Die Krätze, auch Skabies genannt, ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Krätzmilben (Sarcoptes scabiei var. hominis) verursacht wird. Lange Zeit fast vergessen, tritt sie nun wieder häufiger auf. Betroffene leiden unter stark juckenden Hautausschlägen, die durch Milben verursacht werden. Im Folgenden erfahren Sie, wie man eine Krätze-Infektion erkennen, behandeln und vor allem vermeiden kann.
Krätzmilbe unter dem Mikroskop
Krätze, medizinisch als Skabies bezeichnet, ist eine infektiöse Hautkrankheit. Sie wird durch Krätzmilben (Sarcoptes scabei var. hominis) übertragen, die sich auf der Haut paaren und Gänge in die oberste Hautschicht graben, um dort ihre Eier abzulegen. Dabei bleiben auch ihre Ausscheidungsprodukte zurück, auf die unser Immunsystem dann mit einer Entzündung reagiert.
In den meisten Fällen erfolgt die Ansteckung von Mensch zu Mensch über Hautkontakt. Dazu ist allerdings ein längerer, intensiver Kontakt nötig; Händeschütteln reicht beispielsweise nicht aus.
Besonders tückisch bei Krätze-Infektionen ist die relativ lange Inkubationszeit zwischen Infektion und ersten Symptomen. Patienten sind bereits ansteckend, bevor sie wissen, dass sie erkrankt sind.
Bei der Erstinfektion mit Skabies treten die ersten Symptome nach 2-5 Wochen auf. Bei einer wiederkehrenden Infektion sind Hautveränderungen bereits nach 1-4 Tagen sichtbar. Der Juckreiz wird bei Wärme stärker, z.B.
Es gibt verschiedene Formen der Krätze:
Um Krätze festzustellen, muss der Arzt Milben nachweisen. Dies geschieht durch Abschaben der obersten Hautschicht einer betroffenen Stelle (Kürettage) oder durch Aufbringen und Abziehen eines Klebestreifens. Bei einzelnen Personen ist Krätze nicht meldepflichtig.
Sofern keine weiteren Grunderkrankungen oder erschwerende Lebensumstände vorliegen, lässt sich Skabies mit den richtigen Medikamenten normalerweise schnell und unkompliziert heilen. Suchen Sie deshalb unbedingt beim Verdacht auf Krätze sofort einen Arzt auf, die Erkrankung heilt nicht spontan von selbst aus.
Beachten Sie außerdem, dass möglichst auch enge Bezugspersonen der Patienten mitbehandelt werden sollten, auch wenn sie (noch) keine Symptome aufweisen.
Die gängigste Therapiemethode ist das Eincremen der Haut mit dem rezeptpflichtigen Wirkstoff Permethrin. Er kann ab einem Alter von zwei Jahren eingesetzt werden. Die Creme muss acht Stunden einwirken, sie wird daher meist über Nacht angewandt. Diese Therapie tötet die Milben meist bereits nach einmaliger Anwendung komplett ab.
Alternativ gibt es mit Ivermectin auch ein ebenfalls rezeptpflichtiges Krätzemedikament in Tablettenform, das zur innerlichen Einnahme verabreicht wird.
Rezeptfreie Medikamente bei Krätze sind Salben mit den Wirkstoffen Benzylbenzoat oder Crotamiton. Sie können unter Umständen verträglicher sein als die rezeptpflichtigen Medikamente und werden daher oft bei Säuglingen und sehr kleinen Kindern eingesetzt. Benzylbenzoat ist außerdem das Mittel der Wahl bei Schwangeren und Stillenden, für die alle anderen Wirkstoffe nicht in Frage kommen.
Alle Wäschestücke, die mit der Haut in Berührung kamen, sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Nicht waschbare Gegenstände und Textilien sollten vier Tage nicht benutzt werden, dann sind alle eventuell noch vorhandenen Milben abgestorben.
Nach der Therapie kann die Haut noch sehr gereizt sein, auch der Juckreiz kann noch etwas länger anhalten.
Krätze bzw. Skabies lässt sich, trotz des Ärgers den sie verursacht, sehr gut behandeln. Verschiedene Medikamente helfen dabei, die Milben auf Dauer loszuwerden. Wichtig dabei ist, dass die Behandlung ärztlich begleitet wird und Sie sich als Patient strikt an den Behandlungsplan halten.
Alle näheren Kontaktpersonen des Patienten sollten mit untersucht und behandelt werden, um sicherzustellen, dass sie nicht auch befallen sind. Da Krätze sehr ansteckend ist, ist die Wahrscheinlichkeit nämlich recht hoch, dass ein Befall stattgefunden hat. Menschen, die auf engem Raum zusammenleben, haben häufig Körperkontakt, der für eine Ausbreitung der Parasiten bereits ausreicht.
Wie lange man aufgrund eines Krätzebefalls behandelt werden muss, variiert von Fall zu Fall, weshalb es zwingend erforderlich ist, die Behandlungsdauer mit dem Arzt abzusprechen. Je nach Ausprägung des Befalls und des Medikamentes, das zur Anwendung kommt, dauert eine Behandlung mehrere Tage bis hin zu Wochen.
Permethrin und Crotamiton sind beides Wirkstoffe, die zur Behandlung von Krätze eingesetzt werden. Hier ist ein kurzer Vergleich:
| Wirkstoff | Anwendung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Permethrin | Creme zur äußeren Anwendung | Oftmals reicht eine einmalige Behandlung | Rezeptpflichtig, möglicherweise weniger verträglich |
| Crotamiton | Salbe zur äußeren Anwendung | Rezeptfrei erhältlich, möglicherweise verträglicher | Mehrmalige Anwendung über mehrere Tage erforderlich |
Oftmals bemerken Sie als Patient bereits nach kurzer Anwendung eine deutliche Besserung. Der Juckreiz lässt nach und der Drang sich zu kratzen, ist nicht mehr so stark. Diese Verbesserung der Symptome kann jedoch trügerisch sein.
Selbst wenn die Milben abgetötet sind, kann sich in den Milbengängen in der Haut noch Milbenkot befinden, der direkt oder später noch zu Abwehrreaktionen des Körpers führt, die sich in Form von weiterem Juckreiz zeigt. Letzteres ist vor allem bei Allergikern der Fall.
Vergessen Sie dabei auch nicht, dass die Behandlungsdauer von Präparat zu Präparat variiert. Halten Sie sich unbedingt an die Vorgaben, damit die Krätzmilben sicher abgetötet werden.
Ist die Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten und hat sich noch nicht entzündet, so können Hausmittel sehr hilfreich sein. Nichtsdestotrotz sollten Sie bedenken, dass eine ärztliche Behandlung wichtig ist und Hausmittel nur zusätzlich verwendet werden sollten.
Einige Hausmittel, die unterstützend zur Krätze-Behandlung eingesetzt werden können:
Tritt Krätze in der Schwangerschaft auf, so ist dies ein großes Problem. Die zugelassenen Medikamente eignen sich nämlich in der Regel nicht für Schwangere. Sie dürfen deshalb nur nach sorgfältiger Abwägung und Beratung durch einen Arzt zum Einsatz kommen.
Um eine Weiterverbreitung zu vermeiden, sollte jeder engere Kontakt mit anderen Menschen und ihrer Kleidung vermieden werden. Intensives Waschen und Desinfizieren kann helfen, die Anzahl der Milben niedrig zu halten, allerdings reicht es nicht aus, um den Parasiten entgehen zu können oder sie dadurch sogar ganz zu vermeiden!
Um eine Neuübertragung mit Krätze zu vermeiden, sollten Sie folgendes beachten:
Es gibt leider keine generellen Maßnahmen, um sich vor einer Krätze-Infektion zu schützen. Zahlreiche Studien belegen, dass auch Körperhygiene keinen Einfluss auf das Ansteckungsrisiko hat - sie beeinflusst lediglich die Stärke der Symptome.
Einige Tipps zur Vorbeugung:
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