Die Pferdezucht hat eine lange Tradition, die bis in die früheste Domestizierung des Pferdes vor 3-4000 v.Chr. in den Steppen Zentralasiens zurückreicht. Seitdem wurden Pferde für vielfältige Zwecke gezüchtet und gehalten, von der Milchgewinnung über das Schlittenziehen bis hin zum Einsatz in der Landwirtschaft und im Krieg.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich zahlreiche Pferderassen, die sich in Größe, Statur, Temperament und другими Merkmalen unterscheiden. Einige dieser Rassen zeichnen sich durch einen üppigen Fesselbehang aus, der ihnen ein besonders imposantes Erscheinungsbild verleiht.
Doch was genau ist ein Fesselbehang? Der Fesselbehang bezeichnet die langen, dichten Haare an den Fesselgelenken der Pferde. Diese Haare schützen die Beine vor Feuchtigkeit, indem sie das Wasser ableiten und die Fesselbeuge trocken halten. Bei einigen Rassen wurde dieser Fesselbehang gezielt gezüchtet, um das Erscheinungsbild der Pferde zu betonen.
In diesem Artikel werden wir einige der bekanntesten Pferderassen mit Fesselbehang näher vorstellen und ihre Besonderheiten beleuchten.
Die Pferdezucht ist ein komplexes Thema, das viele Fragen aufwirft. Was genau definiert eine Rasse? Wann spricht man von einer Kreuzung und wann von einer eigenständigen Rasse? Die Definition ist schwierig, da sich Zuchtlinien einander immer mehr ähneln und diese Merkmale weiter vererben. Lassen wir also nach den Worten Dr. Lush's den Züchtern ihren Frieden und der Zuchtindustrie ihr Geschäft. Freude.
Zu den bekanntesten Pferderassen mit Fesselbehang gehören:
Das Shire Horse ist eine beeindruckende Pferderasse mit einer Geschichte, die bis ins mittelalterliche England zurückreicht. Ursprünglich wurden diese kräftigen Tiere für landwirtschaftliche Arbeiten und als Zugpferde in der Kriegsführung genutzt. Mit dem Fortschritt der Industrialisierung und der Mechanisierung der Landwirtschaft sank zwar die Nachfrage nach Arbeitspferden, doch das Shire Horse konnte sich dank seiner Sanftmut und Stärke als Show- und Freizeitpferd behaupten.
Das Shire Horse beeindruckt mit seiner stattlichen Erscheinung. Es ist das größte Pferd der Welt und bekannt für seine enorme Größe und Kraft. Charakteristisch sind der kräftige Körperbau und die langen, starken Beine. Typisch ist auch der ausgeprägte "Fesselbehang", die langen Haare an den unteren Beinen. Das Fell des Shire Horse ist meistens schwarz, braun, grau oder auch gescheckt. Der Kopf ist groß mit einem freundlichen Ausdruck, großen Augen und gut geformten Ohren. Die breite Brust und der muskulöse Hals verleihen dem Shire Horse ein imposantes Erscheinungsbild. Trotz ihrer Größe bewegen sie sich elegant und mit einem ruhigen Gemüt.
Das Shire Horse beeindruckt nicht nur durch seine stattliche Erscheinung, sondern auch durch sein ausgeglichenes Wesen. Diese sanften Riesen sind bekannt für ihre ruhige und geduldige Art, was sie zu zuverlässigen Arbeitspartnern und beliebten Familienpferden macht. Ihre Intelligenz und Lernbereitschaft machen die Ausbildung angenehm, während ihre freundliche und kooperative Natur den Umgang mit ihnen besonders angenehm gestaltet. Trotz ihrer Größe zeigen Shire Horses eine bemerkenswerte Sanftmut und Sensibilität im Umgang mit Menschen, was sie zu ausgezeichneten Therapiepferden qualifiziert.
Shire Horses wurden ursprünglich als Zugpferde eingesetzt, um schwere Lasten zu ziehen, wie Pflüge, Erntemaschinen und Transportkarren. Ihre immense Kraft machte sie ideal für landwirtschaftliche Arbeiten. Außerdem werden sie in der Forstwirtschaft eingesetzt, um Baumstämme aus schwer zugänglichen Gebieten zu ziehen, wo Maschinen nicht hinkommen. Eine traditionelle Verwendung des Shire Horses war auch noch der Transport von Bierfässern für Brauereien. Einige Brauereien nutzen auch heute noch Shire Horses für Werbezwecke und besondere Anlässe.
Als größte Pferderasse der Welt benötigt ein Shire Horse mehr Platz als andere Pferde. Die regulären Boxengrößen, welche dem Standard in den meisten Reitställen entsprechen, sind zu klein. Shire Horses haben entsprechend der gängigen Faustformel zur Ermittlung der Mindest-Boxengröße (Stockmaß multipliziert mit 2 im Quadrat) einen Platzbedarf von bis zu 18 Quadratmeter.
Shire Horse beim Pflügen. Quelle: Wikipedia
Der Clydesdale misst 165- 170 cm Widerristhöhe. Er zeichnet sich durch einen langen, schön gebogenen Hals auf schräger Schulter aus. Die Fellfarben sind meist braun, aber auch Rotschimmel kommen vor. Stichelhaar kann das Fell durchsetzen. Der Fesselbehang sollte groß sein.
Der alte Name von Lanakrshire ist Clydesdale. Dort begann man, etwa in der Mitte des 18. Jahrhunderts, einheimische Stuten mit importierten Hengsten zu kreuzen. Kurze Zeit später nahm auch Shire-Blut Einfluss. spielte eine wichtige Rolle in der Festigung des Zuchttyps.
Optisch zum Verwechseln ähnlich und dennoch zwei verschiedene Pferderassen: Shire Horses und Clydesdales unterscheiden sich unter anderem in ihrer Größe. Clydesdales gehören zwar zu den großen Pferderassen, doch erreichen sie nicht das Stockmaß und das Gewicht der größten Pferde der Welt - den Shire Horses.
Clydesdale Stute mit Fohlen. Quelle: Wikipedia
Der Tinker hat viele Namen: Irish Tinker, Gypsy Cob, Irish Cob, Gypsy Horse oder Gypsy Vanner. Alle bezeichnen ein ganz besonderes Pferd, bunt gescheckt, kräftig und wild, mit prächtiger Mähne, vollem Schweif und atemberaubend schönen Fesselbehang. Tinker sehen wegen ihrem Körperbau und ihrer Mähne wie wilde, unzähmbare Pferde aus. Sie sind jedoch unglaublich geduldige, ausgeglichene und nervenstarke Tiere. Sie lassen sich leicht trainieren und sind außerdem sehr intelligent und neugierig.
An Tinkern ist im Grunde alles kräftig und muskulös: der kurze Körper, die Beine, der Hals, der Kopf. Ihr Nase ist breit und nach außen gewölbt, was man auch als Ramsnase oder Ramskopf bezeichnet. Ihre großen Augen sind braun oder blau (was besonders hübsch ist!). Ein besonderes Merkmal der Tinker ist die Fesselbehaarung. Sie beginnt bei den Vorderbeinen an den Knien und bei den Hinterbeinen am Sprunggelenk. Kaltblutpferde haben meistens lange, dichte Haare an ihren Fesselgelenken. Diese schützen sie vor Feuchtigkeit, weil das Wasser an den Haaren entlang nach unten abtropft und die Fesselbeuge dabei trocken bleibt. Bei Rassen wie z. B. Friesen und Tinkern wurde dieser Fesselbehang (auch Köten genannt) gezielt gezüchtet.
Der Tinker kommt von den britischen Inseln. Dort stammt er von Kreuzungen aus Warm- und Kaltblütern ab. In einfacheren Kreisen versuchte man so, temperamentvolle, intelligente Allround-Pferde zu züchten, die sich schon allein durch ihre Scheckung von den edlen Rassen des Adels unterschieden. Der Tinker wurde im 19. Jahrhundert gerne als billiges Arbeitspferd von Bauern und dem umherziehenden Volk genutzt. Sein Name bedeutet im Englischen „Kesselflicker“ und ist ein Verweis auf seine Geschichte als Vagabund, da auch dieser Berufsstand mit seinen Wagen von Stadt zu Stadt zog.
Tinker gibt es in sehr unterschiedlichen Größen, die nach sogenannten Sektionen sortiert werden. Kleine Tiere mit einem Stockmaß von 128 bis 148 Zentimetern fallen in die „Sektion C“. Mittlere Tinker mit einem Stockmaß zwischen 149 und 159 Zentimetern gehören zur „Sektion B“. Hierunter fallen wohl die meisten Pferde. Sehr große Exemplare mit einem Stockmaß jenseits der üblichen 160 Zentimeter werden der „Sektion A“ zugerechnet und heißen auch Irish Cob.
Irish Cob (Tinker). Quelle: Wikipedia
Friesen entstammen der Provinz Friesland im Norden Hollands. Ursprünglich wurden sie in der Landwirtschaft und im Einsatz bei leichter Feldarbeit gebraucht. Die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft ließen seine Bedeutung schrumpfen. Heute findet man die seit dem 18. Jahrhunderts unveränderte Pferderasse immer häufiger in Shows, u.a. im Dressursport, wo sich die langen Fesseln elegant berühren. Der Fesselbehang ist ebenso üppig und lang.
Meist sind Friesen Rappen, nur ein Stern als Abzeichen auf dem hochgetragenen Kopf ist erlaubt. Die Anfänge der gezielten Zucht lassen sich bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen.
Friese. Quelle: Wikipedia
Der energische und arbeitsfreudige Ardenner ist nach wie vor für jede landwirtschaftliche Arbeit geeignet, von robuster Gesundheit und gutem Charakter. Das Pferd mit dem charakteristischen Fesselbehang, das in den französischen und belgischen Ardennen, den Vorgebirgen der Vogesen, der Champagne und der Lorraine entstanden ist, eignet sich heutzutage vor allem hervorragend als Kutschpferd. Es zeichnet sich durch energische, schnelle Bewegungen und raumgreifenden Trab aus. Heute findet es zudem Verwendung als Freizeit-, Reit- und Arbeitspferd, auch wenn es durch die Mechanisierung in der Landwirtschaft leider stark an Bedeutung verloren hat.
Der Ardenner gilt als direkter Nachfahre des SolutrÇ-Pferdes und ist damit eine der ältesten Kaltblutrassen überhaupt. Schon Julius Cäsar soll bei seinem Einmarsch nach Gallien von dieser Rasse begeistert gewesen sein. Nero soll Ardenner-Stuten nach Rom geholt haben, und im Mittelalter soll er als Turnierpferd genauso begehrt gewesen sein wie als Pferd der Kreuzfahrer. Später zog er Napoleons Geschütze, Fuhrwerke und landwirtschaftliche Arbeitsgeräte.
Um das Pferd etwas leichter zu machen, wurde im Laufe seiner Geschichte immer wieder orientalisches Blut eingekreuzt.
Ardenner. Quelle: Wikipedia
Neben den bereits genannten Rassen gibt es noch viele weitere Pferderassen, die sich durch interessante Merkmale auszeichnen. Hier eine kleine Auswahl:
Der Fesselbehang ist nicht nur ein optisches Merkmal, sondern erfüllt auch eine wichtige Funktion. Er schützt die Beine vor Feuchtigkeit und Verletzungen. Bei Pferden, die in feuchten oder schlammigen Umgebungen leben, kann der Fesselbehang dazu beitragen, Hautirritationen und Infektionen vorzubeugen.
Allerdings erfordert ein üppiger Fesselbehang auch eine sorgfältige Pflege. Regelmäßiges Bürsten und Waschen sind notwendig, um Verunreinigungen zu entfernen und die Haut gesund zu halten. Bei mangelnder Pflege kann es zu Mauke oder anderen Hauterkrankungen kommen.
Pferderassen mit Fesselbehang sind beeindruckende Tiere, die durch ihre Stärke, Schönheit und Vielseitigkeit begeistern. Ob als Arbeitspferd, Freizeitpartner oder Showpferd - diese Rassen haben viel zu bieten. Wer sich für ein Pferd mit Fesselbehang interessiert, sollte sich jedoch bewusst sein, dass diese Tiere eine besondere Pflege benötigen, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu gewährleisten.
| Rasse | Herkunft | Größe (Widerristhöhe) | Farben | Besondere Merkmale |
|---|---|---|---|---|
| Shire Horse | England | bis zu 210 cm | Schwarz, Braun, Grau, Schecken | Größte Pferderasse der Welt, starker Fesselbehang |
| Clydesdale | Schottland | 165-170 cm | Braun, Rotschimmel | Langer, gebogener Hals, großer Fesselbehang |
| Tinker (Irish Cob) | Irland/Großbritannien | 128-160 cm | Schecken, Schwarz, Weiß, Dunkelbraun, Palomino, Cremello | Bunt gescheckt, kräftiger Körperbau, üppiger Fesselbehang |
| Friese | Niederlande | ca. 150-170 cm | Rappen | Elegante Erscheinung, üppige Mähne und Schweif, langer Fesselbehang |
| Ardenner | Frankreich/Belgien | 152-163 cm | Verschiedene | Energisch und arbeitsfreudig, charakteristischer Fesselbehang |
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