Trinkgeld beim Friseur: Ja oder Nein – Eine Frage der Wertschätzung?

Viele geben nach dem Friseurbesuch etwas Trinkgeld, wenn sie zufrieden waren, um ihre Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Aber wie viel ist genug, ohne jemanden zu brüskieren? Und sollte man auch dem Chef Trinkgeld geben? Dieser Artikel beleuchtet die üblichen Gepflogenheiten und Erwartungen in der Branche.

Die Trinkgeldkultur beim Friseur

Im Restaurant, auf öffentlichen Toiletten und auch beim Friseur gibt es ungeschriebene Regeln, die besagen, in welchen Dienstleistungsbereichen Trinkgeld erwartet wird. Viele wissen das und geben dieses auch in den meisten Fällen gerne freiwillig.

Die goldene Regel lautet hier, dass man mit etwa zehn bis 15 Prozent der Gesamtrechnung plant. Das kann natürlich eine erhebliche zusätzliche Summe sein, je nachdem, wie hoch letztere am Ende ausfällt. Das gilt unter anderem auch beim Friseur.

Jemand, der nur die Spitzen schneiden lässt, zahlt erfahrungsgemäß weniger als ein anderer, der sich die Haare noch färben oder sogar Strähnchen setzen lässt. Trinkgeld an sich ist eine spendable Geste und ist auch dazu da, dem Gegenüber zu zeigen, wenn man mit seiner Dienstleistung zufrieden gewesen ist.

Wie viel Trinkgeld ist angemessen?

Es gibt keine festen Regeln, wie viel Trinkgeld man beim Friseur geben sollte. Die Entscheidung liegt ganz bei Ihnen, denn Trinkgeld muss freiwillig sein. In Deutschland setzt man meist fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrages an. Einige Faktoren können Ihre Entscheidung aber beeinflussen:

  • Zufriedenheit mit der Dienstleistung
  • Dauer und Aufwand der Frisur
  • Freundlichkeit und Service des Personals

Friseurmeister Christian Stinner, der einen eigenen Laden in München besitzt, erklärt auf seiner Webseite: „Friseure verdienen ca. 20-50 Prozent weniger als gleich qualifizierte Fachkräfte in anderen Branchen.“ Er meint weiter, dass er sich freue, dass so viele seiner Kunden Trinkgeld geben würden und geht ins Detail, wie viel man geben sollte. „Üblich sind bei einem Haarschnitt zwischen fünf und zehn Euro. Manche sehr zufriedenen Kunden geben sogar 20 Euro oder mehr!“

Auch bei aufwändigen Farbbehandlungen geben viele Kunden gerne fünf bis zehn Prozent vom Rechnungsbetrag. Grundsätzlich seien allerdings zehn Prozent Trinkgeld immer fair, sei man hingegen besonders zufrieden mit der Leistung, können es auch ruhig 15 Prozent sein, fügt er hinzu.

Was passiert, wenn man kein Trinkgeld gibt?

Zahlt man hingegen gar nichts extra, zeigt das dem Friseur, der einen bedient hat, dass man unzufrieden ist. Das ist natürlich legitim, vor allem, wenn es tatsächlich der Fall ist. Wenn nicht, dann würden sich viele Friseure immer über ein kleines Trinkgeld freuen.

Der Chef und das Trinkgeld

Schon lange frage ich mich, was der Chef erhält, zum Beispiel der Inhaber eines Friseursalons. Wäre es unpassend, dem ein Trinkgeld zu geben? Eigentlich gilt der Grundsatz, dass der Chef kein Trinkgeld bekommt. Dafür ist er ja der Chef.

Bei einem Star-Friseur mit entsprechend imposanter Persönlichkeit und Ausstrahlung würde sich Ihnen die Frage vermutlich auch gar nicht stellen. Aber in einem kleinen Salon mit zwei oder drei Angestellten sieht die Sache schon ganz anders aus. Es ist ja bekannt, dass Friseure nicht gerade zu den Hochverdienern gehören. Obwohl die Berufszufriedenheit ausgerechnet dort sehr ausgeprägt ist, sind viele auf das Trinkgeld als Zusatzverdienst schlicht angewiesen, und davon kann man die Chefs sicher nicht generell ausnehmen.

Mit solchen Fragen wird man immer wieder konfrontiert, auch in Restaurants oder bei manchen Handwerkern. Es kann einem schon mal passieren, dass Trinkgeld stolz zurückgewiesen wird. Aber das ist eher die Ausnahme. Dass es heimlich erwartet oder erhofft wird, kommt viel häufiger vor.

Ist Trinkgeld erlaubt? Darf man Trinkgeld geben oder annehmen?

Lösungen und Alternativen

Kluge Geschäftsinhaber stellen ein Sparschwein oder Ähnliches auf als Gemeinschaftskasse. Darin wird auf diskrete Art für alle gemeinsam gesammelt. Klar, dass man einen Obolus dahinein entrichtet, auch wenn man vom Chef bedient wurde. Die Idee, die dahintersteckt, kann man sich auch dann zunutze machen, wenn es kein Sparschwein gibt. Gerade in kleineren Unternehmen sollte man das Trinkgeld geben mit dem Hinweis, dass es sicher eine Sammelkasse für alle gibt.

Trinkgeld für Handwerker

Zunächst stellt sich natürlich die grundlegende Frage: Sollte man einem Handwerker überhaupt Trinkgeld geben? Schließlich stellt der Dienstleister seine Arbeit in Rechnung. Grundsätzlich ist es weder Pflicht noch verboten, Handwerkern ein Trinkgeld zukommen zu lassen. Allerdings ist es eine Geste der Wertschätzung, die durchaus willkommen ist. Möchten Sie den Handwerken einen Extra-Obolus geben, tun Sie das am besten nach getaner Arbeit in bar.

In Deutschland ist es bei vielen Dienstleistern üblich, einen prozentualen Anteil des Rechnungsbetrags als Trinkgeld zu geben. Gang und gäbe ist dies bei Mitarbeitern der Gastronomie oder beim Friseur. Zwischen sieben und zehn Prozent sind hier angemessen. Bei Handwerkern wird in der Regel die Arbeitszeit, also der Aufwand der Arbeit berücksichtigt, wenn es um die Höhe des Trinkgeldes geht. Für zwei Stunden Arbeit, beispielsweise bei einer Reparatur, gelten pro Handwerker fünf bis zehn Euro Trinkgeld als angemessen.

Sind in Ihrem Haus umfangreichere Arbeiten nötig, die mehrere Tage in Anspruch nehmen, freuen sich die Handwerker über etwas mehr Geld: Eine Trinkgeldhöhe von 20 bis 30 Euro pro Person sind ein guter Wert. Möchten Sie ein besonders netter Auftraggeber sein, ist es auch eine schöne Geste, Handwerkern einen Kaffee oder ein Wasser anzubieten. Das ist besonders dann der Fall, wenn sie längere Zeit bei Ihnen beschäftigt sind. Dann ist es sinnvoll, einfach eine Kanne Kaffee, Tassen und Wasser sowie andere kühle Getränke zur Selbstbedienung zur Verfügung zu stellen. Das hebt auch gleich die Motivation und die Arbeit geht vielleicht sogar ein bisschen schneller von der Hand.

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