Kreisrunder Haarausfall: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Kahle Stellen auf dem Kopf sind für viele Menschen ein Albtraum, insbesondere für Frauen. Der kreisrunde Haarausfall, auch Alopecia areata genannt, ist eine der am weitesten verbreiteten Erkrankungen mit Haarverlust. Obwohl in Deutschland über eine Million Menschen davon betroffen sind, sind die genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt.

Bei der Erkrankung mit Alopecia areata entstehen meist plötzlich runde kahle Stellen auf dem Kopf. Die Erkrankung kann allerdings auch in Schüben verlaufen. Manchmal tritt kreisrunder Haarausfall außerdem im Gesicht auf, wie an den Wimpern, den Augenbrauen, im Bart oder an der Behaarung des Körpers. Außerdem kann beim sogenannten Ophiasis-Typ, einer Sonderform des kreisrunden Haarausfalls, der Haarverlust im Nacken beginnen und sich rundherum um den Haaransatz entlangziehen.

Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. Die Ursache dafür ist noch nicht eindeutig geklärt. Die Alopecia areata (AA) tritt zu 80 Prozent der Fälle im Kopfbereich auf. Bei Männern kann zusätzlich der Bartwuchs betroffen sein. Der entzündliche Haarausfall beginnt häufig im Kindes- und jungen Erwachsenalter, kann aber prinzipiell in jedem Alter auftreten.

Hier findest du unseren Instagram-Beitrag zu Haarausfall:

Was ist kreisrunder Haarausfall?

Unter einer Alopecia areata versteht man einen Haarausfall, bei dem sich die haarlosen Stellen kreisrund präsentieren. Sie verläuft schubweise ohne Juckreiz und heilt nicht-narbig ab. Die Erkrankung betrifft Frauen und Männer gleichermaßen.

Die sogenannte Alopecia areata oder auch kreisrunder Haarausfall setzt sich aus dem griechischen Wort alopekia für „krankhaften Haarausfall“ und dem lateinischen Wort area für „freier Platz“ zusammen. Der Begriff bezeichnet vereinfacht ausgedrückt das Auftreten mehrerer kreisrunder haarloser Bereiche, zumeist an der Kopfhaut. Prinzipiell kann die Erkrankung allerdings an allen behaarten Körperstellen auftreten.

Typisch für den kreisrunden Haarausfall ist, dass in diesen Bereichen Entzündungsreaktionen nachgewiesen werden können. Man spricht in diesem Zusammenhang von sogenannten follikulären Entzündungen, da sie Strukturen betreffen, die die Haarwurzeln umgeben.

Der kreisrunde Haarausfall wird zu den nicht-vernarbenden Formen des Haarausfalls gezählt. Das bedeutet, die Haarwurzeln selbst werden nicht zerstört und ein erneutes Wachsen der Haare ist möglich.

Der Haarausfall setzt hierbei plötzlich ein und zeigt einen sehr variablen Verlauf. In ca. 20% der Fälle bleibt der Haarausfall bestehen, meist bildet er sich jedoch wieder zurück. Sehr häufig kommt es allerdings zu Rezidiven, also einem erneuten Auftreten der Erkrankung.

Auch die Schwere des Haarausfalls kann variieren, weshalb man verschiedene Formen voneinander unterscheidet.

Alopecia areata kann Personen verschiedenen Geschlechts betreffen und in jedem Alter auftreten. Sie lässt sich aber vor allem bei Kindern im Alter zwischen 3 und 12 Jahren sowie bei jungen Erwachsenen beobachten.

Alopecia areata: Kreisartiger Haarausfall. Wimpern, Augenbrauen und restliche Körperbehaarung meist normal vorhanden.

Alopecia ophiasis: Kranzartiges Fehlen der Haare im Ohren- und Nackenbereich. Augenbrauen, Haare oben und seitlich am Kopf sowie die restliche Körperbehaarung sind nicht betroffen.

Alopecia totalis: Fehlen der gesamten Kopfbehaarung, inklusive Augenbrauen und Wimpern. Diese Form tritt eher selten auf.

Alopecia universalis: Komplette Körperbehaarung fällt aus, inklusive Augenbrauen, Wimpern und Nasenhaare.

Ist kreisrunder Haarausfall auch an Bart und Augenbrauen möglich? Kreisrunder Haarausfall tritt zwar in den meisten Fällen im Bereich der Kopfhaut auf, kann aber prinzipiell die gesamte Körperbehaarung betreffen. So kann sich diese Erkrankung unter anderem auch im Bereich von Bart, Augenbrauen oder Intimbehaarung manifestieren. Medizinisch wird diese Sonderform auch als Alopecia areata universalis bezeichnet.

Fakten über Alopecia areata:

  • Am häufigsten sind die Kopfhaare betroffen, der Haarausfall kann aber an allen Körperstellen auftreten.
  • Ursache ist unbekannt, ein Auslöser könnte möglicherweise ein fehlgeleitetes Immunsystem oder auch Stress sein.
  • Tritt oft schubweise auf.
  • Ein Ansatz in der Therapie beinhaltet die Behandlung mit Kortison.
  • Tritt bei Männern und Frauen gleich häufig auf.

Kreisrunder Haarausfall - Ist er heilbar? | Dr. med. Barbara Meyer-Lehmann

Ursachen von kreisrundem Haarausfall

Die Ursachen für den kreisrunden Haarausfall bei Frauen sind bislang noch nicht eindeutig ermittelt. Man vermutet jedoch, dass es sich um eine Fehlreaktion des Immunsystems handelt. Vieles spricht dafür, dass sich bei den betroffenen Frauen die Immunabwehr der Haut fälschlicherweise gegen die Haarfollikel richtet. Normalerweise zielt unser Immunsystem nur darauf ab, körperfremde Krankheitserreger unschädlich zu machen. Bei Frauen mit kreisrundem Haarausfall scheint es jedoch so zu sein, dass die Immunzellen die Haarwurzeln angreifen. Diese entzünden sich, was zu einer Störung des Haarwachstums führt. An den betroffenen Stellen befinden sich viele Haarfollikel in einer Art Schlafzustand. Sie sind jedoch nicht komplett zerstört. Sobald der Angriff durch die Immunzellen nachlässt, ist es möglich, dass an derselben Stelle das Haar ganz normal wieder nachwächst.

Als Ursache für den kreisrunden Haarausfall werden Autoimmunreaktionen vermutet. Dies bedeutet vereinfacht, dass der Erkrankung eine Störung des Immunsystems zugrunde liegt. Der Körper bildet Antikörper gegen eigene Strukturen und ruft so eine Entzündung hervor. Dieser Abwehrmechanismus richtet sich in diesem Fall gegen die Haarfollikel, welche zwar nicht zerstört, aber am Wachstum gehindert werden.

Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. „Die AA ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Immunzellen gegen die Strukturen der Haarwurzel richten und Antikörper bilden. Als Folge der fehlgesteuerten Immunreaktion entzünden sich die Haarwurzeln, wodurch die Haare nicht mehr richtig wachsen und es zum kreisrunden Haarausfall kommt“, erklärt Prof. Dr.

Aufgrund einer Fehlregulation des Immunsystems richten sich die eigenen Abwehrzellen des Körpers gegen Zellen der Haarwurzel. Zur Folge hat diese fehlgesteuerte Immunreaktion, dass eine lokale Entzündung entsteht, die das Haarwachstum stört und zum Haarausfall führt (mehr zu Haarausfall in unserem Blog). Dabei entstehen die charakteristischen runden, kahlen Stellen.

Betroffene Stellen sind:

  • meistens die behaarte Kopfhaut
  • Bartund/oder Augenbrauen

Im schwersten Fall verlieren Betroffene alle Körperhaare. Das wird dann fachsprachlich als Alopecia areata universalis bezeichnet.

Eine genetische Veranlagung scheint bei der Entwicklung dieser Autoimmunreaktion eine Rolle zu spielen. So ist das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen erhöht. Die genauen genetischen Hintergründe sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

Ein Zusammenhang besteht ebenfalls mit dem Maß an Stress der betroffenen Person. So kann sich kreisrunder Haarausfall zum Beispiel im Rahmen von besonderen Belastungen, wie Prüfungen oder nach Trauerfällen entwickeln.

Unter den Wissenschaftler*innen ist man sich jedoch einig, dass kreisrunder Haarausfall keine Folge einer Mangelernährung oder durch Umwelteinflüsse bedingt ist.

In ca. 20% der Fälle lässt sich ein familiär gehäuftes Auftreten beobachten und auch ein möglicher Zusammenhang mit Stressbelastungen wird in der medizinischen Forschung diskutiert.

Allerdings finden die Ärzte bei jedem dritten Patienten auch eine erhöhte Allergiebereitschaft. Zudem scheint kreisrunder Haarausfall teilweise in Verbindung mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Rheuma aufzutreten.

Kreisrunder Haarausfall tritt oft zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Dazu zählen etwa Autoimmunerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion und die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), aber auch atopische Erkrankungen, also mit Allergieneigung wie Neurodermitis und Heuschnupfen.

Neben diesen können auch ein Vitamin D-Mangel sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen vorliegen.

Das bedeutet, dass mehrere Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. Die genauen Ursachen sind für diese Form des Haarverlustes nicht geklärt, Forschende gehen von genetischen und Umweltfaktoren aus.

Außerdem wird vermutet, dass die Haarfollikel von einer Autoimmunreaktion betroffen sind. Diese Follikel sind Einstülpungen der Haut, in der sich die Haarwurzeln befinden. Bei der Autoimmunreaktion, die zum Haarverlust führt, bildet der Körper Antikörper, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Das führt zu einer chronischen Entzündung in den tiefen Schichten der Haut, also an den Haarwurzeln, sodass die Haare ihren Halt verlieren.

Die genetischen Zusammenhänge werden derzeit genauer untersucht. Forschende gehen von einer genetisch komplexen Vererbung aus, an der viele Gene beteiligt sind. Daher ist das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen erhöht. Es liegt für Geschwister von Betroffenen bei etwa sieben Prozent und für Kinder bei circa sechs Prozent.

Zusätzlich zu genetischen Ursachen werden äußere Einflüsse wie Umweltfaktoren (unter anderem Infektionen) und psychischer Stress als Auslöser in Betracht gezogen.

Gegenstand der Forschung ist zudem bei Frauen die Frage, ob eine Schwangerschaft das Auftreten oder den Verlauf des kreisrunden Haarausfalls beeinflusst. Über Umwelteinflüsse wie Schadstoffe als mögliche Ursache gibt es bisher kaum Erkenntnisse.

Der kreisrunde Haarausfall konnte in einigen Fällen nach einer durchgestandenen Coronainfektion nachgewiesen werden. Bei wenigen Patienten konnte dies auch nach einer Corona-Impfung festgestellt werden.

Für einen Zusammenhang zwischen der Alopecia areata und einer anderen Schutzimpfung gibt es aktuell keine ausreichenden Hinweise.

Symptome von kreisrundem Haarausfall

Normalerweise verlieren wir jeden Tag bis zu 100 Kopfhaare. Diese Zahl kann individuell etwas abweichen und auch im Jahresverlauf gewissen Schwankungen unterliegen. Wird sie jedoch über einen längeren Zeitraum deutlich überschritten, so spricht man von krankheitsbedingtem Haarausfall.

Zeigt sich der Haarausfall kreisrund, so sprechen sie von der Alopezia areata (kreisrunder Haarausfall). Typisch für diese Form des Haarausfalls ist das Auftreten deutlich abgegrenzter, etwa münzgroßer kahler Stellen. Neben dem Kopfhaar kann hiervon auch die Körperbehaarung betroffen sein. Vor allem Kinder und junge Menschen sind betroffen.

Der kreisrunde Haarausfall zeichnet sich durch einen schubweisen Verlauf aus. Es kommt zu einzelnen, runden, haarlosen Arealen auf der Kopfhaut. Seltener betrifft es aber auch die Gesichtsbehaarung (wie Bart oder Augenbrauen) oder zuletzt auch die restliche Körperbehaarung. Am Rand der haarlosen Stellen befinden sich meist kurze, abgebrochene Haare.

Am häufigsten sind die Kopfhaare betroffen, der Haarausfall kann aber an allen Körperstellen auftreten.

Typisch für den kreisrunden Haarausfall bei Frauen ist ein wellenförmiger Verlauf, bei dem die Symptome kommen und gehen.

Der Haarausfall beginnt plötzlich und oftmals mit einer Stelle oder wenigen etwa münzgroßen kahlen Stellen. Innerhalb weniger Wochen werden diese Areale größer. Betroffen sind zumeist die Kopfhaut oder die Körperbehaarung, aber auch Augenbrauen oder Bart können diese Form des Haarausfalls aufweisen. Häufig befinden sich noch sehr kurze Haare in diesen Bereichen. Die Haut sieht nicht verändert oder entzündet aus.

Die Ausprägung des kreisrunden Haarausfalls ist recht unterschiedlich. Bleiben die Areale rund und abgegrenzt, sprechen Experten von der mildesten Form, der Alopecia reticularis.

In einigen Fällen haben Betroffene zusätzliche Veränderungen der Fingernägel mit Dellen, Rillen oder schleifpapierartigen rauen Stellen.

Hier sind einige Beispielbilder der Hauterkrankung:

Diagnose von kreisrundem Haarausfall

Um den kreisrunden Haarausfall zu diagnostizieren, dient einem Haarspezialisten in erster Linie eine ausführliche Anamnese sowie das individuelle klinische Erscheinungsbild als Anhaltspunkt. Zur tiefergehenden Diagnostik & Haaranalyse bei Haarausfall kann außerdem eine Probe aus den haarlosen Bereichen entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht werden. Auf diese Weise kann ein Entzündungsgeschehen nachgewiesen werden.

In der Regel reicht bereits das klinische Bild - die typischen runden kahlen Stellen -für die Diagnose des kreisrunden Haarausfalls aus. "Zunächst schaue ich mir die Haare am Kopf, im Gesicht und an Körper an, danach untersuche ich die Kopfhaut genauer.

Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten

Der kreisrunde Haarausfall wird in jedem Fall vom Arzt behandelt. Wenn Sie entsprechende Symptome bei sich beobachten, suchen Sie auf jeden Fall einen Arzt oder einen Facharzt für Hauterkrankungen (Dermatologe) auf.

Aktuell gibt es noch keine Möglichkeit, den kreisrunden Haarausfall ursächlich zu heilen. Daher haben die Therapiemöglichkeiten vor allem das Ziel, die Symptome der Krankheit zu lindern, also den Haarausfall zu bekämpfen. Nach Absetzen der Therapie kann es daher häufig zu einem erneuten Haarverlust kommen.

Es stehen aber auch einige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die verschiedenen Optionen beraten.

Die aktuell angewandten Therapien richten sich meist gegen die Entzündungsreaktion in den haarlosen Bereichen. Entzündungshemmende Medikamente sind daher oft Therapie der Wahl. Hierbei handelt es sich vor allem um cortisonhaltige Mittel, die entweder oral als Tablette oder auch lokal in Form von Salben oder Haarwässern angewendet werden.

Ein weiterer Therapieansatz besteht darin, in den betroffenen Arealen künstlich eine Entzündung hervorzurufen. Diese Entzündung beansprucht dann die Abwehrmechanismen des Körpers für sich, sodass sich diese nicht mehr so stark gegen die Haarwurzeln richten. Dabei wird die Haut beispielsweise mit flüssigem Stickstoff behandelt oder im Rahmen der sogenannten PUVA-Therapie mit UV-A-Licht bestrahlt.

Auch eine Immuntherapie oder PRP-Therapie bei Haarausfall kann in bestimmten Fällen hilfreich sein. Hierunter versteht man Methoden, die das körpereigene Immunsystem so stärken, dass die Bekämpfung einer Erkrankung erleichtert wird.

Auch speziellen Lichttherapien wird eine Wirksamkeit nachgesagt. Laut aktuellem Forschungsstand kann jedoch keine allgemeingültige Empfehlung für eine der genannten Therapien gegeben werden.

Die Behandlung einer Alopecia areata ist nicht immer einfach und von verschiedenen Faktoren, wie der Ausprägung der Erkrankung sowie Begleitdiagnosen abhängig. „Da es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt, beobachten wir oft eine Verbesserung unter Kortison. Diese Form der lokalen Therapie kann Betroffenen durchaus helfen und die Haare wieder wachsen lassen.

Behandlungsmethoden im Detail:

  • Kortison: Kortison unterdrückt die Immunreaktion und wird daher auf die kahlen Stellen aufgetragen. In schweren Fällen kann Kortison auch in Tablettenform eingenommen werden. Nach dem Absetzen der Therapie können die Haare jedoch wieder ausfallen.
  • Dipenylcyclopropenon: Dieses bewirkt eine allergische Reaktion auf der Kopfhaut, die das Immunsystem anregen und „ablenken“ soll. Im besten Fall stoppt das den Haarausfall.
  • Psorale UVA-Turban: Diese photochemische Behandlungsmethode kann durch die gezielte Bestrahlung mit UV-A-Licht die Schädigung der Haarfollikel durch Abwehrzellen hemmen.
  • Hautreizende Stoffe: Die älteste Behandlungsform bei Alopecia areata ist es, hautreizende Substanzen auf die kahlen Stellen aufzutragen - mit der Absicht, dass durch die ausgelöste Hautirritation neue Haare wachsen. Dazu kommt etwa 0,5- oder einprozentiges Anthralin (Cignolin) zum Einsatz, das auf die kahlen Stellen aufgetragen und nach kurzer Einwirkzeit mit einem Tuch wieder entfernt wird (das verhindert eine Verfärbung der Haut). Ähnlich ist das Wirkprinzip bei Dithranol, das ebenfalls als Salbe (0,5 bis zwei Prozent) auf die betroffenen Stellen aufgetragen wird.
  • Minoxidil: Lösungen mit dem Wirkstoff Minoxidil sind eigentlich für die äußerliche Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall zugelassen. Er fördert das Haarwachstum, indem er die Durchblutung rund um die Haarfollikel anregt. Meist kommt Minoxidil unterstützend zu anderen Therapiemethoden (wie Kortison) zum Einsatz, da sonst bei kreisrundem Haarausfall keine durchschlagenden Erfolge zu erwarten sind.
  • Topische Immuntherapie: Als wissenschaftlich erwiesen gilt die Wirksamkeit einer lokalen Immuntherapie mit dem Wirkstoff Diphencypron (Diphenylcyclopropenon, DPCP) bei kreisrundem Haarausfall. Diese Methode kommt aber nur bei größeren kahlen Herden zum Einsatz.
  • PUVA: Die Abkürzung PUVA steht für Psoralen plus UV-A. Diese photochemische Behandlungsmethode kommt bei verschiedenen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis zum Einsatz, und in manchen Fällen auch bei kreisrundem Haarausfall.

JAK-Inhibitoren können als Entzündungshemmer entzündliche Prozesse unterdrücken, wodurch es wieder zum Haarwachstum kommen kann. Der Wirkstoff Baricitinib ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der Alopecia areata. Zunächst wurde der Wirkstoff 2020 als Mittel gegen rheumatoide Arthritis zugelassen. Im Juni 2022 erweitere die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung um die Behandlung der Alopecia areata bei Erwachsenen. Krankenkassen sind allerdings bisher nicht verpflichtet, die noch hohen Behandlungskosten zu übernehmen.

Was hilft noch?

  • Zink und Vitamin D: Die Einnahme von Zink hilft bei kreisrundem Haarausfall allerdings vermutlich nur dann, wenn tatsächlich ein Zinkmangel besteht. Auch eine Einnahme von Vitamin D hat möglicherweise positive Effekte bei kreisrundem Haarausfall. Wissenschaftlich belegt ist das allerdings noch nicht.
  • Selbsthilfegruppen: Patienten mit kreisrundem Haarausfall profitieren von der gemeinsamen Aufarbeitung der Krankheit mit anderen Betroffenen. Besonders bei Kindern verzeichnet die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe manchmal größere Erfolge als jede medikamentöse Behandlung.
  • Alternative Heilmethoden: Manchmal wenden Patienten bei kreisrundem Haarausfall Homöopathie, Schüßler-Salze und andere alternative Heilmethoden an.
  • Haarpigmentierung: Eine kosmetische Behandlungsmöglichkeit stellt die Haarpigmentierung dar.
  • Perücke oder Haarersatz: Falls Sie stark von Haarausfall betroffen sind, kann es unter Umständen hilfreich sein, vorübergehend zu einer Perücke oder Haarersatz zu greifen.

Unsere Hautärzt*innen können über die dermanostic App eine sichere Diagnose stellen und eine geeignete Therapie erstellen.

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Verlauf von kreisrundem Haarausfall

Der Verlauf einer Alopecia areata ist schwer vorherzusagen und individuell sehr unterschiedlich. Bei einigen Betroffenen, die nur eine leichte Ausprägung haben, kommt es oft zu einer spontanen Rückbildung. Die kahlen Stellen wachsen wieder zu und kommen nicht mehr zurück.

Bei mehr als der Hälfte der Patientinnen und Patienten wachsen die Haare innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wieder nach. Insbesondere wenn nicht der Haaransatz betroffen ist und die kahlen Stellen in der Mitte der Kopfhaut liegen, sind die Chancen für eine spontane Heilung gut. Haarausfall, der nach einer Infektionskrankheit oder einer Geburt einsetzt, bessert sich ebenfalls häufig spontan innerhalb von wenigen Monaten. Sind die Haare wieder nachgewachsen, hinterlässt die Erkrankung keine Narben auf der Haut.

In der Regel dauert das vollständige Nachwachsen der Haare mehrere Monate. Mitunter weist das nachgewachsene Haar eine veränderte Pigmentierung auf, die Haarfarbe hat sich also verändert.

Der stellenweise auftretende Haarverlust kann auch erneut vorkommen oder einen chronischen Verlauf nehmen, sodass die Haare nicht mehr vollständig nachwachsen. Bei kreisrundem Haarausfall, der länger als ein Jahr andauert, vor der Pubertät einsetzt oder sehr stark ausgebreitet ist, sind die Aussichten auf eine Besserung geringer. Außerdem erleben insgesamt etwa 30 bis 50 Prozent der zunächst geheilten Personen einen Rückfall. Mitunter haben einige Betroffene für mehrere Jahre haarlose Stellen.

Allerdings ist das Rückfallrisiko hier noch höher.

Komplikationen und Begleiterkrankungen

Die Alopecia areata ist gesundheitlich für die Patient*innen nicht schädlich. Allerdings kann sie bei Betroffenen, vor allem bei Frauen, eine große psychische Belastung hervorrufen.

Zwar hat der kreisrunde Haarausfall keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung, dennoch ist die psychische Gesundheit oft sehr erheblich beeinträchtigt.

Gleichzeitig zum kreisrunden Haarausfall leiden manche Menschen unter anderen an Autoimmunerkrankungen wie einem erblich bedingt gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus Typ 1), der Weißfleckenkrankheit Vitiligo (pigmentlosen Hautflecken) oder autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen.

Experten und Expertinnen sprechen von in diesem Fall von Komorbidität. Das heißt, zwei oder mehr unterschiedliche Krankheiten liegen vor, ohne dass eine ursächliche Beziehung zwischen diesen bestehen muss.

Gelegentlich tritt eine Erkrankung der Schilddrüse auch im Zusammenhang mit dem kreisrunden Haarausfall auf.

Alopecia areata: ICD-Code: L63.5

Spezialisten bei kreisrundem Haarausfall

Der kreisrunde Haarausfall bereitet den Betroffenen zwar keine unmittelbaren körperlichen Schmerzen, verursacht aber durch die psychische Belastung oft einen erheblichen Leidensdruck. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen kompetenten Behandler zu finden, mit dem die vielfältigen Therapiemöglichkeiten ausführlich besprochen und erörtert werden können.

Bei Haarausfall stellen Fachärzte der Dermatologie oft die erste Anlaufstelle dar. Doch nicht jeder Facharzt kann auf große Erfahrung mit kreisrundem Haarausfall zurückgreifen. Daher ist es in jedem Fall ratsam, einen Spezialisten aufzusuchen.

Wir helfen Ihnen, den passenden Behandler für dieses spezielle Krankheitsbild zu finden. Die von uns vorgestellten Ärzte wurden von uns unter strengen Kriterien ausgewählt und verfügen jeweils über weitreichende Erfahrungen auf dem Gebiet des kreisrunden Haarausfalls.

Wenn Du bei Dir eine Alopecia areata feststellst, kannst du Dich bei dermanostic - der Hautarztpraxis per App behandeln lassen.

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