Shampoo ist heutzutage ein unverzichtbares Produkt in unseren Badezimmern. Doch wann genau begann die Geschichte des Shampoos, und wer hat es erfunden? Dieser Artikel wirft einen detaillierten Blick auf die Ursprünge und die Entwicklung dieses alltäglichen Haarwaschmittels.
Der Begriff "Shampoo" hat seine Wurzeln vermutlich im Hindi, einer Sprache, die in Nord- und Zentralindien verbreitet ist. Im Hindi gibt es das Wort "chhampo", das "knete" bedeutet. Im Englischen wurde daraus "to shampoo": "Haare (mit Shampoo) einschäumen, waschen".
Ein gebürtiger Inder soll das erste Shampoo erfunden haben. Sake Dean Mahomed emigrierte 1786 nach Irland und ging später (1814) über London nach Brighton an die englische Kanalküste. Gemeinsam mit seiner irischen Frau Jane eröffnete er dort das erste „shampooing vapour masseur bath“, das in etwa einem Türkischen Bad vergleichbar gewesen sein dürfte. Brighton war damals Treffpunkt von Aristokratie und Großbürgertum und das Geschäft wurde rasch ein Erfolg. Sake Dean Mahomed selbst wurde als „Dr. Brighton“ bekannt.
Bis 1933 benutzte man zur Reinigung der Haare nur Seife, welche aber wegen dem alkalischen pH-Wertes für die Kopf-, sowie auch Augenschleimhaut schlecht verträglich war. Außerdem bildet Seife mit den Calciumionen des Wassers eine Kalkseife die dafür sorgt, dass nach dem Waschen das Haar stumpf und glanzlos ist. Somit wurde nach dem Haarwaschen mit Seife stets eine weitere Prozedur angewandt - eine zweite Spülung aus versetzter Essig- und Zitronensäure.
Im Jahre 1932 gab es dann Alkylsulfate zu kaufen - ihr Alkalischer Wert war niedriger und weniger härteempfindlich als bei Seifen. Erste Hinweise auf Seifenherstellung finden sich bei den Sumerern (vor Christi Geburt). Sie erkannten, dass Pflanzenasche (al-quali, der Ursprung des Wortes alkalisch; enthält Pottasche) vermengt mit Ölen besondere Eigenschaften hat, und schufen die Basis einer Seifenrezeptur. Seife bestand aus Asche und Fett (besteht sie im Prinzip immer noch), und evtl Duftstoffen.
Ein Pionier auf dem Bereich von Shampoo war Hans Schwarzkopf. Er betrieb in Berlin seit dem Jahr 1898 eine „Drogerie- und Parfümeriehandlung“. Hier arbeitete er daran, ein Haarwaschmittel zu entwickeln, das schonender zur Haut ist als Seife. Im Jahr 1903 konnte in seinem Laden dann endlich ein Pulver-Haarwaschmittel erworben werden. Im Jahre 1927 fertigte Schwarzkopf dann das erste flüssige Haarwaschmittel an. Eine entscheidende Veränderung trat im Jahr 1933 ein, als schließlich das erste alkalifreie Shampoo auf den Markt kam.
Trockenshampoos wurden seit ihrer Erfindung um 1905 zwischen den beiden Weltkriegen und besonders in den ersten Nachkriegsjahren statt einer Haarwäsche mit Seife oder Shampoo benutzt. Der Preis für den Besuch beim Frisör war noch vielen zu hoch. Außerdem war in den breiten Schichten der Bevölkerung Baden und Haarewaschen nur einmal im Monat üblich.
Die Haare soll man recht sparsam einpudern und einige Minuten wirken lassen, damit die Puderteile die fettigen Substanzen aufnehmen können. Anschließend soll man mit einer Bürste aus Naturborsten die Haare drei Minuten lang durch walken.
Heute werden an Shampoos jedoch weit höhere Anforderungen gestellt. Sie sollen zu einer optischen Aufbesserung des Haars beitragen. Bedürfnisse verschiedener Haarqualitäten - von fettig oder trocken bis hin zu koloriert - sollen befriedigt werden. Auch das Alter des Verbrauchers spielt eine große Rolle. Für Babys und Kinder gibt es extra milde Shampoos. Die individuellen Waschgewohnheiten wie die Häufigkeit der Haarwäsche ist ein weiteres Kriterium, auf das ein Shampoo zugeschnitten sein soll.
Das Haar und die Kopfhaut bekommen auf diese Weise heute einen komplexen chemischen Cocktail serviert, der aus 10 bis 20, in einigen Fällen aus bis zu 30 Inhaltsstoffen besteht. Seit 1997 existiert in der Europäischen Union das sogenannte „INCI-System“ (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients). Demnach sind Hersteller gesetzlich dazu verpflichtet, Angaben über die Inhaltsstoffe ihrer kosmetischen Produkte zu machen.
Shampoo oder Schampu? Dieser Frage geht der US-amerikanische Tag des Shampoos (engl. National Shampoo Day) am 20. Oktober nach. Die USA feiern ihren nationalen Tag des Shampoos (engl. National Shampoo Day) immer am 20. Oktober.
Es gibt im Folgenden sechs Dinge, die man über Schampoos wissen sollte:
Vor 40 Jahren, als Barbara Grosser in Rinteln ihre Ausbildung zur Friseurin begann, hatte sie manchmal Kunden, die es so heute kaum noch gibt: ältere Frauen mit Hochsteckfrisuren, die zum Haarewaschen kamen - alle vier Wochen. "Das roch nicht gerade angenehm", sagt sie. "Aber so etwas gehörte nun mal zur Friseurarbeit damals dazu." Dass die meisten Menschen sich täglich die Haare waschen, ist eine relativ neue Erscheinung.
Das "Fett", genauer, der Talg, den man "Sebum" nennt und der von Talgdrüsen, die direkt mit der Haarwurzel verbunden sind, produziert wird, dieses Zeug also, was alle unbedingt und schnellstens wieder loswerden wollen, es hat eine schützende und pflegende Funktion für das Haar. Grosser bringt das Stichwort von den "hundert Bürstenstrichen" an, mit dem langes Haar täglich gepflegt werden sollte. "Heute gilt diese Regel kaum noch, genau deshalb, weil die Haare so oft gewaschen werden", sagt sie. "Aber früher diente langes, geduldiges Bürsten dazu, das natürliche Haarfett bis in die Haarspitzen hinein zu verteilen."
Hier ist eine Tabelle mit einigen gängigen Inhaltsstoffen in Shampoos und ihrer jeweiligen Bedeutung:
| Inhaltsstoff | Bedeutung/Funktion |
|---|---|
| Tenside | Reinigungsmittel, entfernen Schmutz und Fett |
| Duftstoffe (Parfum/Aroma) | Verleihen dem Shampoo einen angenehmen Geruch |
| Propylenglycol | Feuchtigkeitsspender, hält das Haar weich |
Das Aufkommen des flüssigen Shampoos begünstigten nun vor allem zwei Entwicklungen auf dem Gebiet der Chemie. Zum einen war es nun möglich Kunststoffflaschen schnell und billig in großen Mengen herzustellen. Als Verpackung ist Kunststoff aufgrund seines geringen Gewichts super geeignet.
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