Wann fallen Krusten nach der Haartransplantation ab und was ist zu beachten?

Nach einer Haartransplantation ist die Krustenbildung ein normaler Bestandteil des Heilungsprozesses. In diesem Artikel erklären wir, wie Sie die Krusten richtig pflegen, wann sie abfallen sollten und was Sie beachten müssen, um den Heilungsprozess nicht zu beeinträchtigen.

Wie entstehen Krusten nach einer Haartransplantation?

Bei einer Eigenhaarverpflanzung werden Haarfollikel aus dem Spenderbereich entnommen und in den Empfängerbereich eingepflanzt. Die Kopfhaut wird dabei sowohl bei der Entnahme als auch bei der Transplantation verletzt, wodurch kleine Wunden entstehen.

Die Entstehung von Krusten nach einer Haartransplantation ist auf das Austreten von Blut und Gewebewasser aus den Mikrowunden im Spender- und Empfängerbereich zurückzuführen. Im Empfängerbereich werden Schnitte mit dem Skalpell oder Stiche mit der Nadel ausgeführt, um die Kanäle für die Aufnahme der Haarfollikel zu öffnen. Durch das Verkleben der Blutplättchen entstehen schlussendlich die Krusten, welche die Wunden schützen.

Das Immunsystem wird in der Folge aktiv. Die im Blut enthaltenen Thrombozyten (Blutplättchen) bilden Krusten an den Entnahme- und Empfängerstellen. Durch die Krusten wird sowohl die Blutung gestoppt, als auch die Wunden vor Schweiß, Staub und anderen Verunreinigungen geschützt.

Die Bedeutung der Krusten

Die Krusten haben auf der Kopfhaut nach der Haartransplantation eine wichtige Funktion. Sie sorgen dafür, dass die Gefahr von Infektionen sinkt, welche das Ergebnis der Haarversetzung empfindlich stören können. Dementsprechend entstehen nach der Haartransplantation Krusten, die die Wunde vor Verunreinigungen schützen und grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses sind.

Was ist zu beachten?

Um den Heilungsprozess nicht zu beeinträchtigen, ist es in den ersten Tagen nach der Haarverpflanzung von großer Bedeutung, besonders vorsichtig zu sein. Verzichten Sie in jedem Fall darauf, an den Krusten zu kratzen und schenken Sie der Pflege der Wundbereiche eine besondere Beachtung. Sie sollten diese Krusten nicht entfernen, da es in der Folge zu Infektionen und sogar zum Verlust der transplantierten Haarwurzeln kommen kann.

Die Krustenbildung setzt zumeist schon wenige Stunden nach dem Eingriff ein. Im weiteren Verlauf trocknen die Krusten dann und fallen ab, sobald die Haut darunter geheilt ist. Auch deshalb ist es so wichtig, sie wirklich von allein abfallen zu lassen, anstatt sie abzukratzen.

Während sich Krusten bilden und die Wunden verheilen, kommt es zu Juckreiz auf der Kopfhaut. In dieser Phase kommt es ganz besonders auf Ihre Selbstdisziplin an. So unangenehm dieser Juckreiz auch sein mag, dürfen Sie nicht kratzen, da es ansonsten zu unangenehmen und oft auch folgenschweren Infektionen kommen kann. Die Krusten könnten außerdem abgerissen werden. Der Wundheilungsprozess wird durch das Kratzen entscheidend gestört.

Sie müssen nach der Haarverpflanzung außerdem ein Antibiotikum einnehmen, um Infektionen zu vermeiden und zum Abheilen der Krusten nach der Haarverpflanzung beizutragen.

Halten Sie sich grundsätzlich an alle Vorgaben Ihres Arztes und stellen Sie Fragen, bevor Sie sich anders verhalten, als es Ihnen die Experten der Haarklinik empfohlen bzw.

Die richtige Pflege der Kopfhaut

Sie erhalten vom operierenden Chirurg weitere sinnvolle Verhaltensregeln, Gegenstände und Medizin für den Zeitraum nach der OP. Haben Sie Fragen zum Umgang mit den Krusten? Scheuen Sie sich nicht vor einer Kontaktaufnahme.

Bevor Sie sich 48 Stunden nach der Haarverpflanzung zum ersten Mal das Haar waschen dürfen, müssen Sie eine Lotion auf die Kopfhaut auftupfen. Diese Lotion enthält Biotin und trägt zum Abheilen der Krusten bei. Sie sollte etwa 45 Minuten einwirken, bevor sie mit mittlerem Druck und lauwarmem Wasser abgespült wird. Um die Krusten nicht abzureißen, dürfen Sie beim Ausspülen nicht rubbeln. Lassen Sie die Kopfhaut lufttrocknen und tupfen Sie sie maximal mit einem frischen Küchenpapier ab.

Nach dem Abspülen der Lotion tragen Sie das Spezialshampoo auf, das ebenfalls Biotin enthält und das Abheilen der Krusten fördert. Das Shampoo sollte einige Minuten einwirken, bevor Sie es mit lauwarmem Wasser und mittlerem Druck ausspülen. Auf das Föhnen der Haare sollten Sie ebenfalls verzichten, denn das schadet den transplantierten Haarfollikel.

In den kommenden zehn Tagen sollten Sie täglich das Haar waschen und vor dem Waschen die Lotion auftragen. Danach können Sie die Lotion weglassen und wieder Ihr gewohntes Shampoo verwenden. Lotion und Shampoo wie von der Haarklinik vorgeschrieben einmassieren bzw.

Nutzen Sie zum Haarewaschen lauwarmes Wasser, ein Spezialshampoo und die empfohlene Pflegelotion. Trocknen Sie die Haare möglichst an der Luft oder nur sehr vorsichtig durch Abtupfen mit einem fusselfreien Papiertuch. Verzichten Sie beim Trocknen auch auf einen Föhn, denn die heiße Luft kann die empfindlichen Haarfollikel schädigen. Meiden Sie außerdem Sport und andere körperliche Anstrengungen, sowie Alkohol und Nikotin. Tragen Sie eine lockere Kopfbedeckung, um die Haare vor Sonne und Verunreinigungen zu schützen.

Am Tag nach der Operation wird die Bandage abgenommen. Wenn Sie Ihre Haare selber waschen möchten, empfehlen wir Ihnen erst am 2. Tag damit zu beginnen. Falls Sie aber wünschen, dass wir Ihre Haare waschen, fangen wir am nächsten Tag nach der Operation damit an.

Tragen Sie bitte während der ersten 6 Tage die Lotion jeden Tag einmal sowohl auf die Transplantationsfläche als auch auf die Spenderfläche auf und lassen Sie eine halbe Stunde lang einwirken und spülen danach aus. Tragen Sie bitte ab dem 7. Tag die Lotion jeweils alle 1 bis 2 Stunden wieder auf und befeuchten Sie die Transplantationsfläche ca. 8-10 Stunden lang. Waschen Sie Ihre Haare zwischendurch nicht.

Am Ende des Tages können Sie mit einer weichen Zahnbürste Ihre Haare in Richtung des Haarwuchses sanft kämmen. Sie werden sehen, wie die Kruste abfällt. Krusten, die nicht von alleine abfallen, kratzen Sie bitte nicht mit Gewalt ab.

Die Krusten von der Spenderfläche fallen im Allgemeinen innerhalb von 4-5 Tagen von alleine ab. Bis alles abgefallen ist, wenden Sie bitte die Lotion wie auch an der Transplantationsfläche jeden Tag an. Lassen sie eine halbe Stunde lang einwirken und spülen danach aus.

Wann fallen die Krusten ab?

Abhängig von der angewendeten Methode der Eigenhaarverpflanzung fallen die Krusten nach der Haarverpflanzung in aller Regel nach 10 bis 14 Tagen von selbst ab. Haben sich die Krusten verabschiedet, ist der Heilungsprozess abgeschlossen und der überwiegende Teil der Haarfollikel fest angewachsen.

Grundsätzlich lösen sich 10-14 Tagen nach der Operation langsam die Krusten. Allerdings verliert man in der Regel mit den Krusten auch die eingesetzten Haare. Denn die eingesetzten Haare waren für einige Zeit ausserhalb des Körpers und fallen nach der Haartransplantation erst mal in eine Ruhephase, bevor dann nach 3-5 Monaten das Wachstum der eingesetzten Haare langsam beginnt und oft auch unregelmässig und dann erst nach 12 Monaten das Endresultat erreicht wird.

Wir empfehlen, dass innerhalb von 7-10 Tagen keine Krusten mehr vorhanden ist (höchstens 15 Tage). Eine darüber hinaus länger anhaltende Krustenbildung sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

Sind die Krusten nach dem zehnten Tag noch nicht gänzlich beseitigt, können Sie Ihre Haare zweimal am Tag mit dem Spezial-Shampoo waschen und es drei Minuten einwirken lassen. Eine sanfte Massage der Kopfhaut verbessert die Durchblutung und sorgt auch dafür, dass die Haut schneller heilt.

Nach etwa 12 bis 14 Tagen kann bei hartnäckigen Krusten durch sanftes Reiben - kein Kratzen! - nachgeholfen werden.

Die verschiedenen Methoden der Haartransplantation und ihre Auswirkungen auf die Krustenbildung

Wie bereits angedeutet, unterscheidet sich die Intensität der Krustenbildung bei den unterschiedlichen Operationstechniken moderner Haartransplantationen. Die Haarverpflanzung wird heute hauptsächlich mit der FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) ausgeführt. Diese Methode ist für den Patienten schonender als die FUT-Methode und ist durch eine geringere Krustenbildung gekennzeichnet.

Bei den neuen, sanften Methoden der Haartransplantation ist die Krustenbildung nur gering, was zu einem schnellen Heilungsprozess führt.

FUT-Methode (Follicular Unit Transplantation)

Bei der FUT-Methode (Follicular Unit Transplantation) wird vom Hinterkopf ein Streifen der behaarten Kopfhaut entnommen, der etwa einen Zentimeter breit und bis zu 20 Zentimeter lang ist. Der Arzt vernäht die Entnahmestelle anschließend. Dementsprechend bildet sich in diesem Areal auch eine Kruste. Die Krusten benötigen etwa 14 Tage, bis sie vollständig abheilen.

Aufgrund der entstehenden bleibenden Narbe und der großen Wunde stellt diese Methode für den Patienten eine größere Belastung dar. Im Vergleich zur modernen FUE-Methode ist das FUT-Verfahren der intensivere Eingriff, der durch die große Narbe eine deutlich längere Heilung erfordert. Zudem müssen lange Haare getragen werden, um sie zu verdecken. Des Weiteren kann die Operationstechnik im Verhältnis des Eingriffs zur gewonnenen Anzahl an Grafts heutzutage keine zufrieden stellenden Ergebnisse erzielen. Eine FUT-Haarimplantation kann bei den meisten Betroffenen kein volles Haarbild wiederherstellen. Viele sind daher sehr unglücklich mit dem Endergebnis.

FUE-Methode (Follicular Unit Extraction)

Die Haarfollikel werden aus dem Spenderbereich mit einer Hohlnadel entnommen. Dabei entstehen kleine, punktförmige Verletzungen, die nicht vernäht werden müssen. An diesen Stellen bilden sich die Krusten nach der Haartransplantation, die deutlich schneller abheilen als bei der FUT-Methode. Auch im Empfängerbereich der Haare bilden sich winzige Krusten, genau wie bei der FUT-Methode.

Auf der Basis der FUE-Methode wurden verschiedene noch sanftere Methoden entwickelt, beispielsweise die Diamant-Methode, bei der die Schnitte im Transplantationsbereich mit Diamantklingen ausgeführt werden, und die FUE-Saphir-Methode, bei der die Schnitte mit Saphirklingen erfolgen. Die Schnitte sind bei diesen Methoden noch präziser als bei der FUE-Methode.

DHI-Methode (Direct Hair Transplantation)

Bei der DHI-Methode (Direct Hair Transplantation) werden die Kanäle im Transplantationsbereich beispielsweise nicht separat geöffnet. In einem Arbeitsgang erfolgen die Öffnung der Transplantationskanäle und das Einpflanzen der Haare. Die Transplantationsstellen sind nur klein und heilen mit wenigen Krusten ab.

SDHI-Methode

Noch präzisere Ergebnisse und weniger Krusten ermöglicht die SDHI-Methode als Kombination der Saphir-Methode mit der DHI-Methode. An der Haarlinie werden die Haare mit der Saphir-Methode eingepflanzt, da eine höhere Haardichte erreicht wird.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Punkte zusammenfasst:

Aspekt Details
Entstehung der Krusten Blut und Gewebewasser aus Mikrowunden
Funktion der Krusten Schutz vor Infektionen und Verunreinigungen
Dauer bis zum Abfallen In der Regel 10-14 Tage
Pflege der Kopfhaut Lauwarmes Wasser, Spezialshampoo, Lotion, vorsichtiges Trocknen
Wichtige Verhaltensregeln Nicht kratzen, keine körperliche Anstrengung, kein Alkohol und Nikotin

Haartransplantation bei Frauen: Alles, was Sie wissen müssen

tags: #wann #fallen #krusten #nach #haartransplantation #ab

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen