Die Salomonen, eine Inselgruppe in der Südsee, sind nicht nur ein beliebtes Reiseziel, sondern auch ein interessantes Forschungsgebiet für Genforscher. Hier gibt es ein besonderes Phänomen zu bestaunen: Obwohl die Einwohner der Salomonen die dunkelste Hautfarbe außerhalb Afrikas haben, sind etwa zehn Prozent von ihnen blond.
Karte der Salomonen.
Forscher haben herausgefunden, dass die ungewöhnliche Haarfarbe der Melanesier nicht auf eine Vermischung mit Europäern zurückzuführen ist, sondern auf eine Genmutation. Eimear Kenny von der Stanford University untersuchte das Erbgut dieser blonden Insulaner und fand heraus, dass die blonden Haare nicht auf den Besuch von blondhaarigen Europäern in den vergangenen Jahrhunderten zurückzuführen sind. "Wir fanden keine Hinweise auf einen Einfluss von Genen aus Europa", schreibt Kenny.
Kennys Forscherteam verglich das Erbgut von 43 blonden und 42 dunkelhaarigen Einwohnern und entdeckte eine ungewöhnliche Genvariante auf dem 9. Chromosom. An einer Stelle im Gen TYRP1 ist die Base Thymin eingebaut, obwohl dort eigentlich Cytosin sein müsste. Wenn ein Kind diese Genvariante von beiden Elternteilen erbt, bekommt es blonde Haare.
Die Forscher, darunter auch Mark Stoneking vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, suchten nach den genetischen Ursachen dieses Phänomens. "Wir fanden keine Hinweise auf einen Einfluss von Genen aus Europa", sagen die Wissenschaftler. Eine Vermischung von seefahrenden Europäern mit den ortsansässigen Melanesiern sei demnach nicht die Ursache der blonden Haare.
"Die charakteristische blonde Haarfarbe entstand im tropischen Ozeanien unabhängig, das ist unerwartet und faszinierend", berichtet Kenny. Da die Mutation relativ häufig ist, scheinen mit ihr evolutionsbiologische Vorteile verbunden zu sein. Welche das sein könnten, sei aber noch völlig unklar.
Um herauszufinden, ob das TYRP1-Gen auch in anderen Populationen verändert ist, suchten die Forscher nach diesem Gencode bei 941 Menschen aus 42 Ethnien. Jedoch vergebens. Nirgends fand sich diese salomonische Blond-Mutation.
Eine Mutation, die ein Enzym zur Melaninproduktion ausschaltet, ist dafür verantwortlich, dass einige Bewohner der Salomonen in Ozeanien blond sind. Dies berichtet ein internationales Forscherteam in Science.
Ursache der blonden Haare der Salomonen ist eine Mutation im Gen für das Enzym TYRP1 (für tyrosinase-related protein 1). Es wird in den Melanozyten exprimiert und ist dort auf eine nicht abschließend erforschte Weise an der Produktion des Pigments Melanin beteiligt.
Die Missense-Mutation, die das Forscherteam bei den blonden Bewohnern entdeckt hat, führt zu einem Austausch der Aminosäure Arginin zu Cystein, was die Funktion des Enzyms in einer Weise beeinträchtigt, dass am Ende kein Farbstoff für die Haare gebildet wird. Warum die Pigmentierung der Haut dunkel bleibt, ist nicht klar.
Die Forscher fanden heraus, dass 26 Prozent der Bewohner die Mutation aufweisen. Das Merkmal ist allerdings rezessiv. Für eine blonde Haarfarbe müssen beide Allele mutiert sein.
Bei mehr als 900 Personen aus 52 anderen Ländern, darunter blonden Europäern, wurde die Genvariante niemals gefunden. Bei rund einem Viertel der Südseebewohner ist ein bestimmter Genbuchstabe auf dem neunten Chromosom verändert. Diese nur bei dieser Volksgruppe vorkommende Variation beeinträchtigt die Bildung von dunklen Pigmenten in den Haaren.
Natürlich blondes Haar ist beim Menschen selten. Es kommt fast nur bei Nordeuropäern vor - und in einer kleinen Gruppe von Südseebewohnern.
Warum gleich bis zu zehn Prozent der Menschen auf der Inselgruppe östlich von Papua-Neuguinea blond sind, haben Wissenschaftler um Eimear Kenny von der Stanford University (US-Bundesstaat Kalifornien) und Nicholas Timpson von der University of Bristol, England untersucht. 26 Prozent der Inselbewohner haben eine Veränderung im Erbgut, schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Science".
Die Überraschung: Diese Menschen verdanken ihre helle Haarpracht nicht europäischen Vorfahren. Durch die Veränderung des Enzyms erzeugen die Pigmentzellen weniger Melanine. Das Ergebnis: Der betroffene Mensch ist blond.
"Die Analyse des Erbguts von 918 Inselbewohnern ergab, dass die Genmutation zu 46 Prozent für die Haarfarbenunterschiede der Salomoner verantwortlich ist", schreiben die Forscher.
Dass Menschen so nah am Äquator helle Haare haben, ist ungewöhnlich. Frühere Studien haben gezeigt, dass die Haarfarbe einerseits erblich bedingt ist und andererseits von der Intensität der Sonneneinstrahlung abhängt. Deshalb haben die meisten Menschen, die am Äquator wohnen, dunkle Haut und dunkles Haar.
"Welche Vorteile mit dieser Genmutation verbunden sein könnten, ist unklar. Außerhalb Ozeaniens kommt sie jedenfalls nicht vor", erklärt Timpson.
Tatsächlich hat jeder zehnte Inselbewohner blonde Haare und die fallen im Kontrast zur dunkleren Hautfarbe eben noch mehr auf.
So ist ein verändertes Gen daran schuld, dass viele Menschen auf den Salomonen eben blond sind. Diese Tatsache trifft vor allem auf die Bewohner Ozeaniens zu, denn diese Genveränderung gibt es tatsächlich nur dort.
Die Veränderung hängt mit einem Enzym zusammen, das die Pigmentzellen weniger Melanine produzieren lässt. Diejenigen, die eine bestimmte Form des MC1R-Gens tragen, haben mit großer Wahrscheinlichkeit rote Haare.
Blonde Gene werden rezessiv vererbt, von sechs Milliarden Menschen auf dieser Erde sind gerade einmal drei Millionen blond. Schuld für diese Rarität ist ein Defekt auf dem MC1R-Gen. Dieses Gen enthält eigentlich den Bauplan für ein Eiweißmolekül an der Oberfläche der Melanozyten - jener Zellen in der menschlichen Haut, die für die Produktion der Pigmente zuständig sind, die Haut und Haare dunkel färben.
Funktioniert dieses Gen infolge einer Mutation nicht mehr richtig, stellt es keine korrekten Eiweißmoleküle her und die Hautzellen produzieren kein Eumelanin (zuständig für dunkle Haare) und auch kein Phaeomelanin (zuständig für orangefarbene bis rote Haare). Das Ergebnis ist blond.
Unter der starken Sonne Afrikas war diese Mutation lebensgefährlich, dagegen konnten sich die Vorfahren mit dem mutierten MC1R-Gen in den gemäßigten Breiten Europas ausbreiten. Die ersten dieser Mutationen haben schon vor 20.000 bis 40.000 Jahren stattgefunden. Und selbst bei den Vorläufern des modernen Menschen in Europa, den Neandertalern, konnten Leipziger Wissenschaftler rotblonde Menschen ausmachen.
Genetische Ursachen für blonde Haare auf den Salomonen.
Besucher der Salomonen stellen zu ihrer Verblüffung fest, dass etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung blonde Haare haben, obwohl ihre Haut wie bei den anderen Melanesiern eher dunkel ist. Die Bewohner haben dafür verschiedene Erklärungen.
Die einen meinen, es läge an der Fischnahrung, andere glauben, dass die Sonne die Haare bleiche. Verbreitet ist auch die Ansicht, dass weiße Händler aus Europa oder Amerika die Erbanlage eingeschleppt hätten.
Auf den Salomonen gibt es ein ganz besonderes Geld: das Muschelgeld. Die Muscheln sammelt man auf dem Meeresboden ein und schneidet sie in dünne Scheiben. Am Ende werden sie auf eine Schnur aufgezogen. Doch leider kannst du mit diesem Geld in den Geschäften nicht zahlen, die nehmen nur echtes Geld.
Ein weiteres ungewöhnliches Zahlungsmittel ist das rote Federgeld, das es auf einigen Inseln wie zum Beispiel den Santa-Cruz-Inseln gibt. Hierfür wird aus Taubenfedern erst eine Schnur geflochten, die man im Anschluss mit den Federn des Kardinalvogels ummantelt. Die Federn werden dem Vogel ausgerupft, dazu muss er aber erst einmal gefangen werden. Für eine Rolle Federgeld brauchst du immerhin 600 Vögel. Haben die Vögel ihre Federn gelassen, werden sie wieder in die Freiheit geschickt. Allerdings mit der ein oder anderen Feder weniger. Wenn dir auf den Salomonen also mal ein gerupfter Vogel begegnet, ist es wahrscheinlich ein Kardinalvogel.
Fernsehapparate sind selten auf den Salomonen. Auch mit dem Internet hapert es, aber irgendwie muss die Jugend ja ihre Freizeit verbringen. So gibt es einmal im Jahr ein ganz besonderes Fest auf den Salomonen: das "Festival des Meeres". Hier finden Wettkämpfe statt, die im Kanufahren, Fischen und Tauchen ausgeführt werden. Klar, dass jeder hier gewinnen will und so trainieren die Kinder das ganze Jahr über für dieses Ereignis. Hier ist auch Mut gefragt, vor allem für die Jungs, die von einem 20 Meter hohen Turm ins Wasser springen und damit zeigen, dass sie nun erwachsen sind.
In vielen Gebieten Asiens und Ozeaniens kauen die Menschen gerne Betelnüsse. Diese wachsen vor Ort, sind also günstig und leicht zu bekommen. Die Früchte der Betelpflanze werden mit weiteren Stoffen wie zum Beispiel Kalk gemischt. Dann kaut man diese Masse und spuckt sie irgendwann wieder aus. Die Betelnuss hat berauschende Wirkung und lässt viele ihre Sorgen vergessen. Gleichzeitig wird der Hunger gedämpft und ein angenehmes Gefühl erzeugt. Das ist ähnlich wie bei Alkohol. Doch Betelnüsse sind einfacher zu haben und auch günstiger. Deshalb betäuben sich manche Leute eben mit diesen Nüssen und nehmen dabei die schlechten Zähne mit in Kauf.
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