Die Tinker, auch bekannt als Irish Cob, Irish Tinker oder in den USA als Gypsy Vanner, sind eine Pferderasse, die ursprünglich aus Irland und Großbritannien stammt. In Deutschland gelten die Vierbeiner zwar erst seit 2005 als eigenständige Rasse, ihr Bekanntheitsgrad stieg jedoch bereits in den 1990er Jahren enorm. Sie sind bekannt für ihre Schönheit, ihr freundliches Wesen und ihre Vielseitigkeit.
Die Hintergründe der Pferderasse Tinker sind spannend, obwohl sich die grundlegende Frage, woher Tinker kommen, kaum aufschlüsseln lässt. Fakt ist: Die auffälligen Zugpferde waren historisch die Begleiter nicht sesshafter Menschen, die in Irland, England und Wales über Land zogen. Dazu gehörten reisende Kesselflicker (englisch: tinker), aber auch Sinti und Roma. Vereinzelt im Gebrauch ist die (diskriminierende) Bezeichnung „Gypsy Horse“.
Das fahrende Volk wurde oftmals abschätzig Tinker, übersetzt Kesselflicker oder Zigeuner, genannt, sodass sich der Name als Rassebezeichnung auf die Pferde übertrug. Über ihre Zuchtgeschichte und ihren Rasseursprung ist indes wenig bekannt, denn in den Ursprungsländern Irland und Großbritannien waren die Tinker Pferde nie als eigenständige Rasse anerkannt worden.
Fahrendes Volk hatte stets seinen gesamten Hausrat dabei, weshalb Zugtiere gebraucht wurden, die die schweren Wagen bewegen konnten. Zudem mussten die Tiere günstig in der Anschaffung und genügsam im Unterhalt sein. Schließlich bekamen sie oft nur zu fressen, was am Wegesrand verfügbar war. Ihr Aussehen war zunächst zweitrangig, und so entwickelten sich die Tinker aus einem wilden Mix irischer und britischer Pferde- und Pony-Rassen wie Shire Horse, Clydesdale, Dales oder Welsh Cob.
Anzunehmen ist, dass Kaltblüter und Dales-Ponys eingekreuzt wurden, da als Eigenschaften vor allem ein guter Charakter, Robustheit und Zugfähigkeit im Vordergrund standen. Auch Friesen und Clydesdales könnten in der Ursprungsgeschichte der Tinker eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Pferde vereinen die besten Eigenschaften von Warmblütern, Kaltblütern und Ponys und sind besonders für ihr freundliches Wesen bekannt.
Ein Schlüsselfaktor für die Optik der Tinker war, dass gescheckte Pferde bei höhergestellten Gesellschaftsschichten unbeliebt und somit deutlich günstiger zu haben waren. Die Kreuzungen von Schecken führten zu einer großen Vielfalt an Scheckungen; einfarbige Tinker sind viel seltener. Das gefleckte Fell (besonders beliebt: Plattenschecken) hatte zudem einen praktischen Vorteil.
In den 1990er-Jahren avancierten die auffälligen Tinker bei Freizeitreitern jäh zum „Modepferd“, doch erst 1998 wurde die ICS (Irish Cob Society) als erster offizieller Zuchtverband gegründet. Der bunte Tinker ist von den Weiden Deutschlands nicht mehr wegzudenken. Und das hat natürlich gute Gründe, denn diese Pferde sind robust, leichtfuttrig und intelligent.
Sieht man einen Tinker, so fällt zunächst das besondere Aussehen auf - Schecke, üppiger Kötenbehang, volles Haar und das typische Ziegenbärtchen an der Unterlippe. Auch optisch unterscheiden sich die schönen Pferde sehr von Vertretern anderer Rassen: Die meist gescheckten Tinker haben nicht selten ein kleines Ziegenbärtchen an der Ober- oder Unterlippe, große, treue Augen und sind meist mit einer einzigartigen, wallenden Mähne und einem üppigen Kötenbehang gesegnet.
Tinker können sich von ihrem Aussehen stark unterscheiden, da sie aus einer Mischung von Warmblut, Pony und Kaltblut gezüchtet wurden. Deshalb zeichnen sich Tinker durch unterschiedliche Merkmale aus. Vom schweren Pferd mit Kaltblutprägung über mittelschwere Typen bis zum Tinker mit vielen Ponymerkmalen sind unterschiedliche Ausprägungen möglich.
Grundsätzlich ist ein kompakter, kräftiger und eher quadratisch gebauter Rassetyp bei einem Stockmaß zwischen 135 und 160 Zentimetern typisch. Der Kopf hat dabei oft die Form eines Ramskopfes und zeichnet sich durch große Augen sowie den rassetypischen, unterschiedlich starken Ziegen- und Oberlippenbart aus, der nicht geklippt sein darf.
Erwünscht sind ein mittellanger, gut angesetzter Hals, eine gute Ganaschenfreiheit sowie lange, schräge Schultern und ein ausreichender, längerer Widerrist. Der kräftige Körperbau sollte zudem gut bemuskelt sein und über einen eher kürzeren Rücken verfügen. Die Kruppe sollte muskulös sein und schräg verlaufen.
Beim Fundament sind klare Gelenke, eine mittellange Fesselung, eine korrekte Stellung der Beine und große, aber oftmals flachere Hufen kennzeichnend.
Auffallend ist darüber hinaus das ausgeprägte Langhaar in Form eines üppigen Kötenbehangs, einer langen und vollen Mähne sowie eines Schweifs. Dieser diente besonders in der früheren Zeit - als die Tinker als Arbeitstiere eingesetzt wurden - dem Beinschutz, um die Feuchtigkeit bei Regen abzuhalten.
Der Tinker ist eine Rasse, die sich durch die Schecken auszeichnet - aber auch einfarbig können sie sein. Typische Farben sind Schwarz, Weiß, Braun, Palomino, Grau und rötlich.
Die wichtigsten Merkmale des Tinker Pferdes im Überblick:
Neben ihrem besonderen Aussehen, stechen Tinker auch durch ihr inneres Wesen hervor. Sie kennzeichnen sich durch ihre Freundlichkeit und Sanftheit. Zudem sind sie menschenbezogen und prägen sich durch ihre Intelligenz aus. Vor Aufgaben scheuen sie nicht zurück, da sie arbeitswillig und lernfreudig sind.
Sie verfügen über ein ausgeglichenes Temperament und zeigen sich sehr geduldig, was sie zu einem perfekten Pferd für Anfänger macht. Durch ihre Ausgeglichenheit bringt sie so schnell nichts aus der Ruhe, daher sind sie für viele Reiter zuverlässige Begleiter. Außerdem sind sie bekannt für ihre lebenslange Treue zu „ihrem“ Menschen, wenn dieser einmal ihr Herz erobert hat. Eine weitere Eigenschaft, die sie so besonders macht, ist ihre hohe Intelligenz und Arbeitswilligkeit.
Hin und wieder kann auch ihr eigener Kopf zum Vorschein kommen. Tinker lassen sich aber schnell wieder in die richtige Bahn leiten, da sie Konfrontationen lieber aus dem Weg gehen und dem Menschen zugewandt sind.
Tinker sind für ihr freundliches Wesen, ihre Ruhe und Gelassenheit bekannt . Sie gelten als besonders menschenbezogen und geduldig, was sie zu idealen Freizeitpferden macht. Ihre Intelligenz und Lernfähigkeit machen die Ausbildung meistens zu einer angenehme Erfahrung, sowohl für das Pferd als auch für den Reiter.
Sie zeigen oft eine hohe Toleranz gegenüber anderen Tieren und sind aufgrund ihrer sozialen Natur gern gesehene Herdenmitglieder. Ob Fluchtverhalten oder Herdentrieb - die natürlichen Instinkte dieser edlen Geschöpfe ziehen sich bis in die Domestizierung. Es ist schlichtweg angeboren, dass Dein Freund hinter einem raschelnden Busch ein Raubtier vermutet. Hat Dein Pferd vielleicht keine Lust sich vom Stall zu entfernen? Das ist gleichfalls ein Urinstinkt. Die Herde gibt ihm Schutz. Das hat es über Tausende von Jahren in seiner Evolution gelernt. Daher sollten wir es auch ernst nehmen. Solche Reaktionen zu bestrafen wäre ein Fehler.
Der Tinker entspricht nicht dem typischen Sportpferd - durch seinen Körperbau ist er oftmals nicht die beste Wahl für die hohen Anforderungen in den Disziplinen. Hingegen eignet sich die Rasse besonders als Freizeitpferd - Ausritte, Bodenarbeit oder Horsemanship-Übungen machen dem Tinker viel Spaß. Durch sein ruhiges Wesen ist er ein entspannter Partner bei der Arbeit.
Auch als Therapiepferd ist der Tinker eine gern gewählte Rasse, da sie sich als sehr sanft und sensibel auszeichnen. Der Irish Tinker ist ein gutes Freizeitpferd sowie ein gutmütiges Therapiepferd. Gerade der besonnene Charakter ist ausschlaggebend bei der Verwendung in diesen Bereichen. Als Freizeitpferd eignet es sich besonders aufgrund seiner Unerschrockenheit. Im Gelände verhält sich das Tinkerpferd ruhig und gelassen und macht so Ausritte in der Natur zu einem schönen Erlebnis.
Der Tinker ist eine Pferderasse, die auch als Irish Cob bekannt ist, und zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus. Diese robusten Pferde eignen sich für eine Reihe von Disziplinen. Zu den Disziplinen, für die der Tinker besonders geeignet ist, gehören die Freizeitreiterei, da er ein ruhiges und ausgeglichenes Wesen besitzt, das für entspannte Ausritte ideal ist. Im Fahrsport zeigt der Tinker seine Stärke und Ausdauer, was ihn zu einem beliebten Kutschpferd macht.
Ebenfalls ist er in der Dressur und im Springreiten zu finden, wo seine Intelligenz und Lernfähigkeit zum Tragen kommen. Seine sanfte Art macht ihn zudem zu einem perfekten Therapiepferd.
Der Tinker ist leichtfuttrig, d.h. er nimmt schnell zu. Daher sollte er genügend Raufutter bekommen. Kraftfutter sollte nur bei Bedarf gefüttert werden. Er darf nicht zu viel Stärke und Zucker zu sich nehmen, da dies u.a. die Ausbildung von Hufrehe begünstigt. Ergänzt werden kann das Futter durch Mineralfutter, damit das Pferd mit allen wichtigen Stoffen versorgt wird und Energie zugeführt bekommt.
Bei der Haltung sollte auf ausreichend Platz geachtet werden. Dabei gilt: Je mehr desto besser. Da der Tinker aufgrund seines Fesselbehangs anfällig für Mauke ist, sollte der Boden generell nicht feucht oder matschig sein. Durch das recht dichte und lange Fell machen die verschiedenen Witterungsverhältnisse dem Tinker kein Problem - eine Offenstallhaltung würde sich daher anbieten. Auf ausreichend Artgenossen sollte dabei ebenfalls viel Wert gelegt werden.
Wegen ihres starken Behangs können Tinker eine Neigung zur Mauke entwickeln. In aller Regel entstehen diese Themen aber erst bei falscher Haltung und / oder Fütterung. Vorbeugen kann man mit einer regelmäßigen Pflege des Langhaars und mit der Optimierung der Haltung: Matschpaddocks und Bodennässe sind im Winter fast schon eine Garantie, dass die fiese Hautkrankheit zuschlägt.
Hinzu kommen klassische Haltungsfehler: Zu wenig Bewegung in Kombination mit zu viel nahrhaftem Futter machen Tinker krank - Stoffwechselprobleme entwickeln sich und bringen das gesamte körperliche Gleichgewicht durcheinander.
Ein Tinker wird zwischen 20 und 30 Jahren alt. Erbkrankheiten sind bei dem Tinker nicht bekannt, jedoch sind sie durch ihren Fesselbehang anfällig für Mauke. Zudem kann die Rasse häufiger vom Sommerekzem betroffen sein, bei dem es sich um eine allergische Reaktion handelt, die durch den Speichel von bestimmten Insekten, wie z.B. Kribbelmücken ausgelöst wird.
Auch kann Hufrehe auftreten, bei der sich die Huflederhaut entzündet.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Ursprung | Irland und Großbritannien |
| Größe | 135 bis 160 cm |
| Gewicht | 460 bis 730 kg |
| Aussehen | Schecken, üppiger Kötenbehang, lange Mähne und Schweif, Ziegenbart |
| Charakter | Freundlich, sanft, intelligent, arbeitswillig, ausgeglichen |
| Eignung | Freizeitpferd, Therapiepferd, Kutschpferd |
| Lebenserwartung | 20 bis 30 Jahre |
Die Informationen in dieser Tabelle bieten einen schnellen Überblick über die wichtigsten Aspekte des Tinker Pferdes.
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