Graue Haare verbinden viele Menschen mit dem Älterwerden. Doch warum werden Haare eigentlich grau, und lässt sich dieser Prozess aufhalten? Dieser Frage gehen Wissenschaftler auf der ganzen Welt nach.
Verantwortlich für die Farbe unserer Haare ist das Pigment Melanin. Der farbgebende Stoff sorgt dafür, dass die Mähne schwarz, braun, blond oder rot leuchtet. Er wird in den pigmentbildenden Zellen im Haarbalg, den sogenannten Melanozyten, produziert. Mit zunehmendem Alter lässt die Aktivität der Melanozyten nach. Schließlich lösen sie sich mit dem Haar zusammen von der Haarwurzel ab. Die Folge: Es wachsen nur noch farblose Haare nach. Genau genommen wird unser Haar also nicht grau, sondern weiß.
Ihre Forschungen zeigen, dass der Alterungsprozess nicht die einzige Ursache für graue Haare ist. Auch krankheitsbedingte Störungen in der Pigmentproduktion verwandeln blond, schwarz oder braun in grau. Außerdem spielen die folgenden Faktoren eine Rolle:
Woher graue Haare kommen, lässt sich also nicht eindeutig beantworten. Insgesamt begünstigen alle genannten Faktoren das Ergrauen der Haare. Sie haben zudem Einfluss auf den Zeitpunkt, also ab wann man graue Haare bekommt.
Häufig sind die eigenen Erbanlagen für das vorzeitige Erscheinen von grauen Haaren verantwortlich. Es liegt also in den Genen und daran lässt sich bekanntlich wenig verändern.
Dass graue Haare durch Stress entstehen, ist wissenschaftlich bewiesen. Was genau im Haar und den Melanozyten bei Stress geschieht, ist noch nicht ganz geklärt.
Trotzdem können auch andere Ursachen für graue Haare mit 30 verantwortlich sein. Dazu gehören vor allem:
Nicht jeder möchte sich mit grauen Haaren abfinden. Umfragen zeigen: Graue Haare sind für die meisten Männer kein Problem. Mann steht dazu. Frauen dagegen möchten ihre grauen Haare am liebsten verstecken oder so schnell wie möglich loswerden. Sie fragen sich viel öfter: Was kann man gegen graue Haare tun?
Zu Beginn ist es noch möglich, einzelne graue Haare einfach herauszuziehen beziehungsweise zu zupfen oder abzuschneiden. Doch meist sind schon nach kurzer Zeit andere Mittel nötig, um die betroffenen Stellen zu kaschieren. Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen:
Wir stellen Ihnen die verschiedenen Methoden vor und verraten, was wirklich gegen graue Haare hilft.
Durch das sogenannte Renaturieren können graue Haare wieder verschwinden. Mehr noch: Sie bekommen ihre alte Farbe zurück. Anders als beim Färben werden dabei keine körperfremden Farbstoffe genutzt, um die Haarfarbe zu überdecken. Stattdessen werden die Substanzen dort ins Haar eingelagert, wo die natürlichen Pigmente fehlen. Das geschieht auf zwei unterschiedlichen Wegen:
Experten warnen vor den gesundheitlichen Risiken des Bleiacetats. Toxikologen der Universität Kiel fanden heraus, dass das giftige Schwermetall Blei des Bleiacetats über die Kopfhaut in den Körper gelangt. Es kann sich in den Knochen ablagern und schwere Schäden an Nervensystem und dem blutbildenden Knochenmark verursachen.
Alternativ zu den Methoden der sogenannten „Renaturierung“ können Sie graues Haar auch färben. Vor allem Frauen versuchen auf diese Weise, graue Haare zu überdecken.
Eine Tönung eignet sich nicht immer für graue Haare. Ob das Ergebnis zufriedenstellend ausfällt, hängt stark von dem Weißanteil der Haare ab: Bis zu einem Weißanteil von 30 Prozent deckt eine Tönung das pigmentlose Haar noch vollständig ab. Liegt der Anteil jedoch darüber, greifen Sie besser zur Haarfarbe.
Manche Menschen schwören darauf, dass bestimmte Lebensmittel gegen graue Haare helfen - ganz ohne färben zu müssen. Ein Beispiel ist die Annahme, Apfelessig wirke gegen graue Haare. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür nicht. Fest steht nur: Apfelessig enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Davon profitiert möglicherweise auch die Kopfhaut. Anwender verdünnen vier Esslöffel Apfelessig mit kaltem Wasser und nutzen die Mischung als Spülung nach dem Haarewaschen.
Auch Reiswasser ist manchmal im Gespräch, wenn es darum geht, grauen Haaren Farbe zurück zu bringen. Wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Reiswasser auf die Haare gibt es kaum. Bewiesen ist lediglich, dass Reiswasser viele Proteine enthält. Diese sind grundsätzlich gut für die Gesundheit der Haare.
Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
Die Pharmaindustrie wirbt mit Melanin-Tabletten als Alternative. Dabei handelt es sich um eine Art Nahrungsergänzungsmittel, das die Pigmentproduktion in den Haaren wieder ankurbeln soll. Anders als die Bezeichnung vermuten lässt, ist nicht Melanin, sondern Tyrosin in den Tabletten enthalten. Diese Aminosäure benötigt der Körper in ausreichender Menge, um Melanin zu produzieren.
Wie gut Melanin-Tabletten jedoch gegen graue Haare wirken, ist nicht eindeutig geklärt. Bislang gibt es nur wenig Forschung auf diesem Gebiet.
Manche Menschen versuchen mit Vitaminen, grauen Haaren entgegenzusteuern. Der Hintergrund: Wissenschaftlerinnen fanden in Studien heraus, dass in vielen Fällen ein Vitamin B12-Mangel Ursache für graues Haar ist. Wichtig sind auch Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen und Kupfer. Während Eisen für eine gute Durchblutung sorgt, ist Kupfer an der Bildung von Melanin beteiligt.
Die Ernährung ist wichtig für die Gesundheit. Diese sind nur dann sinnvoll, wenn ein nachgewiesener Mangel besteht. Klären Sie dies vor einer Einnahme mit Ihrem Arzt ab.
Im Handel sind mittlerweile zahlreiche Haarpflegeprodukte speziell für graue Haare erhältlich. Sie enthalten Pflegesubstanzen, die dem Haar Feuchtigkeit und Elastizität zurückgeben sollen. Graue Haare an sich benötigen keine besondere Pflege. Jedoch wirkt sich das fortschreitende Alter auf die Struktur der Haare aus: Es wird mit den Jahren trockener und brüchiger.
Stellen Sie eine Veränderung fest, greifen Sie zu Produkten für strapaziertes Haar. Glanzsprays oder -cremes verleihen mattem Haar wieder einen schönen Schimmer. Dann gibt es vielleicht sogar gar keinen Grund mehr, die grau melierten Haare zu kaschieren. Wer aber trotz Alter weiterhin robuste Haare hat, muss die Pflege für graue Haare nicht verändern.
Gut zu wissen: Das Haarfarbpigment Melanin wirkt wie ein UV-Filter. Es schützt vor Schäden der Sonneneinstrahlung. Experten raten bei ergrautem Haar deshalb zu Pflegeprodukten mit UV-Filtern. Wenn Sie sich längere Zeit in der Sonne aufhalten, tragen Sie ein Tuch oder einen Hut.
Bei manchen Menschen zeigen sich die ersten grauen Haare schon mit 20, bei anderen erst ab 40 Jahren. Die meisten entdecken das erste graue Haar mit Mitte 30. Zunächst werden nur einzelne Haare grau, mit der Zeit sind aber immer mehr Haare betroffen. Der Prozess beginnt an den Schläfen, da die Haare dort einen kürzeren Lebenszyklus haben und schneller ausfallen. Aus diesem Grund sind bei Männern die Barthaare früh betroffen.
Egal ob Mann oder Frau - irgendwann werden alle Haare grau. Geschichten, nach denen Menschen plötzlich über Nacht graue Haare bekommen, gehören eher in den Bereich der Mythologie. Scheinbar kurzfristig ergrauen Menschen mit der Krankheit Alopecia areata. Diese bewirkt, dass innerhalb kurzer Zeit sämtliche pigmentierten Haare ausfallen und nur die jüngeren, grauen übrigbleiben. Die Ursache ist bis heute nicht geklärt.
Mit der Frage, ob graue Haare wieder farbig nachwachsen können, beschäftigte sich eine amerikanische Studie mit insgesamt 14 Probanden zwischen 9 und 39 Jahren. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei einer Reduzierung von Stress, graue Haare teilweise wieder farbig nachwachsen. Ältere Menschen befanden sich nicht unter den Studien-Teilnehmern. Daher kann nicht davon ausgegangen werden, dass Menschen, die seit mehreren Jahren graue Haare tragen, die Naturhaarfarbe durch Stress-Reduktion wieder zurückerlangen.
Junge Männer, die bereits mit Anfang 20 oder sogar noch früher graue Haare bekommen, fragen sich oft: Sind frühe graue Haare ein Zeichen für eine geringe Lebenserwartung? Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es dafür keine Beweise. Fest steht laut einer Studie mit 545 Männern nur, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Lassen Sie medizinisch abklären, welche Ursachen für Ihre grauen Haare verantwortlich sind.
Grauen Haaren vorzubeugen, gelingt nur begrenzt - zum Beispiel mit einer ausgewogenen, mineralstoffreichen Ernährung und dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Auch bei Menschen, die Stress gut bewältigen, wird im Durchschnitt das Haar später grau. Dass graue Haare durch Stress entstehen, ist wissenschaftlich bewiesen.
Übrigens: Das sogenannte Granny Hair liegt im Trend. Die englische Bezeichnung steht dafür, dass man die Haare grau trägt, wie es oftmals Grannys tun - also Omas. Immer mehr Menschen lassen inzwischen bewusst ihre grauen Haare nicht mehr färben oder sogar ihre Naturfarbe in grau-silberne Haare umfärben.
Sind die Haare erst einmal ergraut, kann dies ein unumkehrbarer Prozess sein. Das heißt aber nicht, dass du deine Haarpracht nicht gekonnt in Szene setzen kannst. Es gibt unzählige Möglichkeiten graue Haare zu stylen und einen sagenhaften Look zu kreieren. Drei von ihnen stellen wir dir hier vor:
Ein gesunder Lebensstil ist natürlich das A und O. Aber es gibt auch einige Hausmittel, die den grauen Haaren entgegenwirken.
tags: #schwarz #weibe #haare #ursachen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.