Die Pflege der Haare ist für viele Menschen selbstverständlich. Wir waschen, föhnen, kämmen und glätten sie. Erst wenn unliebsame Erscheinungen wie Schuppen oder Juckreiz auftauchen, wird uns bewusst: Auch die Kopfhaut benötigt unsere Zuwendung. Schuppen sind nicht gleich Schuppen. Sie können ein gutes Indiz dafür sein, dass etwas mit der Kopfhaut nicht stimmt.
Dieser Artikel befasst sich mit den Ursachen von Schuppen am Haaransatz und auf der Stirn, sowie mit vorbeugenden Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten.
Eins vorweg: Jeder Mensch produziert Schuppen oder wie Ärzte sagen: Squama. Die oberste Hautschicht (Epidermis) besteht aus Hautzellen, die in mehreren Schichten angeordnet sind. Die Zellen durchwandern binnen vier Wochen die verschiedenen Hautschichten (von innen nach außen), sterben letztlich ab und werden an der Hautoberfläche abgestoßen. Verläuft dieser Prozess normal, sind die kleinen, abgestoßenen Hautschüppchen mit bloßem Auge nicht zu erkennen.
Erst größere Verbände ab einer Anzahl von etwa fünfhundert Zellen sind als Schuppen sichtbar. Sie bilden sich, wenn die Haut die Flöckchen zu schnell abstößt und diese verklumpen. Typisches Anzeichen ist eine juckende Kopfhaut. Sie deutet darauf hin, dass die Kopfhaut gereizt ist, zum Beispiel durch ein aggressives Shampoo oder zu häufiges Waschen und Föhnen.
Meistens sind die herabrieselnden Schuppen harmlos. Viele empfinden sie jedoch als ästhetisch unschön, vor allem auf dunkler Kleidung. Doch Schuppen sind in manchen Fällen auch ein Hinweis auf eine Erkrankung wie Schuppenflechte oder Neurodermitis.
Schuppen rieseln bei vielen Menschen auf die Schultern. Meist sind sie harmlos und ein rein kosmetisches Problem. Manchmal sind Schuppen aber auch eine Begleiterscheinung von Hauterkrankungen, die eine ärztliche Behandlung benötigen.
Schuppen lassen sich in zwei Kategorien einteilen:
Etwa 30 Prozent aller Frauen und 20 Prozent aller Männer leiden zumindest zeitweise an einer starken Schuppung. Ungewöhnlich sind Schuppen nicht - jeder Mensch hat sie.
Die Erklärung dafür, warum man Schuppen bekommt, ist: Die menschliche Haut erneuert sich alle vier Wochen. Es lösen sich alte, abgestorbene Hornzellen ab. Sie wandern dazu von der Tiefe an die Oberfläche. Läuft dieser Prozess normal ab, nehmen wir das gar nicht wahr. Wenn er jedoch gestört ist und die Haut die Zellen zu schnell abstößt, verklumpen sie.
Hängen Hunderte oder Tausende von ihnen aneinander, entstehen sichtbare Schuppen. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Kopfhaut-Schuppen, die unterschiedliche Ursachen haben.
Der Grund für trockene, weiße Schuppen sind vor allem äußere Faktoren. Dazu gehören austrocknende Shampoos und Pflegeprodukte. Oftmals schuppt sich die Haut dann direkt nach dem Haare waschen. Außerdem führen heißes Föhnen, Heizungsluft und ein trockenes Klima dazu, dass die Haut gereizt ist. Extrem trockene Kopfhaut führt demnach zu Schuppen.
Die trockene Kopfhaut entsteht dadurch, dass ihr natürlicher Hydrolipidfilm gestört wird. Die Ursachen sind vielfältig. Ein zu häufiges Waschen der Kopfhaut und Haare, und nicht rückfettende, aggressive Shampoos können dazu führen, dass die Kopfhaut austrocknet. Auch das Klima kann Einfluss auf unsere Kopfhautbarriere haben. Hauterkrankungen wie die Schuppenflechte und die Neurodermitis, oder auch Kontaktallergien können sich auf der Kopfhaut in Form von Schuppen zeigen.
Zu gelben, fettigen Schuppen auf der Kopfhaut kommt es, weil die Talgproduktion erhöht ist. Typischerweise bilden sich solche Schuppen am Haaransatz im Bereich der Stirn und an den Augenbrauen. Die Schuppen sind größer als die trockenen und fühlen sich oft ölig und klebrig an. Die Kopfhaut ist meist gerötet, weist nässende Stellen auf und juckt.
Fettige Schuppen sind daran zu erkennen, dass sie nicht rieseln. Sie „kleben“, bedingt durch die erhöhte Talgproduktion (Seborrhoe), auf der Kopfhaut und am Haaransatz. Im Gegensatz zu den trockenen Schuppen sind sie gelblich und häufig etwas größer. Typischerweise treten fettige Schuppen am Haaransatz im Bereich der Stirn und an den Augenbrauen auf.
Eine fettige Kopfhaut ist eine genetische Veranlagung. Die Bildung von fettigen Schuppen hingegen kann durch Hauterkrankungen (Seborrhoisches Ekzem) oder mangelnde Körperhygiene entstehen. Teilweise werden sie aber auch durch die Besiedlung mit einem Hefepilz (Malassezia furfur) ausgelöst.
Bilden sich auf der Kopfhaut gelbe, große Schuppen kann das ein Hinweis auf eine verbreitete Hautkrankheit sein: das seborrhoische Ekzem. Verantwortlich dafür ist in vielen Fällen der Hefepilz Malassezia Furfur. Er gehört zwar auch zur normalen Hautflora, vermehrt sich aber unter günstigen Bedingungen schnell. Ein Risikofaktor ist beispielsweise Stress, weil durch die psychische Belastung das Immunsystem geschwächt ist.
Von fettigen Schuppen sind häufiger Männer betroffen, da sie insgesamt zu fettigerer Kopfhaut neigen. Auch Menschen mit schwachem Immunsystem und Diabetes sind anfälliger dafür.
Treten Schuppen in der Schwangerschaft auf, ist das in der Regel auf die Hormonumstellung zurückzuführen. Das gleiche gilt für Schuppen-Probleme in der Pubertät oder in den Wechseljahren.
Meist sind die Ursachen für Schuppen harmlos. In manchen Fällen stecken aber auch Erkrankungen dahinter. Häufige Schuppenauslöser sind unter anderem:
Schuppen sind für viele Betroffene ein kosmetisches Problem, das sich aber meist ohne ärztliche Hilfe in den Griff bekommen lässt. In folgenden Fällen ist es jedoch wichtig, dass Sie zum Hautarzt (Dermatologen) gehen:
Um der Ursache der Schuppen auf den Grund zu gehen, erhebt der Arzt zuerst im Gespräch Ihre Krankengeschichte (Anamnese). Dann schaut er sich die Haut Ihres Körpers an. Hautveränderungen an anderen Körperstellen liefern dem Arzt unter Umständen entscheidende Anhaltspunkte.
Wichtig ist auch die Unterscheidung, ob es sich um trockene oder fettige Kopfschuppen handelt. Gerade bei entzündeter Kopfhaut zeigt ein Erregernachweis, ob ein Pilzbefall, eine bakterielle Infektion oder ein Parasitenbefall vorliegen. Gegebenenfalls nimmt der Hautarzt Blut- und/oder Gewebeprobe ab.
Steht schließlich fest, was die Schuppen verursacht, schlägt der Arzt Ihnen eine geeignete Therapie vor.
Ein dem Kopfhauttyp angepasstes Reinigungs- und Pflegeverhalten kann dabei helfen, die Schuppen einzudämmen.
Dem natürlichen pH-Wert der Haut angepasste Shampoos mit milden Tensiden sind bei einer trockenen, zu Schuppen neigenden Kopfhaut geeignet. Der Wirkstoff Ichthyol hat sich darüber hinaus als Anti-Schuppen-Wirkstoff bewährt.
Shampoos für fettige Kopfhaut helfen dabei, die übermäßige Talgproduktion zu reduzieren. Es empfiehlt sich, das Gespräch mit einem/r Dermatolog*in zu suchen und die Ursachen abzuklären. Pilzhemmende und juckreizlindernde Wirkstoffe sind bereits bei der täglichen Körperhygiene zielführend.
Jugendliche und Erwachsene können die entzündeten Hautstellen mit bestimmten Medikamenten zum Auftragen behandeln, um die Beschwerden zu lindern:
Medikamente einzunehmen, ist in der Regel nicht nötig.
Folgende Tipps können dir helfen, deine Kopfhaut zu beruhigen und die Schuppen in den Griff zu bekommen:
Wenn Sie verschiedene Dinge im Alltag beachten, beugen Sie vor allem trockenen Kopfschuppen vor:
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