Viele Frauen erleben nach der Geburt ihres Kindes Haarausfall. Dieses Phänomen, auch als postpartales Effluvium bekannt, kann stark verunsichern. Doch es gibt gute Nachrichten: In den meisten Fällen ist dieser Haarverlust vorübergehend.
Viele Frauen haben während der Schwangerschaft eine nie gekannte Haarpracht: dicht und glänzend. Grund dafür ist der erhöhte Östrogenspiegel.
Generell wächst das Haar in einem dreiphasigen Zyklus aus Wachstum, Ruhe und Ausfallen. Die Östrogene halten die Haarfollikel während der Schwangerschaft in der Wachstumsphase. Alles ist auf Erhalt angelegt, weniger Haare fallen aus.
Gleich nach der Geburt sinken die Östrogenwerte aber schnell ab und viele Haarfollikel wechseln zeitgleich in die Ruhephase. Damit beginnt der Haarausfall nach der Schwangerschaft, das sogenannte postpartale Effluvium.
Haarausfall nach der Schwangerschaft, auch als postpartaler Haarausfall bekannt, ist sehr häufig. Es wird geschätzt, dass ein Drittel bis die Hälfte der Frauen unter postpartaler Alopezie leiden. Dies ist hormonell bedingter Haarausfall.
Hormonelle Veränderungen, die in der Zeit nach der Geburt beobachtet werden, sind oft die Ursache für diese Alopezie, die Mediziner als akutes Telogen Effluvium (oder häufiger als reaktionären Haarausfall) bezeichnen.
Während der Schwangerschaft bemerken viele werdende Mütter eine deutliche Verbesserung der Qualität ihres Haares. Es wächst besser, ist glänzender und seidiger und fällt kaum noch aus. Der Grund? Der Östrogenspiegel steigt während der Schwangerschaft an und hält das Haar in der Wachstumsphase (Anagenphase).
Nach der Geburt sinkt der Hormonspiegel abrupt ab, was sich direkt auf das Haar auswirkt: Das Haar, das sich während der Schwangerschaft in der Wachstumsphase befand, geht gleichzeitig in die Ausscheidungsphase (Telogenphase) über, und das ist die Ursache des Haarausfalls. Es kann ziemlich dramatisch sein, mehr als 100 bis 150 Haare pro Tag zu verlieren, und manche Frauen haben das Gefühl, dass sie ihre Haare handvollweise verlieren.
Neben hormonellen Schwankungen können auch andere Faktoren den Haarausfall nach der Geburt verschlimmern:
Seltener kommt es vor, dass einige schwangere Frauen während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, Haarausfall bemerken. Es gibt mehrere Ursachen für dieses Problem.
Etwa 20 % der jungen Mütter bemerken 3-4 Monate nach der Geburt einen verstärkten Haarausfall. Während der Schwangerschaft verschiebt sich unter dem Einfluss von Östrogenen der Anteil der Haare in der Wachstumsphase auf bis zu 95 %. Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel abrupt. Dadurch wechseln viele Haare gleichzeitig in die Telogenphase - es kommt zum gleichmäßig über den Kopf verteilten Haarausfall.
Häufig tritt der Haarausfall nur nach der ersten Schwangerschaft auf; die genauen Ursachen dafür sind nicht abschließend geklärt. Da es sich um einen physiologischen Prozess handelt, ist eine spezifische medikamentöse Therapie nicht notwendig.
Unabhängig von der Schwangerschaft verliert jeder Mensch bis zu 100 Haare am Tag. Wenn deine Haare deutlich dünner und spröder werden und du bemerkst, dass auch größere Mengen an Haaren ausfallen als zuvor, kann es sich um schwangerschaftsbedingten Haarausfall handeln.
Meist beginnt der Haarausfall nach Schwangerschaft und Geburt bereits wenige Wochen nach der Entbindung, manchmal setzt er auch erst nach fünf Monaten ein. Bei manchen Frauen fallen viele Haare aus und sammeln sich in der Bürste oder im Waschbecken. Das erscheint bedrohlich, ist aber kein Grund zur Sorge. Nach der Geburt ist das vollkommen normal.
Es fallen lediglich die Haare aus, die Sie während der vergangenen neun Monate verloren hätten. Nach einigen Monaten hat sich der Hormonhaushalt reguliert, ganz ohne Behandlung.
Haarausfall in der Schwangerschaft tritt zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf - das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Es gibt keine Faustregel. Generell ist es möglich, dass dir bereits in der frühen Schwangerschaft erste Haare vermehrt ausfallen.
In der Regel dauert es etwa drei bis sechs Monate, bis sich der Hormonhaushalt einer Frau nach der Entbindung wieder normalisiert hat. Der weitere postpartale Verlauf hat keinen Einfluss auf den Haarverlust, auch Stillen beeinflusst den Haarausfall nicht. Die Hormonumstellung ist völlig normal und kann nicht beschleunigt werden.
Nach spätestens einem Jahr sollte das Haarwachstum wieder so sein, wie vor der Schwangerschaft. Bleibt der Haarverlust bestehen, sind möglicherweise andere Gründe ursächlich. Kontaktieren Sie daher Ihren Hausarzt, Dermatologen oder Gynäkologen, wenn der Haarausfall über ein Jahr nach der Geburt weiterhin ungewöhnlich stark ist.
Nicht das Stillen lässt die Haarpracht dünner werden - dafür ist allein der Östrogenspiegel verantwortlich, der nach der Geburt abfällt. Bei stillenden Müttern verläuft die Hormonumstellung aber manchmal langsamer. Dadurch setzt der Haarausfall später ein als bei nicht stillenden Frauen - bei manchen sogar erst nach dem Abstillen.
Der Haarausfall nach der Geburt lässt sich leider nicht verhindern. Weder Tinkturen, Haarwasser noch spezielle Shampoos halten den Haarverlust auf - es gibt jedoch Mittel und Wege, damit umzugehen:
Zusätzlich hoher Stress ist leider nicht hilfreich. Sanfte Shampoos verwenden! So werden das Haar und die Kopfhaut geschont. Den Kopf massieren! Eine Massage der Kopfhaut regt die Durchblutung und die Haarfollikel an. Außerdem hilft es auch, zur Ruhe zu finden.
Hier sind weitere Tipps:
Es gibt einige Tipps und Tricks, die dir unterstützend zur Seite stehen. An sich kannst du den hormonellen Haarausfall auch nicht stoppen - es ist ein Prozess und die Haare werden wieder nachwachsen.
Tabelle: Tipps gegen Haarausfall nach der Schwangerschaft
| Tipp | Beschreibung |
|---|---|
| Milde Shampoos | Verwenden Sie Shampoos ohne aggressive Chemikalien, um die Kopfhaut zu schonen. |
| Sanfte Bürsten | Nutzen Sie Bürsten mit weichen Borsten, um das Haar nicht zu strapazieren. |
| Ausgewogene Ernährung | Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen. |
| Stress vermeiden | Sorgen Sie für ausreichend Ruhe und Entspannung im Alltag. |
| Kopfhautmassage | Regelmäßige Massagen fördern die Durchblutung der Kopfhaut. |
Um den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und den Körper nach den Strapazen der Schwangerschaft und der Geburt zu regenerieren, braucht es Zeit! Auch der Haarausfall wird sich in der Regel nach ein paar Monaten wieder einstellen und die Haarpracht wird nach und nach zurückkehren. Hier ist also Geduld das beste Rezept.
Wenn du dir Sorgen machst oder der Haarausfall sehr stark ist, solltest du mit deinem Arzt oder deiner Ärztin sprechen.
Was tun, wenn der Haarausfall nach der Schwangerschaft anhält? Die Haare fallen auch zehn Monate nach der Entbindung noch aus? Es treten vermehrt kahle Stellen am Kopf auf? Sicherheitshalber sollten dann der Frauenarzt und ein Dermatologe aufgesucht werden.
Die Ursache kann ein Nährstoffmangel sein. Auch eine Schilddrüsenerkrankung ist eine mögliche Ursache. Beides lässt sich aber einfach behandeln, sodass auf jeden Fall noch Hoffnung bleibt, dass die alte Haarpracht zurückkehrt.
Wenn der Haarausfall in der Stillzeit extrem (deutlich mehr als 100 Haare pro Tag) erscheint, kann es ratsam sein, mit einem Arzt über andere mögliche Ursachen und Behandlungen zu sprechen.
In seltenen Fällen - bei etwa zwei von tausend Schwangeren - kann sich der Haarverlust auf einzelne Bereiche am Kopf konzentrieren (sogenannter „kreisrunder Haarausfall“) und kahle Stellen verursachen.
Zusätzlich zur hormonellen Umstellung können seelischer Stress, ein hoher Blutverlust bei der Geburt, zu wenig Schlaf oder ernährungsbedingte Mangelerscheinungen den Haarausfall verstärken. Auch Blutarmut (Eisenmangel-Anämie) kann zu solchen Beschwerden führen.
Durch Blutuntersuchungen können andere Ursachen, wie z.B. Manchmal kann ein postpartales Effluvium auch in eine androgenetische Alopezie übergehen. Unter diesem erblich bedingten Haarausfall leiden bis zu 30 Prozent aller Frauen. Meist tritt er in den Wechseljahren auf, kann aber auch durch eine Schwangerschaft getriggert bzw.
Sollte sich der Haarausfall nicht nach ein paar Monaten wesentlich bessern und auch sonst keine behandelbare Ursache dafür gefunden werden, kann die frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Spezialzentrum für Haarausfall-Behandlungen und Haartransplantationen sinnvoll sein.
Im HAARZENTRUM AN DER OPER gibt es verschiedene Behandlungen, mit denen auch genetisch bedingter Haarausfall bekämpft werden kann. Wir bieten Behandlungen an, in denen von innen heraus das Haarwachstum angeregt wird. Auch Laserbehandlungen, Methoden mit Eigenblut wie bei der PRP-Behandlung, Behandlungen mit LED-Licht und einige mehr, mit denen das Haarwachstum wieder angeregt wird, gehören ebenfalls zu unseren Leistungen.
Bei manchen Patientinnen kann eine Hormontherapie zur Behandlung eines hormonell bedingten Haarausfalls hilfreich sein. Da jedoch auch schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können, sind die Therapiemöglichkeiten diesbezüglich oft begrenzt. Sollten Sie unter einem optisch sehr auffälligen Haarausfall leiden, so können Sie auch in einer Haarsprechstunde eines Spezialisten für Haartransplantationen und Haarausfallerkrankungen aufzusuchen.
Meist kann schon eine regenerative Therapie, die PRP-Therapie, helfen, den Haarverlust aufzuhalten. Die Behandlung ist minimal-invasiv und frei von Nebenwirkungen. Die PRP-Therapie ist eine Eigenblut-Plasma-Therapie. Die Grundsubstanz, das "Platelet Rich Plasma", wird durch eine spezielle Aufbereitung des von der Patientin entnommenen Blutes gewonnen. Es handelt sich um hochkonzentriertes Blutplasma, welches viele Wachstumsfaktoren, Zytokine und Mikronährstoffe enthält.
Diese Stoffe sind wichtig für die Zellteilung und -regeneration. Dadurch werden die Haarfollikel stimuliert und die Kopfhaut besser durchblutet.
Lässt sich das eigene Haar nicht mehr regenerieren, kann eine Haartransplantation die rettende Alternative sein. Mit der I-FUE-Technik (Intermittent Follicular Unit Extraction) wird Ihr eigenes Haar an die kahlen Stellen transplantiert. Ein schonender Eingriff, bei dem hohe Anwuchsraten zu erwarten sind.
Egal, ob der Scheitel licht ist oder die Schläfen leicht kahl werden - mit der Haartransplantation können Sie sich schon ggf. bald wieder über eine natürliche und volle Haarpracht freuen.
Wenn sich jedoch der Haarausfall über den gesamten Kopf erstreckt und dadurch zu wenig Spendermaterial vorhanden ist, sollte eine Haartransplantation nicht durchgeführt werden. Darum gilt: je früher der Haarausfall durch regenerative Behandlungen gestoppt wird, desto erfolgreicher wird die späte Haartransplantation sein.
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