Gesundes, glänzendes und geschmeidiges Haar versprechen viele Haarpflegeprodukte. Dabei geht der Trend immer mehr in Richtung natürlicher Alternativen. DIY-Shampoos liegen weiterhin im Trend, und die Regale für Naturkosmetik in den Drogerien wachsen stetig. Hier stellen wir Ihnen sechs Rezepte für flüssiges und festes DIY-Shampoo vor - darunter ein Grundrezept sowie verschiedene Varianten für individuelle Haartypen.
Haarausfall, juckende Kopfhaut, Schuppen oder ganz einfach die Flut an Plastikflaschen - manche Menschen führen gesundheitliche, aber auch umweltfreundliche Beweggründe zum Bio-Shampoo aus der Naturkosmetik oder zur natürlichen Haarseife. Nicht zuletzt erfreut sich der Trend des "No Poo" einer immer größer werdenden Beliebtheit: Die Bewegung beschäftigt sich mit der Reinigung der Haare ganz ohne Shampoo.
Stattdessen werden Ersatzprodukte, die sich oft sowieso in der Küche befinden, für die Haarwäsche verwendet. Die Anleitungen reichen hier vom Waschen der Haare mit Ei über Mischungen mit Roggenvollkornmehl oder solche aus Natron und Apfelessig. Daher kann es sich lohnen, das Shampoo einfach komplett selber zu machen. Und wie das geht, das verraten wir Ihnen im Folgenden.
Shampoo selber zu machen, bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile. Hier eine Übersicht:
Um Ihr Shampoo selber zu machen, benötigen Sie zuerst einmal eine Grundmasse. Diese kann später mit ätherischen Ölen, Kräutern oder anderen Produkten aus der Naturkosmetik individuell auf Ihren Haartyp angepasst werden. Ob für fettiges Haar, trockenes Haar oder dünnes Haar - die Naturkosmetik kennt für jede gewünschte Haarpflege die passenden Zutaten, die dem Grundrezept am Ende nur noch beigemischt werden müssen.
Sie benötigen folgende Zutaten für das Grundrezept:
Um flüssiges DIY-Haarshampoo herzustellen, benötigen Sie im Grundrezept Seifenlauge in Bio-Qualität. So wird sichergestellt, dass das Shampoo schadstofffrei ist. Alternativ zur selbst hergestellten Seife gibt es Bio-Seifen auch klassisch überall zu kaufen. Für die Grundmasse, also die Seifenlauge, lösen Sie 15 Gramm neutrale Seifenflocken in 250 Milliliter destilliertem und kochendem Wasser auf.
Festes Shampoo selber zu machen, ist vergleichsweise aufwendig. Das Grundrezept ist auch hier immer dasselbe: Vermischen Sie 100 Gramm pflanzliches Tensid (zum Beispiel SLSA, Sodium Lauryl Sulfoacetate) mit 100 Gramm Speisestärke. Lassen Sie nebenbei 50 Gramm Kakaobutter oder Sheabutter in einem Wasserbad schmelzen. Kneten Sie anschließend alles so lange miteinander, bis die Zutaten gut vermengt sind.
Bei Bedarf träufeln Sie zehn bis 20 Tropfen ätherisches Öl (zum Beispiel Lavendel, Rosmarin oder Limette) hinein. Geben Sie die Masse in sterile Silikonformen und lassen Sie die Flüssigkeit mindestens einen Tag lang aushärten.
Sie benötigen folgende Zutaten:
Für trockenes Haar fügen Sie zu 50 Milliliter der Seifenlauge (siehe Grundrezept) einfach 100 Milliliter Kokosmilch und optional wenige Tropfen ätherisches Öl - je nach gewünschtem Duft. Gut miteinander verquirlt, ist das DIY-Haarshampoo im Kühlschrank bis zu zwei Wochen lang haltbar.
Sie benötigen folgende Zutaten:
Für schnell fettendes oder fettiges Haar eignet sich ein selbst gemachtes Shampoo mit Brennnessel. Kochen Sie hierfür 100 Gramm frische oder getrocknete Brennnesselblätter in 100 Milliliter Wasser auf und lassen Sie es mindestens fünf Stunden oder über Nacht im Kühlschrank stehen. Den Brennnesselsud sieben Sie nun währenddessen ab und vermischen ihn mit 100 Milliliter Seifenlauge, wenigen Tropfen Teebaum- oder Lavendelöl. Füllen Sie zu guter Letzt das Gemenge in saubere und sterile Flaschen ab.
Sie benötigen folgende Zutaten:
Für die zweite Variante brauchen Sie 4 Esslöffel Heilerde und 3 Esslöffel Obstessig, die Sie mit einem Esslöffel Rosmarinblättern und ein paar Spritzern Zitronensaft zu einer cremigen Paste vermengen.
Sie benötigen folgende Zutaten:
Brennnessel-Haarshampoo bietet auch eine gute Wirkung für dünnes Haar. Darüber hinaus ist es wichtig, dünnes Haar nicht unnötig zu beschweren. Ein leichtes Rezept mit Volumen-Boost: 200 Milliliter Seifenlauge mit 4 Esslöffeln Rizinusöl, einem Teelöffel feinem Salz und 2 Eiern vermischen, gut mixen und im Kühlschrank aufbewahren.
Ein reichhaltiges Shampoo, das eine Extraportion Pflege mitbringt, ist ganz einfach herzustellen: Hierfür vermischen Sie statt Seifenlauge aus dem Grundrezept 3 Teelöffel Kastilienseife (Seife aus Olivenöl und Olivenblattextrakt), mit einem Teelöffel Aloe-vera-Pulver. Hinzu kommen 2 Teelöffel Kokosöl und 250 Milliliter Moringatee (abgekühlt). Tipp: Seien Sie mit dem Kokosöl zu Beginn vorsichtig und probieren Sie sich aus, bis Sie die optimale Rezeptur für Ihre Haare gefunden haben.
Sie benötigen folgende Zutaten:
Hier finden Sie noch weitere Ideen und Rezepte, um Ihr eigenes Shampoo und andere Pflegeprodukte herzustellen:
Hier ist eine einfache Tensidmischung für Körperpflegeprodukte, die für Duschgel, flüssige Handseife (Handwaschgel) oder Shampoo verwendet werden kann. Die »Sauberkatz« Tensidmischung besteht aus drei verschiedenen Tensiden, die zusammengerührt eine schöne Schaumwirkung schenken und gleichzeitig mild zur Haut sind.
Mischen Sie im Verhältnis 80% nichtionische Tenside zu 20% anionische Tenside. Wichtig ist, dass bei der Verwendung anderer Tenside sich die Werte für entweder Waschkraft oder pH-Wert oder für beides verändern. Die Tenside sollten vorsichtig ineinander geschüttet und mit einem Silikonspatel homogen aufgerührt werden.
Eine nachhaltige, günstige und müllfreie Alternative zur Haarwäsche ist die Verwendung von Roggenmehl. Dazu werden 1 - 2 EL Roggenmehl mit etwas Wasser verrührt, so dass eine zähflüssige Masse entsteht. Diese wird in die trockenen Haare - insbesondere am Ansatz - verteilt und dann ausgewaschen. Nach und nach werden die Haare weniger fettig, so dass sie seltener gewaschen werden müssen.
Weizen- oder Dinkelmehl sind nicht geeignet, da diese einen höheren Glutenanteil haben und dadurch klebriger sind. Verwenden Sie nach der Wäsche eine Saure Rinse aus 2 EL Apfelessig gemischt mit einem Liter Wasser, um die Spitzen wieder weich zu machen.
Entgegen der Annahme, dass auf Shampoo der Conditioner und dann die Haarkur folgt, wird eine Kur oder Maske vor der Spülung auf das Haar gegeben. Außerdem kann es sinnvoll sein, die Haare kopfüber zu waschen, um die Zeitspanne zwischen den Haarwäschen zu verlängern. Auch wichtig zu erwähnen: Mehrfach shampoonieren. So wird das Haar gründlich gereinigt und statt jeden zweiten Tag muss es vielleicht erst jeden dritten gewaschen werden.
Mit diesen Rezepten und Tipps können Sie Ihr eigenes schäumendes Shampoo herstellen, das auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ob flüssig oder fest, für trockenes, fettiges oder dünnes Haar - die Möglichkeiten sind vielfältig. Viel Spaß beim Ausprobieren!
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