Die optimale Reihenfolge: Shampoo oder Spülung zuerst?

Es ist eine kleine Wissenschaft für sich: die optimale Pflege der Haare. Eine gefährliche Mischung aus Halbwissen und Faulheit verleitet einen gerne dazu, die richtige Haarpflege schleifen zu lassen. Glanzlos und verstroht hilft einem dann oft nur noch ein Gang zum Friseur des Vertrauens.

Zum Einmaleins der Haarpflege gehört eine qualitativ hochwertige Produktausstattung bestehend aus Shampoo, Conditioner (Spülung), Maske (Kur) und gegebenenfalls Leave-In Produkte (Pflegespülung ohne Ausspülen). All diese Produkte erfüllen eine bestimmte Funktion und sollten daher auch mit der richtigen Menge, Reihenfolge und Einwirkzeit angewendet werden.

Verschiedene Haarpflegeprodukte für eine optimale Routine.

Der neueste Trend in der Haarpflege stellt die altbewährte Reihenfolge von Shampoo und Conditioner auf den Kopf. Statt wie gewohnt erst Shampoo und dann Conditioner zu verwenden, probieren immer mehr Menschen die Methode erst Conditioner, dann Shampoo. Doch was steckt dahinter? Und für wen ist diese Anwendung wirklich geeignet?

Klassische Reihenfolge: Shampoo, Maske, Conditioner

Hast du den Überblick, wenn es um Shampoo, Conditioner und Haarkur geht? Wenn du die richtige Reihenfolge nicht kennst, dann zeige ich sie dir und sage dir, was die Aufgabgen der einzelnen Produkte im Haar sind!

  1. Schritt 1: Shampoo

    Shampoo ist das erste Produkt, dass du in deinen Haaren verwenden solltest. Die Aufgabe des Shampoos it es, das Haar von Schmutz, Fetten und Stylingrückständen zu befreien. Das Shampoo öffnet die Schutzschicht des Haares ein wenig, sodass es bereit für die folgenden Produkte ist.

    Hinweis: Wasche dein Haar am besten immer zweimal mit Shampoo!

  2. Schritt 2: Haarmaske

    Die Haarkur ist das Produkt, dass tief in die Haare eindringt und es von innen heraus pflegt. Ich empfehle, dass man der Einwirkungszeit auf der Produktbeschreibung folgt und nicht mit der Haarkur schläft, es sei denn, es steht so auf dem Produkt. Der Grund hierfür ist, dass man sonst Gefahr läuft, dass das Haar bricht, da es durch die Haarkur trocken wird.

    Hinweis: Es ist nicht notwendig, die Haarkur nach jedem Waschen zu verwenden.

  3. Schritt 3: Conditioner/Balsam

    Das letzte und abschließende Produkt ist der Conditioner. Die Aufgabe des Conditioners ist es, die Haare zu schließen und er tut dies, in dem er einen dünnen Film auf jeder Strähne hinterlässt. Dadurch wirkt das Haar seidig und glänzend.

    Hinweis: Verwende den Conditoner nach jedem Waschen!

Nach dem Shampoo wird zuerst die Maske, dann den Conditioner angewendet, wobei die Maske 1-2 Mal in der Woche angewendet werden darf, der Conditioner jedoch bei jeder Haarwäsche. Letzterer hat kaum einen Pflegefaktor, sondern dient vor allem zur Kämmbarkeit der Haare. Er sorgt dafür, dass die vom Shampoo geöffnete Schuppenschicht des Haares wieder geschlossen wird, wodurch das Haar von äußeren Umwelteinflüssen geschützt ist und außerdem natürlich glänzt.

Schritte der Haarwasch-Routine: Shampoo, Maske, Conditioner.

Für die richtige Tiefenpflege jedoch kommt die Maske ins Spiel. Sie versorgt das Haar mit den benötigten Nährstoffen, Vitaminen und Feuchtigkeit. Um wirklich tiefgreifend zu pflegen, sollte die Einwirkzeit von 5-10 Minuten eingehalten werden - bei stark belasteter Haarstruktur (Trockenheit, Mangel an Sprungkraft und glanzlos) solltet ihr die höchste Einwirkzeit beachten. Je nach Maske sollte sie auch mindestens 5 cm vom Haaransatz entfernt bleiben - das Wichtigste sind die Längen und Spitzen. Um die Maske gut zu verteilen, am Besten von unten nach oben durchkämmen.

Für die Kunden, die aus Zeitmangel keine Maske anwenden möchten oder können, kann die Maske über nacht aufgetragen bleiben. Am nächsten Morgen wird sie ausgespült.

Leave-In Produkte zeichnen sich dadurch aus, dass sie nach der Haarwäsche ins Haar gesprüht werden und danach nicht ausgewaschen werden müssen. Sie pflegen die Haare von außen, sind also reine Oberflächenpflege, erhöhen Glanz und Kämmbarkeit, ersetzen aber auf keinen Fall eine tiefenpflegende Maske. Leave-In Produkte gibt es als Conditioner, Cremes oder Öle.

Öle sind ebenfalls für die Oberfläche der Haare gedacht, ihr könnt sie nach dem Waschen oder vor dem Föhnen/Glätten anwenden. Sie geben Glanz und lassen das Haar geschmeidig werden, bauen das Haar aber nicht wieder auf! Aber auch hier ist nicht jedes Haaröl für Wärmebehandlungen gedacht!

Wenn ihr euren Haaren einen Gefallen tun wollt, dann greift auf qualitativ hochwertige Friseurprodukte zurück. Minderwertige Produkte beschweren durch die preiswerteren Inhaltsstoffe die Haare, da die Wirkstoffe sich oft nur an die Haare anlegen und nicht ins Haarinnere getragen werden. Somit lagern sich mit zunehmender Zeit und Häufigkeit der Anwendung beispielsweise immer mehr Silikone an. Das führt dann zum Beschweren der Haare. Also spart bitte nicht am falschen Ende und tut euch und euren Haaren was Gutes!

Umgekehrte Reihenfolge: Erst Conditioner, dann Shampoo

Normalerweise befreit Shampoo das Haar von Schmutz und Ablagerungen, während Conditioner es anschließend mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgt und die Haarstruktur versiegelt. Doch gerade bei feinem Haar oder schnell fettendem Ansatz gibt es ein Problem: Conditioner-Rückstände beschweren die Haare, lassen sie schneller strähnig oder platt aussehen. Hier setzt die Methode erst Conditioner, dann Shampoo an, um Pflege ohne beschwerende Rückstände zu bieten.

Die Technik ist nicht für jeden Haartyp ideal, bringt jedoch für bestimmte Haartypen echte Vorteile:

  • Feines Haar: Wenn du feines Haar hast, das dazu neigt, schnell fettig oder platt zu wirken, kann diese Methode Wunder wirken. Der Conditioner wird nur in die Längen und Spitzen aufgetragen, und das Shampoo sorgt anschließend dafür, dass keine beschwerenden Rückstände zurückbleiben.
  • Trockene Spitzen oder Spliss: Gerade für Menschen mit trockenen Spitzen oder Spliss kann „Erst Conditioner, dann Shampoo“ eine gute Option sein. Der Conditioner pflegt die Längen und Spitzen intensiv, und das Shampoo entfernt nur die Rückstände, die das Haar beschweren könnten.

Falls du neugierig geworden bist und es ausprobieren willst, habe ich hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für dich:

  1. Vorbereitung: Nimm eine kleine Menge Conditioner und trage sie auf das nasse Haar, jedoch nur in die Längen und Spitzen. Massiere ihn sanft ein und lasse ihn ein paar Minuten einwirken.
  2. Shampoo anwenden: Verteile nun eine kleine Menge Shampoo auf das gesamte Haar und den Ansatz. Arbeite es sanft ein, um überschüssige Pflegeprodukte und eventuelle Ablagerungen zu entfernen.
  3. Ausspülen: Spüle das Shampoo gründlich aus, bis sich das Haar sauber und leicht anfühlt.

Du kannst diese Routine mit weiteren Pflegeprodukten kombinieren, z. B.

Für einige Haartypen ist es besser, bei der klassischen Reihenfolge von erst Shampoo, dann Conditioner zu bleiben. Besonders bei krausem oder sehr lockigem Haar, das tendenziell mehr Feuchtigkeit benötigt, ist die klassische Reihenfolge ideal.

Meine HAARPFLEGE ROUTINE 2022 | KEINE stumpfen & glanzlosen Haare mehr ♡ Lamiya

Conditioner, Spülung oder Haarkur?

Falls du dich fragst, wie du Conditioner und Spülung oder sogar eine Haarkur in deine Routine integrieren kannst: Hier ist eine kleine Übersicht. Conditioner und Spülungen werden oft verwechselt, aber sie haben unterschiedliche Funktionen:

  • Spülung: Ist eher leicht und sorgt hauptsächlich für gute Kämmbarkeit. Ideal für Menschen, die eine leichte Pflege suchen.
  • Conditioner: Reichhaltiger als Spülung, mit mehr Pflegeeigenschaften, die das Haar glätten und geschmeidig machen.
  • Haarkur: Diese intensiven Behandlungen versorgen das Haar tiefenwirksam mit Feuchtigkeit und Nährstoffen und werden meist einmal pro Woche angewendet.

Das Umstellen auf „Erst Conditioner, dann Shampoo“ mag ungewohnt klingen, aber für feines, schnell fettendes oder sprödes Haar kann es eine echte Verbesserung sein. Die Haarpflege wirkt leichter, frischer und glänzender - ganz ohne Rückstände.

Weitere Haarpflege-Tipps

Ob lang und glatt oder kurz und lockig - gesunde und glänzende Haare wünschen wir uns alle! Leider brechen die Haarspitzen durch eine falsche Pflege-Routine schnell ab, werden trocken und spröde.

  • Haarpflege-Tipp Nr. 1: Friseurinnen und Friseure reden sich den Mund fusselig und trotzdem hören die wenigsten auf ihren Rat: Häufiges Haarewaschen reizt die Kopfhaut und trocknet aus. Die trockene Kopfhaut führt wiederum zu Schuppen. Gleichzeitig wird durch das ständige Austrocknen der Kopfhaut die Talgproduktion in den Haarwurzeln angeregt. Das führt dazu, dass deine Haare viel schneller fettig werden und du wiederum immer häufiger waschen musst.

    Ein Teufelskreis! Am besten kommst du aus dem Haarwasch-Zwang heraus, wenn du deinen Haaren Zeit und Ruhe gibst und sie weniger wäscht. Am Anfang harrst du einen Tag aus, dann zwei und schließlich kannst du deine Haarwäschen auf 2x pro Woche (also alle 3-4 Tage) reduzieren. Werden deine Haare zwischenzeitlich fettig, kann ein Trockenshampoo helfen.

  • Haarpflege-Tipp Nr. 2: Verwende silikonfreies, festes Shampoo

    In vielen herkömmlichen Shampoos finden wir Silikone (auch synthetische Polymere), die sich um unsere Haare legen und ein Gefühl von Gesundheit und Geschmeidigkeit suggerieren. Der Schein trügt jedoch: Die Silikone legen nur einen wasser- und luftundurchlässigen Film um Haar und Kopfhaut, wodurch deine Haare austrocknen und brüchig werden. Durch den Silikonfilm können deine Haare keine Nährstoffe mehr aufnehmen und gehen kaputt.

    Natürliche Shampoos ohne Silikone reinigen Kopfhaut und Haare sanft, ohne Rückstände zu hinterlassen. Wir empfehlen dir außerdem, der Umwelt zuliebe, festes Shampoo für deine Haarwäsche zu wählen. Silikone sind nicht biologisch abbaubar und können sich im Grundwasser anreichern.

  • Haarpflege-Tipp Nr. 3: Nasse Haare sind vollgesogen mit Wasser und dadurch elastisch wie Gummi. Sie in diesem Zustand zu kämmen, ist daher alles andere als gesund, sondern sorgt für Haarriss und Spliss. Am besten ist es, die Haare vor dem Waschen durchzubürsten, um lose Haare und Schmutz zu entfernen. Die nassen Haare sollten möglichst nicht strapaziert werden.

    Willst du deine nassen Haare dennoch kämmen, solltest du das entweder nach der Haarwäsche mit einem Leave-In-Conditioner tun und dabei die Knoten im Haar nur vorsichtig mit den Fingern oder einem grobzinkigen Kamm lösen. Oder du kämmst deine Haare im letzten Schritt deiner Haarwäsche, wenn die Spülung noch im Haar ist.

  • Haarpflege-Tipp Nr. 4: Kurz und knapp: Wasche deine Haare nicht mit zu heißem Wasser. Heißes Wasser reizt deine Kopfhaut und kann zu Austrocknung führen.
  • Haarpflege-Tipp Nr. 5: Ein weiterer Speedtipp, der einfach umzusetzen ist: Rubbel deine Haare nach der Haarwäsche nicht mit dem Handtuch trocken, denn das Reiben am Frotteestoff schädigt die Haare und führt zu Haarbruch.
  • Haarpflege-Tipp Nr. 6: Die altherkömmlichen Zopfgummis mit Stoffüberzug und Metallverschluss sind am bekanntesten über den PferdeschwanzträgerInnen, sorgen aber leider häufig für Knicke im Haar und sogar für Haarbruch. Besser fürs Haar sind hingegen die Invisible Zopfgummis aus Kunststoff, die an ein altes Telefonkabel erinnern. Diese lassen sich einfach reinigen und verursachen auch bei einem strengen Dutt keine Kopfschmerzen.
  • Haarpflege-Tipp Nr. 7: Generell ist das Styling mit Hitze - mit Glätteisen oder Föhn - für die Haare nicht optimal. Kannst du auf dein Styling dennoch nicht verzichten, empfehlen wir dir zum einen, die Hitze zu verringern und ggf. mit kühler Luft zu föhnen. Wichtig ist zudem, dass du deine Haare immer in Wuchsrichtung föhnst, d. h. die Luft des Föhns bläst vom Ansatz in Richtung Spitzen. Du hältst dabei den Föhn schräg von oben an deinen Kopf und achtest auf einen Abstand von mind.
  • Haarpflege-Tipp Nr. 8: Sowohl bei sehr heißen als auch bei bitterkalten Temperaturen wird unser Haar strapaziert und benötigt eine besondere Pflege. Während unser Haar im Sommer von Ölen mit UV-Schutz profitiert, kann es im Winter durch das Tragen von Mützen schnell schuppig werden und sollte daher häufiger massiert werden. Durch die massive Sonneneinstrahlung und Wärme können deine Haare im Sommer austrocknen oder sogar bleichen.
  • Haarpflege-Tipp Nr. 9: Einer der wichtigsten Tipps, die auch FriseurInnen immer wieder geben, ist, sich regelmäßig die Spitzen schneiden zu lassen. Denn seien wir ehrlich: Haarbruch. Trockenheit und Spliss kann auch entstehen, wenn man alles Denkbare dagegen tut. Manchmal ist es die Genetik, manchmal die individuelle Haarstruktur, die uns einen Strich durch die Rechnung machen. Im Durchschnitt wachsen Haare 1 cm im Monat. Wer seine Haare lang wachsen lassen möchte, sollte alle 3 bis 4 Monate die Spitzen (ca. 1 cm) schneiden lassen.

tags: #spülung #oder #shampoo #zuerst

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen