Hormonell erblich bedingter Haarausfall: Unterschiede und Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall ist ein weitverbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Eine häufige Form des Haarausfalls ist der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie), bei dem es zu einem anhaltenden Haarausfall kommen kann. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen sind etwa 95% aller Fälle von Haarausfall durch Androgenetische Alopezie (Alopecia androgenetica, kurz "AGA") verursacht. Dieser Anlagebedingte Haarausfall ist damit bei beiden Geschlechtern die häufigste Ursache einer Alopezie. Die Tendenz zum Haarverlust haben die Eltern den Betroffenen praktisch mit in die Wiege gelegt - die Ausprägung des Haarausfalls ist in den Genen vorprogrammiert.

Während rund 60 Prozent der Männer an erblichem Haarausfall leiden, sind Frauen nicht ganz so häufig betroffen.

Was ist Androgenetische Alopezie?

Der Begriff "Androgenetische Alopezie" bedeutet frei übersetzt "Haarausfall durch männliche Hormone". Darunter versteht man eine Form des Haarausfalls, die durch eine veranlagungsbedingt erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Sexualhormonen (Androgenen) ausgelöst wird. Dabei handelt es sich um einen genetisch vorbestimmten Haarverlust, bei dem das Lebensalter eine wichtige Rolle spielt.

Mit steigendem Alter nimmt bei Betroffenen der Grad der Alopecia androgenetica in der Regel zu. Er ist auch von typbedingten und familiären Veranlagungen abhängig.

Die Haarwurzeln entwickeln eine Überempfindlichkeit gegenüber DHT (Dehydrotestosteron), das aus dem körpereigenen Hormon Testosteron stammt. DHT verkleinert dabei die Haarfollikel, die dadurch eingeschränkt produzieren. Die Haare fallen schneller aus. Dies gilt gleichermaßen für Mann und Frau.

Normalerweise beginnt diese Veränderung zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem androgenetischen Haarausfall des Mannes - auch männliche Glatzenbildung genannt - und der AGA der Frau. Bei Männern bewirken die Hormone einerseits ein gesteigertes Wachstum im Bartbereich andererseits die Vermehrung von Talgdrüsen auf dem Kopf. Die Vermehrung der Talgdrüsen ist mit dem Verlust der Haare verbunden. Bei Männern kann es im Endzustand zu einer völligen Glatzenbildung kommen, bei Frauen entsteht nur eine Lichtung des Haupthaares. Bei der Frau ist die androgenetische Alopezie häufig mit einem maskulinen Behaarungstyp verbunden.

Symptome der androgenetischen Alopezie

Die Symptome der androgenetischen Alopezie unterscheiden sich bei Männern und Frauen.

Symptome bei Männern

Typischerweise beginnt die androgenetische Alopezie bei Männern mit einem fortschreitenden Haarausfall an den Schläfen und der Stirn, der oft als Geheimratsecken bezeichnet wird. Im weiteren Verlauf kann sich eine Stirnglatze bilden, während das Haar am oberen Hinterkopf allmählich dünner wird und eine „Tonsur“ entsteht. Letztendlich kann der gesamte Oberkopf von einer Glatzenbildung betroffen sein, so dass nur noch ein Haarkranz im unteren Bereich des Hinterkopfes und an den Schläfen übrigbleibt.

Wichtig: Nicht jeder Mann mit Geheimratsecken entwickelt automatisch eine Glatze. Die Schwere des Haarverlusts ist bei jedem Mann unterschiedlich und lässt sich schwer voraussagen - auch die Haarpracht der Eltern hat keine allgemeingültige Aussagekraft.

Während einige Männer bereits im jungen Erwachsenenalter (zwischen 20 und 30 Jahren) eine Glatze entwickeln, können andere bis ins hohe Alter volles Haar behalten.

Symptome bei Frauen

Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall oder einer Tendenz dazu bemerken in der Regel eine verstärkte Haarausdünnung im Scheitelbereich, oft verbunden mit einem schleichend fortschreitenden Haarausfall. Im Vergleich zu Männern entwickeln nur wenige Frauen ein ähnliches Haarausfallmuster wie beispielsweise Geheimratsecken, zudem sind die Symptome oft weniger ausgeprägt.

Ursachen der androgenetischen Alopezie

Die Ursachen der androgenetischen Alopezie sind - wie der Name schon vermuten lässt - genetisch bedingt. Es gibt mehrere Gene, die an der Entstehung dieser Erkrankung beteiligt sind.

Bei Betroffenen sind die Haarwurzeln besonders empfindlich gegenüber dem körpereigenen Hormon Dihydrotestosteron (DHT), welches in der Haarwurzel aus Testosteron gebildet wird. Die Überempfindlichkeit auf DHT bewirkt, dass sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt.

Viele Frauen kennen es: vermehrter Haarausfall durch einen aus dem Gleichgewicht geratenen Hormonhaushalt. Bei Frauen kann der Haarausfall viele Ursachen haben, wie z.B. eine Schwangerschaft, die Wechseljahre, die Einnahme bzw. das Absetzen der Antibabypille oder eine erbliche Veranlagung.

Um eine passende Therapie zur Bekämpfung des Haarausfalls zu finden, ist eine fachärztliche Beratung beim Dermatologen oder ggf. Gynäkologen zur Klärung der eigentlichen Ursache des Haarausfalls sehr wichtig.

Wechseljahre: Symptome, Tipps bei Hitzewallungen und Haarausfall | Dr. Julia Fischer | ARD Gesund

Hormonstörungen

Die Medizin spricht von hormonell bedingtem Haarausfall, wenn die Haarprobleme durch Veränderungen des Hormonspiegels ausgelöst werden. Das kann mehrere Ursachen haben. Insbesondere in den verschiedenen Lebensphasen von Frauen kommt es immer wieder zu Hormonschwankungen.

In den letzten zwei Jahrzehnten wurde ein Anstieg des hormonell bedingten Haarausfalls bei Frauen festgestellt. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Einnahme der Anti-Baby-Pille sowie Hormonrückstände in Lebensmitteln und Trinkwasser mögliche Faktoren sein könnten.

Zudem wurde beobachtet, dass Haarausfall bei Mädchen und jungen Frauen zwischen 16 und 20 Jahren auftreten kann, oft ausgelöst durch Hormonschwankungen nach der Pubertät.

Während der Schwangerschaft erleben viele Frauen eine Verbesserung der Haarstruktur, doch nach der Geburt kann es durch hormonelle Veränderungen zu Haarausfall kommen.

Übrigens sind auch am sogenannten erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) Hormone beteiligt. Hier werden anfällige Haarwurzeln durch ein männliches Geschlechtshormon geschwächt. Das Hormon kommt bei beiden Geschlechtern vor, bei Männern jedoch in viel größerer Menge. Die androgenetische Alopezie ist insgesamt die häufigste Form des Haarausfalls. Sie bildet ein eigenes Behandlungsfeld.

Auch auf die richtige Ernährung kann Haarausfall beeinflussen.

Zu hormonell bedingtem Haarausfall kommt es bei Frauen oft zwischen dem 40. und dem 55. Lebensjahr. Irgendwann in diesem Zeitraum setzt das Klimakterium ein, die sogenannten Wechseljahre. Die hormonellen Veränderungen, die damit einhergehen, sind oft von verschiedenen Beschwerden begleitet.

Bei vielen Frauen ist eine Anlage für androgenetischen Haarausfall vorhanden. In der Folge verschlechtert sich die Nährstoffversorgung der betroffenen Haarfollikel. Diffuser Haarausfall setzt ein, der viele Regionen des Kopfes treffen kann. Noch vorhandene Haare werden vielfach dünn oder flaumig.

Verläuft der hormonell bedingte Haarausfall in den Wechseljahren ungebremst, scheint nicht selten die Kopfhaut durch. Auch ein Rückgang der Haarlinie und Geheimratsecken können hinzukommen.

Hormonell bedingter Haarausfall hört in einigen Fällen nach den Wechseljahren wieder auf und schwächt sich ab.

Während einer Schwangerschaft verbessert sich die Haarstruktur der Frau meist deutlich. Auch die Anzahl der Haare nimmt zu. Ursache dafür ist der kräftige Anstieg des Östrogenspiegels.

Im Anschluss an die Geburt erleben viele Frauen genau das Gegenteil: Mit dem Absinken des Östrogenspiegels verlangsamt sich das Haarwachstum. Die Hormonschwankungen, die auftreten, pendeln sich in den meisten Fällen spätestens nach einigen Monaten wieder ein.

Bei der Einnahme bestimmter Medikamente gegen Brustkrebs oder anderen schweren Krankheiten treten häufig hormonelle Schwankungen auf.

Die Schilddrüse schüttet Hormone aus, die an verschiedenen Wachstumsvorgängen entscheidend beteiligt sind. Insbesondere eine Unterfunktion der Schilddrüse kann zur Verschlechterung der Haarsubstanz und zu Haarverlust führen.

Auch androgenetischer Haarausfall soll hier noch einmal Erwähnung finden. Dieser anlagebedingte Haarausfall ist bei Männern die häufigste Ursache für Haarverlust und Glatzenbildung.

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zu dem Haarverlust, der bei Frauen in den Wechseljahren vorkommt: Der Körper von Männern weist von Natur aus einen weit höheren Anteil des männlichen Sexualhormons auf. Es ist also keine Störung der Hormonproduktion, die beim männlichen Geschlecht für androgenetischen Haarausfall sorgt.

Solcher anlagebedingter Haarausfall äußert sich von Mann zu Mann unterschiedlich. Manchmal ergibt sich starker Haarausfall schon bei jungen Männern, manchmal gehen die Haare eher schleichend aus. Lichter werdendes und dünnes Haar steht oft am Anfang.

Diagnose der androgenetischen Alopezie

Erste Anlaufstelle bei einem plötzlichen oder auch langanhaltenden Haarausfall ist der Hautarzt. Kann dieser keine eindeutige Diagnose stellen, kommen evtl. weitere Spezialisten in Frage, wie z.B. Endokrinologen (z.B. bei hormonell bedingtem Haarausfall).

Erblich bedingter Haarausfall lässt sich durch eine Blickdiagnose leicht anhand der Stellen diagnostizieren, an denen er auftritt. Zudem gibt es die Möglichkeit einer Kopfhaut-Gewebeprobe und einer Haarwurzel-Analyse, auch Trichogramm genannt. Die Kombination dieser drei Untersuchungen lässt ziemlich eindeutige Rückschlüsse darauf zu, ob ein erblich bedingter Haarausfall vorliegt.

Behandlung der androgenetischen Alopezie

Obwohl der genetisch bedingte Haarausfall keine Krankheit im herkömmlichen Sinne ist, also nicht zwingend aufgrund gesundheitlicher Risiken behandelt werden muss, wünschen sich viele Betroffene einen Weg aus der Haarlosigkeit - sei es aus Scham oder dem Wunsch, attraktiver auszusehen und ihren Selbstwert zu steigern. Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für die androgenetische Alopezie. Diese richten sich nach dem Schweregrad des Haarausfalls und der individuellen Verträglichkeit.

Wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung einer Androgenetischen Alopezie gibt es nicht. Wie Sie Ihre Haare pflegen und reinigen, beeinflusst in keiner Weise den anlagebedingten Haarausfall.

Kosmetische Haarwuchsmittel und scheinbare "Wunderwässerchen" wecken große Hoffnungen, die Wirksamkeit dieser Lotionen, Kuren, Haarwasser, Cremes etc. zur Behandlung des anlagebedingten Haarausfalls ist jedoch nicht ausreichend belegt.

Je früher Haarausfall erkannt wird, desto eher hat die Behandlung Erfolg. Denn der Erfolg wird oft erst drei Monate nach Beginn der Behandlung sichtbar.

Ein Wiederwachstum der Haare an bereits kahlen Stellen kann nur zum Teil erreicht werden, weil die Verkleinerung der Haarfollikel im Rahmen der Alopecia androgenetica im Allgemeinen nicht rückgängig zu machen ist.

Allerdings ermöglichen es neue Medikamente, den Haarausfall zu stoppen. Die Behandlungsmethoden sind für Männer und Frauen unterschiedlich.

Alopezie kann bei der Frau mit Hormonpräparaten, wie z.B. hormonellen Verhütungsmitteln oder örtlich aufgetragenen, östrogenhaltigen Mitteln behandelt werden.

Beim Mann kann die genetische Veranlagung zum Haarverlust mit einem noch relativ neuen Wirkstoff behandelt werden. Das verschreibungspflichtige Medikament enthält den Wirkstoff Finasterid, der bei über neunzig Prozent der Männer in der Lage sein soll, den Haarausfall zu stoppen - wenn es regelmäßig eingenommen wird.

Finasterid hemmt das DHT und blockt damit den androgenetischen Haarausfall ab. Zu diesem Medikament stehen Langzeitbeobachtungen noch aus. Es steht aber im Verdacht, Potenzprobleme hervorzurufen. Frauen dürfen Finasterid nicht einnehmen.

Relativ erfolgreich können in Haarwässern enthaltene Östrogene wirken. Sie neutralisieren die Wirkung von DHT im Haarboden. Setzt man die Mittel allerdings ab, gehen die Haare wieder aus.

Außerdem gibt es jetzt auch eine hormonfreie Lösung gegen anlagebedingten Haarausfall.

Die allermeisten Betroffenen brauchen sie nicht, doch müssen Perücke, Toupet oder Haartransplantationen in Betracht gezogen werden, wenn sonst nichts hilft und der Leidensdruck hoch ist.

Bei der Transplantation werden verschiedene Techniken angewendet, z.B. die so genannte autologe Haarwurzeltransplantation. Dabei wird in örtlicher Betäubung ein behaartes Hautareal entnommen. Dieses wird dann an lichten oder kahlen Stellen wieder eingesetzt.

Eine Haarwurzelbehandlung mit konzentriertem Blutplasma und Wachstumsfaktoren.

Bei der Haarwurzelbehandlung und der Mesohair-Therapie handelt es sich um besonders schonende Verfahren. Nebenwirkungen kommen normalerweise kaum vor. Die Anwendung von Medikamenten gegen Haarausfall hingegen kann - besonders über längere Zeiträume - unerwünschte Wirkungen haben.

Wenn Sie unter hormonell bedingtem Haarausfall leiden, empfiehlt sich zunächst eine genaue Untersuchung von Haaren und Kopfhaut. Die Haarexperten von S-thetic Hair beraten Sie jederzeit gern und beantworten alle Ihre Fragen rund um mögliche Therapien. Per Telefon oder Kontaktformular können Sie dafür Ihren individuellen Termin in einem unserer Behandlungszentren vereinbaren. Vorab versorgen wir Sie gern auch mit weiteren Informationen zum Thema Haarausfall.

Weitere Informationen

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Aspekte des hormonell bedingten und erblich bedingten Haarausfalls zusammenfasst:

AspektHormonell bedingter HaarausfallErblich bedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie)
UrsachenHormonschwankungen durch Schwangerschaft, Wechseljahre, Pille, Medikamente, SchilddrüsenerkrankungenGenetische Veranlagung, Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT
BetroffeneHäufiger bei Frauen, besonders in bestimmten LebensphasenSowohl Männer als auch Frauen, wobei Männer häufiger und stärker betroffen sind
SymptomeDiffuser Haarausfall, oft in Verbindung mit anderen hormonellen BeschwerdenBei Männern: Geheimratsecken, Stirnglatze, Tonsur. Bei Frauen: Ausdünnung im Scheitelbereich
DiagnoseHautarzt, Endokrinologe; Anamnese, Blutuntersuchung, KopfhautanalyseBlickdiagnose, Kopfhaut-Gewebeprobe, Haarwurzel-Analyse (Trichogramm)
BehandlungHormonpräparate (für Frauen), Behandlung der Grunderkrankung, ErnährungsumstellungMedikamente (Finasterid für Männer, Minoxidil), Haarwässer, Haartransplantation
VorbeugungNicht möglich, aber eine gesunde Lebensweise und ausgewogene Ernährung können helfenNicht möglich, da genetisch bedingt

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