Strähnchen Haarausfall Ursachen: Ein umfassender Überblick

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Menschen jeden Alters betrifft und sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen betrifft. Die Gesundheit unserer Haare spielt eine wichtige Rolle für unser Selbstbewusstsein und unser allgemeines Wohlbefinden. Doch was sind die Ursachen von Haarausfall und wie können wir diesem Problem vorbeugen?

Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass täglich mehr als 100 Haare ausfallen. Häufig gibt es einen Auslöser dafür.

Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar.

Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.

Meist gibt es ein auslösendes Ereignis. Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden.

Haare können wieder nachwachsen. Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten. Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält.

Haare durchlaufen einen Lebenszyklus. Zunächst wachsen sie, dann ruhen sie und schließlich fallen sie aus. Die Haare durchlaufen diese Phasen zu unterschiedlichen Zeiten. Normalerweise befinden sich circa 10 Prozent aller Kopfhaare in der Ruhephase. Beim diffusen Haarausfall betrifft das bis zu 35 Prozent.

Haarausfall tritt auch als Nebenwirkung einer Chemotherapie oder Bestrahlung auf. Solche Behandlungen schädigen gesundes Gewebe, das schnell wächst und sich erneuern kann - wie die Haare.

In der Folge der Therapie verkümmern die wachsenden Haare und fallen ein bis vier Wochen später aus. Das passiert meist sehr rasch und großflächig. In der Regel betrifft es neben dem Kopfhaar auch Augenbrauen, Wimpern und Schambehaarung.

Teilweise brechen die Haare wenige Millimeter über der Kopfhaut ab. Man nennt sie deshalb umgangssprachlich „Ausrufezeichen-Haare“.

Vergiftungen, zum Beispiel mit Schwermetallen wie Thallium oder Kadmium, können ebenfalls zu einem raschen Ausfall der Haare führen.

Ursachen für diffusen Haarausfall

Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.

  • Akute Stress-Situationen: Dazu zählen schwere Operationen, Verletzungen oder psychische Belastungen.
  • Geburt: Während bei vielen Schwangeren die Haare vermehrt wachsen und dichter werden, passiert nach der Geburt das Gegenteil: Die Haare fallen stärker aus als üblich.
  • Wechseljahre: In den Wechseljahren nimmt die Menge am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ab. Dies kann sich durch Haarausfall bemerkbar machen.
  • Empfängnisverhütung mit Hormonen: Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten und die Einnahme beenden, beobachten manchmal einen verstärkten Haarausfall.
  • Infektiöse und entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut: Sie können Ursache für diffusen Haarausfall sein. Dazu zählen zum Beispiel Kopfpilz (Tinea capitis), bakterielle Infektionen der Kopfhaut wie eine Haarbalgentzündung (Follikulitis), das seborrhoische Ekzem oder Schuppenflechte (Psoriasis).
  • Erkrankungen des Hormonsystems: Dazu gehören zum Beispiel die Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es neben vielen anderen Symptomen wie trockener Haut zu stumpfem, brüchigem Haar oder Haarausfall kommen. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich zusätzlich zu Symptomen wie warm-feuchter Haut mit weichem, dünnem Haar und diffusem Haarverlust zeigen.
  • Fieberhafte Infektionskrankheiten: Durch Viren verursachte Erkrankungen wie Grippe oder Covid-19 können mit Haarausfall einhergehen.
  • Chronische Erkrankungen: Zum Beispiel der Leber oder des blutbildenden Systems.
  • Einnahme von Medikamenten: Haarausfall kann als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Blutverdünner, Cholesterinsenker oder bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck. Bei einem Verdacht sollte man die Medikamente niemals selbstständig absetzen, sondern immer mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen, ob es eine Alternative gibt.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Nährstoffen kann Haarausfall auslösen. Mögliche Gründe sind zum Beispiel eine schnelle Gewichtsabnahme, einseitige Ernährung, Diät, Essstörung, ein Eisen- oder Zinkmangel.

Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.

Wie wird diffuser Haarausfall diagnostiziert?

Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig.

Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.

Ärztliches Gespräch

Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:

  • Zuletzt akut krank war und Fieber hatte
  • Eine chronische Erkrankung hat, beispielsweise der Haut oder der Leber
  • Regelmäßig Medikamente einnimmt
  • Seine Ernährung umgestellt hat oder eine Diät macht
  • Emotionalem Stress ausgesetzt ist oder war
  • Mit hormonellen Präparaten wie der Anti-Baby-Pille verhütet und diese abgesetzt hat
  • Vor einigen Wochen ein Kind geboren hat

Körperliche Untersuchung und Blut-Tests

Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.

Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.

Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein.

Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.

Haarausfall kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen, Stress, ungesunde Ernährung, bestimmte Medikamente und Krankheiten wie Schilddrüsenprobleme oder Eisenmangel. Bei Männern ist der genetisch bedingte Haarausfall, auch bekannt als androgenetische Alopezie, die häufigste Ursache. Bei Frauen hingegen können hormonelle Veränderungen, insbesondere während der Schwangerschaft oder der Menopause, zu Haarausfall führen.

Wie lässt sich diffuser Haarausfall behandeln?

Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen.

Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:

  • Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden.
  • Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.
  • Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.
  • Besteht ein anhaltender Mangel an Nähr- oder Mineralstoffen, kann die Ärztin oder der Arzt diesen feststellen und gegebenenfalls ein geeignetes Präparat verschreiben.

Können Mittel gegen Haarausfall oder eine Haartransplantation helfen?

Manche Ärztinnen und Ärzte verschreiben Minoxidil-Präparate zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen. Dieser Wirkstoff kommt vornehmlich beim anlagebedingten Haarausfall zum Einsatz. Ob er auch bei diffusem Haarausfall hilft, ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.

Eigenhaar zu verpflanzen, ist bei Menschen mit diffusem Haarausfall keine geeignete Maßnahme.

Manchmal lässt sich diffuser Haarausfall durch Hairstyling kaschieren.

Was kann ich tun, wenn mich der Haarausfall belastet?

Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren).

Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden.

Kopfbedeckung, Haarteil oder Perücke

Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren.

In manchen Fällen - etwa bei Haarausfall aufgrund einer Chemotherapie - trägt die Krankenkasse die Kosten für den Haarersatz.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Haarausfall nach Blondierung

Viele Personen bevorzugen gefärbtes Haar, um das eigene graue Haar abzudecken oder Abwechslung zu bekommen. Doch führt Haare Färben zu Haarausfall? Haarfärbemittel enthalten Chemikalien, die das Haar aufhellen oder dunkler machen können. Diese Chemikalien können jedoch auch das Haar schwächen und schädigen. Eine der Hauptursachen für Haarausfall durch Färben ist, dass die Chemikalien in Haarfärbemitteln die Haarfollikel schädigen können. Ein weiterer Grund für Haarausfall durch Färben ist, dass die Chemikalien in Haarfärbemitteln die natürlichen Öle im Haar entfernen können, die das Haar geschmeidig und gesund halten.

So vermeiden Sie den Haarverlust nach einer Blondierung

Damit Ihre Haare nach der Blondierung nicht vermehrt ausfallen, sollten Sie folgende Tipps und Tricks beachten:

  • Sie sollten Ihre Haare nicht zu oft blondieren. Bei mehrmaligem Blondieren innerhalb eines kurzen Zeitraums werden die Haare besonders stark beschädigt, wodurch diese dünn werden und abbrechen.
  • Strapazieren Sie Ihre Haare nach dem Blondieren so wenig wie möglich. Hier ist es besonders wichtig, dass Sie auf Hitze verzichten.
  • Damit Ihr Haar sich erholen kann, sollten Sie es nach der Blondierung gut pflegen. Verwenden Sie bei jeder Haarwäsche eine feuchtigkeitsspendende Spülung und tragen Sie einmal wöchentlich eine Haarmaske auf.
  • Verzichten Sie darauf, die Haare vor der Blondierung zu waschen.
  • Verwenden Sie direkt nach dem Blondieren keinen heißen Föhn, denn die hohen Temperaturen können die Haarfollikel dauerhaft beschädigen.

Tipps zur Vorbeugung und Pflege

Wenn dein Haar dünner wird, ist es wichtig, deine Haarpflege anzupassen. Produkte mit nährenden Inhaltsstoffen wie Biotin oder Keratin können die Haarstruktur stärken und gegen Haarausfall wirken. Vermeide harte Chemikalien und setze auf milde, sulfatfreie Shampoos. Diese reinigen dein Haar sanft, ohne es zu strapazieren. Eine gute Strategie ist auch, regelmäßig eine Kopfhautmassage zu machen, um die Durchblutung zu fördern. Dies kann das Haarwachstum stimulieren. Denke daran, dass eine ausgewogene Ernährung ebenfalls eine Rolle spielt. Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen, Zink und die Vitamine A und E sind wichtig für gesundes Haarwachstum.

Stress ist ein häufiger Auslöser für Haarausfall, da er die Haarfollikel belasten und den Haarwuchszyklus stören kann. Um Stress zu bekämpfen, sind Entspannungstechniken wie Meditation, Atemübungen oder Yoga effektiv. Regelmäßige Bewegung kann ebenfalls helfen, da sie die Durchblutung fördert und Stresshormone abbaut. Auch eine ausgewogene Ernährung, reich an Vitaminen und Mineralstoffen, unterstützt die Gesundheit deiner Haare. Achte darauf, genügend Schlaf zu bekommen, denn Schlafmangel kann Stress verschärfen und somit Haarausfall begünstigen. Probier auch, Stressquellen in deinem Alltag zu identifizieren und zu minimieren. Das kann bedeuten, Arbeitslast zu reduzieren, Pausen einzulegen oder Zeitmanagement-Techniken anzuwenden.

Natürliche Hausmittel gegen Haarausfall

Haarausfall kann frustrierend sein, aber es gibt natürliche Hausmittel, die helfen können. Eine beliebte Methode ist die Verwendung von Aloe Vera. Diese Pflanze beruhigt die Kopfhaut und fördert das Haarwachstum durch ihre enzymreichen Gel-Komponenten. Ein weiteres Hausmittel ist die Verwendung von Kokosöl. Dieses Öl nährt die Haarwurzeln dank seiner reichhaltigen Fettsäurezusammensetzung. Zwiebelsaft ist ebenfalls bekannt für seine positiven Effekte bei Haarausfall. Sein hoher Schwefelgehalt kann die Kollagenproduktion ankurbeln und so zu neuem Haarwuchs führen.

Medizinische Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall kann ein belastendes Problem sein, aber es gibt verschiedene medizinische Behandlungsmöglichkeiten, die Abhilfe schaffen können. Minoxidil, oft als topisches Mittel angewendet, kann das Haarwachstum fördern und den Haarausfall verlangsamen. Finasterid, eine orale Medikation, zielt auf die hormonellen Ursachen ab und kann besonders bei männlichem Haarausfall wirksam sein. Für stärkeren Haarausfall können PRP (Platelet-rich Plasma) Behandlungen helfen, indem Wachstumsfaktoren direkt in die Kopfhaut injiziert werden, was die Haarfollikel stärkt. In schweren Fällen kann eine Haartransplantation erwogen werden, bei der Haare von dichter bewachsenen Stellen auf die kahlen Stellen verpflanzt werden.

Haartransplantation als Option

Haartransplantation kann eine effektive Methode sein, wenn andere Strategien gegen Haarausfall nicht fruchten. Bei dieser Prozedur werden Haarfollikel von einer Stelle, an der noch gesundes Haar wächst, auf kahle Bereiche des Kopfes verpflanzt. Das Ergebnis ist meist dauerhaft, da die transplantierten Haare genetisch resistent gegen den Ausfall sind. Es ist jedoch wichtig, realistische Erwartungen zu haben und sich darüber im Klaren zu sein, dass mehrere Sitzungen notwendig sein könnten, um das gewünschte Erscheinungsbild zu erreichen. Zudem ist es eine kostspielige und invasive Methode, die gut überlegt sein will.

Überblick über Haarausfall-Behandlungen
Behandlungsmethode Beschreibung Anwendung
Minoxidil Topisches Mittel zur Förderung des Haarwachstums Direkt auf die Kopfhaut auftragen
Finasterid Orale Medikation zur Behandlung hormonell bedingten Haarausfalls Einnahme als Tablette
PRP-Behandlung Injektion von plättchenreichem Plasma in die Kopfhaut Stärkung der Haarfollikel
Haartransplantation Verpflanzung von Haarfollikeln von gesunden zu kahlen Bereichen Dauerhafte Lösung bei fortgeschrittenem Haarausfall
Aloe Vera Beruhigt die Kopfhaut und fördert das Haarwachstum Direkt auf die Kopfhaut auftragen

Insgesamt ist Haarausfall ein weit verbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft und verschiedene Ursachen haben kann. Es ist wichtig, die zugrunde liegenden Ursachen zu identifizieren und präventive Maßnahmen zu ergreifen, um Haarausfall zu reduzieren oder zu verhindern. Eine gesunde Ernährung, angemessene Haarpflege und stressreduzierende Techniken können dazu beitragen, das Haarwachstum zu fördern und die Haargesundheit zu erhalten. Wenn präventive Maßnahmen nicht ausreichen, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um individuelle Behandlungsmöglichkeiten zu erkunden.

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