Anti-Schuppen Shampoo Testbericht: Was wirklich gegen Schuppen hilft

Schuppige und juckende Kopfhaut kann sehr unangenehm sein. Oft steckt ein Pilz dahinter. Spezielle Schuppen-Shampoos, teilweise mit antimykotischen Wirkstoffen, sollen die Kopfhaut beruhigen und die Schuppen reduzieren oder ganz verschwinden lassen. Dabei ist es wichtig, dass die Shampoos keine bedenklichen Inhaltsstoffe enthalten, die die Kopfhaut zusätzlich reizen könnten. Ökotest hat den Markt der Schuppen-Shampoos unter die Lupe genommen.

Wer von Schuppen geplagt ist, hat gute Chancen, in Apotheken, Drogerien oder Discountern ein Anti-Schuppen-Shampoo zu finden, das mit "gut" oder "sehr gut" bewertet wurde. Die Tester des Verbrauchermagazins Ökotest haben 50 Anti-Schuppen-Shampoos geprüft, und immerhin die Hälfte schnitt mit diesen positiven Bewertungen ab. Allerdings erfüllte rund jedes vierte Produkt die Kriterien von Ökotest nicht.

Zu den Kriterien zählen:

  • Bedenkliche Inhaltsstoffe wie PEG/PEG-Derivate
  • Umweltkritische Kunststoffverbindungen
  • Bedenkliche UV-Filter
  • Das Antioxidans BHT
  • Problematische Duft- und Konservierungsstoffe

Neun der getesteten Produkte waren als Naturkosmetik zertifiziert, während die übrigen 41 Shampoos konventionelle Kosmetikprodukte waren, darunter bekannte Marken wie Eucerin, La Roche Posay, Vichy und Weleda.

Antimikrobielle Wirkung in Naturkosmetik

Inhaltsstoffe von Schuppen-Shampoos enthalten häufig antimykotische Wirkstoffe. Der Grund dafür ist, dass Schuppen oft durch Hefepilze verursacht werden, insbesondere Malassezia furfur (Pityrosporum ovale), die zur normalen Hautbesiedlung des Menschen gehören, sich aber unter bestimmten Bedingungen stark vermehren. Malassezia furfur bevorzugt ein lipophiles Umfeld und findet dies natürlich in den zahlreichen Talgdrüsen der Kopfhaut.

Viele Anbieter konventioneller kosmetischer Schuppen-Shampoos setzen auf Piroctonolamin, einen fungiziden (pilzabtötenden) Wirkstoff. Piroctonolamin war in 31 der 50 geprüften Anti-Schuppen-Shampoos enthalten. Laut Ökotest ist dies die beste Wahl unter den synthetischen Wirkstoffen, da Piroctonolamin das Pilzwachstum einschränkt und dabei mild und verträglich ist.

Naturkosmetika verzichten auf synthetische antimykotische Wirkstoffe und verwenden stattdessen Pflanzenextrakte und -öle aus Brennnessel, Rosmarin und Wacholder, die leicht antimikrobiell wirken und die Talgproduktion regulieren sollen. Ein Beispiel hierfür ist das Rausch Huflattich Anti-Schuppen Shampoo, das jedoch bei genauerem Hinsehen Piroctonolamin als antimykotisches Prinzip enthält.

Bitte kein Climbazol

Ökotest ist nicht einverstanden, wenn Hersteller Climbazol verwenden, um das Hefepilzwachstum in den Griff zu bekommen. Climbazol ist eine halogenorganische Verbindung, die, wenn sie vom Körper aufgenommen wird, möglicherweise krebserregendes Chlorphenol abspalten kann. Zudem sind halogenorganische Verbindungen umstritten, da sie sich in der Umwelt anreichern. Die EU prüft Climbazol derzeit. Ökotest wertete das Vorhandensein von Climbazol mit einem Abzug von zwei Noten.

Beiersdorf setzt in Eucerin neben Piroctonolamin auch Climbazol als antimykotischen Wirkstoff ein. Zudem fand Ökotest im Beiersdorf-Produkt PEG/PEG-Derivate und Silikone, sodass Eucerin Dermo Capillaire Anti-Schuppen Creme Shampoo am Ende mit "mangelhaft" bewertet wurde. Überraschenderweise kann Beiersdorf es aber auch besser: Das Nivea Men Anti-Schuppen Power Shampoo enthält zwar auch PEG, aber nur Piroctonolamin (kein Climbazol), sodass Nivea bei Ökotest mit "befriedigend" abschneidet.

La Roche-Posay Kerium Anti-Schuppen Creme-Shampoo verzichtet ebenfalls auf Climbazol, doch PEG und Silikone sowie halogenorganische Verbindungen führen zur Note fünf ("mangelhaft").

Verzicht auf Selendisulfid und Zinkpyrithion

Wer auf der Suche nach antimykotischen Prinzipien Zinkpyrithion und Selendisulfid einsetzt, kann ebenfalls nicht punkten. Laut Ökotest gelten diese Stoffe als hautirritierend und gehören daher nicht auf eine gereizte Kopfhaut. Selendisulfid findet sich unter anderem in Dercos Anti-Schuppen DS Intensiv-Shampoo (Vichy), begleitet von weiteren bedenklichen Inhaltsstoffen (PEG/PEG-Derivate und Formaldehyd), sodass Vichy mit "ungenügend" zu den Verlierern der Schuppen-Shampoo-Prüfung gehört.

Gleichauf ist das Produkt von Rene Furterer Melaleuca Anti-Schuppen Shampoo, ebenfalls mit PEG/PEG-Derivaten. Als antimykotischen Wirkstoff nutzt Pierre Fabre Zinkpyrithion. Abzug gab es zudem für Butylhydroxytoluol (BHT), ein Antioxidans, das verhindern soll, dass sich die Produkte unter Luftsauerstoff verändern. Die EU prüft BHT derzeit, da in Tierversuchen unter hohen Dosen Störungen der Blutgerinnung und Lebertumore beobachtet wurden.

Ökotest übt seit Jahren Kritik an PEG bzw. PEG-Derivaten. PEG werden in Kosmetika als Penetrationsförderer eingesetzt und machen die Haut durchlässiger, auch für Fremdstoffe. In Shampoos sorgen PEG/PEG-Derivate für einen schönen Schaum beim Haarewaschen.

UV-Filter in Schuppen-Shampoos?

In Guhl Men Anti-Schuppen Shampoo fand Ökotest Ethylhexylmethoxycinnamat, einen chemischen UV-Filter, der im Verdacht steht, hormonartig zu wirken. In Tierversuchen zeigte sich eine östrogenartige Wirkung. Es ist fraglich, wie effektiv der UV-Filter in die Kopfhaut einziehen kann, da das Shampoo nur kurz beim Waschen in Kontakt mit der Haut ist.

Head & Shoulders auf dem letzten Platz

Klassische und stark beworbene Produkte wie Head & Shoulders schnitten schlecht ab. Ökotest fand Formaldehyd, das "Schleimhäute reizen kann".

Zertifizierte Naturkosmetik konnte punkten. Produkte wie Alverde oder Weleda Weizen Schuppen Shampoo, die als Naturkosmetik zertifiziert sind, erreichten die ersten Plätze mit "sehr gut". Neben unbedenklichen Inhaltsstoffen überzeugte Ökotest auch ein nachhaltiger Umweltansatz, wie die Verwendung von recyceltem Plastik (Rezyklate) in Kunststoffverpackungen. Alverde gibt an, dass 98 Prozent des eingesetzten Plastiks Rezyklate sind.

Damit ein Produkt vom Hautschutzengel bewertet und empfohlen werden kann, muss es in die INCI-Tester Datenbank eingetragen sein. Die Inhaltsstoffe müssen nachprüfbar sein. Der Hautschutzengel empfiehlt auch Produkte mit nicht ausschließlich unbedenklichen Inhaltsstoffen, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt und das Produkt eine besondere Aufgabe erfüllt, für die es derzeit keine wirkliche Alternative gibt.

Rausch-Shampoo Vergleich

Hier ist eine Übersicht der Rausch-Shampoos im Vergleich:

Modell Shampoo-Typ Geeignet für Hauptpflegestoffe Vorteile Bewertung
Rausch Schweizer Kräuter Pflege-Shampoo Pflegeshampoo normales Haar Kamille, Zinnkraut, Spitzwegerich pflegt und beruhigt die Kopfhaut, frischer Duft, ohne Silikone, ohne Parabene sehr gut
Rausch Dry Shampoo Trockenschampoo alle Haartypen Zink, Aronia für unterwegs geeignet, ohne Silikone sehr gut
Rausch Ginseng Coffein-Shampoo Aufbaushampoo alle Haartypen Ginsengwurzel, Guaranasamen, Tigergras wirkt Haarausfall entgegen, beruhigt die Kopfhaut, ohne Silikone sehr gut
Rausch Ei-Öl Nähr-Shampoo Aufbaushampoo trockenes Haar Panthenol, Eigelb, Weizenkeimöl spendet Feuchtigkeit, beruhigt irritierte Kopfhaut, ohne Silikone sehr gut
Rausch Huflattich Anti-Schuppen Shampoo Antischuppenshampoo alle Haartypen Urea, Huflattich, Klettenwurzel wirksam gegen Schuppen, ohne Alkohol, proteinhaltig befriedigend
Rausch Weidenrinden Spezial-Shampoo Antischuppenshampoo alle Haartypen Protein, Tymianöl, Weidenrinde, Salicylsäure wirksam gegen Schuppen, ideal bei fettigen Schuppen, ohne Alkohol gut

Das Rausch Spezial - Shampoo mit Weidenrinde befreit mit naturbasierten Tensiden nachhaltig und mild von fettigen Schuppen und beruhigt die gerötete und juckende Kopfhaut. Über zwei Drittel der Rezensenten auf Amazon äußern sich positiv über die Eigenschaften des Rausch Weidenrinden Spezial-Shampoos gegen Schuppen und die überwiegende Mehrheit von ihnen bewertet die Qualität mit fünf Sternen.

Anwender schätzen den angenehmen Geruch und die pflegende Wirkung des Shampoos. Positives Feedback gibt es für den lindernden Effekt bei gereizter und juckender Kopfhaut. Entsprechend den Nutzerangaben bewährt sich das Shampoo als Mittel gegen Schuppen und bietet vorbeugenden Schutz vor Läusen. Das Produkt gilt als sparsam in der Anwendung und ergiebig.

Im Gegensatz zu den Beobachtungen zufriedener Kunden sehen skeptische Anwender keine positive Wirkung des Shampoos und können weder von einem hilfreichen Effekt gegen Schuppen noch von effektivem Schutz vor Läusen berichten.

Insgesamt wurden 50 verschiedene Anti-Schuppen-Shampoos unter die Lupe genommen: Die Hälfte schneidet mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Lediglich zwölf erhalten von Öko-Test die Bestnote - darunter alle Naturkosmetikprodukte. 13 der Shampoos fallen aufgrund problematischer Inhaltsstoffe durch, darunter befinden sich auch bekannte Apothekenvertreter, sowie Klassiker aus der Drogerie.

Schuppen entstehen oft, wenn die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht gerät: Pilze breiten sich auf der Kopfhaut aus und sorgen für die klassischen Beschwerden. Der in vielen Shampoos enthaltene Wirkstoff Piroctonolamin soll dabei helfen die Pilze „in Schach zu halten“. Für Öko-Test ist er die beste Wahl, neben verschiedenen Pflanzenextrakten, die helfen können. Die Substanz gilt als mild und gut verträglich, außerdem konnte sie sich in Studien behaupten und das Pilzwachstum einschränken.

In Naturkosmetika ist der synthetische Wirkstoff jedoch nicht erlaubt - diese setzen daher auf pflanzliche Substanzen wie Rosmarin, Brennnessel oder Wacholder. Sie alle sollen antimikrobiell wirken oder die Talgproduktion regulieren. Auch diese Extrakte werden von Öko-Test grundsätzlich als empfehlenswert bewertet.

Auf bedenkliche Inhaltsstoffe achten

Kritisch werden hingegen andere Wirkstoffe gesehen: Climbazol, Zinkpyrithion und Selendisulfid seien zwar wirksam, hätten jedoch Nachteile. „Climbazol gehört zur Gruppe der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen und reichert sich in Gewässern und Sedimenten an.“ Auch die anderen beiden Verbindungen ernten Kritik: „Zinkpyrithion und Selendisulfid gelten als hautirritierend und gehören deshalb aus unserer Sicht nicht auf eine gereizte Kopfhaut.“ Weitere Problemstoffe sind beispielsweise Formaldehydabspalter, PEG-Verbindungen, das Tensid NatriumlaurylsulfatundDuftstoffe wie Lilial und künstlicher Moschusduft.

Neben den Inhaltsstoffen wurde auch die Verpackung bewertet: „Etliche Anbieter setzen nach eigener Aussage bereits wiederaufbereitete Kunststoffe - in der Fachsprache Rezyklate - ein.“ Weit verbreitet seien sie jedoch noch nicht. „Einige Anbieter gehen hier bereits mit gutem Beispiel voran.“

Zu den Testsiegern zählt unter anderem die Naturkosmetikmarke von Dm: Das Alverde Anti-Schuppen-Shampoo Bio Paranuss/Bio-Rosmarin schnitt neben dem Weleda Weizen Schuppen-Shampoo und verschiedenen anderen Naturkosmetik-Produkten mit „sehr gut“ ab. Zu den mit „gut“ bewerteten Produkten zählen die Drogerie- und Supermarkt-Vertreter von Müller (Aveo), Dm (Balea), Norma (Elcurina), Edeka (Elkos), Netto (Hairwell), Rossmann (Isana), Rewe/Penny (Today) und Aldi (Kür). Auch Sebapharma schneidet mit dem Sebamed Antischuppen Shampoo mit „gut“ ab. Ein „befriedigend“ erntet unter anderem Dr. Wolff für das Alpecin Anti-Schuppen Shampoo A3, ebenso wie Beiersdorf für das Nivea Men Anti-Schuppen und Rausch für sein Huflattich-Shampoo.

Mit der Apotheken-Marke Eucerin schneidet Beiersdorf sogar noch schlechter ab: Eucerin Dermo Capillaire Anti-Schuppen Creme Shampoo wird nur mit „mangelhaft“ bewertet, da es halogenorganische Verbindungen, PEG-Derivate und Parfum enthält. Auch in Bezug auf den Rezyklatanteil kann der Hersteller nicht punkten. Schlecht sieht es auch für La Roche-Posay aus: Das Kerium Anti-Schuppen Creme-Shampoo erhält aus gleichen Gründen ebenfalls ein „mangelhaft“.

Noch härter trifft es einen weit verbreiteten Klassiker. Procter & Gamble (P&G) erhält für seine Produkte nur die Note „ungenügend“: Sowohl das Head & Shoulders Classic Clean Anti-Schuppen Shampoo wie auch das Head & Shoulders For Men Anti-Schuppen Shampoo fallen durch. Beide enthalten künstlichen Moschusduft, PEG-Derivate und Natriumlaurylsulfat. Die Variante für Männer enthält außerdem noch Formaldehydabspalter.

Die Shampoos sollten allesamt gründlich auf der Kopfhaut einmassiert werden. „Wichtig für die Anwendung: Lassen die Schuppen nach, reicht es das Anti-Schuppen-Shampoo nur ein bis drei Mal die Woche zu nutzen und dazwischen eine milde Haarpflege zu wählen.“ Tritt keine Besserung ein sollte der Gang zum Dermatologen erfolgen, da auch Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte dahinterstecken können.

Anti-Schuppen Shampoos im Test 2024

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