Was ist Haarfarbe: Alles, was Sie wissen müssen

Haben Sie Lust auf eine neue Haarfarbe? Das ist eine gute Idee, denn mit solch einer Veränderung können Sie einen völlig neuen, überraschenden Look kreieren. Betonen Sie Ihre Stärken, lassen Sie Ihre Haare in einem neuen Glanz erstrahlen und genießen Sie das herrlich gepflegte Gefühl einer neuen Farbe.

Die Haarfarbe ist einer der aussagekräftigsten Komponenten beim Look einer Person. Egal ob eine Naturhaarfarbe aufgefrischt werden soll, ein komplett neuer Look kreiert oder einfach Lust auf eine Veränderung besteht - für jeden Look gibt es die passende Haarfarbe.

Die natürliche Haarfarbe

Die natürliche Farbe menschlicher Haare wird von dem in ihnen enthaltenen Melanin bestimmt, einem Farbpigment, welches in den Melanozyten des Körpers produziert wird. Diese Zellen sind verantwortlich für die Färbung von Haut, Haaren und Nägeln. Beide Pigmente können in unterschiedlicher Verteilung in den Haaren enthalten sein.

  • Eumelanin: Schwarz-Braun-Pigment, das die Farbtiefe (Farbsättigung) bestimmt.
  • Phäomelanin: Rot-Pigment, das für die Färbung von hellblonden, blonden und roten Haaren verantwortlich ist.

Es gibt unendlich viele Abstufungen in diesen vier Tönungen, wobei sich die natürliche Haarfarbe eines Menschen im Lauf seines Lebens und durch Umwelteinflüsse wie Sonne oder Salzwasser ändern kann.

Verteilung der natürlichen Haarfarben:

  • Blonde Haare: Enthalten wenig Eumelanin und viel Phäomelanin (ca. 2% der erwachsenen Weltbevölkerung).
  • Rote Haare: Enthalten wenig Eumelanin und sehr viel Phäomelanin (ca. 1% der Weltbevölkerung).
  • Braune Haare: Kommen in sehr vielen Farbschattierungen vor.
  • Schwarze Haare: Enthalten so gut wie kein Phäomelanin, hingegen fast ausschließlich Eumelanin.

Haarfarbe und Hauttyp

Wie bereits erklärt, hängt die natürliche Farbe von Haut, Haaren und Augen von dem in deren Zellen enthaltenen Melanin ab. Diese Pigmentierung ist nicht nur für die Optik verantwortlich, sondern trägt bei der Haut auch zum Schutz vor Sonnenbrand bei. Zu jedem dieser Hauttypen passen bestimmte Haarfarben besonders gut und harmonieren ideal mit der gesamten Erscheinung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in Bezug auf Ihren Hautton die passende Haarfarbe finden.

  • Hauttyp 1 (sehr weiße Haut): Natürliche Haarfarbe ist oft blond oder rötlich.
  • Hauttyp 2 (heller Teint): Blonde Haare mit rötlichem Schimmer, Kupferfarben oder Rosa. Auch helle Brauntöne und helles Aschblond stehen gut.
  • Hauttyp 3 (mittlerer Teint): Braune und rötliche Haare. Helles Braun, Dunkelblond und Karamelltöne unterstreichen den Hauttyp.
  • Hauttyp 4 (dunkle Haut): Praktisch alle Haarfarben können getragen werden.

Die Einteilung nach Farbtypen macht es ebenfalls leichter, die richtige Haarfarbe zu finden. Diese Farbtypen werden in vier Bereiche eingeteilt, von denen zwei eher kühle Farben und zwei eher warme Farben beinhalten.

  • Frühlings-Typ: Rosige Haut, oft blondes oder rotes Haar mit goldenem Schimmer. Insgesamt sind die Frühlingstypfarben von Haut, Haaren und Augen warm und relativ hell.
  • Sommer-Typ: Blasse Haut mit einem rosa Schimmer, der ins Bläuliche spielt. Die natürlichen Farben von Haut, Haaren und Augen sind kühl und hell. Als ideale Sommer-Typ-Haarfarbe eignet sich Platin.
  • Herbst-Typ: Warme und im Vergleich zum Frühlings-Typ relativ dunkle Farben von Haut, Haaren und Augen.
  • Winter-Typ: Ähnlich wie beim Sommer-Typ kühl und bläulich, jedoch wesentlich kräftiger und oft auch dunkler. Meistens sind die Haare dunkel und fast schwarz.

Um Ihre Augen strahlend leuchten zu lassen, kann die richtige Haarfarbe einen faszinierenden Effekt bewirken.

  • Blaue Augen: Gehören häufig zu den Farbtypen Sommer-Typ oder Winter-Typ.
  • Braune Haare und grüne Augen: Bilden einen intensiven Kontrast, bei dem sich beide Farben gegenseitig verstärken.
  • Braune Augen und braune Haare: Wirken ausgesprochen natürlich und warm.
  • Blonde Haare und braune Augen: Werden von vielen Menschen als interessant wahrgenommen, da diese Kombination relativ selten ist.

Haarfärbemittel: Tönung, Intensivtönung oder Coloration?

Haarfärbemittel werden in verschiedenen Ausführungen angeboten. Je nachdem, welches Ziel Sie mit Ihrer Haarveränderung erreichen möchten, benötigen Sie eine Ansatzfarbe, eine Tönung oder eine Coloration.

  • Ansatzfarbe: Wird verwendet, wenn die Haarfärbung mit der Zeit herauswächst.
  • Tönung: Die Haare werden äußerlich behandelt und die Farbpigmente lagern sich nicht in den tieferen Haarstrukturen ab. Die Farbe hält ca. 3-8 Wochen.
  • Intensivtönung: Hält etwas länger als eine Tönung.
  • Coloration: Die Pigmente dringen tief in die Haarstruktur ein. Die Farbveränderung bleibt dauerhaft bestehen.
  • Blondierung: Die im Haar enthaltenen dunklen Farbpigmente werden aufgelöst und entfernt.

Tabelle: Vergleich von Tönung, Intensivtönung und Coloration

Eigenschaft Tönung Intensivtönung Coloration
Haltbarkeit 3-8 Wochen 4-6 Wochen Dauerhaft
Wirkung Lagert sich an der Haaroberfläche an Dringt ins Haar ein Dringt tief ins Haar ein
Schädigung des Haares Gering Mittel Hoch
Grauabdeckung Gering Mittel Hoch

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Oxidative Haarfarben

Permanente Haarfarben - auch Oxidationshaarfarben genannt - werden in zwei unterschiedlichen Produktkategorien angeboten.

  • Intensivtönungen oder oxidative Tönungen (Level 2): Halten bis zu 24 Haarwäschen und sind geeignet, weiße Haare bis zu einem Anteil von ca. 50 Prozent zu kaschieren.
  • Haarfarben oder Colorationen (Level 3): Besitzen eine dauerhafte Haltbarkeit und sind geeignet, auch 100-prozentig weiße Haare in jedem beliebigen Farbton zu färben.

Beide Produkttypen erkennt man daran, dass sich in der Packung grundsätzlich mindestens zwei Komponenten befinden, die direkt vor der Anwendung miteinander vermischt werden müssen. In der Regel sind dies zum einen eine Tube mit einem Gel oder einer Creme mit Ammoniak, den Farbstoff-Vorprodukten (Oxidationsbasen) und Nuancierern sowie zweitens einem Fläschchen mit Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel in Form einer Lotion oder Lösung. Diese beiden Komponenten werden erst unmittelbar bevor sie zum Einsatz kommen gemischt.

Eine permanente Haarfärbung wäscht sich kaum heraus. Allerdings wächst das Haar im Monat etwa einen Zentimeter nach, so dass die Haarfärbung regelmäßig erneuert werden muss, wenn eine gleichmäßige Färbung erhalten bleiben soll.

Wie wirken oxidative Haarfarben?

Die Wirkung jeder oxidativen Coloration basiert auf folgendem Mechanismus: Ein Alkalisierungsmittel, das den pH-Wert erhöht, lässt das Haar aufquellen und öffnet so die äußere Schuppenschicht. Nun können Farbstoff-Vorstufen und Oxidationsmittel leichter in das Haarinnere eindringen. Bei den Farbstoff-Vorstufen, auch „Entwickler“ und „Kuppler“ genannt, handelt es sich um kleine, noch farblose Moleküle. Aus diesen werden erst im Inneren des Haares mit Hilfe des Oxidationsmittels - meist Wasserstoffperoxid - größere, farbige Moleküle gebildet. Dabei wird Sauerstoff aus H2O2 an die Farbmoleküle angelagert. Aufgrund ihrer Größe können die gebildeten Farbstoffe nicht mehr aus dem Haar herausgewaschen werden, sondern bleiben im Inneren eingeschlossen.

Das endgültige Farbergebnis entsteht durch unterschiedliche Kuppler und Entwickler, meist substituierte Diaminobenzole, Aminophenole oder Dihydroxybenzole, die jeweils unterschiedliche Farbstoffe bilden und sich in ihrer Farbe zum Gesamteindruck zusammensetzen. Das Haar ist anschließend dauerhaft bis ins Innere hinein gefärbt.

Was ist sonst noch drin in permanenten Haarfarben?

Neben den Farbstoffen enthalten oxidative Haarfärbemittel Antioxidantien, Verdickungsmittel und Parfümöle. Antioxidantien wie Natriumsulfit (Na2SO3, Konservierungsmittel für Lebensmittel) oder Ascorbinsäure (Vitamin C) verhindern die vorzeitige, unkontrollierte Oxidation der Farbstoffe unter Lufteinfluss. Verdickungsmittel dienen zur Herstellung der gewünschten Konsistenz, Parfümöle zur Milderung des Ammoniakgeruchs.

Netzmittel fördern das Eindringen der Wirkstoffe, indem sie die Oberflächenspannung der Feuchtigkeit herabsetzen, und sorgen für eine gleichmäßige Verteilung auf dem Haar. Pufferstoffe halten den pH-Wert konstant. Sie sorgen für einen gleichmäßigen Ablauf der chemischen Prozesse. Außerdem enthaltene Reduktionsmittel sollen die Farbe in der Packung stabil halten und die Oxidationsempfindlichkeit der Farbstoffe herabsetzen.

Der Unterschied zwischen Haarfarbe und Tönung

Der Unterschied besteht vor allem in der Peroxidstärke, die dem gewählten Farbton beigemischt wird. Die Haarfarben werden am häufigsten mit Wasserstoffperoxid der Stärke 6% oder 9% angerührt, während bei der Haartönung Peroxid der Stärke von 3 % zum Einsatz kommt. Dank dieser Tatsache hält die permanente Haarfarbe auf dem Haar länger, die erzielten Ergebnisse sind satter und die Haarfarbe kommt auch mit grauem Haar spielend zu Recht.

Auch die Haartönung bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Sie können in diesem Fall nämlich den Farbton öfter wechseln und im Fall, wo Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, wissen sie sehr wohl, dass die Tönung ausgewaschen wird. Überdies vereinheitlicht die Haartönung sehr schön die Haarfarbe und verspricht ein natürliches Ergebnis. Indem die Haartönung jedes Haar ein bisschen anders färbt, bleiben bei der Haartönung die Höhen und Tiefen in der Farbgebung erhalten.

Der Schlüsselvorteil der Haartönungen ist die Tatsache, dass sie schonender und milder zum Haar sind, denn beim Färben werden Pigmente ins Haar eingeschleust, und beim Tönen legen sich Pigmente lediglich um das Haar herum. Heutzutage gibt es Haartönungen die einige Vorteile bieten. Nicht nur dass sie das Haar nicht schädigen, sie schützen es sogar ja teilweise, zum Beispiel vor der Sonneneinstrahlung. Überdies enthalten manche Haartönungen sogar Wirkstoffe, die das Haar festigen und nähren.

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