem damit - graue Haare sind im Alter akzeptiert und gelten als natürlich.
Wird die Melaninproduktion allerdings schon mit 20 oder 30 Jahren eingestellt, ergrauen wir frühzeitig - und sind meist gar nicht so amused. Die ersten grauen Haare in jungen Jahren sorgen für einen Schockmoment und Ratlosigkeit. Denn was kann man gegen das frühzeitige Ergrauen tun und wie kann man die Farbpracht zurückgewinnen? Packen wir das Problem an der Wurzel und beschäftigen uns zunächst mit den Ursachen.
Schaut mal eure Eltern an: Sind eure Eltern - sei es Mutter oder Vater - auch frühzeitig ergraut? Dann sind höchstwahrscheinlich eure Gene für die graue Haarfarbe verantwortlich und ihr könnt (leider) gar nichts dagegen tun. Was aber auch gar nicht so schlimm ist, da graue Haare absolut im Trend sind!
Es können aber auch andere Faktoren die Ursache für graues Haar mit 20 oder 30 sein, gegen die ihr vorgehen könnt. Dazu gehören:
Wenn Haare in jungen Jahren ergrauen, dann können Ursachen wie zum Beispiel eine posttraumatische Belastungsstörung, viel Stress oder ein Mineralstoffmangel aufgrund unausgewogener Ernährung eine Pigmentstörung in den Haaren verursachen. Ebenso kann eine Übersäuerung des Körpers eine Ursache sein und ein Ergrauen in jungen Jahren auslösen. Denn durch die Übersäuerung kann Wasserstoffperoxid, der durch den normalen menschlichen Stoffwechsel in geringen Mengen im Körper und im Haar entsteht, nur sehr schlecht oder gar nicht mehr abgebaut werden.
Ab einem Alter von 35 Jahren wird das Ergrauen der Haare als normal angesehen. Tritt es jedoch beispielsweise schon mit 20 Jahren auf, kann die Störung der Melaninproduktion medizinische Ursachen haben. Häufig basiert sie auf einer genetischen Veranlagung. Liegt ein Mangel an Melanin im Körper vor, dann ergrauen die Haare schnell. Melanin ist ein Pigment und ist für die Färbung von Haar und Haut verantwortlich.
Die Geschwindigkeit und das Alter, in dem Haare ergrauen, werden stark durch die Gene beeinflusst. Wenn Eltern oder Großeltern frühzeitig graue Haare bekommen haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dies auch bei ihren Nachkommen der Fall ist.
Graue Haare bei jungen Menschen können laut einer Studie auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen.
Ist das frühzeitige Ergrauen genetisch bedingt, könnt ihr den Prozess nicht aufhalten oder rückgängig machen. Sind die grauen Haare dagegen durch chronischen Stress, eine ungesunde Ernährung, übermäßigen Alkohol- und Nikotingenuss oder ein traumatisches Erlebnis ausgelöst, könnt ihr dagegen vorgehen und es besteht die Möglichkeit, dass eure Haare wieder ihre ursprüngliche Farbe annehmen.
Dazu muss die Ursache ausgeschaltet werden, die in jedem Fall immer mit einem Arzt oder einer Ärztin besprochen werden sollte:
Die positive Auswirkung von Stressvermeidung auf die graue Haarfarbe konnte in medizinischen Studien nachgewiesen werden. Stress muss nicht unbedingt durch eure Arbeit ausgelöst werden, auch emotionaler Stress kann sich negativ auf eure Haare auswirken.
Auch traumatische Erlebnisse stellen eine extreme Stresssituation für den Körper dar. Wird das Erlebnis psychisch verarbeitet und der Stress überwunden, wachsen die Haare in manchen Fällen wieder in ihrer ursprünglichen Farbe nach.
Bewirkt eine Krankheit oder die Einnahme von Medikamenten das frühzeitige Ergrauen eurer Haare, ist es individuell von der Krankheit und der Art des Medikaments abhängig, ob die Haare wieder in der ursprünglichen Farbe nachwachsen können.
Die beste Prävention vor grauen Haaren ist eine gesunde Ernährung mit leckeren Beautyfoods und ein gesunder Lebensstil. Aber auch einige Hausmittel können der grauen Haarfarbe entgegenwirken, beachtet jedoch, dass beides keine Garantie für wirksame Ergebnisse bieten und ihre Effektivität von Person zu Person unterschiedlich sein kann. Wer es trotzdem versuchen will, könnte mit diesen Hausmitteln loslegen:
Aber solange keine ernsthafte Krankheit dahintersteckt, heißt es einfach locker bleiben. Mit verschiedenen Farbtechniken verschwinden die ersten Grauen, aber vielleicht ist es auch eine Option für euch, sie mit Stolz und Selbstbewusstsein zu tragen.
Mit Ansatz-Sprays, Haarmascara oder Haarpuder könnt ihr die graue Haarfarbe abdecken und kaschieren. Die Farbe eignet sich besonders gut für graue Strähnen oder einen grauen Ansatz und hält bis zur nächsten Haarwäsche.
Haare verdanken ihre Farbe dem Farbstoff Melanin. Melanin wird in speziellen Zellen der Haarwurzel gebildet. Mit zunehmendem Alter produziert die Haarwurzel immer weniger davon und irgendwann stell sie die Melaninproduktion ganz ein.
Graue Haare sind tatsächlich nur eine optische Täuschung. Einzelne graue Haare gibt es an sich gar nicht, denn sobald die Haarwurzel keine Pigmente mehr produziert, sind Haare farblos und erscheinen weiß. Anstelle der Pigmente werden nämlich winzige Sauerstoffbläschen im Haar eingelagert. Diese Bläschen streuen das Licht; dadurch sehen Haare weiß aus.
Der Mythos "graue Haare über Nacht" durch ganz viel Stress stimmt nicht. Zum einen passiert das nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach, Zelle für Zelle. Es gibt aber tatsächlich Forschung dazu, inwiefern Stress und graue Haare zusammenhängen. In einer kleinen US-amerikanischen Studie wurde gezeigt, dass graue Haare, die während einer stressigen Phase entstanden sind, bei Entspannung wieder zu ihrer ursprünglichen Farbe zurückkehren können.
Derzeit ist es nicht möglich, komplett zu verhindern, dass Zellen altern. Das sagt auch die Forschung: Ein 70-Jähriger bekommt durch Entspannung nicht plötzlich wieder die alte Haarfarbe. Dazu gibt es Forschung aus den USA. Ein Forschungsteam hat z. B. die Vermutung, dass die Haare nicht deshalb ausbleichen, weil die Farbzellen keinen Farbstoff mehr produzieren, sondern weil gar keine Farbzellen an sich da sind. Die müssen nämlich erstmal aus sogenannten Stammzellen entstehen und in die Haarwurzel wandern. Wenn man diese Bewegung wieder anregen könnte, wäre es vielleicht möglich, das Ergrauen rückgängig zu machen.
Ein gesunder Lebensstil ist natürlich das A und O. Aber es gibt auch einige Hausmittel, die den grauen Haaren entgegenwirken.
Sind die Haare erst einmal ergraut, kann dies ein unumkehrbarer prozess sein. Das heißt aber nicht, dass du deine Haarpracht nicht gekonnt in Szene setzen kannst. Es gibt unzählige Möglichkeiten graue Haare zu stylen und einen sagenhaften Look zu kreieren. Wir stellen dir hier einige vor:
Das Mischungsverhältnis der beiden Stoffe sowie die Gesamtmenge an Pigmenten, die das einzelne Haar speichert, entscheiden über die Haarfarbe.
Mit zunehmendem Alter lässt die Funktion der Zellen nach, die das Melanin produzieren. Die Haare lagern weniger Farbstoff ein. Die Folge: sichtbar graues Haar. Das Grau ist allerdings eine optische Täuschung. Der Farbton entsteht, weil noch pigmentierte und bereits depigmentierte Haare nebeneinander liegen. Ein weiterer Effekt kommt dazu: Anstatt von Pigmenten lagern die Haare Sauerstoffbläschen ein. Brechen sie das Licht, erscheint das Haar weiß. Eigentlich sind die Haare farblos.
Der Zeitpunkt des Ergrauens ist genetisch festgelegt. Wessen Eltern früh graue Haare hatten, der wird vermutlich selbst früh ergrauen. Bei wem die betagten Großeltern noch ihre ursprüngliche Haarfarbe zur Schau tragen, der hat ebenfalls gute Chancen, spät das erste graue Haar zu finden.
Bei den meisten Menschen erscheinen graue Haare zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr. Neben den Erbinformationen können wohl Luftverschmutzung, ultraviolette Strahlung, Rauchen und eine Mangelernährung das Ergrauen der Haare begünstigen. Vermutlich führen diese Faktoren dazu, dass sich freie Sauerstoffradikale (Reactive Oxygen Species, ROS) bilden. Sie schädigen die Zellen, die für den Farbnachschub sorgen.
Beim Ergrauen in jüngeren Jahren spricht man vom frühzeitigen Ergrauen (canities praecox). Der Zeitpunkt unterscheidet sich: Bei hellhäutigen Menschen spricht man von vorzeitigem Ergrauen, wenn sie unter 20 Jahre alt sind, bei Asiaten vor dem 25. und bei Afrikanern vor dem 30. Lebensjahr.
Der Grund: Solange sich Haare noch als Follikel in der Haut befinden, werden sie von Stresshormonen und zahlreichen anderen Prozessen beeinflusst, die sich in unserem Körper und Geist abspielen.
Um zu verstehen, welche Prozesse ganz konkret dabei wirksam sind, haben die US-amerikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Tausende Eiweiße in den Haaren der Probanden bestimmt. Änderte sich die Haarfarbe, veränderten sich auch rund 300 Proteine, die teilweise den Energiestoffwechsel in den Mitochondrien beeinflussen.
Die Mitochondrien gelten als die Kraftwerke der Zellen, die die Energie für jegliche Prozesse im menschlichen Körper bereitstellen. Offenbar reagieren sie auch auf eine Reihe von Signalen, etwa auf psychischen Stress. Möglicherweise vermitteln sie über Veränderung bestimmter Proteine die entsprechenden Informationen an die Melanozyten in den Haarwurzeln.
Wenn Stress Haare grau werden lässt, kehrt dann durch Erholung und Entspannung die natürliche Haarfarbe zurück?
Zumindest einem Teilnehmer der US-Studie wuchsen ein paar Haare in seiner ursprünglichen Farbe nach, während er im Urlaub war. „Unsere Daten zeigen, dass das Altern des Menschen kein linearer, festgelegter biologischer Prozess ist, sondern zumindest teilweise aufgehalten oder sogar vorübergehend rückgängig gemacht werden kann“, erklärte Martin Picard, Verhaltensmediziner und Hauptautor der Studie, in einer Pressemitteilung der Universität.
Leider (noch) nicht viel. Die gute Nachricht: Graue Haare sind in der Regel kein medizinisches Problem, manche empfinden sie jedoch ästhetisch als störend: Zumindest früh ergraute Haare werden vielfach immer noch als Anzeichen für vorzeitiges Altern und eine ungesunde Lebensweise wahrgenommen.
Grauen Haaren vorzubeugen, gelingt nur begrenzt - zum Beispiel mit einer ausgewogenen, mineralstoffreichen Ernährung und dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Auch bei Menschen, die Stress gut bewältigen, wird im Durchschnitt das Haar später grau. Dass graue Haare durch Stress entstehen, ist wissenschaftlich bewiesen.
| Ursache | Behandlung/Vorbeugung |
|---|---|
| Genetik | Nicht beeinflussbar |
| Stress | Stressmanagement, Entspannungstechniken |
| Nährstoffmangel | Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel (nach Absprache mit Arzt) |
| Rauchen | Rauchstopp |
| Krankheiten (z.B. Schilddrüsenerkrankungen) | Medizinische Behandlung der Grunderkrankung |
Übrigens: Das sogenannte Granny Hair liegt im Trend. Die englische Bezeichnung steht dafür, dass man die Haare grau trägt, wie es oftmals Grannys tun - also Omas. Immer mehr Menschen lassen inzwischen bewusst ihre grauen Haare nicht mehr färben oder sogar ihre Naturfarbe in grau-silberne Haare umfärben.
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