Immer mehr Unternehmen der Kosmetikbranche setzen auf nachhaltigere Verpackungslösungen, um den ökologischen Fußabdruck ihrer Produkte zu reduzieren. Dabei spielen recycelte Materialien und innovative Designs eine zentrale Rolle. Dieser Artikel beleuchtet die Initiativen verschiedener Hersteller, darunter Henkel, L'Oréal und Garnier, und gibt Einblicke in die Herausforderungen und Chancen bei der Entwicklung umweltfreundlicher Verpackungen für Shampoos und andere Kosmetikprodukte.
Henkel verstärkt sein Engagement zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft und gestaltet im Rahmen der Relaunches der Beauty Care-Marken Nature Box, Gliss Kur und Syoss auch das Verpackungsportfolio nachhaltiger. Dabei wurde beispielsweise der Einsatz von Rezyklat weiter gesteigert, was zur kontinuierlichen Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks von Henkel beiträgt.
„Wir wollen eine Kreislaufwirtschaft vorantreiben und verfolgen unsere ambitionierten Verpackungsziele für das Jahr 2025. Der Relaunch von drei unserer größten Marken ist ein wichtiger Meilenstein und zeigt unseren ganzheitlichen Ansatz, wie wir unser Portfolios in Hinblick auf Nachhaltigkeit weiterentwickeln“, sagte Philippe Blank, Leiter Nachhaltige Verpackungen bei Henkel Beauty Care.
Seit September trägt die Haar- und Körperpflege-Marke Nature Box das ECOCERT-Kosmetik-Label nach dem COSMOS NATURAL-Standard für Naturkosmetik. Diese Zertifizierung bestätigt, dass alle Nature Box-Produkte zu mindestens 98 Prozent aus Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs (einschließlich Wasser) bestehen. Zudem sind die Produkte vegan, also frei von Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs, außerdem frei von synthetischen Farbstoffen oder je nach Produkt frei von Silikonen.
Mit dem Relaunch von Nature Box unternimmt Henkel darüber hinaus weitere Schritte in seiner Zusammenarbeit mit dem Sozialunternehmen Plastic Bank. Nature Box ist die erste Kosmetikmarke, die Social Plastic® als Verpackungsmaterial für das gesamte Flaschen-Portfolio eingeführt hat: Alle Flaschenkörper von Nature Box bestehen zu 98 Prozent aus Social Plastic®* - Plastik, das von Menschen in Armut gesammelt wird, bevor es in Ozeane und Wasserwege gelangen kann. Henkel arbeitet derzeit daran, die verbleibenden 2 Prozent Kunststoff, die durch die Farbgebung der Flasche enthalten sind, ebenfalls durch das recycelte Material zu ersetzen. Dazu testet das Unternehmen bereits einen Farbträger, der aus Social Plastic® besteht.
Schwarze Verpackungen stellten in der Regel eine Herausforderung für die Recycling-Wertschöpfungskette dar, da die für die schwarze Färbung verwendeten Farbstoffe häufig nicht von den Recyclingsystemen identifiziert und sortiert werden können. Henkel hat im vergangenen Jahr seine ersten recycelbaren schwarzen Plastikverpackungen eingeführt und damit eine innovative Lösung geschaffen, um schwarze Plastikverpackungen nachhaltiger zu gestalten.
Mit dem Relaunch von Syoss im September wird für die schwarze Verpackung, für die die Haarpflegemarke bekannt ist, nun rußfreie schwarze Farbe verwendet. Somit ist sie vollständig recycelbar. Zudem bestehen alle Shampoo-Flaschen zu 98 Prozent aus recyceltem Material (exklusive Kappe).
Im Zuge eines der bekannten Schwarzkopf-Marke Gliss Kur erhöht Henkel den Anteil an Recyclingmaterial über die gesamte Produktpalette hinweg. Während die neuen Shampoo- und Conditioner-PE-Flaschen zu 30 Prozent aus Recyclingmaterial bestehen, enthalten die PET-Flaschen der Shampoos und Express Repair Conditioner zu 97 Prozent recycelten Kunststoff. Alle Flaschenkörper sind zu 100 Prozent recycelbar und durch den reduzierten Einsatz von Metallfolie wird der gesamte Recyclingprozess zusätzlich vereinfacht. Zudem bestehen die neuen schwarzen Kappen aus rußfreiem Material und sind so ebenfalls vollständig recycelbar.
Als Teil seines Engagements im Bereich Nachhaltigkeit hat sich Henkel ambitionierte Verpackungsziele für das Jahr 2025 gesetzt, um eine Kreislaufwirtschaft zu fördern. Bis dahin sollen 100 Prozent der Verpackungen von Henkel recycelbar oder wiederverwendbar sein** und die Menge an neuen Kunststoffen aus fossilen Quellen um 50 Prozent reduziert werden. Außerdem will das Unternehmen dazu beitragen, dass keine Kunststoffabfälle in die Umwelt gelangen.
Auf dem Weg zur Erreichung dieser Ziele hat Henkel bereits viele Fortschritte in seinen drei Unternehmensbereichen gemacht. Das Unternehmen hat beispielsweise den Anteil an recyceltem Plastik in seinen Produktverpackungen weiter erhöht, zahlreiche Verpackungen bestehen bereits zu 100 Prozent aus recyceltem Material. Neben der Entwicklung von nachhaltigen Verpackungslösungen ist Henkel an zahlreichen Partnerschaften und branchenübergreifenden Initiativen beteiligt, die darauf abzielen, Innovationen in der Verpackungsentwicklung voranzutreiben und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu fördern.
Für L’Oréal, den Weltmarktführer für Kosmetikprodukte, sind nachhaltige Prozesse von der Fabrik bis zum Verkaufspunkt von großer Bedeutung. Der Konzern verfügt weltweit über 38 Fabriken und 152 Distributionszentren, von denen 65 Prozent durch den Einsatz von erneuerbaren Energien CO2-neutral operieren. Seit 2005 hat L’Oréal die CO2-Emissionen aller Werke und Vertriebszentren um insgesamt 91 Prozent verringert, obwohl das Produktionsvolumen gleichzeitig um 45 Prozent gestiegen ist. Das nächste Ziel ist es, dass alle Standorte durch Energieeffizienz und die ausschließliche Nutzung erneuerbarer Energien bis 2025 CO2-Neutralität erreichen sollen.
Im italienischen Settimo Torinese, unweit von Turin, steht eine solche Fabrik. Wenn Ihr Shampoo von dort stammt, wurde es nicht nur mit erneuerbaren Energien hergestellt, sondern auch mit geringem Wasserverbrauch. Denn das L’Oréal-Werk ist eine von derzeit fünf sogenannten Waterloop-Fabriken: Hier wird das gesamte Wasser für alle industriellen Prozesse in einem Endloskreislauf genutzt. In Settimo Torinese wurde so der Frischwasserverbrauch der Fabrik halbiert.
L’Oréal setzt ein selbst entwickeltes Tool ein, um genau diese „versteckten“ ökologischen Kosten von Produkten zu analysieren. Es heißt SPOT: Sustainable Product Optimization Tool. Damit wird der vollständige Lebenszyklus eines Produktes auf seine Nachhaltigkeit geprüft - inklusive der Transportwege. SPOT liefert auch die Grundlage für das „Produkt Umwelt & Sozial Impact Label“, mit dem Verbraucher:innen einen schnellen Überblick über die ökologischen und sozialen Auswirkungen von L’Oréal-Produkten erhalten.
Diese Maßnahmen stehen exemplarisch für „L’Oréal For The Future“, die umfassende Nachhaltigkeitsstrategie des Kosmetikkonzerns. Mit diesem Programm hat L’Oréal seine Nachhaltigkeitsziele im Jahr 2020 weiter verschärft und an den planetaren Belastungsgrenzen sowie am 1,5-Grad-Klimaziel ausgerichtet. Ein großer Teil des jährlichen Forschungs- und Entwicklungsbudgets von mehr als einer Milliarde Euro wird investiert, um diese Ziele zu erreichen. Das Programm sieht nicht nur vor, dass L’Oréal seine eigenen Auswirkungen auf Klima, Wasser, Biodiversität und natürliche Ressourcen reduziert. Der Konzern will gemeinsam mit seinen strategischen Lieferanten erreichen, dass auch diese ihre CO2-Emissionen bis 2030 halbieren.
Die meisten Kunststoffe, die Garnier heute für die Verpackungen verwendet, sind PET (Polyethylenterephthalat), PP (Polypropylen) und PE (Polyethylen). Diese Materialien können mehrfach recycelt und wiederverwendet werden. PCR-Kunststoffe (Post-Consumer Recycled) werden aus Kunststoffabfällen von Konsumgütern recycelt. Garnier will das Bewusstsein dafür schärfen, welche Teile ihrer Produkte recycelt werden können.
Einige der kunststoffreduzierenden Innovationen von Garnier kommen 2020 auf den Markt. Das Wahre Schätze Shampoo, das ohne Kunststoff auskommt, ist in einem aus 100 % FSC-zertifiziertem Karton verpackt. Das Wahre Schätze Öko-Pack reduziert die für unsere Shampoos verwendete Kunststoffmenge um 80 %. Das Ziel ist es, den in Verpackungen verwendeten Kunststoff zu reduzieren und ihn durch wiederverwertbaren oder recycelten Kunststoff zu ersetzen.
Bis Ende 2020 stellen wir alle Fructis-Plastikflaschen in Europa und den USA zu 100 % aus recyceltem Kunststoff her. Dadurch, dass wir recycelten Kunststoff verwenden, werden wir im Jahr 2020 den Verbrauch an neuem Plastik um 7000 Tonnen reduzieren. Bis 2025 stellen wir alle unsere Produkte ohne neuen Kunststoff her. Alle unsere Verpackungen sollen wiederverwertbar, wiederverwendbar oder kompostierbar sein.
Garnier verpflichtet sich, das Gewicht und die Größe der Verpackungen zu reduzieren, indem Kappen und Plastikflaschen neu gestaltet, die Größe der Beutel verringert sowie die Einlagen aus den Beuteln entfernt werden. Dadurch, dass wir das Gewicht unserer Kunststoffverpackungen reduziert haben, haben wir im Jahr 2019 mehr als 592 Tonnen neuen Kunststoff eingespart.
Obwohl viele Fortschritte erzielt wurden, gibt es weiterhin Herausforderungen bei der Verwendung von recycelten Materialien in Kosmetikverpackungen. Dazu gehören:
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, setzen Unternehmen auf verschiedene Lösungsansätze:
Auch als Konsument:in können Sie einen Beitrag leisten, um die Umweltbelastung durch Kosmetikverpackungen zu reduzieren:
Verschiedene Verpackungsmaterialien werden in der Kosmetikindustrie eingesetzt, jedes mit seinen eigenen Vor- und Nachteilen:
| Material | Vorteile | Nachteile | Beispiele |
|---|---|---|---|
| PET (Polyethylenterephthalat) | Flexibel, gut recycelbar | Wird nicht immer richtig entsorgt | Getränkeflaschen, Körperölverpackungen |
| PP (Polypropylen) | Hart, wärmebeständig, hautverträglich, widerstandsfähig, gut recycelbar | - | Kosmetikdeckel |
| PE (Polyethylen) | Ungiftig, benötigt weniger Ressourcen in der Produktion | - | Shampoo-Flaschen, Duschgel-Tuben |
| Glas | Wiederverwertbar, hygienisch | Hoher Energieverbrauch bei Produktion und Recycling, schwer | Seifenspender |
| Alu-Laminat-Tuben | Effizienter Schutz des Inhalts | Verbundmaterial, Recycling kann schwierig sein | Haarkuren, Zahnpasten, Handcremes |
| Pappe | Recycelbar (wenn nicht foliert) | Problematisch bei Folierungen | Rouge- oder Lidschattenpaletten |
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