Was tun bei eingewachsenen Haaren: Behandlung und Vorbeugung

Eingewachsene Haare sind ein weit verbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Sie entstehen häufig nach der Haarentfernung und können an verschiedenen Körperstellen auftreten, besonders an empfindlichen Bereichen wie Achseln, Intimbereich oder Beinen.

Sie entstehen, wenn Haare nach der Rasur oder Epilation nicht aus der Haut herauswachsen, sondern sich unter der Haut kringeln oder einrollen. Auch wenn sie harmlos erscheinen, können sie zu Entzündungen, Rötungen und Schmerzen führen.

Die gute Nachricht: Es gibt effektive Möglichkeiten, eingewachsene Haare zu behandeln und sie langfristig zu vermeiden. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Ursachen, Symptome, Behandlungsoptionen und Präventionsmaßnahmen.

Was ist ein eingewachsenes Haar?

Ein eingewachsenes Haar ist ein häufiges Ärgernis, das auftreten kann, wenn sich ein nachwachsendes Haar unter der Hautoberfläche krümmt, anstatt frei herauszuwachsen.

Während bei einem eingewachsenen Haar das Haar unter der Hautoberfläche wächst, anstatt normal herauszuwachsen, wird ein eingekapseltes Haar von einer dünnen Schicht Bindegewebe umhüllt. Ein eingekapseltes Haar ist die fortgeschrittene Form eines eingewachsenen Haares. Das eingewachsene Haar verkapselt sich.

Diese „Kapsel“ bildet der Körper als Abwehrreaktion, wenn er das Haar als Fremdkörper wahrnimmt. Ein eingekapseltes Haar geht oft über bloße Unannehmlichkeiten hinaus.

Die eingeschlossene Struktur kann die Haut reizen, was Entzündungen und in einigen Fällen die Bildung eines schmerzhaften Eiterpickels nach sich zieht. Die Unterscheidung ist entscheidend: Während ein eingewachsenes Haar in der Regel durch sanftes Peeling oder feuchtigkeitsspendende Pflege gelöst werden kann, erfordert ein eingekapseltes Haar oft zusätzliche Maßnahmen.

Menschen mit kräftigem, lockigem oder dickem Haar sind besonders anfällig für verwachsene Haare. Der Grund dafür liegt in der Struktur dieser Haare, die dazu neigt, sich leichter in den Follikeln zu verfangen und somit in die Haut einzudringen.

Ursachen von eingewachsenen Haaren

Die Ursachen von eingewachsenen Haaren können sehr vielseitig sein. Haut und Haarstruktur, genetische Komponente, Alter und Dichte der Haaranlagen, sowie Hormonhaushalt sind Faktoren, die auf das Haarwachstum und damit auch auf das Risiko und die Häufigkeit von eingewachsenen Haaren Einfluss nehmen.

Das Haar wächst normal aus der Haut und verfängt sich an der Oberfläche zum Beispiel in Hautschüppchen oder einem Haarkanal von benachbarten Haaranlagen und wächst in diese ein. Diese Art tritt häufig bei eng anliegender Kleidung oder unter Verbänden/Gips auf, da die Haare an die Haut gedrückt wachsen. Bei Männern treten diese eingewachsenen Haare häufig auf Zehengelenken bei engen Schuhen auf.

Bei dieser komplizierteren Form des eingewachsenen Haares, ist der Haarkanal an der Oberfläche verstopft (z.B. durch Schmutzpartikel, verhärteten Talg oder Wundkrusten etc.). Das Haar knickt beim Wachsen ab und wächst nach innen gerichtet in die Haut ein. Ist das Haar erstmal in die Haut eingewachsen, kann auch eine Entfernung des Pfropfens meist keine Verbesserung herbeiführen.

Da das Haar vollständig unter der Hautoberfläche verbleibt, kann es auch nicht ausfallen und hängt fest. Dies bedeutet ein erhöhtes Potential für einen Abszess. Diese Form eingekapselter Haare kann die Folge von Wundheilung oder auch Pflegeroutinen sein.

Eine weitere Form, welche zu einer komplizierteren Art eingewachsener Haare führt, ist das Herauswachsen des Haares aus dem Haarkanal unterhalb der Hautoberfläche. Der Haarkanal ist gebogen oder gekrümmt, sodass ein neu wachsendes Haar aus der Führung heraus ins umliegende Gewebe einwächst.

Bei dieser Art besteht ein erhöhtes Potential für eine Sepsisbildung, da der Einwachspunkt sehr tief liegen kann. Orte für Bildung eines eingewachsenen Haares dieser Form sind meist Stellen, an denen die Haut viel in Bewegung ist. Es kommt dann zu Verschiebungen in der Haut, was wiederum dazu führen kann, dass sich die Haarkanäle verkrümmt werden.

Durch die Epilation wird das Haar regelmäßig herausgezogen, sobald es sich wieder neu gebildet hat und aus der Haut getreten ist. Dieser Vorgang tritt häufiger auf, als es beim natürlichen Ausfallen der Haare passiert. Jedes neu aus der Haaranlage nachwachsende Haar muss sich entlang der Führung des Haarkanals aus der Haut herausschieben.

Durch eine Depilation, wie die Rasur, wird das Haar regelmäßig hautnah abgeschnitten. Durch den Schnittprozess kann der im Haarkanal verbleibende Haarstumpf einen Knick bekommen und in der Folge in die Haut einwachsen.

Symptome von eingewachsenen Haaren

Nicht immer verursachen eingewachsene Haare Beschwerden. In einigen Fällen schimmern sie lediglich durch die Haut hindurch, sodass sie optisch auffallen. In anderen Fällen können zusätzlich Symptome im betroffenen Hautbereich auftreten, etwa:

  • Sichtbare Rötungen und Hautreizungen
  • Pickel und kleine entzündliche Hautveränderungen
  • Schmerzen und Juckreiz
  • Verhärtungen

Mitunter kann sich Eiter um die Haarwurzel bilden, was im schlimmsten Fall einen Abszess zur Folge hat.

Eingewachsene Haare an verschiedenen Körperstellen

Eingewachsene Haare können theoretisch an jeder Stelle des Körpers auftreten, an der Haare wachsen. Allerdings sind einige Körperstellen häufiger betroffen als andere:
  • Intimbereich und Bikinizone: Die dichte Haarwuchsrichtung und empfindliche Haut in diesem Bereich erhöhen das Risiko. Vor allem im Intimbereich neigen viele Menschen zu eingewachsenen Haaren. Denn hier sind die Haare oft dicker und lockiger als an anderen Körperstellen. Diese Haarstruktur erhöht das Risiko, dass sich die Haare kräuseln und in die Haut einwachsen. Zudem ist die Intimzone oft feucht und warm - ein ideales Umfeld für Bakterienwachstum und Entzündungen. Nicht zuletzt kann eng anliegende Kleidung wie Unterwäsche oder enge Hosen Druck auf die Haarfollikel ausüben und die Haare gegen die Haut drücken, wodurch sie leichter einwachsen.
  • Achselbereich: Das leidige Problem der eingewachsenen Haare betrifft Männer und Frauen gleichermaßen, insbesondere im Achselbereich. Beim ständigen Rasieren oder Wachsen der empfindlichen Haut kann es vorkommen, dass die Haare unter der Oberfläche feststecken, was zu irritierenden Folgen wie Juckreiz und Schwellungen führen kann. Bei Achseln erfolgt aufgrund natürlicher Abläufe viel Bewegung der Haut durch die Arme.
  • Beine: Der Fluch der eingewachsenen Haare erstreckt sich auch gerne auf die Beine. Ein Ärgernis, das vor allem bei Frauen verbreitet ist. Viele von ihnen greifen regelmäßig zu Methoden wie der Rasur oder dem Waxing, um glatte Haut zu erreichen. Doch die Natur der Haare und die Art der Pflege spielen eine entscheidende Rolle dabei, ob diese unliebsamen Einwüchse auftreten oder nicht.
  • Gesicht und Hals (bei Bartwuchs): Häufig kommt es zu eingewachsenen Haaren im Gesicht. Kopfhaar hat einen anderen Wachstumszyklus als andere Körperhaare. Die Phasen bis zum Ausfallen der Haare ist viel länger, die Haare wachsen länger sowie kräftiger und dichter als an den meisten anderen Körperstelle. Damit steigt rein statistisch das Potential für eine haarbedingte Abszessbildung.

Komplikationen durch eingewachsene Haare

Hautabszesse sind schmerzhafte, entzündliche Ansammlungen von Eiter unter der Haut. Die Hauptursache ist oft eine bakterielle Infektion, die durch Haarfollikelverstopfungen und eingekapselte Haare verursacht werden kann.

Dabei lösen oftmals harmlose Bakterien oder Pilze die sonst auf der Hautoberfläche leben eine Immunreaktion aus. Die Keime gelangen über das eingewachsene Haar unter die Haut und ins Gewebe und werden als fremde „Eindringlinge“ erkannt und bekämpft.

Solche Abszesse können sich von alleine auflösen, aber sich auch selbst verstärken. Insbesondere, wenn aggressive und resiliente Staphylokokken oder Streptokokken eine Rolle in der Abszessbildung spielen. Auch das Darmbakterium E.coli kann eine Abszessbildung in Verbindung mit einer Cortison-Ausschüttung verursachen und so eine großflächige Entzündung unter der Haut verursachen.

Unangenehme Symptome wie Schwellung, Rötung und sogar Fieber sind die Folge. Wenn größere Abszesse unbehandelt bleiben, können sie platzen und den Eiter freisetzen. Die Folgen können Narbenbildung und sogar systemische Infektionen wie eine Sepsis sein, bei der das Immunsystem überreagiert und Endzündungsreaktionen im ganzen Körper ausgelöst werden.

Eine Steißbeinfistel, oder Sinus pilonidalis genannt, ist eine schmerzhafte Erkrankung direkt am oberen Ende der Pofalte/am unteren Rücken, oft verursacht durch eingewachsene Haare die eine Eiterblase erzeugen. Steißbeinfisteln entstehen durch eine Kombination von Faktoren.

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Behandlung von eingewachsenen Haaren

Eingewachsene Haare sind in der Regel harmlos. Meist verkapselt das Haar und wird mit der Zeit vom Körper abgestoßen. Betroffene können versuchen, mit folgenden Schritten nachzuhelfen:

  1. Die Haut aufweichen: Hierzu eignet sich am besten eine Dusche oder ein Bad mit warmem Wasser. In einigen Fällen tritt das eingewachsene Haar dann bereits durch die Hautschicht. Auch Zugsalben können helfen, die Hautbarriere aufzuweichen, indem sie die Durchblutung anregen. Sie haben zudem eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung.
  2. Die Haut peelen: Um die Poren von überschüssigem Talg zu befreien, kann ein Peeling helfen. Auch sanftes Rubbeln mit einem Waschlappen entfernt Hautschüppchen.
  3. Haar entfernen: Nun kann man versuchen, das Haar vorsichtig mit einer Nadel oder Pinzette zu entfernen. Diese sollte unbedingt steril sein. Zum Desinfizieren eignet sich 70-prozentiger Alkohol aus der Apotheke.

Wenn ein Haar eingewachsen ist, ist das meist nicht nur ein ästhetisches Problem - es kann auch schmerzhaft sein und Entzündungen verursachen:

  1. Verzichten Sie vorübergehend auf Rasur, Epilation oder Wachsbehandlungen an der betroffenen Stelle.
  2. Ein bewährtes Hausmittel ist eine warme Kompresse: Legen Sie einen sauberen, in warmem Wasser getränkten Waschlappen für einige Minuten auf die betroffene Stelle.
  3. Ein mildes Peeling - mechanisch oder enzymatisch - hilft, abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen, die das Haar eingeschlossen haben könnten.
  4. Ist das Haar bereits unter der Haut sichtbar, kann es vorsichtig mit einer desinfizierten Pinzette herausgehoben werden. Dabei sollte niemals in die Haut gestochen oder gedrückt werden - das Risiko für Entzündungen und Narben ist hoch.
  5. Zeigen sich Rötungen, Schwellungen oder sogar Eiteransammlungen, können antiseptische Salben oder kühlende Gels helfen.

Im Falle eines bereits eingewachsenen Haares sollte man das Berühren und Drücken vermeiden, um Entzündungen zu verhindern.

Die richtige Pflege ist entscheidend, um eingewachsene Haare zu vermeiden. Regelmäßiges Peeling und das Tragen lockerer Kleidung können helfen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

In einigen Fällen können sich eingewachsene Haare entzünden und unangenehme Beschwerden verursachen. Betroffene sollten ärztlichen Rat aufsuchen, wenn:

  • ein eingewachsenes Haar starke Schmerzen verursacht
  • es nicht von selbst verschwindet und sich nicht entfernen lässt
  • sich Knubbel und/oder Abszesse bilden

Denn in diesem Fall liegt nahe, dass Bakterien in die Haut eingedrungen sind, die im schlimmsten Fall in die Blutbahn gelangen und dort eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen können. Womöglich liegt auch eine Haarbalgentzündung mit Furunkeln vor. Letztere müssen fachkundig entfernt werden, zur Behandlung der bakteriellen Infektion kommen Antibiotika zum Einsatz.

Vorbeugung von eingewachsenen Haaren

Das effektivste Mittel gegen eingewachsene Haare ist der Verzicht auf eine Haarentfernung. Wenn das keine Option ist, können aber auch andere Tipps helfen, das Risiko einzudämmen:

  • Peelings: Wer seine Haut vor dem Rasieren, Epilieren oder Wachsen peelt, entfernt so überschüssige Hautschuppen. Dadurch können die Haare die Hautbarriere besser durchdringen.
  • Haut mit Feuchtigkeit versorgen: Um für ausreichend Feuchtigkeit zu sorgen, können verschiedene Pflegeprodukte zum Einsatz kommen. Besonders feuchtigkeitsspendend sind etwa Sheabutter und Jojobaöl. Zudem sollten gesunde Fette in den Ernährungsplan eingebaut werden.
  • Poren öffnen: Um die Poren vor der Haarentfernung zu weiten, kann ein warmes Bad helfen. Auch vorsichtiges Rubbeln mit einem nassen Waschlappen empfiehlt sich.
  • Richtig rasieren: Indem man in Haarwuchsrichtung rasiert, können Rasierpickel weitgehend vermieden werden. Auch eine scharfe Rasierklinge ist empfehlenswert, stumpfe Klingen sollten ausgetauscht werden. Rasiergel und -schaum beugen Hautreizungen vor.
  • Lockere Kleidung tragen, vor allem direkt nach der Rasur.

Weitere Tipps zur Vorbeugung:

  • Regelmäßige Hautpflege: Peele deine Haut regelmäßig und versorge sie mit feuchtigkeitsspendender Creme. Chemische Peelings entfernen abgestorbene Hautschüppchen, während die Creme trockenen Stellen vorbeugt.
  • Scharfe Rasierklingen: Wechsle regelmäßig die Klingen deines Rasierers. Denn scharfe Klingen trennen das Haar mit einem schnellen Schnitt. Ist das Messer hingegen stumpf, zieht es am Haar und biegt es, sodass es leichter einwächst.
  • Vorbereitung der Rasur: Versorge deine Haut mit ausreichend Feuchtigkeit, bevor du dich rasierst. Weiche sie dafür für mindestens drei Minuten in warmem Wasser ein und verwende zusätzlich einen sanften Rasierschaum oder Rasiergel.
  • Geeignete Rasurtechnik: Rasiere möglichst in langen, gleichmäßigen Zügen. Lass den Rasierer dabei in Wuchsrichtung sanft über die Haut gleiten, ohne zu viel Druck auszuüben.
  • Nachbereitung der Rasur: Creme deine Beine nach dem Rasieren mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion ein. Verwende ein Produkt ohne Duftstoffe, wenn deine Haut sehr sensibel ist.
  • Keine zu enge Kleidung: Verzichte darauf, dauerhaft sehr enge Kleidung zu tragen. Vor allem dann, wenn deine Haarstruktur ohnehin eingewachsene Haare begünstigt.

Wer dennoch regelmäßig Probleme mit eingewachsenen Haaren hat, sollte ärztlichen Rat einholen.

Alternative Haarentfernungsmethoden

Wer dauerhaft Ruhe vor Hautreizungen haben möchte, kann langfristig auf moderne Haarentfernungstechnologien setzen. Durch die präzise Behandlung mit Licht oder Laser wird das Nachwachsen der Haare stark reduziert, wodurch das Risiko für Einwüchse deutlich sinkt. In Instituten stehen verschiedene Technologien zur Verfügung, die individuell auf Haut- und Haartyp abgestimmt werden können. So lassen sich dauerhafte Ergebnisse erzielen, ohne dass Haare erneut einwachsen.

Tabelle: Vergleich von Haarentfernungsmethoden

Methode Vorteile Nachteile Geeignet für
Rasur Schnell, günstig Kurze Haltbarkeit, Risiko für eingewachsene Haare Alle Hauttypen
Epilation Längere Haltbarkeit Schmerzhaft, Risiko für eingewachsene Haare Unempfindliche Haut
Waxing Längere Haltbarkeit Schmerzhaft, Risiko für Hautreizungen Unempfindliche Haut
Laser-Haarentfernung Dauerhafte Reduktion des Haarwuchses Teuer, mehrere Sitzungen erforderlich Helle Haut, dunkle Haare

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