Tretinoin, auch bekannt als Vitamin-A-Säure, ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Retinoide. Es wird häufig in der Dermatologie zur Behandlung verschiedener Hautprobleme eingesetzt. Doch wie sieht es mit der Anwendung von Tretinoin bei Haarausfall aus? Dieser Artikel beleuchtet die Studienlage, Anwendungshinweise und mögliche Risiken.
Tretinoin ist ein natürlich vorkommender Abkömmling von Vitamin A1 und gehört zur Substanzgruppe der Retinoide. Bei lokaler Anwendung auf der Haut reichert sich Tretinoin besonders gut in der Hornschicht an. Hier bewirkt es eine Verdünnung und Auflockerung der Hornschicht und regt die Zellneubildung in der Haut an. So wird der Verhornung der Talgdrüsenausgänge, die zu einem Verstopfen der Talgdrüsen führt, vorgebeugt.
Es wird als äußerlich anzuwendendes Anknemittel und Schälmittel der Haut eingesetzt. Der Talg kann jetzt besser abfließen und eine Infektion kann vermieden werden. Eine bereits bestehende Infektion der verstopften Talgdrüsen kann mit Tretinoin eingedämmt werden.
Tretinoin wird als äußerlich anzuwendendes Aknemittel als Creme oder Lotion eingesetzt, um milde bis mäßig ausgeprägte Formen der Akne zu behandeln. Hierzu zählen:
Versucht werden kann eine Therapie mit Tretinoin auch bei Akne-Formen, die beispielsweise als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Allerdings ist ein Behandlungserfolg nicht gesichert. In einem anderen therapeutischen Zusammenhang wird Tretinoin in Form von Kapseln angewendet: In hoher Dosierung (10 Milligramm) wirkt Tretinoin sich positiv auf eine akute Promyelozytenleukämie, eine bestimmte Form der akuten myeloischen Leukämie (AML), aus.
Die Behauptung, dass Tretinoin bei Haarausfall helfen kann, basiert auf einigen wenigen Studien. Einige vielversprechende Ergebnisse zeigten, dass das Tretinoin die Wirkung vom Minoxidil bei Betroffenen der androgenetischen Alopezie verstärken könnte. Das Tretinoin könnte der Kopfhaut dabei helfen, das Minoxidil zu absorbieren.
Allerdings befassten sich diese Studien eben nur mit einer sehr spezifischen Form von Haarausfall sowie einer spezifischen Form von Retinoid. Es gibt bisher einfach nicht genug Forschungsergebnisse, die die kombinierte Anwendung befürworten würden. Noch dazu hat nicht nur Minoxidil, sondern auch Tretinoin eine hautreizende Wirkung.
Einige Anwender haben bereits mit Mischungen aus Tretinoin und Minoxidil experimentiert. Ein Beispiel ist die Herstellung eines Gemisches aus 0,01% Tretinoin und 5% Minoxidil, wobei 1 mg Tretinoin in 1 g Creme enthalten ist. Dieses Gemisch wird dann auf die Kopfhaut aufgetragen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die AGA-Behandlung individuell ist und eine Sache des "Trial And Error".
In den Studien zum Tret haben die Probanden das Tret(Creme) vor dem Auftragen vom Minoxidil verwendet. Es wäre auf Wunsch 10% Minoxidil+ 0,015% Tretinion in Trichosol.
Sehr häufige Nebenwirkungen: Bei äußerlicher Anwendung: Hautreizung (Rötung, Brennen, Juckreiz, Schuppung) in den ersten drei Behandlungswochen.
Häufige Nebenwirkungen: Bei Einnahme: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Hauttrockenheit, Schleimhauttrockenheit, Hautrötung, Juckreiz, Blutungsneigung, Haarausfall, Knochenschmerzen, erhöhte Knochenbrüchigkeit, Reizbarkeit (Symptome einer Vitamin A-Überdosierung), Schwitzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwindelgefühl, Verwirrtheit, Angst, Empfindungsstörungen, Schlafstörungen, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberfunktionsstörungen, Fettstoffwechselstörungen, Luftnot, Atemfunktionsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Wassereinlagerungen, Thrombose (im ersten Behandlungsmonat), reaktive Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Hyperleukozytose) mit Vortäuschung eines Blutbildes wie bei Leukämie, lebensbedrohliches Retinsäuresyndrom (RAS= Retinoic Acid Syndrome) mit Fieber, plötzlicher Atemnot, Blutdruckerniedrigung, Wassereinlagerungen im Gewebe und in der Lunge, Anstieg der weißen Blutkörperchen, Gewichtszunahme, Leber-, Nieren- und Multiorganversagen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Anwendung von Tretinoin die Haut lichtempfindlicher macht. Daher ist ein konsequenter Sonnenschutz unerlässlich.
Tretinoin darf bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Vertreter aus der Substanzgruppe der Retinoide nicht angewendet werden. Tretinoin-haltige Cremes und Lösungen dürfen auf akut entzündeter oder krankhaft veränderter Haut (beispielsweise bei Ekzem, perioraler Dermatitis, Rosacea) nicht angewendet werden.
Tretinoin als Kapsel darf bei Frauen im gebärfähigen Alter nur eingenommen werden, wenn der Eintritt einer Schwangerschaft während und bis mindestens einen Monat nach Ende der Therapie sicher verhütet wird. Tretinoin und Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden, da ein erhöhtes Risiko für eine vorübergehende Erhöhung des Schädelinnendrucks (Pseudotumor cerebri) mit starken Kopfschmerzen, Sehstörungen (beispielsweise Doppeltsehen), Schwindel, Übelkeit, Erbrechen sowie Benommenheit und Bewusstlosigkeit besteht.
Wer vorsichtshalber ganz auf Retinol verzichten möchte, kann auf die pflanzliche Alternative Bakuchiol zurückgreifen. Der natürliche Wirkstoff Samen und Blättern der Babchi-Pflanze wird im Ayurveda und der Traditionellen Chinesischen Medizin seit Jahrhunderten als Heilmittel verwendet. Mehrere Studien zeigen, dass Bakuchiol ähnliche Effekte wie Retinol erzielen kann und effektiv gegen feine Linien, Pickel und Hautirritationen wirkt.
Quelle: dermastore.com
Die Studienlage zur Anwendung von Tretinoin bei Haarausfall ist noch nicht ausreichend, um eine klare Empfehlung auszusprechen. Während einige Studien vielversprechende Ergebnisse in Kombination mit Minoxidil zeigen, sind weitere Forschungen erforderlich. Aufgrund der potenziellen Risiken und Nebenwirkungen sollte die Anwendung von Tretinoin bei Haarausfall nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Dermatologen erfolgen.
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