Ursachen und Lösungen für verklebte Haare nach dem Waschen

Viele Menschen kennen das Problem: Nach dem Haarewaschen fühlen sich die Haare klebrig an, sind schwer durchzukämmen und sehen glanzlos aus. Dieses Phänomen kann verschiedene Ursachen haben, und glücklicherweise gibt es auch zahlreiche Lösungsansätze.

Mögliche Ursachen für klebrige Haare

  • Produktablagerungen: Die Verwendung von zu vielen Stylingprodukten oder Shampoos mit Silikonen kann zu Ablagerungen führen, die das Haar beschweren und verkleben.
  • Silikone: Viele Shampoos und Spülungen enthalten Silikone, die sich im Haar festsetzen und einen "Build-Up"-Effekt verursachen können.
  • Falsche Produktwahl: Die Verwendung von Shampoos, die nicht zum eigenen Haartyp passen, kann ebenfalls zu Verklebungen führen. Feines Haar kann beispielsweise durch Shampoos für geschädigtes Haar zu sehr beschwert werden.
  • Unzureichendes Ausspülen: Wenn Shampoo oder Spülung nicht gründlich ausgespült werden, können Rückstände im Haar verbleiben und es klebrig machen.
  • Kalkhaltiges Wasser: In Regionen mit sehr kalkhaltigem Wasser kann sich Kalk im Haar ablagern und es stumpf und klebrig machen.
  • Aggressive Shampoos: Häufige Anwendung von aggressiven SLS Shampoos.
  • Nicht entfernte Öle: Nicht vollständig entfernte Öle nach dem Einölen der Haare.

Was tun gegen klebrige Haare?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann, um das Problem klebriger Haare in den Griff zu bekommen:

1. Haarpeeling oder Tiefenreinigung

Ein Haarpeeling oder ein Tiefenreinigungsshampoo kann helfen, Produktablagerungen und Silikonrückstände zu entfernen. Diese Produkte enthaltenInhaltsstoffe, die die Ablagerungen aufbrechen und aus dem Haar lösen.

Wie funktionieren Haarpeelings? Mehr als die Hälfte aller Shampoos und sogar neunzig Prozent aller Spülungen enthalten Silikone. Diese machen das Haar zwar glänzend und seidig, aber setzen sich auch in den Haaren ab. Es entsteht der sogenannte "Build-Up"-Effekt: Die Schichten von Silikon tragen sich aufeinander auf. Irgendwann ist eine dicke, deutlich spürbare Schicht von Silikon-Molekülen auf dem Haar, die klebrig auf dem Haaransatz zu sehen ist.

Oft ist es so, dass Frauen jahrelang Pflegeprodukte mit Silikon nutzen und keinen negativen Effekt bemerken. Dennoch kommt es ebenso oft dazu, dass sich die Haare von einem auf den Haaren Tag nicht mehr richtig waschen und reinigen lassen. Was dann hilft, ist ein Haarpeeling mit einem Tiefenreinigungsshampoo. Dieses befreit die Haare vom "Build-Up-Effekt", in dem es dank der Peelingwirkung die angelagerten Silikonschichten von deinem Haar abträgt. Schon nach kurzer Zeit solltest du einen Unterschied merken und der klebrige Film verschwindet. Auf ähnliche Weise wirkt auch das Kopfhaut-Peeling, das durch sanfte Reinigung abgestorbene Hautpartikel, Schuppen und Ablagerungen von der Kopfhaut löst und sie somit tiefengereinigt und mild gepflegt.

Nachdem du die Haare mit einem Tiefeneinigungsshampoo gewaschen hast, solltest du auf eine silikonfreie Haarpflege umsatteln. Es gibt verschiede Arten von Silikonen, die man meistens an ihren Endungen "-cone" und "-xane" erkennt. Inzwischen gibt es aber auch viele Shampoos, die gar keine Silikone enthalten. Dies ist meistens auf der Verpackung angegeben.

Silikone, die man meiden sollte: CetearylMethicone, CetylDimethicone, Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Dimethicone, Dimethiconol, StearylDimethicone, Trimethylsilylamodimethicone.

2. Silikonfreie Haarpflege

Nach der Tiefenreinigung ist es ratsam, auf silikonfreie Shampoos und Spülungen umzusteigen, um erneute Ablagerungen zu vermeiden. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe und wählen Sie Produkte, die keine Silikone enthalten.

3. Richtige Waschtechnik

Achten Sie darauf, das Shampoo gründlich auszuspülen, besonders bei langen Haaren. Massieren Sie die Kopfhaut sanft, um alle Rückstände zu entfernen. Verwenden Sie lauwarmes Wasser, da zu heißes Wasser die Haaransätze schneller nachfetten lässt.

4. Shampoo richtig verwenden

Viel hilft nicht immer viel. Bei der Anwendung von Haarpflege Produkten kann das sogar von großem Nachteil sein. Egal ob dein Shampoo aus der Drogerie oder Friseursalon ist, Du musst damit nicht deine komplette Handfläche ausfüllen. Eine kleine Menge reicht völlig aus. Wenn Du damit das Gefühl hast, dass dein Haar zu wenig schäumt, dann lege lieber einen zweiten Waschgang ein. Achte außerdem darauf, dass dein Haar richtig nass ist, bevor Du Shampoo verwendest. Auch das ist ein Faktor, der dafür sorgt, dass Du weniger Produkt brauchst.

Shampoo Klecks auf eine Hand, dann mit der anderen Hand schön in beiden Händen verteilen. Erst danach packst Du deine Hände auf den Kopf. Am besten jede auf eine andere Stelle.

5. Natürliche Spülungen und Kuren

Eine gute Haarspülung (am besten Naturkosmetik) kann helfen, die Kämmbarkeit zu verbessern und das Haar mit Feuchtigkeit zu versorgen. Zusätzlich kann eine Kur 1-2 Mal pro Woche angewendet werden, um Spliss und kaputte Haare zu reduzieren.

6. Hausmittel

Einige Hausmittel können ebenfalls helfen, klebrige Haare zu behandeln:

  • Apfelessigspülung: Eine Spülung mit verdünntem Apfelessig kann helfen, Kalkablagerungen zu entfernen und das Haar zu entwirren.
  • Zitronensaft: Zitronensaft kann ebenfalls helfen, Kalkablagerungen zu lösen und dem Haar Glanz zu verleihen.
  • Klarspüler: Durch seine spezielle Formel hilft ein Klarspüler, Rückstände von Pflegeprodukten gründlich zu entfernen, ohne die Haare zu beschweren.

7. Haarpeeling selber machen

Um deine Haare von Silikon zu befreien und ihnen wieder ordentlich Glanz und Schwung zu verleihen, kannst du dir ein Haarpeeling auch ganz einfach selbst Zuhause anmischen. Viele Inhaltsstoffe für ein solches Shampoo-Peeling hast du nämlich bereits zur Hand und die Anwendung ist kinderleicht.

  • Haarpeeling mit Zucker: Für dieses Peeling benötigst du lediglich etwas Aloe Vera-Gel und braunen oder weißen Zucker. Bei der Haarwäsche benutzt du das Aloe Vera-Gel als Shampoo-Ersatz und gibst etwas von dem Zucker dazu. Nachdem die Zucker-Peeling-Körner eingewirkt sind, kannst du das Zucker-Haarpeeling mit lauwarmen Wasser aus den Haaren waschen.
  • Peeling-Shampoo mit Salz: Auch mit Salz lässt sich ein Peeling kreieren, das lästiges Silikon aus deinen Haaren entfernen wird. Dafür mischt du je nach Haarlänge circa 2 EL Meersalz mit 2 EL Olivenöl und massierst die Peeling-Mischung wie ein Shampoo ins Haar ein und wäscht sie anschließend gründlich aus. Deine Haare sind nach der Tiefenreinigung befreit von sämtlichen Silikonrückständen.
  • Tiefenreinigungsshampoo aus Lavaerde: Ein tiefenreinigendes Shampoo kannst du dir auch mit etwas Lavaerde selbst mischen. Dafür mixt du in einem 1:2-Verhältnis Lavaerde mit kochendem Wasser und verteilst die flüssige Mischung in deinem Haar. Dein selbstgemachtes Lavaerde-Shampoo solltest du nicht all zu lange einwirken lassen, da es, sobald es anfängt zu trocknen, schwieriger wird, es wieder auszuwaschen.

8. Friseurberatung

Wenn die Probleme weiterhin bestehen, kann es sinnvoll sein, einen Friseur zu konsultieren. Dieser kann den Haarzustand beurteilen und individuelle Empfehlungen für die Haarpflege geben.

9. Weitere Tipps

  • Verwende vor allem deine Pflegeprodukte eher sparsam bei jeder Anwendung.
  • Drücke dein Haar mit beiden Händen so gut es geht aus, bevor Du Deine Pflege aufträgst. Sie sollten nicht mehr stark tropfen, wenn Du deine Pflege anwendest.
  • Der Teil deiner Haare, der wirklich Pflege benötigt, sind lediglich deine Längen und Spitzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass klebrige Haare nach dem Waschen verschiedene Ursachen haben können. Durch die Anwendung der genannten Tipps und die Anpassung der Haarpflegeroutine lässt sich das Problem jedoch in den meisten Fällen beheben.

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