MTX Haarausfall: Ursachen und Behandlung

Methotrexat (MTX) ist ein Medikament, das häufig zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis und Psoriasis sowie bestimmter Krebsarten eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum und die Vermehrung von Zellen hemmt. Diese Eigenschaft macht es besonders nützlich bei der Behandlung von schnell wachsenden Krebszellen und bei der Unterdrückung überaktiver Immunzellen, die bei Autoimmunerkrankungen Schaden anrichten.

Wie oben erwähnt wirkt Methotrexat, indem es die Zellteilung hemmt, um das Wachstum von Krebszellen und die Aktivität des Immunsystems zu reduzieren. Allerdings sind auch die Haarfollikel von schnellen Zellteilungprozessen abhängig. Durch die Hemmung der Zellteilung kann MTX das Wachstum der Haarfollikel beeinträchtigen und zu Haarausfall führen.

Medikamente gegen Haarausfall

Ursachen von Haarausfall unter MTX

Wenn es unter einer Therapie mit Methotrexat (Mtx) und Arava zu Haarausfall kommt, kann es entweder an Mtx, an Arava oder der Kombination der beiden Medikamente liegen.

  1. Wenn es unter Mtx zu verstärktem Haarausfall kommt, ist die Ursache oft ein Folsäuremangel.
  2. Verstärkter Haarausfall ist eine nicht so häufige, aber bekannte Ursache von Leflunomid (Arava).

Wichtig ist, herauszubekommen, welcher der beiden Kombinationspartner bei dieser Nebenwirkung der führende ist. Kam es beispielsweise bereits vorher unter einer Monotherapie mit einem der beiden Partner zu verstärktem Haarausfall, spricht vieles dafür, dass auch in der Kombination dieser Partner hauptverantwortlich für den Haarausfall ist. Damit würde man bei den oben genannten Maßnahmen auch verstärkt auf diesen Kombinationspartner zielen.

Der zeitliche Ablauf spricht dafür, daß in der Tat Mtx der "Übeltäter" ist, und das schon bei einer eigentlich auf Dauer noch zu niedrigen Mtx-Dosis.

Es gibt mehrere Faktoren, die Haarausfall unter MTX beeinflussen können:

  • Dosierung: Ab wie viel mg MTX treten Nebenwirkungen auf? Niedrigere Dosen, wie sie bei Autoimmunerkrankungen verwendet werden, können bereits zu Nebenwirkungen führen, obwohl diese in der Regel weniger schwerwiegend sind. Höhere Dosen, wie sie in der Krebsbehandlung verwendet werden, sind mit einem höheren Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen verbunden. Generell gilt, dass schon bei Dosen ab 7,5 mg pro Woche leichtere Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen auftreten können.
  • Individuelle Empfindlichkeit: Die Geschwindigkeit, mit der Nebenwirkungen von MTX auftreten, ist stark abhängig von der Dosis und der körperlichen Konstitution des Patienten.
  • Folsäuremangel: Wenn es unter Mtx zu verstärktem Haarausfall kommt, ist die Ursache oft ein Folsäuremangel.

Behandlungsmöglichkeiten bei MTX-bedingtem Haarausfall

Es gibt verschiedene Ansätze, um den Haarausfall unter MTX zu behandeln oder zu reduzieren:

  • Folsäureergänzung: Folsäure kann helfen, die Nebenwirkungen von Methotrexat (MTX) zu vermindern, indem sie einige der toxischen Effekte des Medikaments auf den Körper abmildert. In diesem Fall würde man für einen kürzeren Zeitraum von 1-3 Monaten eine Kur mit relativ hochdosierter Folsäure machen, z.B. täglich 1-3 Tabletten Folsan an 5 Tagen in der Woche, beginnend 48 Stunden nach Mtx (wenn man es am Tag der Mtx-Einnahme oder Mtx-Spritze und am Tag darauf einnimmt, wird die Wirkung von Mtx stark beeinträchtigt. Wenn die Einnahme der Folsäure erst 48 Stunden nach Mtx erfolgt, ist die Beeinträchtigung der Mtx-Wirkung nicht so ausgeprägt. 5 mg Folsäure täglich nehmen andererseits die Mtx-Wirkung wieder weg, mehr als zweimal wöchentlich, also 10 mg, sind deshalb nicht sinnvoll.
  • Evtl. könnte um den Haarausfall zu reduzieren, die Mtx-Wochendosis noch vorübergehend auf 7.5 mg reduziert werden, wenn es Ihnen im Moment von den Gelenken her gut geht - das könnte den Haarausfall auch noch weiter reduzieren.
  • El-Cranell: Ein gezieltes Gegenmittel gibt es nicht; oft hilft aber der Einsatz von El-Cranell.
  • Da diese Nebenwirkung in der Regel dosisabhängig ist, hilft oft eine Verringerung der Arava-Dosis.
  • Manchmal ist der Haarausfall nur vorübergehend so stark, ich würde deshalb noch etwas durchhalten.
  • Wenn er allerdings dennoch anhält, dann muß Mtx letztlich durch ein anderes Basistherapeutikum z.B.
  • Glücklicherweise stehen heute weitere Substanzen zur Verfügung, die als Alternative in Frage kommen. Eine gut wirksame Kombination ist beispielsweise die Kombination von Mtx mit Ciclosporin (Sandimmum). Sandimmun hat dabei die ansonsten nicht geschätzte Nebenwirkung, dass es zu einer verstärkten Körperbehaarung kommt.
  • Weitere therapeutische Möglichkeiten nach einer unzureichenden Wirkung oder bei Nebenwirkungen einer Kombinationstherapie von Mtx und Leflunomid (Arava) ist der Wechsel auf eine TNF-blockierende Therapie.

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Behandlungsansätze zusammenfasst:

Behandlung Beschreibung Hinweise
Folsäureergänzung Einnahme von Folsäure zur Reduzierung der toxischen Effekte von MTX Beginn 48 Stunden nach MTX-Einnahme
Reduktion der MTX-Dosis Vorübergehende Reduzierung der wöchentlichen MTX-Dosis Nur bei guter Gelenkfunktion
El-Cranell Einsatz von El-Cranell zur Behandlung von Haarausfall Oft hilfreich
Reduktion der Arava-Dosis Verringerung der Arava-Dosis Da Nebenwirkung dosisabhängig
Alternativtherapie Wechsel auf andere Basismedikamente oder TNF-blockierende Therapie Bei anhaltendem Haarausfall oder Unverträglichkeit

Es ist wichtig, dass Sie alle diese Optionen mit Ihrem Arzt besprechen, um die beste Vorgehensweise für Ihre individuelle Situation zu ermitteln.

Wir von Lumedis sind erfahren in der Behandlung und Betreuung von orthopädischen Erkrankungen und stehen Ihnen jederzeit bei Fragen und Beschwerden zur Seite. Vereinbaren Sie einen Termin bei uns.

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