Filzläuse an den Wimpern: Symptome, Behandlung und was Sie wissen müssen

Filzläuse sind lästig und unangenehm. Die Parasiten werden durch engen Hautkontakt, etwa beim Sex, übertragen. Oft genügt eine kurze Behandlung, um sie wieder loszuwerden. Doch was sind Filzläuse eigentlich und wie kann man sie erkennen und behandeln?

Filzlaus unter dem Mikroskop

Was sind Filzläuse?

Die Filzlaus ist ein Parasit aus der Familie der Menschenläuse. Sie kann weder fliegen noch springen, sondern kann sich nur krabbelnd von Haar zu Haar bewegen. Da Filzläuse bevorzugt die Schambehaarung im Genitalbereich befallen, werden sie auch „Schamläuse“ genannt. Sie halten sich hauptsächlich in der Schamgegend auf und werden daher auch als „Schamläuse“ oder umgangssprachlich als „Sackläuse“ oder „Sackratten“ bezeichnet.

Darüber hinaus können auch andere Körperbereiche mit Haaren, wie Achseln, Brust, Wimpern, Augenbrauen, Bart und Kopf, betroffen sein. Manchmal besiedeln sie den Bart. Filzläuse sind mit 0,8 bis 1,2 mm Länge etwas kleiner als die Kopfläuse und haben eine eher flache rundliche Form und erscheinen gräulich. Haben die Filzläuse Blut gesaugt, sind sie rostrot.

Die nur 1,5 bis 2 Millimeter großen Insekten bohren sich in die Haut, wo sie über mehrere Stunden Blut saugen und sich so ernähren. Denn die winzigen Parasiten ernähren sich ausschließlich vom Blut des Menschen und saugen mehrmals am Tag über einen längeren Zeitraum. Gleichzeitig helfen ihnen die menschlichen Haare bei der Vermehrung; denn dort klebt das Weibchen etwa 25 Eier auf einmal in einer Eihülle an. Nach zwei bis drei Wochen hat sich aus einem Ei eine erwachsene Laus entwickelt.

Wie werden Filzläuse übertragen?

Filzläuse benötigen engen Körperkontakt, damit sie von einer Person auf eine andere übergehen können. Es gibt zwei Übertragungswege:

  • Sexueller Kontakt: Enger Körperkontakt, hauptsächlich über Geschlechtsverkehr. Filzläuse gehören deshalb zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Eine Meldepflicht besteht nicht.
  • Verseuchte Wäsche: Gemeinsam genutzte Handtücher, Unterwäsche, Bettwäsche, Decken, Schlafsäcke oder Kleidung.

In seltenen Fällen werden Filzläuse auch durch Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher weitergegeben. Mangelnde Körperhygiene begünstigt die Übertragung der Filzläuse. Eine Übertragung über die Toilette ist theoretisch möglich, aber unwahrscheinlich, da Filzläuse ohne ihren menschlichen Wirt maximal ein bis zwei Tage überleben können.

Wer ist besonders gefährdet für Filzläuse?

Das Risiko für eine Infektion mit Filzläusen steigt, je mehr verschiedene Sexualpartner oder -partnerinnen eine Person hat. Kondome schützen - anders als bei vielen anderen sexuell übertragbaren Krankheiten - nicht vor den Parasiten. Das Entscheidende ist der enge Körperkontakt.

Woran sind Filzläuse erkennbar?

Die weiß-gräulichen Filzläuse sind bei genauem Hinsehen mit dem bloßen Auge oder einer Lupe gut zu erkennen. Die Filzlaus ist eher breit als lang und ähnelt in ihrer Körperform einer Krabbe. Dadurch unterscheidet sie sich gut von anderen Läusearten. Auch die milchig schimmernden Eier (Nissen) können leicht entdeckt werden. Rostbraune Krümel deuten auf Filzlauskot hin.

Die zwei typischen Symptome für einen Filzlausbefall sind:

  • Starker Juckreiz im Schambereich: Der Biss der Filzlaus verursacht einen starken Juckreiz und Rötungen, insbesondere im Schambereich. Er ist eine Reaktion auf den Speichel der Läuse und tritt vor allem nachts auf. Er betrifft den Intimbereich, manchmal aber auch den restlichen Körper. In der Nacht ist der Juckreiz oft am stärksten.
  • Blaue Flecken: Charakteristisch sind auch linsengroße (2 bis 3 mm) blaue Flecken an den Einstichstelle - sogenannte „Tâches bleues“. Bissstellen sind als bläulich-graue oder rote (zum Teil erhabene) Hautflecken erkennbar.

Weitere Symptome können sein:

  • Kratzspuren: Werden die juckenden Hautstellen aufgekratzt, können sie verschorfen. Die aufgekratzten Stellen können sich auch entzünden.
  • In manchen Fällen schwellen die Lymphknoten in der Umgebung an, etwa in der Leiste.

Bei Verdacht auf Filzläuse, sollten Sie die betroffenen Körperstellen absuchen, denn sowohl die Filzläuse als auch ihre Nissen (Läuseeier) sind mit dem bloßen Auge zu erkennen. Eine Leselupe, ein Läusekamm mit engen Zinken, wie der Jacutin Nissenkamm, und eine gute Beleuchtung können Hilfestellung geben. Auch ein Blick in die Unterhose lohnt sich: Oftmals finden Betroffene rostartige Flecken in der Unterwäsche - ein weiteres Indiz für einen Befall, denn bei diesen „Rostflecken“ handelt es sich um Ausscheidungen der Filzläuse. Darüber hinaus können in den Haaren die sehr fest klebenden Nissen gefunden werden, welche Schuppen ähneln.

Wichtig zu wissen: Die Filzlaus selbst ist ungefährlich und überträgt keine Krankheiten. Durch das Kratzen entstehen kleine Wunden an den Bissstellen, die sich infizieren können. Dadurch steigt auch das Risiko sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken. Daher muss ein Filzlausbefall unbedingt behandelt werden!

Wie wird ein Filzlausbefall behandelt?

Den meisten Betroffenen sind Filzläuse sehr peinlich. Wichtig zu wissen ist, dass sie auch bei guter Körperhygiene auftreten können. Daher sollte sich niemand scheuen, frühzeitig einen Arzt oder eine Ärztin für Haut- oder Geschlechtskrankheiten aufzusuchen.

Filzläuse gehören zu den unkomplizierten Geschlechtskrankheiten, weil sie mit wirksamen Läusemitteln schnell behandelt werden können. Die Anti-Läusemittel töten sowohl die Filzläuse, als auch die Nissen und Larven ab.

Vor der Behandlung, sollten die befallenen Körperbereiche gründlich mit Flüssigseife gewaschen werden. Die Anti-Läusemittel werden dann äußerlich auf die Haare aufgetragen und nach Ablauf der Einwirkzeit ausgespült. Um Anwendungsfehler zu vermeiden, lesen Sie sorgfältig die Gebrauchsanweisung und beachten Sie das empfohlene Behandlungsschema.

Filzläuse werden mit Läusemittel behandelt. Diese enthalten Wirkstoffe wie Permethrin und Pyrethrin, die auch zur Behandlung von Kopfläusen eingesetzt werden. Die Lösungen, Cremes oder Shampoos trägt man auf die betroffenen Stellen auf, lässt sie einige Minuten einwirken und spült sie dann mit Wasser ab. Dabei werden die abgetöteten Filzläuse entfernt. Wichtig ist, die Schamhaare zusätzlich mit einem feinen Nissenkamm auszukämmen, um auch die Nissen zu erwischen. Eine Rasur vor der Behandlung kann die Therapie unterstützen. Die Prozedur kann bei Bedarf nach sieben bis zehn Tagen wiederholt werden. Bleibt sie erfolglos, kann das Mittel Ivermectin eingesetzt werden. Der Wirkstoff wird ebenfalls äußerlich angewendet oder als Tabletten eingenommen.

Bei starker Behaarung sollten prophylaktisch auch andere Körperstellen, wie die Oberschenkel, der Unterbauch und das Gesäß behandelt werden - auch wenn dort kein Filzlausbefall festgestellt wurde. Ergänzend können die Haare im Schambereich, unter den Achseln etc. wegrasiert werden, um die Plagegeister loszuwerden.

Befallene Wimpern oder Augenbrauen sollten ohne Medikamente behandelt werden. In diesem Fall werden die Filzläuse mit einer Pinzette abgezogen. Auf die Härchen kann vorher etwas Öl oder Vaseline aufgepinselt werden, um die Haare zu glätten und das Abziehen zu erleichtern.

Behandlung von Filzläusen

Zusätzlich ist es wichtig, die befallenen Stellen nach der Behandlung mit einem Läusekamm auszukämmen. So lassen sich die durch das Insektizid abgetöteten Filzläuse und ihre Eier aus den Haaren entfernen. Bei einem Befall der Wimpern geht man anders vor, um eine eventuelle Schädigung des Auges durch die Medikamente zu verhindern. Hierfür zupfen Sie die Filzläuse und Nissen mit einer feinen Pinzette heraus. Alternativ wird empfohlen, drei- bis fünfmal täglich Vaseline ohne Zusätze dick auf die Wimpern auftragen für einen Zeitraum von etwa acht Tagen.

Weil die Filzläuse wahrscheinlich versuchen, auf andere behaarte Körperstellen in der Nähe auszuweichen, ist es ratsam, gleichzeitig Augenbrauen und Kopfhaare mit antiparasitären Mitteln behandeln.

Kopfläuse und Nissen erkennen und richtig behandeln | NYDA® Läuse- und Nissenkamm

Die Untersuchung und Mitbehandlung des Sexualpartners - und gegebenenfalls auch der anderen Familienmitglieder - empfiehlt sich, um eine gegenseitige Ansteckung und erneute Infektion zu verhindern. Bis zum Ende der Behandlung sollte auf engen Körperkontakt und Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

Als zusätzliche Hygienemaßnahme kann die befallene Bettwäsche und Kleidung in einem Plastiksack verschlossen werden bzw. Zusätzlich ist es sinnvoll, mehrere Tage lang täglich Kleidung und Bettwäsche zu wechseln und bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen. Eine ärztliche Behandlung ist jedoch trotzdem notwendig.

Zur richtigen Behandlung, vor allem mit Medikamenten, gilt es, sich beim Arzt oder in einer Apotheke beraten lassen. Denn nur wer die Therapie richtig und konsequent durchführt, wird die Filzläuse schnell wieder los.

Behandlung mit Hausmitteln

Manche Menschen setzen Vaseline als Hausmittel gegen Filzläuse auch im Schambereich ein. Die fetthaltige Creme erstickt die Parasiten. Manchmal wird empfohlen, die behaarte und von Filzläusen befallene Körperregion zu rasieren. Unbedingt nötig ist eine solche Rasur nicht, aber sie hilft bei der schnellen Beseitigung der Nissen.

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Welche Folgen kann ein Filzlausbefall haben?

Ein Befall mit Filzläusen hat meist keine weiteren gesundheitlichen Folgen. Problematisch kann es werden, wenn man die juckenden Stellen aufkratzt. In diesem Fall besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr für weitere sexuell übertragbare Erkrankungen durch Chlamydien, HIV, Syphilis-Erreger oder Gonokokken. Dies gilt insbesondere bei ungeschütztem Sex.

Filzläuse

Was kann man vorbeugend gegen Filzläuse tun?

Einen hundertprozentigen Schutz vor Filzläusen gibt es nicht. Allerdings kann man durch das eigene Sexualverhalten einem Befall bis zu einem gewissen Grad vorbeugen. Wichtig ist, engen Hautkontakt zu Personen mit einem Filzlausbefall zu vermeiden. Ist jemand im eigenen Haushalt betroffen, sollten Kleidung, Handtücher und Bettwäsche nicht gemeinsam genutzt werden. Eine Rasur der Achselhaare oder des Schambereichs kann es den Parasiten erschweren, sich einzunisten.

Überblick: Behandlung bei Filzlausbefall

Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Aspekte der Behandlung von Filzläusen zusammenfasst:

Behandlungsmethode Beschreibung Wichtige Hinweise
Läusemittel Äußerliche Anwendung von Cremes, Shampoos oder Lösungen mit Wirkstoffen wie Permethrin oder Pyrethrin. Gebrauchsanweisung beachten, nach 7-10 Tagen wiederholen.
Nissenkamm Aus­kämmen der Haare, um abgetötete Läuse und Nissen zu entfernen. Sorgfältig vorgehen, um alle Nissen zu entfernen.
Pinzette Filzläuse und Nissen von Wimpern und Augenbrauen entfernen. Vorsichtig vorgehen, um Verletzungen zu vermeiden.
Hausmittel (Vaseline) Dickes Auftragen auf die betroffenen Stellen, um die Läuse zu ersticken. Kann unterstützend wirken, ersetzt aber keine medikamentöse Behandlung.
Hygiene Tägliches Wechseln und Waschen von Kleidung und Bettwäsche bei mind. 60°C. Wichtig, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.
Mitbehandlung Partner Untersuchung und ggf. Behandlung des Sexualpartners. Verhindert Ping-Pong-Effekt (erneute Ansteckung).

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