Ein Klingen Rasierer Test: Welcher Rasierer ist der Beste für Sie?

Lieber Markenware oder Discounterprodukt? Vor dieser Wahl steht man recht häufig und fragt sich: Gibt es überhaupt einen Unterschied? Und wenn ja, wie groß mag er wohl sein? Für die Ausgabe 12/2024 der Zeitschrift »test« hat die Stiftung Warentest 16 Herren-Nassrasierer getestet.

Die sogenannten Systemrasierer mit Kunststoffgriffen und austauschbaren Rasierköpfen mit drei bis sechs Klingen wurden außer auf eine gründliche und schonende Rasur auch auf ihre Haltbarkeit geprüft - und die Folgekosten, die ihre Anschaffung verursacht, hochgerechnet. Der Testbericht zeigt, welche Modelle etwa bei Rasurgründlichkeit und Klingenhaltbarkeit überzeugen.

Der Test zeigt: Gute Rasierer gibt es viele. Aber: Mehr Klingen sind nicht auto­matisch besser - weder für die Gründlich­keit der Rasur noch für die Halt­barkeit der Klingen. Und: Ersatz­klingen gehen auf Dauer ins Geld.

Rasierer Test ● Die besten Nassrasierer für Männer im Test

Testsieger und ihre Eigenschaften

Das Prädikat Testsieger vergibt die Stiftung Warentest gleich an vier Rasierer mit der Gesamtnote 1,8. Zur Einordnung: Insgesamt liegen alle Rasierer im Test um Barthaaresbreite auseinander. Das Modell mit der schlechtesten Bewertung schneidet mit der Gesamtnote 2,1 - also auch noch »gut« - ab.

Im Gesamtergebnis erhielten alle vier Premiummodelle - Gillette Fusion 5, Gillette Labs, Wilkinson Hydro 5 und Wilkinson Hydro 5 Ultimate - die Note „gut (1,8)“. Unterschiede zeigten sich jedoch in den Einzelkategorien. Besonders in der „Rasurgründlichkeit“ konnten die Markenrasierer mit Bestnoten zwischen 1,6 und 1,7 die Spitzenplätze sichern.

Die Modelle Fusion 5 und Labs von Gillette sowie die Modelle Sword Hydro 5 Skin Protection Advanced und Sword Hydro 5 Skin Protection Regular von Wilkinson lieferten sich ein Rennen um den Testsieg. Alle erreichten eine deutsche Schulnote 1,8.

Der Fusion 5 schaffte es schlussendlich an die Spitze, weil er etwas hautschonender ist als die anderen Modelle und auch sonst überall sonst gute Noten erhielt. Der Wilkinson Advanced schaffte am meisten Rasuren mit einer Klinge. Aber wie erwähnt, sind insgesamt die Unterschiede sehr gering.

Wilkinson Sword Hydro 5: Veränderungen in der Produktlinie

Die auf Dauer günstigsten Modelle unter den Testsiegern der Stiftung Warentest werden Sie jedoch nicht mehr unter dem entsprechenden Namen im Regal finden: Der Wilkinson Sword Hydro 5 Skin Protection Regular wird laut Hersteller nun unter dem Namen Wilkinson Sword Hydro 5 Rasierer verkauft, der Wilkinson Sword Hydro 5 Skin Protection Advanced ist nun als Wilkinson Sword Hydro 5 Ultimate Rasierer auf dem Markt. Bei beiden sei jedoch nur die Verpackung verändert worden.

Die beiden Wilkinson-Modelle verfügen über einen Scherkopf, der nach oben und unten beweglich ist, und haben einen Klingenblock mit fünf Schneiden. Die Expertinnen und Experten stellen jedoch fest: »Für die Rasurgründlichkeit macht es keinen großen Unterschied, ob drei, vier, fünf oder sechs Klingen im Rasierer stecken«, schreibt die Stiftung Warentest.

Der Gillette Fusion 5, mit der Gesamtnote 1,8 der drittgünstigste unter den Testsieger-Modellen, hat ebenfalls fünf Schneiden. Er kostet etwa zehn Euro, verursacht mit 114 Euro pro Jahr bei täglicher Rasur aber hohe laufende Kosten. Für vier Klingenköpfe werden bei diesem Modell etwa 14,99 Euro fällig.

Gillette Mach3: Ein Klassiker im Test

Den Gillette Mach3 gibt es schon lange, mittlerweile hat er ein Vierteljahrhundert überstanden und macht keine Anstalten, seinen Platz in den Verkaufsregalen zu räumen. Viel zu verbessern gibt es daran auch nicht, finden wir. Gillettes Dauerläufer hat nicht nur im Handel einen langen Atem, sondern auch im Badezimmer - die Klingen hielten von allen in unserem Test am längsten.

Im Vergleich zu den anderen Testkandidaten wirkt der Gillette Mach3 regelrecht grazil. Rundum brillieren konnte der Mach3 bei der Nutzungsdauer der Klingen. Sie halten eine gefühlte Ewigkeit - bei allen Testpersonen deutlich länger als der Durchschnitt unter allen getesteten Systemrasierern, und sie haben selbigen ordentlich angehoben.

Pro Rasur ist der Mach3 der drittgünstigste Nassrasierer im Test. Den Gillette Mach3 als Testsieger auszuzeichnen war keine schwere Entscheidung. Das Gesamtpaket stimmt, gleichzeitig hat der Rasierer keine eklatanten Nachteile, sofern man nicht unbedingt eine Trimmerklinge benötigt.

Die Stiftung Warentest (8/2020) hat unseren Favoriten mit der Gesamtnote 1,9 (»gut«) bewertet.

Der Herausforderer rasiert ebenfalls einwandfrei und ist etwas größer und ergonomischer geformt als der Testsieger. Der Wilkinson Sword Hydro 5 schlug sich in unserem Test fast genauso gut wie unser Favorit - welchen man bevorzugt ist zu einem großen Teil eine Geschmacksfrage. Preislich liegen beide nah beieinander.

Wer Gillette aus irgendeinem Grund nicht mag, dem silbern glänzenden Metall-Look nichts abgewinnen kann oder sich an der kompakten Bauweise des Mach3 stört, bekommt mit dem Wilkinson Sword Hydro 5 die beste Alternative in unserem Test.

Der Fusion5 ist ergonomischer als der Testsieger, hat eine Trimmerklinge und rasiert genauso gut. Wer auf eine sehr gründliche und reizarme Rasur Wert legt, aber auf keinen Fall auf die Trimmerklinge verzichten möchte, bekommt beides vom Gillette Fusion5.

Ein Klingentausch ist auch diesem Rasierer nur sehr selten nötig, denn die Schneiden sind wie bei unserem Favoriten extrem ausdauernd. Die teuren Klingen sind der Hauptgrund, warum der Gillette Fusion5 für uns nicht als Testsieger in Frage kam, denn für sich genommen ist der Rasierer super.

Mit dem Rasierer von Lidl kommt man langfristig mit am günstigsten weg. Insgesamt haben die günstigen Discounter- und Drogeriemarkt-Modelle in unserem Test eher enttäuscht. Eine Ausnahme gibt es aber: Mit dem Cien Men Dynamic 5 Pro vertreibt Lidl einen Nassrasierer, der nicht nur auf den ersten Blick Sparpotenzial bietet.

Der günstige Aldi Lacura Men 4-Klingen-Rasierer kam hier auf „gut (1,8)“ und lag damit nur knapp dahinter. Interessant ist, dass auch einige weitere günstige Eigenmarken in der Rasurgründlichkeit sich auf Augenhöhe mit den Premiumprodukten von Gillette und Wilkinson positionieren.

Der Griff zu Eigenmarken von Discountern und Drogerien lohnt sich daher oft umso mehr, je länger man sie nutzt.

Rasierhobel als Alternative

Für eine Überraschung sorgen die Rasierhobel. Vier traditionelle Rasierhobel haben die Tester parallel dazu ausprobiert. Auch sie erhielten alle das Qualitätsurteil «gut». Trotz weniger Klingenschutz und vermeintlich komplizierterer Handhabung benötigten die Tester übrigens im Schnitt nur eine Minute länger für die Rasur als mit einem Systemrasierer.

Zwei grosse Vorteile haben Rasierhobel: Die Klingen sind standardisiert, sodass du jeden Hobel mit Klingen aller Marken kombinieren kannst. Ausserdem sind die Klingen deutlich günstiger, wodurch sich die relativ teuren Hobel schnell amortisieren. Wer sich beispielsweise mit den Klingen von Mühle täglich rasiert, zahlt nur knapp über 10 Euro pro Jahr - nochmals deutlich weniger als mit dem Aldi-Rasierer.

Bester Rasierhobel mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,1)" ist der Hobel von Störtebekker. Er überzeugt vor allem in der Testkategorie Haltbarkeit der Rasierklingen.

Auch wenn der durchschnittliche Preis für den Hobel bei rund 35 Euro liegt, ist der Preis für eine Rasierklinge mit 0,60 Euro deutlich geringer als bei den Systemrasierern. Damit sind auch die regelmäßig entstehenden Kosten pro Jahr deutlich geringer als die der Testsieger von Gillette und Wilkinson.

Kostenvergleich: Was kostet tägliches Rasieren pro Jahr?

Für den Vergleich hat die Stiftung Warentest auch eine Vollkostenrechnung erstellt: Was kostet tägliches Rasieren pro Jahr? Der Gillette Labs liegt hier mit 157 Euro an der Spitze. Der Testsieger Fusion 5 ist mit 114 Euro ebenfalls noch teuer. Die beiden Wilkinson-Modelle sind mit 81 Euro (Advanced) und 59 Euro (Regular) bereits deutlich günstiger.

Der Balea Men Precision5 Flex-Pro liegt mit der Note 1,9 ganz nahe an den besten vier Modellen, und die Kosten sind mit 45 Euro pro Jahr nochmals geringer. In einem ähnlichen Preisbereich liegen auch viele andere Eigenmarken der deutschen Discounter.

Nur ein Modell von Aldi ist mit Kosten von knapp 20 Euro nochmals deutlich günstiger.

Dem Rechenmodell der Stiftung Warentest zufolge muss man bei einer täglichen Rasur mit dem Wilkinson Modell pro Jahr von etwa 60 Euro für Klingenköpfe investieren. Das Gerät selbst kostet nur rund 7,80 Euro.

Die Ultimate-Variante dieses Rasierers ist mit 8,30 Euro in der Anschaffung kaum teurer, verursache aber wegen seiner etwas teureren Klingenköpfe Kosten von etwa 81 Euro pro Jahr, sofern man täglich die Stoppeln schneidet.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Wer den besten Nassrasierer für sich finden will, sollte nicht nur auf Design oder Preis achten - sondern vor allem auf den eigenen Hauttyp, weil jede Haut anders auf die Rasur reagiert. Und auch die Wahl der Rasierklingen spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Laut Stiftung Warentest erreicht der Gillette SkinGuard im Test das beste Rasierergebnis. Der Rasierer rasiert gründlich und ist dabei schonend zur Haut. Überraschenderweise verfügt dieses Modell nur über zwei Klingen. Alle anderen Modelle verfügen über bis zu sechs Klingen, erreichen jedoch nicht das gleiche Ergebnis. Mehr Klingen führen also nicht zwangsläufig immer zu einer gründlicheren Rasur.

Die richtige Klingenanzahl ist abhängig von Hauttyp und Bartdichte, für die meisten ist ein Nassrasierer mit drei bis fünf Klingen optimal. Mehr Klingen rasieren gründlicher, können aber auch Hautirritationen verursachen.

Die Klingen eines Nassrasierers sollten je nach Häufigkeit der Rasur und Hauttyp etwa alle fünf bis zehn Rasuren gewechselt werden.

Marken wie Gillette setzen auf innovative Technologien, um die tägliche Rasur angenehmer zu gestalten: mit Gleitstreifen, Feuchtigkeitsstreifen, beweglichem Klingenkopf oder einem Flexball.

Tipps für die perfekte Nassrasur

Eine gründliche Rasur braucht Zeit. Das gilt insbesondere für die Rasurvorbereitung. Egal, ob Sie sich für Rasierschaum, Rasiergel, Rasieröl oder Rasierseife entscheiden - lassen Sie das Produkt Ihrer Wahl ein bis zwei Minuten einwirken, um Ihre Barthaare vor der Rasur aufzuweichen.

Wer sich täglich rasiert, kann eine Klinge mindestens zehnmal verwenden, da die zu rasierenden Stoppeln sehr kurz sind. Wer sich nur etwa alle drei Tage rasiert, sollte die Klinge spätestens nach der achten Rasur wechseln, da diese von längeren Stoppeln besonders beansprucht wird und so schneller abstumpft.

Eine Rasur bedeutet Stress für die Haut - trotz des besten Nassrasierers und einer guten Vorbereitung. Ohne die anschließende Hautpflege kommt es deshalb fast immer zu Hautirritationen. Um dem vorzubeugen, sollten Sie anschließend eine Pflege verwenden, die intensiv Feuchtigkeit spendet und auf reizende Inhaltsstoffe wie Parfum, Alkohol und Co. verzichtet.

Experten empfehlen daher, beide Methoden auszuprobieren, um die beste Option für die eigene Haut zu finden.

Männer sollten Ihr Gesicht generell vor dem Frühstück auf nüchternen Magen rasieren. Das Verletzungsrisiko ist zu dieser Zeit deutlicher geringer als zu einer anderen Tageszeit, denn die Haut wird über den Tag empfindlicher und ist weniger elastisch. Nach dem Essen steigt außerdem die Durchblutung der Haut durch die Verdauungstätigkeit.

Nassrasierer im Test: Vergleich der Kosten und Bewertungen
Modell Hersteller Gesamtnote (Stiftung Warentest) Kosten pro Jahr (tägliche Rasur)
Fusion5 Gillette 1,8 114 Euro
Labs Gillette 1,8 157 Euro
Hydro 5 Ultimate Wilkinson 1,8 81 Euro
Hydro 5 Wilkinson 1,8 59 Euro
Men Precision5 Flex-Pro Balea 1,9 45 Euro
Lacura Men 4-Klingen-Rasierer Aldi Gut Ca. 20 Euro
Rasierhobel Mühle Gut Ca. 10 Euro

tags: #Ein #Klingen #Rasierer #Test

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