Lange, dichte und geschwungene Wimpern ziehen die Blicke auf sich und lassen die Augen größer und wacher erscheinen. Wimpernseren bieten die Möglichkeit, die eigenen Wimpern länger wachsen zu lassen, anstatt auf künstliche Wimpern zurückzugreifen. Es gibt zwei Arten von Wachstumsseren: Wimpernseren ohne Hormone und Produkte mit synthetischen Prostaglandin-Analoga. Diese unterscheiden sich in Preis, Wirkung und potenziellen Risiken.
Wimpernseren werden umgangssprachlich als »hormonhaltig« bezeichnet, wenn der wachstumsfördernde Inhaltsstoff zur Gruppe der synthetischen Prostaglandin-Analoga (PGAs) gehört. Man muss schon sehr genau hinsehen, allerdings werden es sich Hersteller von Wimpernseren ohne Prostaglandin nicht nehmen lassen, es deutlich zu bewerben. Bei regelmäßiger Anwendung verlängern die PGAs die Wachstumsphase der Wimpernhärchen, sodass sie später im Zyklus herausfallen. Bis dahin können sie einige Millimeter mehr als üblich wachsen, und auch die Anzahl der gleichzeitig vorhandenen Wimpern erhöht sich. Dadurch wirken sie nicht nur länger, sondern auch voller. Für mehr Wimpernvolumen kann aber auch das Prostaglandin sorgen, indem es den Follikel und den Haarschaft minimal dicker macht. Denn auch die Melaninproduktion kann angeregt werden. Insbesondere für die letzte Nebenwirkung sind PGAs berüchtigt. Man sagt den Inhaltsstoffen eine Verfärbung der Haut und in einigen Fällen auch die der Iris nach. Auch hier sorgt schließlich Melanin für die Farbgebung.
RevitaLash Advanced Eyelash Conditioner kombiniert Prostaglandin und ein Peptid für lange, kräftige und dichte Wimpern. Laut Hersteller ist der Revitalash Advanced Eyelash Conditioner das meistverkaufte Wimpernserum weltweit und gilt als Pionierprodukt, das viele Anwender seit Jahren schätzen - trotz der damit einhergehenden Risiken.
Die proprietäre Technologie von RevitaLash enthält:
Der Komplex hilft, die Wimpern zu pflegen, zu stärken und geschmeidiger zu machen und gleichzeitig vor Brüchigkeit und Sprödigkeit zu schützen. Pflanzenextrakte mit hohem Gehalt an Antioxidantien und Vitamin B helfen, die Brauen zu schützen und zu revitalisieren. Reich an Fettsäuren und Pflanzensterinen, um die Pflegewirkung zu unterstützen und Glanz zu verleihen. Helfen, die Brauen zu stärken, zu glätten und zu pflegen.
Weitere Inhaltsstoffe sind:
Aqua/Wasser/Eau, Glycerin, Biotin, Cellulosegummi, Phenoxyethanol, Chlorphenesin, Dinatriumphosphat, Phosphorsäure, Dechloro Dihydroxy Difluoro Ethylcloprostenolamid (ein Prostaglandin-Analogon), Butylenglykol, Calendula Officinalis Extrakt, Panax Ginseng Extrakt, Serenoa Serrulata Extrakt, Camellia Sinensis Extrakt, Swertia Japonica Extrakt, Weizenkeimprotein, Pentylenglykol, Biotinoyltripeptid-1, Octapeptid-2.
Anwendungshinweise: Nicht in die Augen bringen. Bei Augenkontakt sofort mit Wasser ausspülen. Nicht auf beschädigter oder gereizter Haut, in der Schwangerschaft, Stillzeit, bei Glaukom- oder Krebsbehandlung anwenden. Nicht empfohlen bei trockenen Augen, Augeninfektionen, Gerstenkörnern oder anderen Augenproblemen. Wenn Rötungen, Reizungen oder andere unerwünschte Wirkungen auftreten, sollte die Anwendung des Produkts sofort beendet werden. Bei anhaltenden Symptomen ist ein Arzt aufzusuchen.
Dieses kosmetische Mittel enthält eine geringe Menge eines Inhaltsstoffes, der als Prostaglandin-Analogon eingestuft wird. Bei vorschriftsmäßiger Anwendung sollte RevitaLash® Advanced nicht in die Augen gelangen und daher auch keine Auswirkungen auf die Augen haben. Ein sehr geringer Prozentsatz der Anwenderinnen berichtete über Empfindlichkeiten wie vorübergehende Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Brennen in den Augen. Noch weniger Anwender berichteten über trockene Augen, Augenringe, Verdunkelung der Haut am Wimpernrand, periorbitalen Fettverlust und Wimpernverlust. Es ist nicht bekannt, ob RevitaLash® Advanced oder ein anderer Faktor die gemeldeten Reaktionen verursacht hat. Wenn dies ein Grund zur Besorgnis ist, sollte das Produkt nicht verwendet werden.
Als Alternative zu prostaglandin-haltigen Wimpernseren haben sich bestimmte Peptide gemausert. Es handelt sich dabei um die Bausteine von Eiweißen, die in der Kosmetik eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Peptide wirken, indem sie dem Körper signalisieren, ein Eiweiß sei beschädigt und man müsse sich um die Reparatur kümmern. Wichtig ist zu wissen, dass es sehr viele Peptide gibt, die auf unterschiedliche Weise wirken können. Die Forschung befindet sich hier noch am Anfang und es mangelt vor allem an seriösen, unabhängigen Studien. Eine Wirkung kann durchaus ausbleiben.
Das The Ordinary Lash & Brow Serum ist mit diversen Peptiden und Aminosäuren gespickt und kommt ohne Prostaglandinderivat aus, um zu wirken. Das Resultat ist entsprechend nicht so üppig wie mit Hormonderivaten, sorgt aber dennoch für längere, gegebenenfalls dichtere und gepflegte Wimpern.
Ein Wimpernserum mit Peptid birgt deutlich weniger Risiken beim Wimpernwachstum als eines mit einem PGA und trumpft mit Verträglichkeit. Völlig frei von potenziellen Nebenwirkungen sind allerdings selbst sie nicht, denn auch hier können durchaus vereinzelte Irritationen auftreten. Das äußert sich beispielsweise in Rötungen, Schuppungen, Jucken oder trockenen Augen. Auch die kombinierten Inhaltsstoffe spielen natürlich eine Rolle bei der Verträglichkeit. In der Regel sollte es aber auch unproblematisch sein, ein »hormonfreies« Wimpernserum zweimal täglich anzuwenden.
Selbst unser günstigster Wimpernbooster im Test hat dem Augenaufschlag mehr als einen Millimeter geschenkt. Alle von uns getesteten Wimpernseren ohne Hormone haben ein vergleichbares Resultat erzielt. Sie unterscheiden sich vor allem in Preis, Verpackung sowie dem Gefühl auf der Haut, wobei einige etwas brannten. Sie sind eine hervorragende, potenziell sanftere Alternative zum Wimpernserum mit Prostaglandin, auch wenn das Ergebnis sichtbar kürzer ausfällt.
Mit einem Peptid-Serum kann man beim Wimpern-Wachstum sein Durchhaltevermögen prüfen, bevor man 50 Euro oder mehr für ein potenteres Serum ausgibt. Eventuell gefallen einem sehr lange Wimpern gar nicht oder stoßen an Brillengläser an.
Die meisten Wimpernseren setzen zusätzlich auf unterschiedliche Pflanzenextrakte innerhalb der Rezeptur. Während man bei den meisten von einer leicht antioxidativen, schützenden Wirkung ausgehen kann, können ausgewählte durchaus auch beruhigend bis heilungsfördernd wirken. Auffällig häufig kommt der Extrakt aus Rotem Klee (Trifolium Pratense) in Wimpernseren zum Einsatz. Er kann eine stimulierende Wirkung auf Follikel haben, ist dabei jedoch nicht annähernd so potent wie zuvor erwähnte Wirkstoffe und daher eher als Goodie und nicht Alternative zu verbuchen. Einige Extrakte gelten darüber hinaus als durchblutungsfördernd und sind ähnlich einzuordnen wie Koffein. Dazu zählen beispielsweise Extrakte der Brennnessel (Urtica Dioica), Rosmarin (Rosmarinus Officinalis), Centella Asiatica (Tigergras).
Biotin im Wimpernserum ist dann doch eher der Kategorie »Marketing« zuzuordnen und bestenfalls etwas pflegend. Sicherlich ist das Vitamin für seine essenzielle Rolle bei der Neubildung von Haut- und Haarzellen bekannt. Dies bezieht sich jedoch nicht auf eine äußerliche Anwendung. Idealerweise bespricht man eventuelle Symptome mit einem Arzt. Eine Supplementierung ist nur sinnvoll und effektiv, wenn ein Mangel vorliegt. Das kann beispielsweise als Begleiterscheinung einer Krankheit beziehungsweise Medikamenten vorkommen.
Inhaltsstoffe wie Rizinusöl zählen zu den bekanntesten Pflegeölen für Wimpern. Es handelt sich dabei jedoch um eine reine Pflegemaßnahme zum Schutz der Wimpern vor Bruch und zur Stärkung der Widerstandskraft gegenüber Reibung, beispielsweise beim Abschminken. Wenn Wimpern nach der Behandlung mit Pflanzenölen länger aussehen, dann weil sie potenziell seltener brechen oder minimal vor dem Verblassen geschützt werden. Benetzte Wimpern sehen tendenziell auch etwas dunkler aus, sodass man die sonst nahezu transparenten Spitzen etwas besser sieht, wie man es vom Effekt eines Mascaras kennt. Allerdings ist auch Rizinusöl für die Wimpern nicht völlig bedenkenlos. Man sollte hier besonders darauf achten, die Augen täglich zu reinigen, damit das Fett die Follikel nicht verstopft.
Bevor man ein Wimpernserum ausprobiert, sollte man sich genau mit den Inhaltsstoffen und der Wirkungsweise vertraut machen, um eventuelle Risiken gewissenhaft abzuschätzen. Damit die Wimpernhärchen dann tatsächlich sprießen und das Wimpernwachstum kontinuierlich angeregt wird, ist es wichtig, ein Wimpernserum konsequent zu verwenden, anfangs am besten täglich. Auch sollte man die Dauer bis zu sichtbaren Erfolgen nicht unterschätzen. Je nach natürlicher Wimpernlänge vergehen Monate, bis die neuen, langen Härchen die alten überholen.
Ein Wimpernserum signalisiert den Wimpern, die Anagenphase, während der die neuen Härchen wachsen, länger andauern zu lassen. Um wie viel ein Serum die Phase tatsächlich auszudehnen schafft, ist individuell. Unsere Testerin hat relativ durchschnittlich lange Wimpern und es vergingen bei allen Wimpernseren im Test rund zehn Wochen, bis sich ein erster Unterschied bei den Längen feststellen ließ. Zwei bis vier Wochen später wird erst die finale Länge erreicht. Dann wirken die Wimpern noch etwas struppig, bis mehr Härchen auf das neue Level heranwachsen und nun rund drei Monate in diesem Zustand verbleiben, bevor sie ausfallen und einer neuen Wimper Platz schaffen.
Die Telogenphase, während der die Wimpernhärchen ruhen, kann sich bei Verwendung eines Wimpernserums zugunsten der verlängerten Wachstumsphase etwas verkürzen, sodass die Wimpern etwas früher ausfallen als üblich.
Ein wirksames Wimpernserum kann also tatsächlich die Wimpern länger und dichter aussehen lassen. Geschwungener können sie jedoch nur werden, wenn die Veranlagung dazu besteht. Bei sehr kurzen Wimpern können die zusätzlichen Millimeter eventuell eine ungeahnte Kurve hervorrufen.
Weitere potenzielle Nebenwirkungen eines Wimpernserums sind Irritationen der Lidhaut oder des Auges, die sich in juckenden bis brennenden oder tränenden Augen äußern und auch gerötet sein können. Ein weiteres Risiko besteht im Volumenverlust der Augenpartie, insbesondere dem Oberlid. Die genaue Wirkung und das Ausmaß des Risikos eines Verlusts von Fettgewebe infolge von PGA-Seren ist noch nicht ausreichend untersucht worden, jedoch soll der Effekt auf Vorher-Nachher-Fotos signifikant sein. Der Effekt kann nach dem Absetzen nachlassen. Nebenwirkungen sind selten, aber realistisch. Sogar vor noch deutlich schlimmeren Effekten wie Krustenbildung, Entzündungen der Hornhaut und Wassereinlagerungen liest man.
Um sicherzugehen, nicht zu den statisch auffälligen Anwendern zu gehören, sollte ein PGA-haltiges Wimpernserum gewissenhaft der Anleitung nach aufgetragen werden, damit es nicht ins Auge gelangt. Man sollte es zudem bei einer einzigen Verwendung täglich belassen.
Aufgrund ihrer nahen Verwandtschaft zum Glaukom-Medikament sowie den potenziellen Nebenwirkungen stehen Wimpernseren mit Prostaglandin-Derivaten schon lange in der Kritik. In einigen Ländern wurden sie bereits verboten oder ihr Vertrieb strengen Richtlinien unterworfen. In Deutschland wird immer wieder gefordert, sie als Medizinprodukt einzustufen.
Ein kürzlich gefälltes, mit Spannung erwartetes Urteil des Europäischen Gerichtshofs jedoch schränkte die Abgabe nicht wesentlich mehr ein, als bisher. Zwar wurde bestätigt, dass man im Falle medizinisch relevanter Wirkungen auch ein Wimpernserum als Arzneimittel einstufen und entsprechend vertreiben müsse. Kurzfristig bleibt der Verkauf von Wimpernseren mit Hormonanaloga auch in Drogerien und Parfümerien erlaubt. Mit dem Urteil können jedoch einzelne Produkte in Visier genommen werden. Kurzfristig bleibt der Verkauf von Wimpernseren mit Hormonanaloga auch in Drogerien und Parfümerien erlaubt.
Die Wahl des richtigen Wimpernserums hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Präferenzen ab. Wenn Sie schnelle und deutliche Ergebnisse wünschen, können Sie ein prostaglandin-haltiges Serum in Betracht ziehen, sollten sich jedoch der potenziellen Risiken bewusst sein. Wenn Sie eine sanftere Alternative bevorzugen, sind Peptid-Seren eine gute Wahl, auch wenn die Ergebnisse möglicherweise nicht so ausgeprägt sind. In jedem Fall ist es wichtig, sich vor der Anwendung gründlich zu informieren und die Anwendungshinweise sorgfältig zu befolgen.
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