Juckende Kopfhaut nach dem Shampoonieren: Ursachen und effektive Lösungen

Juckende Kopfhaut kann sehr unangenehm sein und verschiedene Ursachen haben. Oftmals hängt das Auftreten von Juckreiz am Kopf mit einer Störung der natürlichen Feuchtigkeits- und Lipidbalance der Haut zusammen und entsteht als Begleiterscheinung von trockener Kopfhaut. In diesem Artikel werden die häufigsten Ursachen erläutert und effektive Lösungen zur Linderung und Vorbeugung vorgestellt.

Ursachen für juckende Kopfhaut

Eine trockene und juckende Kopfhaut kann verschiedene Ursachen haben.

Häufige Ursachen

  • Trockene Kopfhaut: Wird die Kopfhaut nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt, beginnt sie zu jucken. Insbesondere im Winter, wenn Kälte, niedrige Luftfeuchtigkeit und trockene Heizungsluft zusammenkommen, kennen viele Menschen das Problem.
  • Falsche Haarpflege: Allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte können schuld sein. Das wäre ein einfach festzustellende und zu behebende Ursache. Wechsle daher schon bei geringem Juckreiz auf jeden Fall deine Pflege. Übrigens: "Auch Überpflegen - sprich zu viele Haarpflegeprodukte, zu häufiges heißes Haarewaschen und Föhnen - kann die Kopfhaut auf Dauer reizen. Dass du zu viel des Guten für deine Haare tust, erkennst du neben Juckreiz vor allem an einer trockenen, geröteten Kopfhaut“, betont Claudia Dippel.
  • Allergische Reaktionen: Das falsche Shampoo, ein Haarfärbemittel oder ein neues Haarspray können dafür sorgen, dass die Kopfhaut mit Juckreiz reagiert. In Kosmetikprodukten liegt die allergische Reaktion häufig an Parabenen, Sulfaten oder Duftstoffen. Wer einen solchen Juckreiz bemerkt, sollte sich fragen, ob in letzter Zeit ein neues Produkt angewendet wurde.
  • Fettige Kopfhaut: Nicht nur eine zu trockene Kopfhaut kann Juckreiz hervorrufen, sondern auch eine erhöhte Talgproduktion. Ist die Talgproduktion zu hoch, sammelt sich Talg auf der Kopfhaut und kann diese reizen.
  • Mangelnde Kopfhygiene: Wird die Kopfhaut nicht häufig oder gut genug gereinigt, kann das ebenfalls zu Juckreiz führen.
  • Hormonschwankungen: Ein unausgeglichenes Hormonsystem kann vieles im Körper auslösen, auch sehr trockene, empfindliche Kopfhaut und mithin Juckreiz sind mögliche Folgen. Gründe hierfür können zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein starker Estriolmangel sein. Estriol ist ein Hormon, das unter anderem wichtig für die Befeuchtung der (Kopf-)Haut ist. Auch während der Wechseljahre kann es zu juckender Kopfhaut kommen: In dieser Phase nimmt die Östrogenproduktion ab, was zu einer trockeneren Haut führen kann.
  • Stress: "Stress führt zu einer Übersäuerung der Kopfhaut und einem einhergehenden Mineralienmangel", betont unsere Expertin.
  • Produktreste: Viele Haarpflegeprodukte enthalten Silikone, welche eine der Hauptursachen für Produktreste auf der Kopfhaut sind. Anfangs machen diese Dein Haar glatt und glänzend. Produktreste können die Kopfhaut austrockenen und reizen.

Weniger häufige Ursachen

  • Infektionen der Kopfhaut: Pilzinfektionen oder bakterielle Infektionen können ebenfalls für eine juckende Kopfhaut sorgen. Häufig bleibt es bei solchen Infektionen aber nicht beim Juckreiz, sondern auch Rötungen, Schwellungen, schuppende Flecken oder Haarausfall können damit einhergehen.
  • Dermatophytose: Dermatophytose ist eine Hauterkrankung und tritt oft an der Kopfhaut auf. Dermatophytose wird durch einen Pilz namens Trichophyton Rubrum verursacht. Dermatophytose ist darüber hinaus auch ansteckend. Behandelt man Dermatophytose nicht, kann es zu erheblichem Haarausfall kommen.
  • Kopfläuse: Wenn Deine Kopfhaut juckt, aber nicht trocken ist, und Du keine Schuppen erkennen kannst, dann könnten die Ursache des Kopfjuckens Kopfläuse sein. Eine ausgewachsene Kopflaus ist nur 2 bis 3 mm lang. Kopfläuse erhalten ihre Nahrung, durch das Trinken von Blut; Sie beißen sich in die Kopfhaut, trinken Blut und spritzen ihren Speichel in die Kopfhaut. Der Körper reagiert dann auf den Speichel und die Kopfhaut juckt.
  • Systemische Erkrankungen: Systemische Erkrankungen (z. B. Genetische Faktoren: Ob Sie eher fettige oder trockene Haut haben, kann erblich bedingt sein. Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente haben einen erhöhten Flüssigkeitsverlust zur Folge. Parasitäre Infektionen, z. B.

Was hilft gegen juckende Kopfhaut?

Sobald die Gründe der juckenden Kopfhaut identifiziert wurden, können diese konkret angegangen werden.

Allgemeine Empfehlungen

  • Milde Shampoos: Feuchtigkeitsspendende Shampoos mit nicht-reizenden Inhaltsstoffen sind essenziell, wenn es darum geht, den Juckreiz zu bekämpfen. Am besten wählst du dafür ein mildes Shampoo für sensible Kopfhaut aus.
  • Keine irritierenden Produkte verwenden: Auch bei allen anderen Pflegeprodukten wie Haarspray, Conditioner, Schaumfestiger, Haarmasken etc.
  • Regelmäßig waschen: Haare und Kopfhaut regelmäßig zu waschen, entfernt die Rückstände von Pflegeprodukten sowie Talg und Schmutz. Eine tägliche Wäsche der Haare und des Kopfes ist in der Regel dennoch nicht nötig - Experten empfehlen eine Haarwäsche sogar nur zwei- bis dreimal in der Woche, da die Kopfhaut sonst zu stark austrocknen kann.
  • Nicht kratzen: "Auf keinen Fall kratzen, sonst wird die Kopfhaut noch mehr irritiert! Außerdem schädigt das Kratzen auf Dauer die Haarstruktur", so Dermatologin Dr. Susanne Steinkraus aus Hamburg. Wird der Juckreiz unerträglich, kannst du stattdessen mit den Fingern vorsichtig auf die Kopfhaut klopfen, denn das kann den Reiz lindern. Auch Kälte hilft, Juckreiz zu mildern - zum Beispiel durch ein Kühlpack oder ein feuchtes Handtuch auf dem Kopf.
  • Medizinische Behandlung: Falls die Ursache medizinischer Natur ist, das Jucken nicht verschwindet oder weitere Symptome wie Rötungen oder Schuppen hinzukommen, empfiehlt sich der Besuch bei einem Dermatologen.

Spezifische Tipps

  • Shampoo-Diät: "Eine Shampoo-Diät, bei der man die Haare so oft wie möglich nur mit warmem Wasser wäscht, schont die Kopfhaut optimal", weiß Dr. Susanne Steinkraus.
  • Feuchtigkeitsserum: Einfach einmal täglich zwei halbvolle Pipetten scheitelweise oder punktuell auf die Kopfhaut auftragen. Danach mit den Fingerspitzen fest in die Kopfhaut einmassieren. Schon sorgt das pflegende Leave-in-Serum für kraftvolles Haar und eine vitalisierte Kopfhaut.
  • Ackerschachtelhalmtee-Spülung: "Eine Haarspülung mit Ackerschachtelhalmtee versorgt deine Kopfhaut mit Mineralien und kühlt diese bei Juckreiz auch gleichzeitig angenehm runter", so Heilpraktikerin Claudia Dippel. Hierfür vermengst du 1 Esslöffel Ackerschachtelhalmtee und 0,5 Liter kaltes Wasser und lässt den Mix dann 4 Stunden lang stehen. Danach gießt du die Hälfte der Flüssigkeit ab und füllst die abgegossene Menge mit heißem Wasser wieder auf. Fertig ist die Haarspülung.
  • Kopfmassagebürste: Mit seinen weichen und flexiblen Silikonborsten peelt und pflegt es sanft die Kopfhaut. "Hierdurch wird die Durchblutung der Kopfhaut angeregt, sodass eine zu trockene oder zu fettige Kopfhaut sich regulieren kann. Dadurch verringert sich das Juckreiz-Risiko massiv", betont Claudia Dippel.
  • Apfelessig-Spülung: Für eine Spülung mit Apfelessig vermischst du zwei Esslöffel Bio-Apfelessig mit einem Liter Wasser. Diese Mixtur trägst du dann nach dem Waschen mit Shampoo auf dein Haar auf. Wichtig: Eine Apfelessig-Spülung muss nicht ausgewaschen werden.
  • Lavendelwasser: Bei akutem Juckreiz ist Lavendelwasser sehr hilfreich. Dieses kannst du direkt auf die Kopfhaut aufsprühen und musst es nicht ausspülen.
  • Fermentiertes Reiswasser: "Eine etwas aufwändigere, aber dafür sehr effektive Methode für einen ausbalancierten pH-Wert auf der Kopfhaut ist fermentiertes Reiswasser", so Dippel. Hierfür verwendest du am besten einen Bio-Basmatireis. Diesen dann mit der doppelten Menge Wasser vermischen und 24 bis 48 Stunden stehen lassen. Die Haarkur am besten 15 bis 30 Minuten einwirken lassen und dann mit lauwarmem Wasser ausspülen.
  • Gesunde Ernährung: "Manchmal kann die Ernährung durchaus Einfluss auf die Befindlichkeit der Kopfhaut haben", weiß Dr. Susanne Steinkraus und erklärt: "Zum Beispiel können vegane und vegetarische Kost zu einem Defizit an Eisen und Zink führen, die der Körper für die Haarbildung benötigt. Auch nach radikalen Schlankheitskuren können spröde Haare und trockene Kopfhaut zeigen, dass dem Körper etwas fehlt."

Hausmittel gegen juckende Kopfhaut

Hausmittel sind beliebt, da sie schonend und ohne Chemie gegen kleinere Probleme helfen können. Außerdem haben die Meisten eines der Mittel bereits zu Hause, sodass schnell für Linderung gesorgt werden kann.

  • Kokosöl: Kokosöl spendet Feuchtigkeit und wirkt gegen Mikroorganismen, die die Kopfhaut reizen können. Es kann direkt auf die Kopfhaut gegeben werden und sollte dort mehrere Stunden oder am besten über Nacht einwirken.
  • Apfelessig: Der Essig kann das natürliche pH-Gleichgewicht der Kopfhaut wiederherstellen und so den Juckreiz lindern. Einfach Apfelessig und Wasser im 1:1 Verhältnis mischen und auf die Kopfhaut auftragen.
  • Teebaumöl: Teebaumöl wirkt entzündungshemmend und antibakteriell und kann zum Beispiel zum Kokosnussöl hinzugegeben oder mit Shampoo vermischt werden. Auch mit Olivenöl vermischt, kann Teebaumöl auf den Kopf gegeben werden.
  • Kamillentee: Kamillentee kann ebenfalls die Haut beruhigen und den Juckreiz lindern.
  • Haferflocken: Haferflocken, die mit Wasser zu einer Paste gerührt werden, können auf die Kopfhaut aufgetragen werden und sollten dort 20 Minuten einwirken.
  • Aloe Vera: Aloe Vera kann als Gel direkt auf die Kopfhaut aufgetragen werden.
  • Pfefferminzöl: Eine Studie hat ergeben, dass Pfefferminzöl gegen eine trockene Kopfhaut helfen kann. Das Öl wird dafür am besten mit einem anderen Öl wie Olivenöl oder Kokosöl gemischt und vor dem Haarewaschen auf die Kopfhaut aufgetragen.

Wichtig zu wissen: Sowohl Teebaumöl als auch Apfelessig und Pfefferminzöl können die Haut allerdings auch reizen. Seien Sie also vorsichtig bei der Anwendung.

Prof. Dr. Abeck: Juckende Kopfhaut, was man dagegen tun kann und warum Shampoos häufig nicht helfen

Langfristige Maßnahmen für eine gesunde Kopfhaut

Diese Tipps tragen zu einer gesunden Kopfhaut bei und helfen langfristig gegen Juckreiz:

  • Verwenden Sie ein mildes, pH-neutrales Shampoo, möglichst ohne Duft- und Konservierungsstoffe.
  • Waschen Sie Ihr Haar nicht täglich - bei akuten Problemen idealerweise maximal zweimal pro Woche.
  • Waschen Sie Ihre Haare nicht mit heißem, sondern mit lauwarmem Wasser.
  • Lassen Sie das Haar nach Möglichkeit an der Luft trocknen oder föhnen Sie es nur kurz und nicht zu heiß.
  • Verzichten Sie weitestgehend auf Haarfärbeprodukte.
  • Vermeiden Sie sehr enge Kopfbedeckungen und tragen Sie vorzugsweise Mützen aus Baumwolle.
  • Schützen Sie Ihren Kopf gegen starke Sonneneinstrahlung, zum Beispiel durch einen locker sitzenden Sonnenhut.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Körper alle Nährstoffe erhält, die er braucht, sowie genug Feuchtigkeit.
  • Stress und Anspannung können die Kopfhaut negativ beeinflussen. Versuchen Sie, Stress abzubauen.

Wann sollten Sie zum Arzt oder zur Ärztin gehen?

Ärztliche Hilfe bei juckender Kopfhaut ist notwendig, wenn der Juckreiz Ihr tägliches Leben beeinträchtigt, länger anhält (über mehrere Tage bis Wochen) oder immer wieder auftritt und Sie die Beschwerden nicht selbständig beherrschen können.

Weitere Symptome, die einen Arztbesuch erforderlich machen:

  • Schuppenflechte: Bei etwa der Hälfte der Menschen mit Plaque-Psoriasis greift die Schuppenflechte irgendwann auf die Kopfhaut über.
  • Neurodermitis: Das Ekzem, auch als atopische Dermatitis (AD) bezeichnet, kann an sämtlichen Körperstellen auftreten. Es äußert sich durch Rötungen und Schuppen, die Haut juckt und brennt.
  • Kopfläuse: Die winzigen Insekten graben sich in die oberste Kopfhautschicht ein und legen ihre Eier an den Haaren ab.

Zusammenfassung

Juckende Kopfhaut kann viele Ursachen haben. Wichtig ist es, auch wenn es schwerfällt, die Haut nicht zu kratzen und ansonsten die Ursache für das Problem herauszufinden. Mit milden Shampoos, gezielter Pflege und bestimmten Hausmitteln kann der Juckreiz häufig gut gelindert werden - ganz ohne den Gang zum Dermatologen. Falls der Juckreiz doch nicht besser wird oder andere Symptome hinzukommen, zögere nicht, zum Hautarzt zu gehen.

Ursachen und Lösungen für juckende Kopfhaut
Ursache Lösung
Trockene Kopfhaut Feuchtigkeitsspendende Shampoos, Hausmittel wie Kokosöl
Falsche Haarpflege Milde Shampoos, Vermeidung von Überpflegung
Allergische Reaktionen Vermeidung von Produkten mit Parabenen, Sulfaten und Duftstoffen
Fettige Kopfhaut Regelmäßige Reinigung, Vermeidung von übermäßiger Talgproduktion
Mangelnde Kopfhygiene Regelmäßiges Waschen der Haare und Kopfhaut
Hormonschwankungen Ärztliche Beratung, Ausgleich des Hormonhaushaltes
Stress Stressabbau durch Meditation, Yoga
Produktreste Vermeidung von Produkten mit Silikonen, gründliches Ausspülen
Infektionen Ärztliche Behandlung mit antimykotischen oder antibakteriellen Mitteln
Kopfläuse Behandlung mit speziellen Anti-Läuse-Mitteln

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