Der Wunsch nach seidig glatter Haut ohne lästige Körperbehaarung ist weit verbreitet. Die Laser-Haarentfernung verspricht hier eine effektive und dauerhafte Lösung. Doch wie bei jeder kosmetischen Behandlung gibt es auch hier Risiken, insbesondere das Risiko von Verbrennungen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Verbrennungen bei der Laser-Haarentfernung, zeigt, wie man sie vermeiden kann und was im Falle einer Verbrennung zu tun ist.
Die Laser-Haarentfernung, insbesondere mit dem Diodenlaser, basiert auf dem Prinzip der selektiven Photothermolyse. Der Diodenlaser gibt einen sehr präzisen Lichtstrahl mit einer spezifischen Wellenlänge (808 nm) ab, die optimal auf die Absorption durch das Melanin in den Haaren abgestimmt ist. Melanine sind dunkle Pigmente in unseren Haaren. Diese Absorption führt zu einer schnellen Erwärmung des Haarfollikels. An der Wurzel wird die Energie in Wärme umgewandelt und schädigt die Zellstrukturen, die für das Nachwachsen der Haare verantwortlich sind.
Der Vorteil des Diodenlasers liegt in seiner Präzision: Er zielt auf einzelne Haarwurzeln ab, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Durch die spezielle Wellenlänge des Lichts dringt der Laser durch die Haut, ohne dabei das Hämoglobin im Blut zu beeinträchtigen.
IPL-Geräte (Intense Pulsed Light) werden von Dermatologen für ähnliche Zwecke wie Laser eingesetzt. Im Gegensatz zu Lasern emittieren sie nicht Licht einer definierten Wellenlänge, sondern ein breites Lichtspektrum. Im Vergleich zu Lasern hat die IPL-Technologie Vor- und Nachteile, so dass ein Arzt sich bewusst für die eine oder andere Technologie entscheidet.
Die Nutzung von Lasern ist an zahlreiche und umfangreiche Auflagen geknüpft. Solch eine strenge Regulierung für IPL-Blitzlampen gibt es nicht. Sie können auch an Laien verkauft werden, obwohl ihre Anwendung gefährlicher und aufgrund des breiten Lichtspektrums bzw. der verschiedenen Filter schwieriger als die Anwendung von Lasern sein kann.
Eine Laserverbrennung entsteht, wenn die Haut zu viel Energie vom Laser absorbiert. Die Symptome reichen von leichter Rötung über Blasenbildung bis hin zu tiefen Gewebeschäden. Typische Anzeichen sind Rötung, Schwellung und Schmerzen in der behandelten Region.
Die klinische Erfahrung und das Fachwissen des Behandlers können die Sicherheit bei der Anwendung eines jeden Lasersystems erheblich beeinflussen. Die richtige Auswahl der Patienten, die intraoperative Technik und die frühzeitige Erkennung und Behandlung postoperativer Nebenwirkungen sind entscheidend für die Minimierung von Komplikationen im Zusammenhang mit der Laserbehandlung.
Zu unterscheiden sind Komplikationen von unerwünschten Nebenwirkungen. Während postoperative Nebenwirkungen in der Regel vorübergehend, vorhersehbar und weitgehend unvermeidbar sind, handelt es sich bei Komplikationen oft um Situationen mit möglicherweise anhaltenden Folgen einer Behandlung. Dies liegt entweder an einer mangelhaften Indikationsstellung oder an einem Fehler bei der Behandlungsdurchführung.
Nach einer ablativen Laserbehandlung werden die Schichten der Haut - und damit ihr Schutz - systematisch zerstört und abgetragen. Entsprechend können in den ersten postoperativen Wochen virale oder bakterielle Infektionen sowie Pilzinfektionen auftreten. Dies verhindert eine reibungslose Heilung und die Reepithelisierung. Erstes Indiz jeder Infektion sind Schmerzen und eine verzögerte Wundheilung.
Eine vorübergehende postinflammatorische Hyperpigmentierung wird relativ häufig bei Patienten mit dunkleren Hauttypen nach Abtragung der Haut durch Laser-Resurfacing beobachtet. Obwohl die Hyperpigmentierung nach der Behandlung mit der Zeit langsam abklingt, suchen die meisten Patienten Rat, um den Prozess zu beschleunigen.
Das Risiko für eine Hypopigmentierung hängt von der Eindringtiefe des Lasers und dem Grad der thermischen Schädigung ab.
Verbrennungen, gerade mit Lasern, welche in der Tiefe agieren (bspw. vaskuläre Laser), haben ein sehr spezifisches Verbrennungsmuster, von welchem man sich nicht täuschen lassen darf. Bei einer normalen Verbrennung zeigt sich die Gradeinteilung sehr spezifisch. Eine Blasenbildung zeigt sich typischerweise bei einer oberflächlichen Verbrennung, welche ohne weitere Narbenbildung abheilt.
Häufig sind solche Verbrennungen entweder ein Fehler der die Behandlungdurchführenden Fachperson, indem zu viel Energie über zu lange Zeit auf das Gefäss einwirkt, oder aber sie entstehen aufgrund einer schlechten vaskulären Situation des Patienten. In letzterem Fall kann das Gewebe selbst bei kurzer Hitzeeinwirkung geschädigt werden.
| Komplikation | Beschreibung |
|---|---|
| Infektionen | Virale, bakterielle oder Pilzinfektionen in den ersten Wochen nach der Behandlung. |
| Hyperpigmentierung | Vorübergehende Dunkelfärbung der Haut, besonders bei dunkleren Hauttypen. |
| Hypopigmentierung | Aufhellung der Haut durch Schädigung der Melanozyten. |
| Narbenbildung | Hypertrophe Narbenbildung als seltene, aber schwerwiegende Komplikation. |
| Ektropium | Auswärtskippung des Augenlids, insbesondere nach vorherigen Operationen. |
| Verbrennungen | Oberflächliche oder tiefe Verbrennungen, die von der Oberfläche in die Tiefe wandern können. |
Um das Risiko von Verbrennungen bei der Laser-Haarentfernung zu minimieren, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:
Sollte es dennoch zu einer Verbrennung kommen, ist schnelles Handeln gefragt:
Hinweis zur Nachsorge: Die optimale Nachsorge kann je nach Art der Laserbehandlung und Hauttyp variieren. Halten Sie daher stets Rücksprache mit dem durchführenden Institut oder Ihrer Hautärztin.
Selbst-Enthaarung mit IPL liegt im Trend. Entsprechend sind im Beauty-Markt inzwischen vermehrt Blitzlampen mit Intense-Pulsed-Light (IPL)-Technologie zur Selbst-Enthaarung erhältlich. Die Ärztezeitung hat eine eindringliche Warnung vor unsachgemäßer Handhabung veröffentlicht.
Zentrales Problem bei solchen Heimgeräten ist, dass jede Kontrolle fehlt. Gerade eine korrekte Dosierung erweist sich in diesem Zusammenhang als schwierig. Es besteht sowohl das Risiko einer zu Unterdosierung als auch einer Überdosierung. Darüber hinaus fehlt die ärztliche Diagnostik, so dass ggf. krankhafte Ursachen der (übermäßigen) Behaarung übersehen werden oder Hautstellen bzw.
Ich rate vom Kauf und der Nutzung von IPL-Heimgeräten grundsätzlich ab. Falls Sie sich trotz der genannten Risiken in einem Kosmetikstudio mit IPL behandeln lassen möchten, stellen Sie unbedingt sicher, dass das behandelnde Personal tatsächlich ausreichend qualifiziert ist. Seien Sie diesbezüglich ruhig kritisch, denn es geht um Ihre Gesundheit.
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