Die Bananenschalen oder Eierschalen vom Frühstück, leere Shampoo-Flaschen, die Verpackung der neuen Buntstifte, alte Zeitungen und vieles mehr - in den meisten Haushalten wird täglich viel Abfall produziert. Daher ist es ratsam, Kinder bereits von klein auf an einen verantwortungsvollen Umgang mit Verpackungs- und Verbrauchsmaterialien heranzuführen. In diesem Artikel geben wir einige Tipps, wie du deinem Kind die Bedeutung von Mülltrennung und Recycling einfach erklären kannst.
Das Umweltbewusstsein von Kindern kannst du bereits im Kindergarten- oder Grundschulalter durch eine spielerische Herangehensweise fördern. In diesem Alter müssen und sollten Kinder noch nicht mit den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels oder der Umweltverschmutzung konfrontiert werden. Stattdessen solltest du versuchen, die Neugier deines Kindes für den Umweltschutz früh zu wecken und eine positive Herangehensweise an Müllvermeidung und Mülltrennung zu finden.
So kannst du dabei vorgehen:
Bei der Wissensvermittlung kannst du dich dabei auf diese drei wichtigen Grundsätze der Kreislaufwirtschaft fokussieren: Reduce, Reuse, Recycle (vermeiden, weiterverwenden, wiederverwerten).
Wenn es um die sinnvolle Verwendung von Ressourcen geht, steht die Müllvermeidung immer an erster Stelle. Geht beim gemeinsamen Wocheneinkauf aufmerksam durch die Gänge. Gibt es Produkte mit unnötigem Verpackungsmaterial, die ihr vielleicht lieber nicht kauft oder durch unverpackte Artikel ersetzen könnt (z. B. loses statt eingeschweißtes Obst und Gemüse)? Wenn es in eurer Nähe einen Unverpacktladen gibt, könnt ihr auch dort nach möglichen Alternativen Ausschau halten.
Nicht jedes gebrauchte Produkt gehört in den Müll, sondern kann oft noch weiterverwendet werden: Besuche gemeinsam mit deinem Kind zum Beispiel einen Second-Hand-Laden oder einen Flohmarkt - vielleicht findet ihr dort Gegenstände, denen ihr ein neues Zuhause schenken könnt. Gemeinsam könnt ihr auch Kleidungsstücke und Schuhe, die nicht mehr passen, aussortieren und einer gemeinnützigen Organisation spenden.
Ihr könnt den Grundsatz „aus Alt mach Neu“ auch umsetzen, indem ihr zuhause selbst Dinge upcycelt: Bastelt zum Beispiel aus alten Schraubgläsern Blumenvasen oder gestaltet alte Dosen zu kleinen Insektenhotels um. Weiterhin könnt ihr den Grundsatz „repair“ ergänzen und versuchen, verschiedene Gegenstände so lange wie möglich zu pflegen und zu reparieren.
Recycling bedeutet, dass Abfallprodukte aufbereitet und wiederverwendet werden. Rohstoffe, die aus Müll gewonnen werden, können für neue Produkte verwendet werden, wodurch natürliche Ressourcen geschont werden. Für das erfolgreiche Recycling von Verpackungsmaterialien, Papier oder Glas ist sorgfältige und richtige Mülltrennung das A und O.
Um euch die Mülltrennung zuhause zu erleichtern, findet ihr in unserem PDF zum Thema „Müll richtig trennen“ Icons für die verschiedenen Arten von Müll, die ihr ausdrucken und auf eure Mülleimer zuhause kleben könnt. Dadurch ist die Mülltrennung für Kinder visuell leichter erfassbar und besser zu merken.
Erfolgreiches Recycling von Kunststoffen, Metallen, Glas und Papier ist nur möglich, wenn in den Haushalten bereits sorgfältig sortiert und sauber getrennt wird. Hier findet ihr nochmal einen Überblick, welche Materialien in welche Tonne gehören:
| Tonne/Sack | Was gehört hinein? | Beispiele |
|---|---|---|
| Gelbe Tonne/Gelber Sack | Verpackungen aus Kunststoff, Weißblech und Aluminium | Becher (z. B. Joghurtbecher), Plastikflaschen (z. B. Flüssigwaschmittel, Shampoo), Folien (z. B. Alufolien, Klarsichtfolien), Tuben (z. B. Zahnpasta, Tomatenmark), Verpackungen aus Metall (Deo, Haarspray), Konservendosen, Plastiktüten, Verbundmaterialien (z. B. Milchkartons) |
| Altglas-Container | Glasflaschen und Einweggläser (im Idealfall ohne Deckel/Verschlüsse) | Getränkeflaschen aus Glas, Glasflaschen für Lebensmittel (z. B. Essig, Öl), Konservengläser (z. B. Marmelade, Babynahrung), Einweggläser und Einwegflaschen für Drogerieprodukte (z. B. Gesichtscremes im Glastiegel) |
| Papier-Tonne | Papier, Pappe und Karton | Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Briefumschläge, Eierkartons, Versandkartons |
| Bio-Tonne | Küchenabfälle und Grünabfälle | Schalen und Kerne von Obst, Gemüse und Nüssen, Schnittblumen, Gartenabfälle (z. B. Rasen und Grasschnitt, Pflanzenteile), Kaffeesatz, Tee-Reste, Speisereste, verdorbene oder verschimmelte Lebensmittel, Fleisch- und Fischreste (Vorgaben der Kommune beachten!) |
| Restmüll-Tonne | Müll, der nicht wiederverwendet werden kann | Asche, Tierstreu, verschmutztes Papier, Hygieneartikel, Windeln, Staubsaugerbeutel, Lumpen, Frittierfett |
Tipp: In manchen Städten gibt es statt dem Gelben Sack oder der Gelben Tonne eine Wertstofftonne. In diese Tonnen dürfen zusätzlich zu den oben genannten Kunststoff- oder Metallverpackungen auch Gegenstände, die zwar keine Verpackungsmaterialien sind, aber dennoch aus Kunststoff oder Metall bestehen (z. B. alte Kochtöpfe oder Plastikschüsseln).
Das Glas wird dabei nach Weiß-, Braun- und Grünglas sortiert. Blaue und gelbe Gläser könnt ihr im Container für Grünglas entsorgen. In den Altglas-Container gehören keine Trinkgläser, kein Blei- und Kristallglas, Spiegelglas, kein Porzellan, keine Keramik und keine Glühbirnen.
Sondermüll wie beispielsweise Batterien, Energiesparlampen, Elektro-Schrott oder Lacke dürfen nicht über die Restmüll-Tonne entsorgt werden, sondern müssen zu Recyclinghöfen oder Schadstoffsammelstellen gebracht werden.
Wie können aus Abfallprodukten neue Materialien gewonnen werden? Mit einem einfachen Experiment, bei dem ihr aus Altpapier neues Papier herstellt, kannst du deinem Kind die Grundsätze des Recyclings einfach zeigen. Damit das Papierschöpfen ohne Schöpfrahmen gelingt, könnt ihr es in die Form einer kleinen Schale bringen.
Papier selbst herstellen: nötige Materialien
Papier selbst herstellen: So geht’s
Tipp: Möchtet ihr keine Schale herstellen, sondern wieder ein flaches „Stück Papier“ produzieren, kannst du auch einen Pfannen-Spritzschutz anstelle des Siebs benutzen. Die Herstellung funktioniert ansonsten genauso.
Pappkartons landen in der Papiertonne, Plastikverpackungen in der Gelben Tonne, Eierschalen im Bio-Müll - aber warum eigentlich? Um bereits Kleinkindern anschaulich zu zeigen, warum Mülltrennung und Recycling so wichtig sind, könnt ihr gemeinsam ein Experiment zur Verrottung durchführen. Dabei könnt ihr gemeinsam herausfinden, ob und wie schnell verschiedene Müllarten in der Erde zersetzt werden.
Verrottungs-Experiment: Materialien
Verrottungs-Experiment: So geht’s
Dieses Experiment könnt ihr mehrere Wochen lang fortsetzen. Welche Unterschiede zwischen den Abfallsorten fallen deinem Kind auf? Welches Material hat sich schon zersetzt? Welches ist noch wie neu? Besprecht abschließend eure Erkenntnisse.
Kunststoffe, Metall oder Glas benötigen hunderte bis tausende Jahre, bis sie zersetzt werden. Einerseits stellt dieser Müll für die Waldbewohner eine direkte Gefahr dar, wenn sie sich zum Beispiel in Schnüren verheddern, in Dosen stecken bleiben oder Plastikteile fressen. Andererseits geben diese künstlichen Materialien bei ihrem sehr langsamen Zersetzungsprozess viele Schadstoffe in den Boden ab. Daher solltest du deinem Kind von klein auf beibringen, dass es unter keinen Umständen in Ordnung ist, Müll in die Natur zu werfen. Bestenfalls habt ihr immer einen kleinen Müllsack im Rucksack, wenn ihr in der Natur unterwegs seid. So könnt ihr Müll, der sich unterwegs nicht vermeiden oder entsorgen lässt, mit nachhause nehmen und dort ordentlich recyclen.
Wenn der Tiegel Puder oder die Mascara leer sind, müssen sie entsorgt werden. Doch die Entsorgung von Kosmetikprodukten ist leider nicht ganz einfach. Wenn Sie diese umweltfreundlich entsorgen möchten, können Sie auch hier Mülltrennung betreiben und die Abfallmenge reduzieren. Unter anderem lässt sich oft die Verpackung vom Inhalt trennen und später recyceln. Worauf es dabei ankommt und was Sie noch beachten können, lesen Sie in diesem Beitrag.
Grundsätzlich sollten Sie Kosmetik erst dann entsorgen, wenn Sie aufgebraucht ist. Doch das ist nicht der einzige Grund, sich von seinen Kosmetikartikeln zu trennen. Ein abgelaufenes Haltbarkeitsdatum ist genau wie bei Lebensmitteln ein erster Anhaltspunkt, ob etwas noch zu verwenden ist oder nicht. Im Alltag geschieht es allerdings eher selten, dass ein Kosmetikprodukt abläuft und deswegen entsorgt werden muss. Das Gesetz schreibt vor, dass ungeöffnete Produkte mindestens 30 Monate haltbar sein müssen, bevor sie verderben und entsorgt werden müssen. Prüfen Sie in jedem Fall, ob das Produkt noch verwendbar ist, bevor Sie es ungeöffnet entsorgen - auch, wenn das Haltbarkeitsdatum bereits überschritten ist.
Anders sieht es bei bereits geöffneten Artikeln aus. Diese können durch Verunreinigungen Bakterien oder sogar Schimmel beinhalten und sollten nach dem Haltbarkeitsdatum nicht mehr verwendet werden. Wer die Kosmetik trotzdem noch aufträgt, riskiert Infektionen und Ausschläge. Im Normalfall wird dies aber durch Konservierungsstoffe verhindert. Sonnencreme sollte jedoch jedes Jahr neu gekauft werden, da die Schutzwirkung nach geraumer Zeit nachlässt. Auch eine ungewöhnliche Veränderung an Geruch, Farbe oder Konsistenz, wie beispielsweise ein krümeliger Lippenstift, geben Anlass dazu, das Produkt zu entsorgen.
Generell gilt: Nur leere Kosmetik-Verpackungen sollten ohne Weiteres entsorgt werden. Doch was tun, wenn das Kosmetikprodukt noch nicht aufgebraucht ist? Trennen Sie den Inhalt so gut es geht von der Verpackung. Ein Ausspülen der Flasche, Tube oder Dose, um auch die letzten Rückstände zu entfernen, ist jedoch nicht notwendig. Davon wird aufgrund des Wasserverbrauchs sogar abgeraten.
Handelt es sich um handelsübliche Cremetuben aus Plastik, können diese bedenkenlos in den Gelben Sack geworfen werden. Hier sind generell alle Kunststoffflaschen der Hautpflege richtig aufgehoben, auch zum Beispiel leere Shampoo-Flaschen oder Duschgel. Alles, was dem nicht entspricht, wird dem Restmüll zugeführt.
Bei Verpackungen aus Papier und Pappe stellt es wie gewohnt kein Problem dar, sie im Altpapier zu entsorgen. Der Umwelt zuliebe sollte lediglich im Rahmen der Mülltrennung darauf geachtet werden, etwaige Sichtfenster aus Plastik vorher zu entfernen und separat zu entsorgen.
Glasbehälter sind meist bei Parfums, Deos oder Körpersprays zu finden. Sobald diese aufgebraucht sind, können sie einfach dem Altglas zugeführt werden, natürlich unter Beachtung der Trennung von Weiß- und Buntglas. Ist das Glas zerbrochen, sollten Sie die Reste des Inhalts vorsichtig entfernen oder in ein neues Behältnis füllen und die Glasreste im Altglas entsorgen.
Einen Ausnahmefall stellen Nagellack und Nagellack-Entferner dar. Beide Stoffe müssen dem Sondermüll zugeführt werden, da beide als Gefahrstoffe gelten.
Ebenso müssen einige Dosen von etwa Haarspray oder Deospray in den Sondermüll. Zu erkennen ist dies an den Gefahrenzeichen auf der Dose. Das gilt allerdings nur für entleerte Behälter. Sollte noch Restinhalt vorhanden sein, muss das Haar- oder Deospray zur Schadstoff-Sammelstelle gebracht werden. Diese befinden sich am Wertstoffhof.
Mülltrennung hilft dabei, eine höhere Recyclingquote zu erreichen. Müllvermeidung hingegen ist der wahre Umweltschutz-Champion, denn so reduzieren Sie effektiv den nicht wiederverwertbaren Restmüll.
Schon beim Einkaufen kann Müll reduziert werden, indem man bewusst darüber nachdenkt, ob man Duschgel oder Creme in neuer, kleiner Verpackung kaufen sollte. Kauft man in großen Packungen oder Nachfüllpacks, lässt sich zumindest die Plastikmenge reduzieren. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern spart auch Geld. In vielen Großstädten gibt es darüber hinaus bereits Unverpackt-Läden, in welchen eigene Behälter mitgebracht und die Creme dort hineingefüllt werden kann, ohne zusätzlichen Verpackungsmüll zu produzieren.
Eine wachsende Community beschäftigt sich auch damit, wie man Kosmetika aus natürlichen Materialien und ganz ohne Verpackung selbst produzieren kann. Zu den einfachsten Produkten gehören hier Seifen und Peelings (zum Beispiel aus Kaffeesatz). Das kann mit etwas Aufwand verbunden sein, spart aber gleich doppelt Müll: Sie verwerten andere Restprodukte und sparen sich die neuen Verpackungen. Zudem ist es wesentlich günstiger als neue Kosmetik- oder Hygieneprodukte.
Gelegentlich geschieht es, dass ein Produkt im heimischen Badezimmer nicht mehr so gut gefällt wie noch in der Drogerie. Doch kein Grund, das Produkt gleich zu entsorgen! Fragen Sie stattdessen, ob es einen Abnehmer dafür im Haushalt oder im Bekanntenkreis gibt, und verschenken Sie den entsprechenden Artikel. Andererseits können einige Tiegel und Flaschen zu Vasen oder Behältern für Kleingeld umfunktioniert werden.
Schadstoffhaltige Abfälle enthalten umweltgefährliche oder gesundheitsgefährdende Stoffe und müssen deshalb getrennt von anderen Stoffen gesammelt und entsorgt werden. Sie erkennen sie in der Regel an den Gefahrstoffsymbolen auf der Verpackung.
Es ist wichtig, den Badezimmermüll richtig zu entsorgen, aber noch besser ist es, wenn gar nicht so viel bzw. gar kein Abfall entsteht. Plastik ist ein Problem für die Umwelt, da für die Herstellung Erdöl gewonnen werden muss und Plastik ewig in der Natur bleibt. Beim Recycling von Aluminium und Glas wird viel Energie aufgewendet. Wir empfehlen feste Produkte aus dem Unverpackt-Laden, online oder der Drogerie, die höchstens in recyceltem Papier verpackt sind. Wer auf flüssige Produkte nicht verzichten will, kann Refillsysteme nutzen. Auch dekorative Kosmetik wird von manchen Marken in Nachfüllpackungen angeboten. Oder du machst dir einfach deine Kosmetik selber.
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