Man könnte fast meinen, es sei normal, dass Männer mit zunehmendem Alter Geheimratsecken bekommen und sich der obere Hinterkopf lichtet. Tatsächlich sind bis zu acht von zehn Männern von Haarausfall betroffen. Im Folgenden erfahren Sie Hintergründe zum Haarausfall bei Männern: Ursachen, Therapie, Behandlung und wie er gestoppt werden kann.
Von Haarausfall, den man auch als Effluvium bezeichnet, können prinzipiell beide Geschlechter betroffen sein. Bei Männern kommt er deutlich häufiger vor. Experten schätzen, dass bis zu 80 Prozent aller Männer von übermäßigem Haarverlust betroffen sind.
Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall. Bei Männern wird vor allem zwischen zwei Formen unterschieden: Der erblich bedingte (androgenetische) und der diffuse Haarausfall (diffuse Alopezie).
Bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall mit Abstand die häufigste Ursache für übermäßigen Haarverlust. Er ist in etwa 95 Prozent von Haarausfall bei Männern die zugrunde liegende Ursache und kommt bei etwa zwei Dritteln aller Männer vor. Manchmal können sogar schon Jugendliche davon betroffen sein, häufig liegt der Beginn des Haarausfalls bei Männern Anfang bis Mitte 20.
Die Neigung zu anlagebedingtem Haarausfall wird vererbt und kommt daher familiär gehäuft vor. Man nennt sie auch androgenetische Alopezie. Das klassische Muster des erblich bedingten Haarausfalls beginnt mit der Bildung von Geheimratsecken. Dann weicht das Haar von der Stirn zurück. Im Verlauf konfluieren die Stirnglatze und die kahle Stelle am Hinterkopf, sodass nur noch ein Haarkranz am unteren Hinterkopf bis zu den Schläfen übrig ist.
Nicht immer entsteht ein Vollbild - es ist auch möglich, dass sich lediglich Geheimratsecken bilden und der Haarverlust danach nicht weiter voranschreitet. Oft entsteht eine mehr oder weniger ausgeprägte Halbglatze.
Die Ursache des erblich bedingten Haarverlusts ist eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln auf das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT). Dies führt dazu, dass die Wachstumsphase der Haare verkürzt wird und diese schneller ausfallen und zunehmend dünner werden.
Verhindert werden kann der Eintritt des erblich bedingten Haarausfalls nicht. Es gibt allerdings Therapien, ihn etwas zu verlangsamen und die noch vorhandenen Haare zu stärken.
Die Ursache für den erblich bedingten Haarausfall findet sich im Erbgut - der Haarausfall wird den Betroffenen also in die Wiege gelegt. Eine große Rolle spielt das körpereigene Hormon Dihydrotestosteron (DHT), welches in der Haarwurzel aus Testosteron gebildet wird. Die Haarwurzeln von Betroffenen reagieren besonders empfindlich auf DHT, und diese Überempfindlichkeit hat zur Folge, dass sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt. Dadurch werden die Haare von Mal zu Mal dünner und fallen schlussendlich früher aus.
Grundsätzlich äußert sich der erblich bedingte Haarausfall zunächst durch die Bildung von Geheimratsecken, also dem fortschreitenden Haarausfall an den Schläfen und der Stirn. Weiter kann sich eine Stirnglatze bilden und zu guter Letzt kann der gesamte Oberkopf von einer Glatzenbildung betroffen sein, sodass nur ein Haarkranz im unteren Bereich des Hinterkopfes stehen bleibt.
Stellen sich die Haare insgesamt zunehmend ausgedünnt dar, ohne ein bestimmtes Muster aufzuweisen, kann ein diffuser Haarausfall vorliegen. Ursächlich können eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen sein, die oft durch eine ausführliche Untersuchung differenziert werden müssen.
Während der anlagebedingte Haarausfall und der kreisrunde Haarausfall meist ein charakteristisches Muster bilden, das die Diagnose erleichtert, kommt es beim diffusen Haarausfall insgesamt zu einer Ausdünnung der Haare. Die Kopfhaut schimmert mehr durch, es kommt in der Regel nicht zu einzelnen kahlen Stellen und auch nicht zu einer Glatzenbildung.
Normalerweise verliert jeder Mensch täglich 80 bis 100 Haare, bedingt durch die natürlichen Wachstumsphasen des Haares. Sollten allerdings über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare am Tag ausfallen, kann man von einem diffusen Haarausfall bei Männern sprechen. Dieser zeigt sich normalerweise durch eine gleichmäßige Ausdünnung der Haare auf dem gesamten Kopf, ohne bestimmte Muster oder Geheimratsecken zu bilden. An vielen Stellen ist die Kopfhaut sichtbar, vollständig kahle Stellen sind allerdings eher selten.
Mögliche Ursachen für den diffusen Haarausfall können Nährstoffmangel, Stress, Hormonschwankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente oder das Vorliegen anderer Erkrankungen sein. In den meisten Fällen wachsen die Haare wieder nach, wenn die Ursache für den Haarausfall gefunden und beseitigt wird.
Der Name "kreisrunder Haarausfall" oder Alopezia areata beschreibt bereits gut, wie diese Form des Haarausfalls aussieht. Es entstehen am Kopf, manchmal aber auch an den Augenbrauen oder Barthaaren, kahle, runde Stellen. Rundherum sind Haare vorhanden, sodass die kahlen Stellen wie ausgestanzt wirken. Die umgebenden Haare um die kahlen Stellen herum sind meist kurz abgebrochen und lassen sich leicht auszupfen.
Als Ursache der Alopezia areata gehen Experten von einer Autoimmunreaktion aus. Es kommt zu einer Fehlregulation des Immunsystems, bei dem sich die Abwehrzellen fälschlicherweise gegen die körpereigenen Haarwurzeln richten. Die Alopezia areata ist häufig mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Neurodermitis, Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow assoziiert.
Die Krankheit kommt vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen vor und tritt eher selten jenseits des 30. Häufig heilt die Alopezia areata innerhalb von sechs bis zwölf Monaten spontan aus, kann aber im Laufe der Zeit erneut auftreten. Das Ansprechen auf eine medikamentöse Behandlung ist insgesamt durchwachsen. Wenn sich innerhalb der ersten drei Jahre nach erstmaligem Auftreten keine Besserung zeigt, ist die Wahrscheinlichkeit für einen chronischen Verlauf sehr hoch.
Als Ursache kommen viele verschiedene Gründe infrage. Um die Ursache herauszufinden, sollten Sie am besten einen Spezialisten für Haarausfall konsultieren.
Um einen Haarausfall bei Männern zu behandeln, muss zunächst festgestellt werden, um welche Form des Haarausfalls es sich handelt. Eine körperliche Untersuchung inklusive Beurteilung des Musters des Haarausfalls gehört dazu. Zeitgleich wird hier die Familienanamnese mit beurteilt. Wie sahen Vater und Großvater des Patienten aus? Bei unklarer Verdachtsdiagnose kommt eine Biopsie der Kopfhaut infrage. Dabei wird unter lokaler Betäubung eine kleine Gewebeprobe genommen.
Spezielle Untersuchungen:
Um zu wissen, wie man am besten gegen den Haarausfall bei Männern vorgeht, muss klar sein, welche Form des Haarausfalls vorliegt. Um die richtige Diagnose zu stellen, gehört die Behandlung in ärztliche Hände. Ist die Form des Haarausfalls bestimmt, können entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.
| Form des Haarausfalls | Behandlungsmethoden |
|---|---|
| Erblich bedingter Haarausfall | Kopfhautlösungen (z.B. Pantostin® mit Alfatradiol), Finasterid, Haartransplantation |
| Diffuser Haarausfall | Nährstoffzufuhr (Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe), Behandlung der Ursache (z.B. Medikamentenwechsel) |
| Kreisrunder Haarausfall | Lokale Cortisontherapie, topische Immuntherapie |
Es gibt verschiedene Hausmittel, die bei Haarausfall genutzt werden. Dazu gehören zum Beispiel eine Kopfhautmassage mit Kokos- oder Rizinusöl oder eine lokale Behandlung mit Petersilien- oder Brennnessel-Extrakt.
Es gibt verschiedene Medikamente gegen Haarausfall. Vor allem erblich bedingter Haarausfall kann gut mit Medikamenten behandelt werden. Der genaue Mechanismus, über den Minoxidil wirkt, ist nicht ganz klar. In der Regel dauert es mehrere Monate, bis sich das Haarwachstum sichtbar verbessert.
Für Männer besteht zusätzlich die Option, das Medikament Finasterid einzunehmen. Durch weniger DHT geht der Haarverlust zurück. Zu den wichtigsten gehören Libidoverlust und Impotenz. Beim kreisrunden Haarausfall wird häufig eine lokale Cortisontherapie in Form von Cremes oder Lösungen angewandt. Dies ist aber nur in etwa bei der Hälfte der Patienten erfolgreich.
Im Fall eines diffusen Haarverlusts wird in der Regel die zugrunde liegende Ursache behandelt. Eine Mangelerscheinung wird durch Umstellung der Ernährung oder eventuell die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln behandelt. Bei einer Pilzinfektion wird eine Behandlung mit Antimykotika (Antipilzmittel) durchgeführt. In der Regel erfolgt diese systemisch mit Tabletten und zusätzlich lokal mit einer Creme.
Wenn Medikamente nicht ausreichend gegen den Haarverlust helfen, kommt auch eine regenerative Therapie in Betracht. Dabei stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die der Haarerhaltung dienen. Eine der wirksamsten Behandlungsformen ist die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma), eine Eigenbluttherapie. Dazu wird dem Patienten Blut entnommen, speziell aufbereitet und in die Kopfhaut injiziert. Dadurch werden Mikronährstoffe, Wachstumsfaktoren und Proteine bereit gestellt, die das Haarwachstum und die Durchblutung fördern. Damit können vor allem auch inaktive Haarwurzeln wieder reaktiviert werden Haare ausbilden.
Auch infrage kommt eine Lasertherapie der Haarwurzeln. Dadurch wird ebenfalls die Durchblutung stimuliert und die Wachstumsphase der Haare verlängert. Ergänzend bietet sich eine Stammzelltherapie an. Dazu werden aus dem Unterhautfettgewebe des Patienten Stammzellen gewonnen und in die Kopfhaut gespritzt. Die von den Stammzellen gebildeten Wachtsumsfaktoren können ebenfalls das Haarwachstum positiv beeinflussen.
Als alternativmedizinische Maßnahme steht die Meso-Therapie zur Auswahl. Durch die Injektion von Hyaluronsäure, Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen oder Aminosäuren in die Kopfhaut wird das Haarwachstum angeregt.
Viele Männer interessieren sich für eine Behandlung der Geheimratsecken, lesen Sie Details dazu bitte im Fachbeitrag zur Haartransplantation an den Geheimratsecken.
Am besten lässt sich Haarausfall vorbeugen, der mechanisch bedingt oder durch eine Mangelernährung verursacht ist. Tragen Sie lange Haare also öfter locker gebunden oder offen und versorgen Sie Ihren Körper regelmäßig mit allen wichtigen Nährstoffen und Mineralstoffen (Eiweiß, Eisen, B-Vitamine et cetera), um einen Haarausfall durch Mangelernährung zu vermeiden!
Ein wichtiger Baustein für gesunde Haare ist eine ausgewogene Ernährung. Unser Körper braucht viele verschiedene Nährstoffe, damit alle Stoffwechselprozesse reibungslos ablaufen. Für kräftiges und gesundes Haar benötigt der Körper:
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