Vitamin K-Mangel: Symptome, Ursachen und Behandlung

Vitamin K gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und hat einen bedeutenden Einfluss auf die Produktion von Blutgerinnungsfaktoren und dem Knochenstoffwechsel durch die Regulation von Calcium. PD Dr. Elke Maurer hat diesen Artikel für Sie zuletzt aktualisiert. Dr. Maurer ist Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie und ist bei Lumedis unsere Spezialistin für die Osteoporose.

Vitamin K ist in vielen Lebensmitteln enthalten, besonders in grünem Gemüse.

Was ist Vitamin K?

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin (u.a. A,D und E), welches durch Lebensmittel aufgenommen und im Körper gespeichert wird. Es gibt zwei Formen des Vitamin K: K1 (Phyllochinon) und K2 (Menachinon). Es bildet eine wichtige Grundlage der Bildung von Gerinnungsfaktoren, hilft aber unteranderem auch bei Kalkablagerungen in Blutgefäßen und hemmt den Knochenabbau.

Wie wirkt Vitamin K?

Vitamin K wirkt an Ansatzstellen der sogenannten Blutgerinnungskaskade. Es wird benötigt um aus inaktiven Vorstufen aktive Gerinnungsfaktoren zu bilden, die nötig sind um akute Blutungen zu stoppen. Ein weiteren Effekt hat Vitamin K auf den Stoffwechsel von Osteocalcin und hemmt den Knochenabbau und wird demenstsprechend gegen Osteoporose eingesetzt.

Symptome eines Vitamin K-Mangels

Ein Vitamin-K-Mangel kann sich durch unterschiedliche Symptome äußern, die hauptsächlich auf die gestörte Blutgerinnung und die verminderte Funktion von Vitamin-K-abhängigen Proteinen zurückzuführen sind.

Blutungsneigung

Die auffäligsten Zeichen eines Vitamin K Mangels ist die erhöhte Blutungsneigung. Diese präsentiert sich unter anderem durch häufig auftretende blaue Flecken nach minimaler Krafteinwirkung, wie auch Nasenbluten oder viele kleine rote Flecken auf der Haut ("Petechien") die durch kleine Blutungen in der Haut entstehen. Falls diese Symptome bestehen, ist es ratsam beim Hausarzt eine umfassende Blutgerinnungs- / Vitamin K Untersuchung durchführen zu lassen.

Weitere Symptome können sein:

  • Spontane Blutungen
  • Erhöhte Blutungsneigung (blaue Flecken, Nasenbluten, gestörte Wundheilung, Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder innere Blutungen in Leber, Niere oder Gehirn).

Optimierung des Vitamin K-Spiegels für eine starke Knochengesundheit und Blutgerinnung (neowake®)

Weitere Folgen eines Vitamin-K-Mangels

Ein schwerer Vitamin-K-Mangel erhöht das Risiko für Erkrankungen wie:

  • Arterienverkalkungen (Arteriosklerose)
  • Knochenschwund (Osteoporose)
  • Gelenkentzündungen
  • Insulinresistenz und als mögliche Folge davon Typ-2-Diabetes
  • Bestimmte Krebserkrankungen (z.B. Leberkrebs)

Zudem führt ein Mangel an Vitamin K bei Babys unter Umständen zu lebensgefährlichen Blutungen (Morbus haemorrhagicus neonatorum), insbesondere Hirnblutungen.

Ursachen eines Vitamin K-Mangels

Es gibt verschiedene Ursachen für einen Vitamin K-Mangel:

  • Verminderte Zufuhr: Die unzureichende Zufuhr von Vitamin K aus der Nahrung ist eines der Hauptursachen, die zu einem Vitamin K Mangel führen kann. Wer Lebensmittel zu sich nimmt, die wenig Vitamin K enthalten, erhöht langfristig das Risiko von einem Vitamin K Mangel.
  • Verminderte Aufnahme im Körper: Eine ausreichende Menge an Vitamin K wird über Lebensmittel zu sich genommen, kann aber vom Körper nichtaufgenommen oder verarbeitet werden. Es resultiert über Monate bis Jahre entstehender chronischer Vitamin K Mangel.
  • Erhöhter Verbrauch: Ein erhöhter Stoffwechsel von Vitamin K kann dazu führen, dass die Zufuhr von Vitamin K nicht ausreicht, um den Mangel zu decken.
  • Störung der Darmflora: Ist die Darmflora gestört, sind die Vitamin-K-produzierenden Bakterien nicht in ausreichendem Maße vorhanden.
  • Fettresorptionsstörung: Dabei ist die Aufnahme von Fetten aus dem Darm gestört. Da Vitamin K ein fettlösliches Vitamin ist und zusammen mit Fetten vom Körper aufgenommen wird, entwickelt sich so ein Vitamin-K-Mangel.
  • Störung der Gallenfunktion: Auch Menschen mit einer gestörten oder eingeschränkten Gallenfunktion sind anfällig für einen Vitamin-K-Mangel, da es dann im Darm an Gallenflüssigkeit fehlt.
  • Mukoviszidose: Bei Menschen mit Mukoviszidose ist ein Vitamin-K-Mangel nicht selten.
  • Leberschäden: Da die Leber Vitamin K speichert und verstoffwechselt, sind Leberschäden mögliche Auslöser für Vitamin-K-Mangelzustände.
  • Medikamente: Auch Medikamente - wie Blutverdünner (Antikoagulanzien), Antibiotika, Gallensäurebinder, Medikamente zur Behandlung von Epilepsien (Antikonvulsiva) oder große Mengen von Medikamenten, die Salicylsäuren enthalten - lösen manchmal einen Vitamin-K-Mangel aus.
  • Fehl- bzw. Mangelernährung: Durch einseitige Ernährung oder Unterernährung führen Betroffene ihrem Körper zu wenig Vitamin K über die Nahrung zu.

Diagnose

Treten Beschwerden auf (z.B. vermehrtes Nasenbluten), ist der Hausarzt erster Ansprechpartner. Dieser führt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen (Anamnese). Anschließend führt er eine körperliche Untersuchung durch.

Danach wird der Arzt bei Verdacht auf Vitamin-K-Mangel Blut abnehmen und die Blutproben im Labor analysieren lassen. Anhand der Blutuntersuchung stellt der Arzt meist schnell einen Mangel fest, wenn bestimmte Werte außerhalb des Referenzbereichs liegen. In der Regel sind die Werte der Blutgerinnung (Quick- oder INR-Wert) ausreichend, um eine sichere Diagnose zu stellen.

Behandlung

Es gibt verschiedene Behandlungsansätze, abhängig von der Schwere des Mangels und der zugrunde liegenden Ursache:

  • Starker Mangel: Ein starker Vitamin K Mangel, nachgewiesen durch eine Blutuntersuchungen, sollte durch eine Vitamin K Substitution behandelt werden.
  • Blutungen: Als Ursachenbekämpfung ist bei einer Vitamin K Mangel induzierten Blutung das Beheben des Mangels durch Vitamin K gabe unerlässlich.
  • Überdosierung von Marcumar: Bei einer Marcumar-Überdosierung (Blutverdünner) muss Vitamin K in hoher Dosis dem Körper venös zugeführt werden, sodass eine entsprechende Wirkung innerhalb von 1-2 Stunden eintreten kann.
  • Behandlung bei Babys: Neugeborene und Babys erhalten direkt nach der Geburt (U1) und im Rahmen der zweiten (U2) und dritten (U3) Vorsorgeuntersuchung zusätzliches Vitamin K als Tropfen über den Mund oder als Lösung, die unter die Haut gespritzt wird (Vitamin-K-Prophylaxe).
  • Behandlung bei Erwachsenen: Kommt es bei Erwachsenen zu einem Vitamin-K-Mangel, behandelt der Arzt die Ursache oder beseitigt den Mangel durch Vitamin-K-Gaben. Dabei verabreicht der Arzt dem Betroffenen das Vitamin K je nach Ursache als Tablette, als Infusion oder über eine Spritze in einen Muskel.

Wichtig: Personen, die gerinnungshemmende Arzneimittel einnehmen, sollten Vitamin-K-Präparate meiden. Die Wirkung der Medikamente kann beeinträchtigt werden.

Dosierung und Einnahme

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt als täglichen Referenzwert bei Kindern je nach Alter aufsteigend 15 bis 50 Mikrogramm. Für Jugendliche und Erwachsene empfiehlt die DGE 70 Mikrogramm bei Männern und 60 Mikrogramm bei Frauen. Ab 50 Jahren erhöhen sich die Werte.

Empfohlene Tagesdosis:

Alter/Geschlecht Empfohlene Tagesdosis (µg)
Kinder (1-4 Jahre) 15
Kinder (4-7 Jahre) 20
Kinder (7-10 Jahre) 30
Kinder (10-13 Jahre) 40
Jugendliche (13-15 Jahre) 50
Männer (15-51 Jahre) 70
Männer (>51 Jahre) 80
Frauen (15-51 Jahre) 60
Frauen (>51 Jahre) 65

Nach der Einnahme von zusätzlichem Vitamin K sollte man 1-2 Wochen warten, bis die Vitamin K Speicher gefüllt sind und man einen entsprechenden Anstieg des Vitamin K im Serumspiegel (Blut) nachweisen kann.

Nebenwirkungen

Direkte Nebenwirkungen von Vitamin K gibt es abgesehen von der allergischen Reaktion meistens nicht. Einer Überdosierung wird durch die körpereigene Ausscheidung entgegengewirkt.

In seltenen Fällen kann es dazu kommen, dass dieser Abwehrmechanismus aussetzt oder eine große Menge in kurzer Zeit eingenommen wird. Vitamin K kann die Wirkung von Cumarin-basierten Antikoagulanzien beeinflussen.

Vorbeugung

Um einem möglichen Vitamin-K-Mangel bei Erwachsenen vorzubeugen, empfiehlt es sich, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Nehmen Sie daher Lebensmittel in den täglichen Speiseplan auf, die den Vitamin-K-Bedarf decken.

Ein gesunder Lebensstil hilft dabei, Erkrankungen vorzubeugen, die unter Umständen zu einem Vitamin-K-Mangel führen. Hierzu ist es zum Beispiel wichtig, dass Sie sich nicht nur ausgewogen ernähren, sondern auch regelmäßig bewegen und Stress vermeiden.

Lebensmittel mit hohem Vitamin K-Gehalt

Grünes Gemüse ist reich an Vitamin K. Dazu gehören beispielsweise Kohl, Rosenkohl, Brokkoli, Spinat und Blattsalat. Auch Kräuter wie Schnittlauch sowie Hülsenfrüchte, Milch, Karotten, Sojabohnen, Algen und Pflanzenöle (z.B. Sojaöl, Rapsöl) enthalten viel Vitamin K.

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das am besten vom Körper aufgenommen wird, wenn es mit etwas Fett (z.B. Öl, Butter) verzehrt wird.

tags: #Vitamin #K #Mangel #Symptome

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen