Olaplex und Haarausfall: Ursachen, Vorwürfe und Fakten

Olaplex hat sich seit seinem Launch im Jahr 2014 zu einer bekannten Marke für Haarreparatur entwickelt. Die patentierte Technologie, die kaputte Haarbindungen wiederverknüpft, hat eine ganze Haarpflege-Kategorie rund um „Bond Repair“ begründet und wird seitdem von zahlreichen anderen Marken imitiert.

Viele Menschen, darunter auch Prominente und Friseure, schwören auf die Haarpflege von Olaplex. Olaplex soll geschädigtes Haar wieder gesund machen. Was Olaplex nicht soll, ist gesundes Haar schädigen.

Doch jetzt droht Olaplex juristischer Ärger aufgrund von Kundenbeschwerden. Mehrere Kund:innen werfen der Marke vor, dass ihre beliebten Produkte - die Olaplex laut Berechnungen im dritten Jahresquartal des letzten Jahres 176.000 US-Dollar (rund 165.600 Euro) einbrachten - die Haare austrocknen, schädigen oder brechen lassen. Einige Nutzer:innen berichteten sogar von Haarausfall.

Im Zentrum dieser neuen Klage steht jetzt ein anderer Wirkstoff - Panthenol, oder Vitamin B5 -, der potenziell reizend wirken und somit womöglich für die „entzündete, blasige, schuppige, abblätternde Haut“ gesorgt haben soll, von der diese Kund:innen berichten.

Auch in Friseursalons wird die Behandlung angeboten.

Olaplex Behandlung im Friseursalon (Bild: dpa / Jan Woitas)

Die Klage gegen Olaplex

Rund 30 Frauen in Amerika behaupten, dass einige Olaplex-Produkte bei ihnen Haarausfall, Haarschäden und Kopfhautverletzungen verursacht hätten.

Die Klage soll vor rund zwei Wochen beim Bezirksgericht in Kalifornien eingereicht worden sein. Die Vorwürfe haben es in sich. Die Klägerinnen fordern mehr als 75.000 US-Dollar Schadensersatz (umgerechnet circa 70.500 Euro).

Betroffene berichten von starken Schädigungen und Verletzungen. Laut "CBSnews" reichen diese von Haarausfall und geschädigtem Haar bis zu kahlen Stellen und beschädigter Kopfhaut. Das Haar sei anders, als es Olaplex verspricht: "trocken, spröde, kraus und stumpf", heißt es.

Die Anschuldigungen, die gegen das Unternehmen erhoben wurden, sind ebenfalls haarsträubend. In der Klage, die in der vergangenen Woche beim Bezirksgericht in Kalifornien eingereicht wurde, ist laut "BBC" von Juckreiz, Hautausschlägen, Hefepilzinfektionen, bakteriellen Infektionen, Brennen, offenen Wunden und drastischen Haarverlusten die Rede.

Eine Klägerin sagte „ABC News“, ihr Haar sei voller Spliss und gebrochen, sodass es aussehe, als wäre es mit einem „Unkrautschneider“ geschnitten worden.

Eine Klägerin, Jessica Auriana, erzählte gegenüber Good Morning America, sie habe nach nur zwei Monaten der Anwendung vom Olaplex-Shampoo, -Conditioner und dem Clarifying Shampoo 20 Prozent ihrer Haare verloren.

Die 28 Klägerinnen fordern Schadensersatz von Olaplex.

Die Reaktion von Olaplex

Das Unternehmen hat die Vorwürfe der Betroffenen zurückgewiesen. Die Beschwerden seien auf andere Umstände, als auf die Behandlung mit Olaplex zurückzuführen. Sie berufen sich auf Testergebnisse eines Drittlabors, die das Vertrauen ihrer Kundschaft in die Produkte stärken sollen. Die Olaplex-Produkte seien "sicher und wirksam".

Olaplex bestreitet alle Anklagepunkte. „Olaplex-Produkte sind sicher und effektiv, wie Millionen unserer zufriedenen Kund:innen bestätigen können.“

Zum Beweis verweist die Firma auf ihre Sicherheitstests: „Wir haben Testergebnisse aus unabhängigen Dritt-Laboren veröffentlicht, weit über Industriestandards hinaus, um [die Sicherheit der Produkte] zu demonstrieren. Wir haben vollstes Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit unserer Produkte.“

Die Firma sagt auch, sie habe „für diverse Produktlinien Tests an empfindlicher Haut durchgeführt, um die Sicherheit dieser Produkte zusätzlich zu gewährleisten“. Die Testergebnisse haben erwiesen, dass die Produkte „kein reizendes oder sensibilisierendes Potenzial“ hätten.

„Wir sind bereit, unsere Firma, unsere Marke und unsere Produkte energisch gegen diese grundlosen Vorwürfe zu verteidigen“, sagte Wong. „Wir wollen unserer Community aus professionellen Stylist:innen, Kund:innen und Fans versichern, dass sie unsere Produkte weiterhin mit gutem Gefühl verwenden können.“

Außerdem verweisen sie auf andere Ursachen für die von den Betroffenen genannten Beschwerden. So hätten Experten erklärt, dass "es eine Vielzahl von Gründen für Haarbruch oder Haarausfall" gebe. Genannt werden "Lebensstil, verschiedene Erkrankungen, Medikamente, die Nachwirkungen von Covid, Hauterkrankungen und mehr".

Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück und gibt an, es gebe eine Vielzahl von Gründen für Haarbruch oder Haarausfall. Unter anderem „Lebensstil, verschiedene Erkrankungen und Medikamente, die Nachwirkungen von COVID, Hauterkrankungen und mehr“, wie aus einer Stellungnahme an „CBS MoneyWatch“ hervorgeht.

Und weiter heißt es:"OLAPLEX-Produkte verursachen keinen Haarausfall oder Haarbruch. OLAPLEX-Produkte sind sicher und wirksam, wie Millionen unserer Kunden mit Freude bestätigen können. Wir haben Testergebnisse von unabhängigen Drittlabors veröffentlicht, die über die Industriestandards hinausgehen, um dies zu beweisen. Wir haben volles Vertrauen und glauben an die Sicherheit und Wirksamkeit unserer Produkte.“

RTL hat auch Olaplex Deutschland um eine Stellungnahme gebeten, dessen Pressesprecherin auf die offizielle Erklärung der amerikanischen Kollegen verwies.

Auf seiner Instagram-Seite kommentiert das Unternehmen: "Wir sind bereit, unser Unternehmen, unsere Marke und unsere Produkte energisch gegen diese unbegründeten Anschuldigungen zu verteidigen."

Die Kommentare dazu sind gespalten. Während manche dem Unternehmen unterstützend zur Seite springen - "Die Leute versuchen, ihr geschädigtes Haar auf das Produkt zu schieben. "Ich würde mir wünschen, dass dieses Unternehmen die Bedenken der Kunden anerkennt, anstatt ihnen zu sagen, dass das nicht der Fall ist", schreibt eine Nutzerin. Ihre eigenen Kund:innen hätten ihr von brüchigen Haar nach der Verwendung von Shampoo und Spülung erzählt. Und weiter: "Dieses Produkt ist nicht für jeden geeignet. Seien Sie wenigstens ehrlich [...].

Die Rolle von Lilial und Panthenol

Im März letzten Jahres gab es Berichte, die Olaplex mit Unfruchtbarkeit in Verbindung brachten. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand damals der Wirkstoff Lilial, ein Duftstoff, der seit 2020 in der Europäischen Union verboten ist. Bis vor Kurzem wurde der Stoff in Olaplex-Produkten in den Vereinigten Staaten aber noch in sehr geringer Konzentration (0,0119 Prozent) verwendet, bis Lilial 2022 schließlich aus „einem Überfluss an Vorsicht“ (mehr dazu gleich) komplett aus den Produkten gestrichen wurde.

Die eilige Entscheidung der Marke, die Zusammensetzung ihre Produkte dahingehend zu verändern, sorgte aber schnell für jede Menge Panikmache online, die in dieser Entscheidung eine Bestätigung der „Gefahr“ von Lilial zu erkennen glaubten.

In die Kritik geraten ist der flüssige Duftstoff, weil er potenziell Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeiten hat. In Tierversuchen hatte eine BASF-Studie eine solche gefährdende Wirkung bereits 2016 festgestellt. In der Europäischen Union (EU) ist Lilial seit knapp einem Jahr verboten.

„Lilial, auch bekannt als Butylphenyl Methylpropional (BMHCA), wird häufig in kosmetischen sowie nicht-kosmetischen Produkten als Duftstoff verwendet“, erklärt der Toxikologe Rani Ghosh, der schon für einige der größten Körperpflegefirmen der Welt gearbeitet hat. Dennoch stuft die EU Lilial seit 2020 als „reproduktionstoxisch“ ein (damit ist das potenzielle Risiko einer Chemikalie gemeint, sich negativ auf die Fruchtbarkeit auszuwirken).

Als vorbeugende Maßnahme wurde die Verwendung von Lilial daraufhin in der EU in kosmetischen Produkten verboten, nachdem Ergebnisse von Tierversuchen (mit Ratten) negative Reaktionen der Leber und des männlichen Fortpflanzungssystems erwiesen hatten. „Es gibt bisher aber keine direkten Daten dazu, dass Lilial in Menschen zur Unfruchtbarkeit führen könnte“, stellt Ghosh klar. Bis heute ist Lilial in den USA zugelassen; dennoch verwendet Olaplex den Wirkstoff auch dort nicht mehr.

Es gibt keine klinischen Studien zu der Beziehung zwischen Lilial und Haarausfall. Daher wissen wir nicht, ob es dahingehend eine Verbindung gibt.

Laut Klage enthalten die besagten Produkte in Amerika die Inhaltsstoffe Lilial und Panthenol, die unter anderem zu Schäden wie Haarausfall und Verletzungen an der Kopfhaut führen können.

Okay, aber was ist mit Panthenol? „Panthenol ist ein allgegenwärtiger Wirkstoff, der in vielen Haarpflegeprodukten - wie Shampoo und Conditioner - enthalten ist“, erklärt Ghosh. „Panthenol wird aus Vitamin B5 gewonnen, auch bekannt als Panthotensäure, die ein natürlicher Haarbestandteil ist.“

Ghosh empfiehlt, dir die Inhaltsstoffe deiner Haarpflegeprodukte mal durchzulesen. Vermutlich benutzt du Panthenol ohnehin schon. Abgesehen von Olaplex führen nämlich auch zahllose andere Haarpflegemarken Panthenol als einen Hauptinhaltsstoff ihrer Produkte an. Zu den Vorteilen von Panthenol gehören laut Tricholog:innen und Ärzt:in die Glättung und Stärkung der Haare. Einige Studien weisen sogar darauf hin, der Stoff könnte das Haarwachstum stimulieren.

Ist Panthenol also sicher? „Es gibt keine direkten Daten, die vermuten ließen, dass Panthenol Haarausfall bewirken oder der Kopfhautgesundheit schaden könnte“, meint Ghosh. „Wenn da etwas dran wäre, wäre Panthenol kein fester Bestandteil so vieler unserer liebsten Haarpflegeprodukte.“

Noch dazu ist die Sicherheit aller Haarprodukte erwiesen - dank der strikten Vorgaben, nach denen sich Kosmetikfirmen richten müssen (genau deswegen muss Olaplex, wie alle anderen Firmen auch, eben „Testergebnisse aus unabhängigen Dritt-Laboren“ nachweisen können). Sonst würden sie es nämlich gar nicht erst in die Ladenregale schaffen, erklärt der Haarrestaurations-Chirurg Dr. Bessam Farjo.

„Haarprodukte werden gründlich getestet, und Standard-Shampoos und -Conditioner bewirken keinen Haarausfall“, sagt Dr. Farjo. „Nur starke Chemikalien könnten solche Schäden auslösen. Wenn etwas das Haar reizt, bewirkt das eher temporäre Schäden an der Außenseite des Haares als in der Nähe der Haarwurzel.“

Die kosmetische Chemikerin Jen Novakovich meint, sie würde sich als Konsumentin weder wegen Lilial noch Panthenol Sorgen machen. „Wie alle anderen Produkte müssen auch Haarpflegeprodukte nachweislich sicher sein, wenn sie auf den Markt kommen“, erzählt sie. Zu allen Wirkstoffen gibt es toxikologische Daten, die bestimmen, wie dieser Stoff am besten und am sichersten verwendet werden kann, erklärt Novakovich, und andere Tests befassen sich dann mit der Zusammensetzung eines Produkts im Ganzen. Und auch, wenn die Produkte erst einmal auf dem Markt sind, sollten angesehene Firmen die Sicherheit dieser Produkte und Wirkstoffe weiterhin beobachten, meint sie.

„Bei diesen Brands sollten die Konsument:innen darauf vertrauen können, dass die Sicherheit der Produkte gründlich sichergestellt wurde.“ Was uns all diese Expert:innen deutlich sagen wollen, lässt sich kurz zusammenfassen: Du kannst dich auf die Sicherheit von Olaplex-Produkten verlassen - und brauchst wirklich keinen Reddit-Thread, der dir das Gegenteil glaubhaft machen will.

We are sharing this Statement for the millions of women who have been mentally stressed from the inaccurate narrative on the Lilial phase-out. We are calling for calm and for all of us to help each other and to let the facts guide us.

Weitere Faktoren, die Haarausfall verursachen können

So frustrierend und furchtbar Haarausfall sein kann, ist es laut Expert:innen in Wahrheit sehr schwer, dafür einen einzigen Auslöser verantwortlich zu machen.

„Der häufigste Auslöser für Haarausfall bei Frauen und Männern sind die Gene“, erklärt Dr. Yates. Um es anders zu sagen: Das liegt in der Familie. Zusätzlich gibt es spezifische Gesundheits- und Lifestyle-Faktoren, die nachweislich mit Haarverlust in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören hormonelle Störungen (wie während der Schwangerschaft oder Menopause), Stress, Nährstoffmängel (wie von Eisen), Autoimmunerkrankungen, manche Medikamente und womöglich sogar COVID-19.

Das British Medical Journal berichtet, dass Betroffene von Long COVID eine Reihe weiterer Symptome aufweisen, als bisher bekannt war - inklusive Haarausfall, obwohl es dazu bisher nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen gibt.

Das bestätigt uns auch Expertin Nizam: „Hormonelle Probleme könnten auch Grund für Haarveränderungen sein.“

Können Haarpflegeprodukte (ob nun von Olaplex oder anderen Marken) aber zumindest teilweise zum Haarausfall beitragen? Das ist tatsächlich eher ungewöhnlich. Laut Dr. Farjo haben Haarprodukte zwar das Potenzial, dem Haar zu schaden; sie können aber nur unwahrscheinlich zum Haarausfall führen. „Einige Produkte können den Haarschaft von außen beschädigen. Das wären dann vorübergehende Schäden“, erklärt er. Wenn ein Produkt oder eine Behandlung in direkten Kontakt zur Kopfhaut kommt, kann das allerdings „die Kopfhaut verbrennen, was den Haarausfall beeinflussen kann“, ergänzt er.

Eine weitere potenzielle Ursache für die Haarprobleme und Verletzungen der Kläger in Amerika sieht Blond-Expertin Hatice Nizam in der unterschiedlichen Reaktion auf Produkte. „Jeder hat andere Pigmente, jeder hat eine andere Haarstruktur. Deswegen kann ja auch jeder ganz anders auf die Produkte reagieren.“ Und erklärt weiter: „Vielleicht war es eine Allergie. Es gibt ganz viele Menschen, die auf Sachen reagieren, vielleicht auch auf Inhaltsstoffe, die in Olaplex drin waren. Es kann sein, dass da irgendetwas drin ist - das sind ja sehr sehr hochwertige und luxuriöse Inhaltsstoffe - aber trotzdem kann es ja irgendein Produkt sein, worauf die Kundinnen, die geklagt haben, reagiert haben.“

Aufgrund alarmistischer Behauptungen von „clean beauty“-Brands und Influencer:innen, die vermeintlich „gefährliche“ Inhaltsstoffe und „Chemikalien“ verteufeln, die schon seit Jahren sicher in Kosmetikprodukten verwendet werden, herrscht aktuell ein generelles Misstrauen zwischen Beauty-Firmen und Konsument:innen. „Das Internet ist gerade voller Falschinformationen dazu, was ‚sicher‘ ist und was nicht. Die solltest du immer mit Vorsicht genießen, indem du die Argumente hinter jeder Behauptung beleuchtest“, empfiehlt der Haarausfall-Experte Dr. William Yates.

Ein gut gemeinter Rat: Bevor du Olaplex-Produkte für deinen Haarausfall verantwortlich machst, hol dir bitte eine ärztliche Meinung ein. „Es ist nie eine gute Idee, dich selbst zu diagnostizieren“, meint Dr. Farjo. „Wenn dir auffällt, dass dir Haare ausfallen - und damit meine ich einen sichtbaren Unterschied, nicht ‚Ich habe Haare in der Hand!‘, weil wir alle von Natur aus jeden Tag Haare verlieren -, solltest du das untersuchen lassen.“ Zusätzlich betont Dr. Farjo, wenn sich der Haarausfall über längere Zeit hinweg (mehr als drei Monate) erstreckt, solltest du dir bei Ärzt:innen, Dermatolog:innen oder Tricholog:innen eine Diagnose einholen.

In vielerlei Hinsicht wirkt die Olaplex-Klage daher wie eine Art Déjà-vu.

Olaplex ist übrigens nicht die einzige populäre Haarpflegemarke, der vorgeworfen wurde, Haarprobleme zu verursachen. 2020 wurde die Lockenpflege-Marke DevaCurl öffentlich angeklagt, weil Tausende Nutzer:innen behaupteten, die Produkte der Marke hätten bei ihnen zu Haarausfall geführt. Wie auch Olaplex wies DevaCurl die Vorwürfe von sich und änderte die Zusammensetzung einiger Produkte. Laut einem Artikel von Bloomberg Law einigten sich Deva Concepts LLC und die Kläger:innen auf eine Vergleichszahlung von 5,2 Millionen US-Dollar (rund 4,9 Millionen Euro). Und 2016 wurde Wen Beauty in einer sehr ähnlichen Klage vorgeworfen, ebenfalls Haarausfall zu bewirken. Die Firma leugnete die Vorwürfe zwar, einigte sich aber doch auf eine Zahlung in Höhe von 26 Millionen Dollar (circa 24,5 Millionen Euro).

Dass es wirklich zu Haarverlust durch Olaplex kommt, bezweifelt die Expertin. „Dass die Haare ausfallen, kann ich mir nicht vorstellen. Da muss ja Chemie in dem Produkt drin sein und so viel ist da nicht drin.“

Dennoch sind ihr mögliche Haarschäden nach einer Behandlung mit Olaplex nicht gänzlich unbekannt.

„Wir hatten auch schon Kundinnen, die Probleme mit dem Produkt hatten. Es waren ähnlich Probleme wie die in der Klage“, so Nizam. Allerdings führt die Expertin die Schäden auf die falsche Anwendung zu Hause zurück. Eine Erfahrung, die die Expertin auch schon an ihren eigenen Haaren gemacht habe. Obwohl es zwar viele Produkte für Zuhause gibt, rät die Expertin von häuslichem Gebrauch lieber ab. „Wenn man das zu Hause mal als Kur nimmt, habe ich nichts dagegen, aber wenn man nur noch das nimmt, kann es eben auch schaden.“

Außerdem würden viele Kundinnen die Anwendungsanleitung nicht richtig durchlesen, was ebenfalls zu Haarproblemen führen könne.

All das steht nicht ohne Grund auf der Flasche.

Dabei ist es besser, nicht von den Gebrauchsanweisungen abzuweichen.

Was bedeutet das für die Betroffenen von Haarausfall, die Olaplex jetzt verklagen?

Es lässt sich nicht sicher sagen, ob die Kläger:innen mit ihrer Klage Erfolg haben werden.

Für alle anderen, die Olaplex verwenden, gilt: Wenn du zufrieden mit deinen Haaren und deiner Kopfhaut bist, benutze Olaplex No. 3 ruhig weiter. Wenn Olaplex aus irgendwelchen Gründen für dich aber nicht zu funktionieren scheint, steig ruhig auf ein anderes Produkt um.

Die Coloristin Julie Fortiz bevorzugt Epres, die neue Bond-Repair-Marke von Eric Pressly, dem Chemiker, der auch Olaplex erfunden hat. (Epres gibt es derzeit leider nur in den USA, aber es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis es auch bei uns erhältlich ist.) Und wem Olaplex ohnehin zu teuer ist, bekommt von The Inkey List ein ähnliches Produkt deutlich günstiger.

Woran du auf jeden Fall immer denken solltest: Lies dir die Produktbeschreibung und Anwendungsempfehlung gründlich durch.

Die Verhandlung läuft noch - aber Haarausfall sollte, unabhängig von seinem Auslöser, immer ernst genommen werden.

„Haarausfall kann enorm belastend sein“, meint Ghosh. „Für viele von uns machen unsere Haare einen großen Teil unserer äußeren Identität aus.

Prominente, Influencer und viele Friseure schwören auf das Produkt, das die Haare besonders pflegen und vor allem nicht schädigen soll: Olaplex. Doch jetzt klagen in Amerika rund 30 Frauen gegen das Unternehmen. Denn das von Olaplex Holdings vermarktete Produkt, das als Heilmittel für trockenes oder geschädigtes Haar angepriesen wird, soll bei den Klägern genau das Gegenteil bewirkt und das Haar und die Kopfhaut geschädigt und sogar zu kahlen Stellen und anderen Verletzungen geführt haben.

Die Haarpflegefirma Olaplex wirbt mit einem Wirkstoff, der alles verändert und das Haar dauerhaft repariert. Ein tolles Versprechen. 28 Frauen in den USA glauben nicht mehr daran. Sie haben das Unternehmen jetzt verklagt und berichten von Haarausfall, kahlen Stellen und weiteren gesundheitlichen Schäden.

Und auch, wenn die Produkte erst einmal auf dem Markt sind, sollten angesehene Firmen die Sicherheit dieser Produkte und Wirkstoffe weiterhin beobachten, meint sie.

Q & A / Haarausfall durch Naturshampoo, was hälst du von Olaplex, wie oft Haare waschen, usw.

tags: #olaplex #haarausfall #ursachen

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