Die Geschichte von Rex Gildo ist die eines Mannes, der sich eine Legende erschuf, aus der er nicht mehr herauskam. Es ist die Geschichte einer sagenhaften Karriere und zugleich die eines einsamen Mannes mit einem tragischen Ende.
Am Samstagabend des 23. Oktober 1999 fanden Passanten Rex Gildo nach einem Sprung aus einem Toilettenfenster in der Münchner Ottostraße blutüberströmt auf dem Rasen vor. Das Toupet war ihm vom Kopf gerutscht. Obwohl Ärzte in der Münchner Uniklinik um sein Leben kämpften, starb der Schlagersänger drei Tage später an einem Herz-Kreislauf-Versagen. Bis heute bestehen Zweifel an einem absichtlichen Selbstmord.
Ludwig Franz Hirtreiter, so sein bürgerlicher Name, war nach seiner geschönten Biographie bei seinem Tod 60 Jahre alt, tatsächlich aber 63 Jahre. Trotzdem war Rex Gildo noch immer ein Zugpferd, auch wenn sein erster Nummer-1-Hit "Speedy Gonzales" bereits 37 Jahre zurücklag.
Auch sein letzter Auftritt missglückte. Mit der Begründung, Gildo habe einen Virusinfekt, hatten die Veranstalter schon vorsorglich die geplante Autogrammstunde abgesagt. Als er mit seinem Geliebten Dave, den der mit einer Cousine verheiratete Frauenschwarm als seinen Chauffeur ausgab, in München ankam, eskalierte die Lage. Rex Gildo schien verwirrt, sein Freund alarmierte den Notarzt. Als dieser an die Badezimmertür klopfte, sprang Rex Gildo die acht Meter aus dem zweiten Stock.
Warum Rex Gildo wirklich sprang, weiß niemand eindeutig. Sängerin Cornelia Froboess bezweifelte in einer ARD-Dokumentation eine Suizidabsicht: "An Selbstmord glaube ich überhaupt nicht." Konzertveranstalter Manni Schulte schließt dies ebenfalls aus. Wäre es Selbstmord gewesen, hätte der um sein Aussehen besorgte Sänger seinen Freitod inszeniert.
Schulte widerspricht auch dem Bild des einsamen, tieftraurigen Künstlers. Rex Gildo sei in der Schlagerbranche einer der nettesten gewesen. Viele Fans lieben und verehren ihn deshalb bis heute, zu seinem Todestag sind Gedenkfeiern geplant.
Am 18. November 1972 trat Rex Gildo erstmals in der DDR auf, und zwar in der TV-Show Ein Kessel Buntes.
Ein Leben lang versuchte er, die Wahrheit zu verstecken. Deswegen trug Rex Gildo eine Perücke und log, was sein Alter betraf. Am Ende konnte er nicht mehr anders, als mit Perücke und viel Make-up den ewig jungen Beau zu geben, den Frauenschwarm, den "Sexy Rexy" auch noch mit 63 Jahren.
Die Geschichte seiner Herkunft, die bis heute immer wieder in den Medien reproduziert wird, ist frei erfunden. Das Geburtsdatum (er wurde immer jünger statt älter), der Geburtsort, Beruf der Mutter (angeblich Opernsängerin), die Ausbildung zum Sänger zuerst bei den Regensburger Domspatzen (dort war er 14 Tage im Internat, bekam Heinweh und wurde nie wiedergesehen), dann zum Schauspieler an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule - alles frei erfunden.
Ein Wegbegleiter von damals erinnert sich: „Er konnte nicht mehr damit umgehen, dass er sich immer verstecken musste. Sein wahres Ich. Seine Liebe zu Männern.“ Rex Gildo war schwul. Damals aber tat er alles, um es zu verheimlichen. Seinen Entdecker und Geliebten gab er als Onkel aus. Nach dessen Tod kam ein viel jüngerer Geliebter.
Eben dieser „Sekretär“, Dave Klingeberg , wollte dann nach dem Tod von Rex Gildo 50 Prozent des Erbes von dessen Frau Marion haben. So kam Rex’ Geheimnis doch ans Licht. Der Mann seines Lebens war aber Rex Gildos Entdecker Fred Miekley. 37 Jahre waren die zwei ein Paar. Natürlich im Verborgenen.
Die deutsche Schlagerlegende Rex Gildo war über 26 Jahre Deutschlands beständigster Schlagerstar. Er verkaufte in 40 Jahren über 25 Millionen Schallplatten und drehte über 30 Spielfilme. Sein "Hossa, Hossa" wurde zum Markenzeichen. "Fiesta Mexicana" hielt sich damals ein halbes Jahr in der Hitparade.
Regisseur Rosa von Praunheim drehte einen Film über den 1999 gestorbenen Schlagersänger. Der Film „Rex-Gildo-Story“ erzählt dessen tragische Geschichte im Spiegel der (west-)deutschen Nachkriegsjahrzehnte. Im Film spielt Kilian Berger den jungen, Kai Schumann den älteren Rex Gildo. Ben Becker spielt den schwulen Manager.
Von Praunheim dazu bei Radio eins: „Es hat mich natürlich seine versteckte Homosexualität sehr interessiert. Das war in einer Zeit - in den Fünfziger- und Sechzigerjahren - in der Schwule kriminalisiert wurden.“
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