Was tun gegen diffusen Haarausfall? Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa) betrifft die gesamte Haarwuchszone und ist durch einen Haarverlust gekennzeichnet, der nicht auf einzelne Kopfhautzonen beschränkt ist. Der medizinische Fachbegriff für die Erscheinung lautet Alopecia diffusa. Besonders Frauen leiden häufig unter diffusem Haarausfall. Doch was sind die Ursachen und was kann man dagegen tun?

Ist die Ursache für den diffusen Haarausfall einmal erkannt, stehen verschiedene bewährte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Wenn Sie darunter leiden, ist der Gang zu einem erfahrenen Arzt unabdingbar: Allein schon deshalb, weil Ihr persönliches Erscheinungsbild durch den diffusen Haarausfall meist nicht wenig beeinträchtigt ist. Zudem kann flächiger Haarausfall auf eine möglicherweise unentdeckte Erkrankung oder einen nicht ungefährlichen Mangelzustand zurückgehen. In manchen Fällen lässt sich diffuser Haarausfall bei Frauen auch auf keine bestimmte Ursache zurückführen.

Was ist diffuser Haarausfall?

Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen.

Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar. Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.

Meist gibt es ein auslösendes Ereignis. Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden.

Haare können wieder nachwachsen. Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten. Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält.

Haare gehen vermehrt in den Ruhezustand über. Haare durchlaufen einen Lebenszyklus. Zunächst wachsen sie, dann ruhen sie und schließlich fallen sie aus. Die Haare durchlaufen diese Phasen zu unterschiedlichen Zeiten. Normalerweise befinden sich circa 10 Prozent aller Kopfhaare in der Ruhephase. Beim diffusen Haarausfall betrifft das bis zu 35 Prozent. Haarausfall tritt auch als Nebenwirkung einer Chemotherapie oder Bestrahlung auf.

Solche Behandlungen schädigen gesundes Gewebe, das schnell wächst und sich erneuern kann - wie die Haare. In der Folge der Therapie verkümmern die wachsenden Haare und fallen ein bis vier Wochen später aus. Das passiert meist sehr rasch und großflächig. In der Regel betrifft es neben dem Kopfhaar auch Augenbrauen, Wimpern und Schambehaarung.

Teilweise brechen die Haare wenige Millimeter über der Kopfhaut ab. Man nennt sie deshalb umgangssprachlich „Ausrufezeichen-Haare“. Vergiftungen, zum Beispiel mit Schwermetallen wie Thallium oder Kadmium, können ebenfalls zu einem raschen Ausfall der Haare führen.

Ursachen für diffusen Haarausfall

Es gibt zahlreiche Faktoren, die diffusen Haarausfall auslösen können. Neben rein mechanischen Ursachen, wie zu strenge Frisuren, können auch Krankheiten und falsche Ernährungsformen Haarausfall hervorrufen. Diffuser Haarausfall kann durch eine Vielzahl von inneren und äußeren Einflüssen entstehen und betrifft sowohl Frauen als auch Männer, wobei Frauen laut unseren Erfahrungen häufiger betroffen sind.

Die Auslöser können sich teilweise über längere Zeit hinweg unbemerkt entwickeln und zeigen sich dann durch schleichenden Haarverlust. Gerade weil die Ursachen so vielfältig sind, ist es wichtig, sie individuell zu betrachten. Nur wer versteht, was den eigenen Haarausfall verursacht, kann gezielt etwas dagegen unternehmen und den Haarwuchs nachhaltig fördern.

Hier eine Übersicht der häufigsten Ursachen:

Ursache Beschreibung
Nährstoffmangel Ein Mangel an Eisen, Zink oder bestimmten Vitaminen kann den Haarwachstumszyklus beeinträchtigen.
Hormonelle Schwankungen Schwangerschaft, Wechseljahre oder Schilddrüsenerkrankungen können zu Haarausfall führen.
Stress Chronischer Stress kann den Haarwuchs negativ beeinflussen und Haarausfall begünstigen.
Medikamente Bestimmte Arzneimittel, wie Chemotherapeutika oder Blutdrucksenker, können als Nebenwirkung Haarverlust verursachen.
Krankheiten & Infektionen Autoimmunerkrankungen, Hautkrankheiten oder schwere Infektionen können das Haarwachstum hemmen.
Hormonelle Verhütung Hormonelle Verhütungsmethoden wie die Pille können den Haarzyklus beeinflussen und zu Haarausfall führen.
Umweltfaktoren Schadstoffe, UV-Strahlen oder aggressive Haarbehandlungen können das Haarwachstum schwächen.

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Akute Stress-Situationen. Dazu zählen schwere Operationen, Verletzungen oder psychische Belastungen.
  • Geburt: Während bei vielen Schwangeren die Haare vermehrt wachsen und dichter werden, passiert nach der Geburt das Gegenteil: Die Haare fallen stärker aus als üblich.
  • Wechseljahre: In den Wechseljahren nimmt die Menge am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ab. Dies kann sich durch Haarausfall bemerkbar machen.
  • Empfängnisverhütung mit Hormonen: Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten und die Einnahme beenden, beobachten manchmal einen verstärkten Haarausfall.
  • Infektiöse und entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut: Sie können Ursache für diffusen Haarausfall sein. Dazu zählen zum Beispiel Kopfpilz (Tinea capitis), bakterielle Infektionen der Kopfhaut wie eine Haarbalgentzündung (Follikulitis), das seborrhoische Ekzem oder Schuppenflechte (Psoriasis).
  • Erkrankungen des Hormonsystems: Dazu gehören zum Beispiel die Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es neben vielen anderen Symptomen wie trockener Haut zu stumpfem, brüchigem Haar oder Haarausfall kommen.
  • Fieberhafte Infektionskrankheiten: Durch Viren verursachte Erkrankungen wie Grippe oder Covid-19 können mit Haarausfall einhergehen.
  • Chronische Erkrankungen: Zum Beispiel der Leber oder des blutbildenden Systems.
  • Einnahme von Medikamenten: Haarausfall kann als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Blutverdünner, Cholesterinsenker oder bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck. Bei einem Verdacht sollte man die Medikamente niemals selbstständig absetzen, sondern immer mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen, ob es eine Alternative gibt.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Nährstoffen kann Haarausfall auslösen. Mögliche Gründe sind zum Beispiel eine schnelle Gewichtsabnahme, einseitige Ernährung, Diät, Essstörung, ein Eisen- oder Zinkmangel.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Symptome: Woran erkennt man diffusen Haarausfall?

Diffuser Haarausfall beginnt oft schleichend, wird aber spätestens dann wahrgenommen, wenn sich der Haarverlust sichtbar bemerkbar macht - sei es beim Kämmen, Duschen oder beim morgendlichen Blick ins Kopfkissen. Typisch ist dabei der gleichmäßige Haarverlust auf dem gesamten Kopf, was ihn von anderen Formen des Haarausfalls unterscheidet. Es gibt allerdings weitere Hinweise, die auf diese Form des Haarverlustes hindeuten können. Wer diese frühzeitig erkennt, hat bessere Chancen, durch passende Maßnahmen gegenzusteuern.

Typische Symptome sind:

  • Haarausdünnung: Gleichmäßige Ausdünnung der Haare auf der gesamten Kopfhaut.
  • Vermehrter Haarausfall: Mehr als 100 Haare pro Tag im Kamm oder auf dem Kopfkissen.
  • Veränderte Haarstruktur: Brüchiges oder dünner werdendes Haar.
  • Trockene oder gereizte Kopfhaut: Möglicherweise begleitet von Juckreiz oder Rötungen.

Wie wird diffuser Haarausfall diagnostiziert?

Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig. Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.

Ärztliches Gespräch

Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:

  • zuletzt akut krank war und Fieber hatte
  • eine chronische Erkrankung hat, beispielsweise der Haut oder der Leber
  • regelmäßig Medikamente einnimmt
  • seine Ernährung umgestellt hat oder eine Diät macht
  • emotionalem Stress ausgesetzt ist oder war
  • mit hormonellen Präparaten wie der Anti-Baby-Pille verhütet und diese abgesetzt hat
  • vor einigen Wochen ein Kind geboren hat

Körperliche Untersuchung und Blut-Tests

Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.

Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.

Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein.

Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.

Effektive Behandlungsmethoden gegen diffusen Haarausfall

Die gute Nachricht: Diffuser Haarausfall ist in vielen Fällen reversibel - vorausgesetzt, man findet die Ursache und setzt frühzeitig an. Je nach Auslöser kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten infrage, die den Haarwuchs wieder aktivieren können. Wichtig ist dabei, auf eine individuelle Herangehensweise zu achten und möglichst ganzheitlich vorzugehen.

Hier eine Übersicht bewährter Methoden:

Behandlungsmethode Wirkung
Nährstoffreiche Ernährung Eine gesunde Ernährung mit genügend Eisen, Zink, Biotin und Vitamin D ist essenziell für gesundes Haarwachstum. Falls notwendig, können Nahrungsergänzungsmittel helfen, Defizite auszugleichen.
Stressreduktion Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können stressbedingtem Haarausfall entgegenwirken.
Spezielle Haarpflegeprodukte Milde Shampoos, Kopfhautseren und spezielle Haarwuchsmittel können das Haarwachstum fördern und die Kopfhaut stärken.
Medizinische Behandlungen Falls der Haarausfall durch eine Krankheit oder Medikamente ausgelöst wird, sollte ein Experte konsultiert werden. In einigen Fällen können Minoxidil oder PRP-Therapie (Plättchenreiches Plasma) helfen.
Änderung der Haarpflege-Routine Vermeidung aggressiver Styling-Produkte, weniger Hitzeeinwirkung und sanftes Bürsten können das Haar schützen.
Kopfhautpigmentierung Eine Kopfhauptpigmentierung kann die Kopfhaut durch sehr feine Pigmente verdunkeln und sorgt dafür, dass eine optische Täuschung erfolgt und der Haarausfall an sich nicht mehr sichtbar ist.

Wie lässt sich diffuser Haarausfall behandeln?

Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:

  • Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden.
  • Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.
  • Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.
  • Besteht ein anhaltender Mangel an Nähr- oder Mineralstoffen, kann die Ärztin oder der Arzt diesen feststellen und gegebenenfalls ein geeignetes Präparat verschreiben.

Was kann ich tun, wenn mich der Haarausfall belastet?

Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren). Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden.

Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren.

Diffusem Haarausfall vorbeugen: Tipps für gesundes Haar

Verschiedene Maßnahmen können dazu beitragen, diffusem Haarausfall vorzubeugen und das Wachstum der Haare begünstigen. Dazu zählen folgende Tipps:

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung liefert wichtige Nährstoffe wie Eiweiß, Eisen, Zink und Biotin, die für gesundes Haarwachstum unerlässlich sind.
  • Stress reduzieren: Stress kann Haarausfall begünstigen, da Stresshormone den Haarzyklus stören. Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation oder regelmäßige Bewegung helfen dabei, den Stresspegel zu senken und die Gesundheit der Haare zu fördern.
  • Richtige Haarpflege: Verwenden Sie milde Shampoos ohne aggressive Inhaltsstoffe und vermeiden Sie übermäßige Hitzeeinwirkung durch Föhnen oder Glätten.

Indem Sie diese Ratschläge befolgen und auf die Bedürfnisse Ihres Körpers achten, können Sie das Risiko von diffusem Haarausfall verringern und die Gesundheit Ihrer Haare fördern.

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