Die Lymphknoten im Hals sind vielen bekannt, aber auch die Knoten in der Achsel sagen viel über den Gesundheitszustand aus. Lymphknoten finden sich überall im Körper, etwa am Hals, an der Leiste oder in der Achsel.
Verteilung der Lymphknoten im Körper. Quelle: gesundheit.gv.at
Die Lymphknoten spielen eine zentrale Rolle in unserem Abwehrsystem: Gelangen Erreger in das Lymphsystem, werden durch die Lymphknoten spezielle weiße Blutkörperchen - die Lymphozyten - weiterentwickelt, vermehrt und ins Blut abgegeben. Dort tragen sie zur Bildung von Antikörpern bei. Durch diesen Prozess kann es zu einem Anschwellen der Lymphknoten kommen.
Die Lymphknoten filtern Giftstoffe und Mikroorganismen aus dem Körper, die durch die Lymphflüssigkeit transportiert werden. Dazu gehören abgestorbene Hautzellen oder auch Krankheitserreger, wie Viren und Bakterien.
Der menschliche Körper beinhaltet 600-700 Lymphknoten, die als eine Art Filterstation für die Lymphflüssigkeit dienen. Die meisten Lymphknoten befinden sich im Kopf-Hals-Bereich, gefolgt von den Achselhöhlen und der Leistenregion.
Geschwollene Lymphknoten deuten auf eine Aktivität der jeweiligen Knoten hin. Diese Ursachen kommen für geschwollene Lymphknoten in der Achsel in Frage:
Insgesamt ist die Liste von Erkrankungen, die geschwollene Lymphknoten mit sich bringen können, sehr lang, da eine Reaktion des Immunsystems immer auch eine Lymphknotenschwellung bewirken kann.
Eine Lymphknotenschwellung, die nach einer Rasur auftritt, ist ein sehr häufiges Phänomen. Durch die Rasur kommt es oftmals zu kleinen Läsionen im Bereich der Hautoberfläche. Durch diese Läsionen können Bakterien in den Körper eindringen. Diese gelangen dann bis in die Lymphknoten, wo sie eine Immunreaktion auslösen.
Das heißt, dass die Abwehrzellen des Körpers in den Lymphknoten die Erreger wahrnehmen und mit einer vermehrten Zellproduktion reagieren, dies führt zu einer Schwellung der Lymphknoten. Die Lymphknotenschwellung ist meist einseitig auf der Seite der Läsion und hält über einige Tage an.
Manchmal ist es ganz schnell, nach dem Rasieren mit einer stumpfen, älteren Klinge unter der Dusche, passiert: Durch kleine Hautverletzungen gelangen Bakterien in die Haut der Achselhöhlen oder des Intimbereichs und lösen eine bakterielle Infektion am Follikel der Schweißdrüsen aus. Oder dickflüssige Cremes und Deodorants verstopfen die Ausgangskanäle der Schweißdrüsen.
Bei der Schweißdrüsenentzündung ist die Haut an der betroffenen Stelle, wie z.B. unter den Achseln bei Frauen und Männern, stark gerötet, sie juckt und reagiert mit Schmerzen auf Druck oder bei Reibung durch Kleidung.
Frauen klagen öfters über eine Entzündung an den Achselhöhlen als Männer, da sie in diesem Körperbereich regelmäßiger störende Haare durch Rasur oder Waxing entfernen. Bei mangelnder Hygiene beim Rasieren oder der Verwendung einer stumpfen Rasierklinge können Keime leicht in die oberste Haut eindringen und sich entlang des Haarfollikels in der Unterhaut leicht vermehren.
Verstopfen die Schweißdrüsen bilden sich in der Haut kleine Knoten. Sie sehen aus wie vergrößerte Mitesser. Bei stärken Entzündungen schwellen im Achselbereich oder an der Leiste die Lymphknoten an.
Ob eine Schwellung der Lymphknoten in der Achsel gefährlich ist oder nicht, entscheidet also was der Auslöser ist. Eine Lymphknotenschwellung in der Achselhöhle fällt durch einen "Knubbel" in der sonst glatten Achsel auf. Wird eine solche Schwellung festgestellt, sollte auf verschiedene Kriterien dieser Schwellung geachtet werden.
Um bösartige von gutartigen Lymphknotenschwellungen zu unterscheiden, gibt es verschiedene klinische Hinweise, die eine gute Orientierung bieten.
Hier sind einige Kriterien, die bei der Beurteilung einer Lymphknotenschwellung helfen können:
Im Rahmen einer Infektion vergrößerte Lymphknoten verkleinern sich meist wieder, sobald die Infektion vorüber ist. Eine schmerzhafte Lymphknotenschwellung in der Achselhöhle weist meist auf eine aktuelle Infektion hin.
Eine einseitige Lymphknotenschwellung in der Achselhöhle, die über einen längeren Zeitraum besteht, sollte ärztlich abgeklärt werden. Meist ist die Ursache harmlos, beispielsweise ein bakterieller oder viraler Infekt, jedoch können sich gerade hinter einseitigen Lymphknotenschwellungen auch bösartige Erkrankungen verbergen.
Wichtig: Nur durch eine ärztliche Untersuchung lässt sich die genaue Ursache einer Lymphknotenschwellung feststellen.
Wenn der Lymphknoten nach drei, vier Tagen immer noch dick ist, sollten Betroffene die Schwellung vom Hausarzt abklären lassen. „Der Arzt guckt dann, ob es sich überhaupt um einen Lymphknoten handelt.“ Denn manchmal entpuppt sich der Lymphknoten als Talgdrüsenentzündung.
Bleibt die Schwellung der Lymphknoten ohne sonstige Beschwerden länger als zwei bis drei Wochen bestehen oder kehren die Beschwerden wieder, sollte ärztlicher Rat gesucht werden. Dies gilt auch, wenn die zusätzlich vorliegenden Beschwerden innerhalb einer Woche nicht besser werden und insbesondere, wenn folgende Symptome auftreten:
In solchen Fällen sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen. Erste Anlaufstelle ist in der Regel die hausärztliche Praxis.
Zu Beginn der ärztlichen Untersuchung wird ein umfassendes Gespräch geführt, um mögliche Begleitsymptome oder Auslöser der Lymphknotenschwellungen zu ermitteln (Anamnese).
Bei der anschließenden Tastuntersuchung wird festgestellt, ob die Schwellung hart oder weich, beweglich oder unbeweglich ist und ob eine Berührung Schmerzen auslöst. Diese Informationen können zur Bestimmung der Ursache schon äußerst hilfreich sein.
Liegen die Lymphknoten tiefer oder kommen als Auslöser der Schwellung auch andere Möglichkeiten, wie Zysten oder Abszesse, infrage, wird eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durchgeführt. Auch Milz und Leber werden so hinsichtlich einer möglichen Vergrößerung untersucht.
Falls nötig, kann anschließend eine Probe vom Gewebe (Biopsie) des Lymphknotens genommen werden. Ist die Ursache für die geschwollenen Lymphknoten eine Erkältung oder Grippe, hilft es, die Symptome dieser Erkrankung zu bekämpfen, um ein Abschwellen der Lymphknoten zu beschleunigen.
Sind die Lymphknoten geschwollen, ist die Behandlung stets von der Ursache der Beschwerden abhängig. Meist klingen die Symptome nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Ist eine bakterielle Infektion der Auslöser, kann diese in schwereren Fällen mit Antibiotika behandelt werden. Bei viralen Infektionen werden meist nur weitere auftretende Symptome wie beispielsweise Fieber behandelt - in einigen Fällen kann jedoch auch die Einnahme eines Virostatikums sinnvoll sein.
Entzündungshemmende Getränke, wie Ingwer-, Salbei- oder Thymiantee, können hier weiterhelfen. Eine hohe Flüssigkeitszufuhr regt zudem den Speichelfluss an, wodurch die Speicheldrüsen besser gespült werden.
Lymphknotenschwellungen in der Achsel werden in der Regel nicht therapiert, da die Schwellung bei Beseitigung der Ursache von alleine verschwindet. Handelt es sich um eine Infektionserkrankung, zeigt die Lymphknotenschwellung die Aktivität des Immunsystems an.
Bösartige Erkrankungen die im Lymphknoten selbst oder durch andere tumoröse Erkrankungen, wie etwa Brustkrebs entstanden sind, werden je nach zugrunde liegender Ursache therapiert. In bestimmten Fällen kann eine Operation und/oder Chemotherapie und/oder Bestrahlung indiziert sein.
Es gibt verschieden Hausmittel die zur Linderung der Beschwerden bei angeschwollenen Lymphknoten zum Einsatz kommen können:
Die Techniken der Massageanwendung und Wärmetherapie sollten nicht bei Lymphknotenschwellungen im Rahmen einer bösartigen Erkrankung erfolgen.
Bei Lymphknotenschwellungen werden in der Homöopathie vor allem Schüsslersalze empfohlen. Hier kommen unter anderem Kalium chloratum und Natrium phosphoricum in Frage.
Besteht über längeren Zeitraum eine Lymphknotenschwellung sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden.
Infografik zum Thema Lymphknoten. Quelle: mdr.de
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