Eine Chemotherapie ist eine wirksame Krebsbehandlung, die jedoch mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden sein kann. Haarausfall ist eine der bekanntesten und belastendsten Nebenwirkungen, da sie die Krebserkrankung optisch sichtbar macht. In diesem Artikel werden die Ursachen für schlechtes Haarwachstum nach einer Chemotherapie sowie mögliche Behandlungen und Bewältigungsstrategien erläutert.
Die Chemotherapie greift die Haarwurzelzellen an und schädigt sie, was zum Ausfallen der Haare führt. Dieser Haarverlust beginnt meist etwa drei bis vier Wochen nach der ersten Chemotherapie. Es ist wichtig zu verstehen, dass der Haarausfall lediglich zeigt, dass die Zytostatika die Haarwurzelzellen angegriffen haben und keine Aussage über die Wirksamkeit der Chemotherapie zulässt.
Das Ausmaß des Haarausfalls hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Auch andere Krebsbehandlungen wie die Strahlentherapie und Hormontherapie können zu Haarausfall führen, wobei das Ausmaß und die Art des Haarverlusts variieren können.
Bei Haarausfall durch Chemotherapie handelt es sich um ein anagenes Effluvium, d.h. die Haare fallen in der Wachstumsphase aus. Im Gegensatz dazu steht das telogene Effluvium, bei dem die Haare vorzeitig in die Ruhephase eintreten. Grundsätzlich können aber alle Körperhaare betroffen sein. Auch Barthaare, Augenbrauen und Wimpern können ausfallen. Gelegentlich kommt es vor, dass die Haare nicht ausfallen, sondern direkt am Ansatz abbrechen, sodass kurze Haarstoppeln auf dem Kopf zurückbleiben. Ab und zu passiert es, dass die Haare nicht ausfallen, sondern nur langsamer wachsen. Dabei können sie ihre Farbe und Struktur verändern.
Bei der Bestrahlung wird sehr genau auf die Krebszellen gezielt. Dennoch liegen andere Organe oder Gewebe oft im Strahlengang. Wenn Kopf- oder Körperbehaarung im Strahlengang liegt, kann es passieren, dass die Haare dort ausfallen. Im Gegensatz zu einer Chemotherapie fallen sie jedoch nur an diesem Ort aus und nicht überall. Haarausfall ist seltener als bei Chemotherapien und hängt vor allem von der individuellen Veranlagung des Patienten und der Strahlendosis ab. Nach Therapieende erholen sich die Haarwurzeln normalerweise wieder und das Haar kann langsam nachwachsen. Bei sehr hohen Strahlendosen kann das Haarwachstum an der entsprechenden Stellen aber auch dauerhaft geschädigt sein.
Ein Hormonentzug kann deshalb zu sexuellen Störungen führen, aber auch Nebenwirkungen wie Haarausfall haben. Zum Beispiel kann es bei Frauen zu ähnlichen Symptomen wie beim Beginn der Wechseljahre kommen und es kann ein diffuser Haarverlust auftreten, der jedoch meist nicht bis zur Glatze führt. Insgesamt sind Nebenwirkungen meist schwächer als bei einer Chemotherapie, können gerade in der Summe die Betroffenen trotzdem stark beeinträchtigen.
Obwohl der Haarausfall durch Chemotherapie meist nicht vollständig verhindert werden kann, gibt es einige Maßnahmen, die helfen können, den Haarverlust zu reduzieren oder das Haarwachstum nach der Therapie zu fördern:
Der Haarausfall kann für viele Betroffene eine große psychische Belastung darstellen. Hier sind einige Tipps, wie Sie damit umgehen können:
Nach dem Ende der Chemotherapie wachsen die Haare in der Regel wieder nach. Es kann jedoch einige Zeit dauern, bis das Haar seine ursprüngliche Länge und Fülle erreicht hat. Vorübergehend kann das Haar anders sein als zuvor, z.B. dicker, voluminöser oder lockiger. Nur sehr selten berichten Patienten von dauerhaften Schäden der Haare durch die Chemotherapie.
Wann wachsen die Haare nach? In der Regel setzt der Haarwuchs zwei bis vier Wochen nach der letzten Chemotherapie-Anwendung wieder ein. Nach sechs Wochen ist oft schon so viel neues Haar vorhanden, dass auf die Perücke verzichtet werden kann.
Die moderne Kosmetikprodukte schaden der Haut auch während der Krebstherapie nicht. Nach dem Abschminken, das erfolgt meistens am Abend, sollten Sie Ihre Haut mit einem Pflegeprodukt, das Ihnen angenehm ist pflegen. Das heißt, Sie müssen den Geruch und die Textur mögen. Das Lackieren der Nägel schadet der Nagelplatte nicht.
Es gibt einige Wege, mit diesen Belastungen umzugehen: Wer lange Haare hat, kann sich zum Beispiel schon vor Beginn der Chemotherapie eine Kurzhaarfrisur schneiden lassen. Setzt der Haarausfall dann ein, wirken ausgefallene Haarbüschel weniger groß und beängstigend. Sich die Haare selbst abzurasieren, bewahrt vor dem Gefühl des dauernden Haarverlusts - und davor, immer wieder Haare zum Beispiel aus dem Bett, von der Kleidung oder im Bad entfernen zu müssen.
Haarausfall ist eine häufige und belastende Nebenwirkung der Chemotherapie. Obwohl er meist nicht vollständig verhindert werden kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Haarverlust zu reduzieren, das Haarwachstum nach der Therapie zu fördern und mit den psychischen Belastungen umzugehen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Behandlungsteam über Ihre Sorgen und Ängste und lassen Sie sich beraten, welche Maßnahmen für Sie geeignet sind.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Ursachen | Angriff der Chemotherapie auf Haarwurzelzellen, Art und Dosierung der Zytostatika, Verabreichungsart, Häufigkeit der Medikamentengabe, Kombination mehrerer Chemotherapeutika |
| Behandlung und Vorbeugung | Kühlhauben, Haarstruktur-Verbesserer, PRP-Therapie, schonende Haarpflege, gesunde Ernährung |
| Umgang mit Haarausfall | Information, Vorbereitung, Verdecken des Haarverlusts, Kopfhautpflege, Austausch mit anderen Betroffenen, psychologische Unterstützung, Kosmetikberatung |
| Haarwachstum nach der Chemotherapie | In der Regel wachsen die Haare wieder nach, vorübergehend kann das Haar anders sein als zuvor |
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