Minoxidil ist ein Wirkstoff, der gegen bestimmte Formen von Haarausfall wirkt und ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck entwickelt wurde. Heute kommt er vor allem als Haarwuchsmittel bei erblich bedingtem Haarausfall zum Einsatz. Doch wie genau wirkt Minoxidil, für wen ist es geeignet und welche Ergebnisse sind zu erwarten? Erfahren Sie in diesem Beitrag alles Wichtige.
Minoxidil fördert das Haarwachstum, indem es die Durchblutung der Kopfhaut steigert und die Wachstumsphase der Haarfollikel verlängert, welche die Haarwurzeln umgeben. Durch eine verbesserte Nährstoffversorgung der Haarwurzeln unterstützt es das Wachstum dichterer Haare. So kann Minoxidil bei Männern erblich bedingten Haarausfall verlangsamen und die Haardichte erhöhen. Der genaue Wirkmechanismus ist allerdings noch nicht vollständig geklärt.
Minoxidil wurde erstmals in den 1970er Jahren als orales Medikament zur Behandlung von schwerem Bluthochdruck eingeführt. Dabei zeigten Ärzte bei Patienten, die gleichzeitig unter Haarausfall litten, zufälligerweise verstärkten Haarwuchs und eine generalisierte Hypertrichose. Dies führte schließlich zur Entwicklung einer topischen Minoxidil-Formulierung zur Behandlung von androgenetischer Alopezie - zuerst für männliche und schließlich auch für weibliche Patienten.
Es wird vermutet, dass Minoxidil das Überleben menschlicher dermaler Papillarzellen (DPCs) oder Haarzellen fördert, da es sowohl die extrazelluläre signalregulierte Kinase (ERK) als auch Akt aktiviert und den Zelltod verhindert, indem es das Verhältnis von BCl-2/Bax erhöht. Minoxidil kann das Wachstum menschlicher Haare stimulieren, indem es durch diese proliferativen und antiapoptotischen Wirkungen auf DPCs die Anagenzeit verlängert.
Seine vasodilatatorische Wirkung beruht darauf, dass Minoxidil Adenosintriphosphat-sensitive Kaliumkanäle in glatten Gefäßmuskelzellen öffnet. Diese Vasodilatation kann auch die Lebensfähigkeit von Haarzellen oder Haarfollikeln verbessern.
Minoxidil eignet sich besonders für Männer mit erblich bedingtem Haarausfall. Doch nicht jeder Mann profitiert gleich stark von Minoxidil: Die Wirksamkeit kann von Anwender zu Anwender verschieden sein. Zudem fällt der Effekt bei bereits fortgeschrittenem Haarausfall meist geringer aus.
Gut zu wissen: Die besten Ergebnisse lassen sich in der Regel bei beginnendem Haarausfall und noch aktiven Haarwurzeln erzielen. Daher sollten Sie eine Therapie mit Minoxidil idealerweise frühzeitig beginnen.
Minoxidil-Anwendungen wie Regaine® Männer Schaum sind in der Regel für die Kopfhaut bzw. für das Haupthaar bestimmt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Minoxidil auch das Bartwachstum anregen könnte, etwa bei Männern mit geringem Bartwuchs. Allerdings ist dieser Effekt noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.
Minoxidil gibt es als Haarwuchsmittel in Form von:
Zudem gibt es Minoxidil-Tabletten, die in Deutschland als Arzneimittel gegen Bluthochdruck zugelassen sind. Seit Kurzem wird auch der Einsatz zur Behandlung von Haarausfall untersucht. Hierfür gibt es jedoch noch keine offizielle Zulassung.
Minoxidil-Haarwuchsmittel sind für die äußerliche Anwendung auf der Kopfhaut bestimmt. Dafür tragen Sie Shampoos, Sprays, Lösungen oder Schäume direkt auf die betroffenen Stellen auf.
Den Regaine® Männer Schaum wenden Sie beispielsweise wie folgt an:
Es ist nicht notwendig, den Schaum auszuwaschen.
In der Regel erfolgt die Anwendung von Minoxidil 2-mal täglich - zum Beispiel morgens und abends. Je nach Präparat sollte das Mittel unterschiedlich lange einwirken und muss gegebenenfalls wieder ausgewaschen werden. Lesen Sie hierzu die Packungsbeilage.
Wichtig: Um das Haarwachstum zu verbessern, ist eine regelmäßige und konsequente Anwendung von Minoxidil entscheidend. Nur durch tägliches Auftragen erreichen Sie die bestmögliche Wirkung.
Minoxidil-Haarwuchsmittel sind in Dosierungen mit 2 oder 5 % Minoxidil erhältlich. Die Standard-Dosierung für Männer beträgt 5 % Minoxidil, zum Beispiel beim Regaine® Männer Schaum. Frauen verwenden hingegen meist die niedrigere 2 %-Dosierung.
Eine vollständige Wiederherstellung bereits ausgefallener Haare ist nicht möglich, insbesondere wenn die Haarwurzeln inaktiv sind oder der Haarausfall schon weit fortgeschritten ist.
Eine US-Studie untersuchte den Effekt von Regaine® Männer Schaum mit 5 % Minoxidil bei 352 Männern mit erblich bedingtem Haarausfall über einen Zeitraum von 16 Wochen - im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, deren Teilnehmer Präparate ohne Wirkstoff erhielten (Placebos). Das Ergebnis: In Woche 16 hatte die Haaranzahl - im Vergleich zum Start der Behandlung und zur Placebogruppe - signifikant zugenommen.
Die Anwender gaben an, dass sich der Haarausfall aus ihrer Sicht verbessert hatte.
Die Studie zeigt, dass Regaine® Männer Schaum eine effektive Behandlungsmöglichkeit bei erblich bedingtem Haarausfall darstellt. Zudem bestätigen laut Hersteller rund 90 % der Anwender die positive Wirkung von Regaine® Männer Schaum auf ihren Haarausfall.
Untersuchungen des Herstellers ergaben, dass sich sichtbare Effekte durch Regaine® Präparate mit Minoxidil meist nach 2-4 Monaten durchgehender, 2-mal täglicher Anwendung zeigen. Da das Haar langsam wächst, braucht die Therapie generell Zeit.
Ist jedoch auch nach mehr als 4 Monaten kein positiver Effekt festzustellen, empfiehlt es sich, die Behandlung mit Regaine® Männer Schaum abzubrechen.
Die neuen Haare, die nach der Anwendung von Minoxidil nachwachsen, sind zunächst oft fein und farblos. Mit längerer Behandlung können diese Haare jedoch dicker werden und die gleiche Farbe wie das übrige Kopfhaar annehmen.
Sie können Minoxidil-Präparate in Apotheken (vor Ort oder online) sowie teilweise in Drogerien kaufen. Vor Anwendungsbeginn empfiehlt sich eine ärztliche Beratung, um mögliche Risiken und Nebenwirkungen von Minoxidil zu besprechen. Lesen Sie zudem die Packungsbeilage des jeweiligen Mittels gründlich durch.
Tipp: Die Ärzte von ZAVA beraten Sie gerne, wenn Sie Fragen zu Ihrer Haarausfall-Behandlung haben. Nutzen Sie dafür einfach die kostenfreie Nachrichtenfunktion in Ihrem Patientenkonto. Um eine Behandlung zu beginnen, füllen Sie einen kurzen medizinischen Fragebogen aus.
Die Kosten für Minoxidil variieren von Produkt zu Produkt, je nach Anbieter und Größe. Für eine 3-er Packung Regaine® Männer Schaum (3 x 60 g-Dosen) zahlen Sie beispielsweise ungefähr 58 €.
Minoxidil ist bei der äußerlichen Anwendung auf den Haaren und der Kopfhaut in der Regel gut verträglich. Dennoch sind Nebenwirkungen möglich, zum Beispiel:
Bei manchen Männern kommt es zu einer stärkeren allergischen Reaktion, die sich etwa durch Schwellungen am Kopf oder im Gesicht sowie durch Atemnot zeigen kann. Schwere Nebenwirkungen wie Herzrasen oder Blutdruckveränderungen sind bei äußerlicher Anwendung von Minoxidil selten, aber nicht auszuschließen.
In solchen Fällen sollten Sie umgehend die Anwendung abbrechen und einen Arzt rufen. Auch bei anhaltenden (leichteren) Nebenwirkungen durch Minoxidil ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. Unter Umständen ist ein anderes Haarwuchsmittel besser verträglich.
Allerdings können bei langfristiger Anwendung auch diverse Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Kurzatmigkeit (Dyspnoe), Juckreiz, Hautauschlag und verstärkter Haarwuchs (Hypertrichose). Um eine unbeabsichtigte Übertragung des Wirkstoffs auf andere zu vermeiden, sollten die Hände nach jeder Anwendung gründlich gewaschen werden.
Übermäßiger Haarwuchs bei Säuglingen und Kleinkindern, etwa im Gesicht und am Rücken, war bereits vor einigen Jahren als mögliche Nebenwirkung von Minoxidil in die Schlagzeilen geraten. Die Symptome erinnern an das sogenannte Werwolf-Syndrom, bei dem es genetisch bedingt zu einer verstärkten Körperbehaarung kommt.
Beschrieben wurden elf Fälle in Spanien und Frankreich. Eltern, die Minoxidil verwendet hatten, sollen das Mittel über äußeren Kontakt auf ihre Säuglinge und Kleinkinder übertragen haben.
Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) haben sich Experten mit den Nebenwirkungen von Minoxidil bei äußerlicher Anwendung befasst. Seitdem muss in den Beipackzetteln auf die mögliche Entstehung einer Hypertrichose hingewiesen werden. Fälle in Deutschland gibt es bisher nicht.
Derartige Fälle sind in der europäischen Nebenwirkungsdatenbank EudraVigilance für Deutschland mit Stichtag zum 11.04.2025 nicht zu identifizieren.
Minoxidil-Präparate können bei langfristiger, äußerlicher Anwendung das Haarwachstum fördern. Beim Gebrauch sollte man aber sorgfältig sein und darauf achten, dass andere Personen mit dem Wirkstoff nicht unbeabsichtigt in Kontakt kommen.
Sie können Minoxidil jederzeit absetzen. Nach dem Absetzen von Minoxidil kommt es jedoch meist innerhalb weniger Wochen bis Monate wieder zu verstärktem Haarverlust. Der Haarausfall schreitet wie vor der Therapie fort, denn die haarwuchsfördernde Wirkung hält nur an, solange Sie Minoxidil regelmäßig anwenden.
Damit der Haarverlust nicht plötzlich einsetzt, empfiehlt sich ein schrittweises Ausschleichen von Minoxidil, etwa indem Sie die Anwendungshäufigkeit langsam reduzieren. Doch selbst damit lässt sich meist nicht vermeiden, dass der Haarausfall wieder zunimmt.
Männer sollten sich daher bei Bedarf frühzeitig über alternative Behandlungsformen gegen Haarausfall informieren.
Als wichtigste Alternative zu Minoxidil gilt der Wirkstoff Finasterid. Finasterid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das Ärzte als Tabletten oder als Spray verordnen können. Der Wirkstoff blockiert die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT). Bei Männern mit erblich bedingtem Haarausfall ist die DHT-Produktion häufig erhöht und/oder die Haarfollikel reagieren übermäßig stark auf das Hormon.
Als Folge daraus kommt es zu einer verkürzten Haarwachstumsphase und die Haarfollikel sind verkleinert. Die Haare fallen schneller aus und wachsen generell dünner. Durch die Hemmung von DHT kann Finasterid diesen Effekt abmildern.
Beispiele für Medikamente mit Finasterid sind:
Ob Minoxidil oder Finasterid die bessere Wahl für Männer mit Haarausfall ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der individuellen Verträglichkeit. Eine ärztliche Beratung ist daher empfehlenswert.
Sie möchten ein Rezept für ein Medikament mit Finasterid oder ein anderes Haarwuchsmittel anfragen? Nutzen Sie dafür einfach den Online-Service von ZAVA. Füllen Sie einen kurzen medizinischen Fragebogen aus, um Ihre Behandlung zu beginnen.
Zur Behandlung von Haarausfall bei Männern sind in der Regel Haarwuchsmittel mit einer Dosierung von 5 % Minoxidil vorgesehen. Minoxidil kann bei Geheimratsecken wirksam sein, vor allem wenn die Therapie früh begonnen wird. Wie gut die Haare nachwachsen, hängt unter anderem vom Zustand der Haarfollikel ab.
Minoxidil-Produkte sind meist für Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren empfohlen. Nähere Informationen hierzu finden Sie in der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats.
Minoxidil ist grundsätzlich mit anderen Haarwuchsmitteln kombinierbar, zum Beispiel mit Finasterid-Präparaten. Bei gleichzeitiger Anwendung ist jedoch zunächst eine medizinische Beratung sinnvoll, um Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen zu vermeiden.
Minoxidil als Haarwuchsmittel, das äußerlich auf der Kopfhaut angewendet wird, ist in der Regel gut verträglich. Zwar sind Nebenwirkungen möglich, schwere Symptome treten aber selten auf.
Resorption: Nach oraler Gabe beträgt die Resorptionsrate von Minoxidil über 90 %. Erste Plasmakonzentrationen sind bereits 30 Minuten nach Einnahme messbar, die maximale Konzentration wird nach etwa 60 Minuten erreicht.
Verteilung: Minoxidil bindet nicht an Plasmaproteine. Ein Übertritt über die Blut-Hirn-Schranke erfolgt nicht.
Metabolismus: Minoxidil wird zu mindestens 90 % in der Leber verstoffwechselt. Der Hauptmetabolit ist Minoxidil-O-Glucuronid; zusätzlich entstehen weitere polare Stoffwechselprodukte. Die Metaboliten zeigen eine deutlich geringere blutdrucksenkende Wirkung als der Ausgangsstoff.
Elimination: Trotz einer mittleren Plasmahalbwertszeit von 4 Stunden kann die antihypertensive Wirkung mehrere Tage anhalten. Minoxidil und seine Metaboliten sind dialysierbar. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich renal über glomeruläre Filtration. Weder die glomeruläre Filtrationsrate noch der renale Plasmafluss werden durch Minoxidil wesentlich beeinflusst. Eine Kumulation bei chronischer Einnahme wurde nicht beobachtet.
| Anwendungsgebiet | Dosierung | Hinweise |
|---|---|---|
| Bluthochdruck | Initial 5 mg täglich, Steigerung in Schritten von 5-10 mg alle 3 Tage | Maximale Dosis: 100 mg täglich |
| Erblick bedingter Haarausfall | 2x täglich lokale Anwendung auf die Kopfhaut | Konzentration: 5% für Männer, 2% für Frauen |
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Minoxidil zu beachten:
Bei systemischer Anwendung bestehen für die Anwendung von Minoxidil folgende Kontraindikationen:
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