Die Schilddrüse (lat. Glandula thyreoidea) ist ein kleines schmetterlingsförmiges Organ, das an der Vorderseite des Halses angesiedelt ist.
Sie produziert wichtige Hormone, die den Stoffwechsel und verschiedene Körperfunktionen regulieren.
Die Schilddrüse steuert das größte Organ des menschlichen Körpers, die Haut. Die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) beeinflussen den Stoffwechsel im menschlichen Körper.
Diese Hormone steuern die Zellerneuerung und den Stoffwechsel der Haarzellen, was das Wachstum der Haare direkt unterstützt.
Verantwortlich für die Haarschwächung und den Haarverlust sind die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die die haarbildenden Zellen beeinflussen.
Die Zellen besitzen Rezeptoren, an die die Schilddrüsenhormone binden können. Die dadurch ausgelösten Signale und Prozesse wirken sich direkt auf das natürliche Haarwachstum aus. Ebenso beeinflussen die Regelhormone der Schilddrüse - genauer das Thyreotropin-Releasing Hormon (TRH) und Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) - wichtige Prozesse im Haarwachstumszyklus.
Man spricht von einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), wenn die Schilddrüse nicht mehr so viele Hormone hergestellt, wie der Körper eigentlich benötigt.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) fehlen im Körper ausreichend Schilddrüsenhormone.
Die Schilddrüse produziert dann nur noch geringe Mengen der Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4), wodurch der Stoffwechsel stark verlangsamt wird, was die körperlichen, aber auch die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigen kann.
Bei einer Unterfunktion fallen die Haare zunehmend aus, da sich die Haarzellen vermehrt in einer Ruhephase befinden und das Haarwachstum verlangsamt ist. Darüber hinaus werden die Haare spröde und brüchig.
Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können sein:
Entgegengesetzt zu einer Unterfunktion, können die beiden Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) auch im Überfluss produziert und ausgeschüttet werden. Dann ist von einer “Hyperthyreose” die Rede.
Durch die erhöhte Produktion von Schilddrüsenhormonen beschleunigt sich der Stoffwechsel im Körper. Dies kann dazu führen, dass das Haar schneller als üblich in die Ruhephase übergeht und ausfällt.
Diese hormonelle Überproduktion kann bewirken, dass die Haare viel zu schnell wachsen, immer dünner werden, leicht abbrechen und so nur noch eine kurze Länge erreichen.
Dünner werdendes und diffus ausfallendes Haar deutet hingegen auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin. Vorübergehend kommt es nämlich zu einer Wachstumsbeschleunigung der Haarzellen mit einem verkürzten Lebenszyklus der Haare.
Bei der sogenannten Hashimoto-Thyreoiditis ist die Schilddrüse chronisch entzündet.
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache der Schilddrüsenunterfunktion. Dabei bildet das Immunsystem irrtümlicherweise Antikörper gegen spezifische Bestandteile der Schilddrüse.
Das führt auf Dauer dazu, dass sie nicht mehr ausreichend Hormone produziert. Dadurch kann es zum Beispiel zu ständiger Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, Haarausfall oder Hautveränderungen kommen.
Mit der Zeit entwickelt sich daraus oft eine Schilddrüsenunterfunktion: Die Schilddrüse bildet dann nicht mehr genug Hormone. Typische Beschwerden sind Müdigkeit und Hautveränderungen.
Im Verlauf kann die Schilddrüse auch stark schrumpfen. Außerdem wird die Haut manchmal trockener oder verdickt sich, sodass das Gesicht etwas aufgedunsen wirkt. Einige Menschen nehmen an Gewicht zu.
Beim diffusen Haarausfall lichtet sich das Haar am gesamten Kopf, sodass die Kopfhaut unter den Haaren hervorschimmert.
Der diffuse Haarausfall äußert sich durch das Ausfallen der Haare über den gesamten Kopf hinweg. Das Haar scheint sich auszudünnen, wodurch die Kopfhaut sichtbar wird.
Die Alopecia diffusa kann viele verschiedene Ursachen haben. Die Herausforderung besteht darin, herauszufinden, weshalb der Betroffene an dieser Erscheinung leidet.
Die Alopecia diffusa, wie Experten diese Haarausfall-Form nennen, kann viele Ursachen haben. Unter anderem Erkrankungen an der Schilddrüse, hormonelle Schwankungen oder Nährstoffmangel.
Welche Ursachen hat diffuser Haarausfall?
Den genauen Auslöser für den Haarverlust herauszufinden, kann sehr mühsam sein. Diffuser Haarausfall wird durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst, darunter Stress, hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Wechseljahre), Krankheiten, Medikamente (Zytostatika), einseitige Ernährung, anhaltende Mangelerscheinungen (Zink, Eisen, Folsäure) Gewichtsverlust oder chirurgische Eingriffe.
Die Diagnose der Schilddrüsenüber oder -unterfunktion ist oft nicht einfach.
Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung wie eine Hashimoto-Thyreoiditis fragt die Ärztin oder der Arzt zunächst nach den Beschwerden und tastet die Schilddrüse ab. Oft wird sie außerdem per Ultraschall untersucht.
Um festzustellen, ob die Schilddrüsenfunktion gestört ist, werden Blutuntersuchungen gemacht. Dabei werden die sogenannten Schilddrüsenwerte gemessen. Dazu gehören die Schilddrüsenhormone selbst und das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH).
Eine Hashimoto-Thyreoiditis und andere Erkrankungen der Schilddrüse lassen sich mit verschiedenen Tests feststellen. Diese Blutuntersuchungen reichen aus, um eine Schilddrüsenunterfunktion zu erkennen.
Um herauszufinden, ob eine Hashimoto-Thyreoiditis die Ursache ist, hilft ein weiterer Bluttest. Mit ihm lassen sich bestimmte Antikörper gegen Schilddrüsengewebe nachweisen.
Zunächst gilt es die Ursache für die Fehlfunktion zu finden und zu beheben.
Die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion besteht in der Gabe von Schilddrüsenhormon. Es gibt synthetische und sogenannte bioidente Präparate.
Die Behandlung einer symptomatischen Hypothyreose erfolgt durch die Substitution mit L-Thyroxin (Levothyroxin). Es entspricht dem körpereigenen Schilddrüsenhormon T4. Im Blut und den meisten Körperzellen wird es in T3 umgewandelt.
In den meisten Fällen kann eine medikamentöse Behandlung die Schilddrüsenüberfunktion erfolgreich regulieren. In schwereren Fällen muss eine Operation durchgeführt werden.
Bei der Behandlung von Haarausfall richtet sich nach der Ursache. Es kann hilfreich sein, die zu Grunde liegenden Probleme zu beheben, Medikamente einzunehmen oder spezielle Pflegeprodukte zu verwenden.
Eine genaue Diagnose und eine angemessene medizinische Therapie sind entscheidend, um den Haarausfall zu stoppen oder zu reduzieren.
Was tun bei diffusem Haarausfall?
Die Behandlung von Haarausfall richtet sich nach der Ursache. Es kann hilfreich sein, die zu Grunde liegenden Probleme zu beheben, Medikamente einzunehmen oder spezielle Pflegeprodukte zu verwenden.
Also gilt: Je früher gehandelt wird, desto schneller lässt sich weiterem Haarausfall vorbeugen. Denn es kann mitunter Jahre dauern, bis die Haare in Länge und Volumen wieder nachgewachsen sind.
Für Menschen, die unter durch Schilddrüsenprobleme verursachtem Haarausfall leiden, können unterstützende Behandlungen wie die PRP-Therapie (Platelet-Rich Plasma) und die Mesotherapie das Haarwachstum anregen und das Haar insgesamt stärken.
PRP-Therapie: Bei der PRP-Behandlung wird körpereigenes, plättchenreiches Plasma in die Kopfhaut injiziert. Dieses Plasma enthält eine hohe Konzentration an Wachstumsfaktoren, die die Durchblutung und die Zellregeneration in der Kopfhaut fördern.
Mesotherapie: Diese Methode verwendet Mikroinjektionen, um eine Mischung aus Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und manchmal auch Medikamenten direkt in die Kopfhaut einzubringen.
Da sie die Haarfollikel stärken und das Haarwachstum unterstützen, können PRP- und Mesotherapie als begleitende Maßnahmen zur Schilddrüsenbehandlung dabei helfen, das Haar wieder dichter und kräftiger wachsen zu lassen.
Ein relevanter Gewichtsverlust stellt sich allerdings erst bei einer medikamentös ausgelösten Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ein. Eine Hyperthyreose hat aber auch viele nachteilige und zum Teil sehr gefährliche Effekte auf zahlreiche andere Körperfunktionen, insbesondere auf das Herz-Kreislaufsystem oder die Psyche.
Medikamente, die Haarausfall verursachen können:
Der Haarausfall bei einer Schilddrüsenfehlfunktion ist reversibel, das heißt, dass mit der Behandlung der Über- oder Unterfunktion auch der Haarausfall gestoppt wird. Die Haare wachsen wieder und die Haarstruktur wird auch wieder kräftiger.
Haben Sie hier etwas Geduld: Haare wachsen nur etwa 1 bis 1,5 cm pro Monat (siehe Haarwachstum). Bis die volle Haarpracht wieder hergestellt ist, kann es also ein paar Monate dauern.
Falls die Erkrankung lange zurückliegt bzw. die regenerative PRP Behandlung versäumt wurde, entstehen kahle Stellen, welche mittels einer Haartransplantation behandelt werden müssen.
Letztendlich ist es wichtig, eine positive Einstellung zu bewahren, denn diffuser Haarausfall aufgrund einer Schilddrüsenfunktionsstörung ist meist reversibel, sofern die Erkrankung durch Medikamente reguliert wird. Dennoch kann Haarausfall seelisch belastend sein.
Tabelle: Schilddrüsenfunktionsstörungen und ihre Auswirkungen auf das Haar
| Schilddrüsenfunktionsstörung | Auswirkungen auf das Haar | Mögliche Symptome |
|---|---|---|
| Hypothyreose (Unterfunktion) | Verlangsamtes Haarwachstum, dünneres Haar, Haarausfall | Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut, Kälteempfindlichkeit |
| Hyperthyreose (Überfunktion) | Schnelleres Haarwachstum, dünneres Haar, Haarausfall | Nervosität, Gewichtsverlust, Herzrasen, Schwitzen |
| Hashimoto-Thyreoiditis | Chronische Entzündung der Schilddrüse, die zu Unterfunktion und Haarausfall führen kann | Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut, Kälteempfindlichkeit |
tags: #schilddrüsenunterfunktion #haarausfall #mann #ursachen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.