Die Frage, ob Helmut Lotti eine Perücke trägt, ist ein Thema, das im Laufe seiner Karriere immer wieder aufgekommen ist. Dieser Artikel beleuchtet diese Frage im Kontext seiner musikalischen Entwicklung, seines Comebacks und seines Umgangs mit seinem Image.
Helmut Lotti
Helmut Lotti, der belgische Crossover-Star, überraschte 2011 mit dem Ziehen der Reißleine. Gerüchte über ein Burn-out machten die Runde, doch Lotti wollte seine Lebensleistung bilanzieren. Nach einer kreativen Auszeit meldete sich Helmut Lotti mit dem "The Comeback Album" zurück. Der 46-Jährige präsentiert auf dem Album Coverversionen von Pop-Giganten wie Elvis Presley, Leonard Cohen oder Simon & Garfunkel.
Lange Zeit hatte ihn seine Plattenfirma dazu gedrängt, ein Toupet zu tragen. Doch dieses Versteckspiel gehört nun der Vergangenheit an. „Ich kam zu dem Punkt, wo ich dachte: Wenn ich es jetzt noch weiter verstecke, wird es lächerlich“, erklärte er gegenüber „Bild“ seinen mutigen Schritt.
Im Interview mit MEINE MELODIE (12/16) berichtete der Sänger: "Alle Lieder handeln von Glaube, Hoffnung, Liebe und Trost. Die perfekte CD für einen Menschen, der sich wieder orientieren möchte und sich so fühlt wie ich, als ich vor einigen Jahren neben mir stand."
Er sei damals keineswegs ausgepowert gewesen, sondern: "Aber mein Leben war nicht mehr spannend, mir fehlte die Herausforderung." Bei seiner letzten Tour vor sieben Jahren habe er das Ende kaum abwarten können. "Die Schere zwischen dem Helmut auf der Bühne und dem Helmut privat ging immer weiter auseinander."
Da sein Plattenvertrag gerade auslief, nutzte der Belgier den Zeitpunkt zum Ausstieg. "Durchatmen, Ruhe haben", sagte Lotti. "Und ich habe gemerkt: Die Zeit geht sehr schnell vorbei, auch ohne Bühne. Ich hatte viel Spaß und Langeweile kenne ich nicht." Er habe einfach sein Leben genossen, viele Konzerte von Kollegen besucht und mit Ehefrau Jella viele schöne Reisen gemacht.
„Irgendwann habe ich die Bühne dann vermisst", sagt der 47-Jährige. „Mir hat zwar nichts gefehlt, aber dennoch habe ich den Wunsch wieder zu singen." Er sei jetzt absolut im Reinen mit sich und freue sich auf sein Comeback.
The Comeback Album Cover
Anders als früher präsentiert sich der Sänger inzwischen ohne Toupet. "Leute der Plattenfirma haben mir das Haarteil aufgeschwatzt, weil man dachte, das sei besser, um meine Karriere zu starten", erzählt Helmut Lotti. Und plötzlich war er weg. Lotti hatte genug von Stress und Druck des Musikgeschäfts, wollte einfach Ruhe und Zeit für sich haben.
Auf die Frage, ob er es nie bedauert habe, so schnell und früh in eine Schublade gepackt worden zu sein, antwortete Lotti: "Ich habe ja immer wieder versucht, die Grenzen auszutesten, auch in den letzten sieben Jahren. Doch heute weiß ich: Wenn ich etwas mache, das das Publikum nicht von mir möchte oder erwartet, dann habe ich kein Publikum - so einfach ist das."
Er sei ganz einfach älter geworden und er werde es auch nicht mehr verstecken, dass er älter werde. Er sei nicht mehr der ideale Schwiegersohn, sondern ein Sänger. Wenn die Menschen in seine Konzerte kommen, dann sollen sie nicht wegen seines Images kommen, sondern wegen seiner Lieder.
Es ist wichtig zu beachten, dass sich die deutschsprachige Popmusik dem Schlager angenähert hat. Was vorher zwei klar abgetrennte Bereiche der Musik waren, sind nun Teile eines Gemischs, das sich vielmehr durch Blurred Lines auszeichnet.
Allein die Verkaufszahlen von Schlageralben und ausverkaufte Tourneen von Schlagerstars belegen, dass der Schlager vom Pop als eine Nische angesehen wurde - ohne je eine gewesen zu sein. Der Schlager war meines Erachtens schon immer eine Unterkategorie des Pop, beziehungsweise hat sich in ihn als Unterkategorie integriert, da er älter ist als der Pop, dessen Geburt mit Diedrich Diederichsen in die Mitte der 1950er Jahre geschätzt wird.
Der Begriff des Schlagers ist etwa 100 Jahre älter und wird in seiner heutigen Bestimmung seit etwa den 1920er Jahren verwendet.
Künstlichkeit, Inszenierung, multiple Autor_innenschaft - das klingt doch nach Pop-Musik par excellence. Oder aber mit Jacke gesprochen: Alexander Marcus und Dagobert sind Anti-Stars. Stars, die sich durch ihre Erfolgslosigkeit auszeichnen, als ewige Außenseiter gelten und mit diesem Konzept einen relativen, einen mäßigen Erfolg haben.
Bei beiden Künstlern bzw. Anti-Stars - Alexander Marcus wie Dagobert - ist es nicht etwa die Künstlichkeit, die den Unterschied zum restlichen Schlager macht, sondern etwas, das mit ihr verknüpft ist: Distanz. Bei beiden ist etwas zu erkennen, das sich bei anderen Schlagerstars nicht ins Konzept integrieren kann: Ironie.
So wie es für Kinder charakteristisch ist, dass sie Ironie nicht verstehen können, scheint auch das bisher vorherrschende Ü-50 Publikum der ARD-Volksmusiksendungen keinerlei Kapazitäten für Ironie zu haben. Ironie schafft Distanz. Ihren Gegenpol bildet die Ernsthaftigkeit oder auch das Pathos.
Auch die Spielart des Schlagers, die sich zunehmend dem Mainstream genähert hat - allen voran Helene Fischer - ist frei jeglicher Ironie, auch der Selbst-Ironie, die durchscheinen lassen würde, dass das Pathos, an dem sich auch Pop-Musik allzu gerne bedient, reflektiert würde und durch die Ironie auch als Reflexion zurückgeworfen werden könnte.
Im Kontext von Image und Authentizität ist es erwähnenswert, dass Schlagersängerin Francine Jordi 2017 gegen den Krebs kämpfen musste. 2017 trug Francine während der Show eine blonde Perücke mit langen Haaren, da sie ihre eigenen Haare durch die Bestrahlung verloren hatte. Ihre eigenen Haare hatte sie durch die Bestrahlung verloren. Im Mai zeigte sich Francine erstmals mit kurzem dunkelbraunen Haar, das sie seitdem trägt. Es ist ihr eigenes, das wieder nachgewachsen ist.
Es zeigt, dass es im Leben wichtigere Dinge gibt, als das äußere Erscheinungsbild.
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