Die Anwendung von Seren zur Wimpernverlängerung und -verdichtung erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Oftmals geht diese jedoch mit einer Unverträglichkeit von Kontaktlinsen bei den Anwendern einher. Es ist wichtig zu wissen, dass Wimpernwachstumsseren je nach Inhaltsstoff unterschiedlich eingestuft werden: als verschreibungspflichtige, freiverkäufliche Arzneimittel oder als Kosmetika.
Das Pharmaunternehmen Allergan entwickelte das erste Wimpernserum, nachdem bei Patienten, die das bimatoprosthaltige Glaukommedikament Lumigan einnahmen, ein schnelleres und dichteres Wimpernwachstum festgestellt wurde.
Lumigan ist in zwei Dosierungen erhältlich: 0,1 Milligramm pro Milliliter Bimatoprost und 0,3 Milligramm pro Milliliter Bimatoprost. Lumigan 0,1 mg pro ml führt bei Patienten häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) und Lumigan 0,3 mg pro ml sogar sehr häufig (rund 45 Prozent) zu längeren und dichteren Wimpern.
Unter dem Namen Latisse wurde das Medikament mit einem Bimatoprostgehalt von 0,3 mg pro ml im Dezember 2008 auf dem US-amerikanischen Markt zugelassen. In Deutschland sind Glaukommittel grundsätzlich rezeptpflichtig. Allerdings sind einige Bimatoprost-Derivate, also dessen Abkömmlinge, für kosmetische Produkte zugelassen und in fast jedem Wimpernserum enthalten.
Die Wimpernseren werden wie Eyeliner angewendet. Dazu wird das Serum mit einem kleinen Pinselchen einmal täglich auf den oberen Lidrand auf die Basis der Wimpern aufgetragen. Ein gutes Abstreifen des Pinsels an der Flasche ist wichtig, damit nicht zu viel Flüssigkeit auf die Wimpern gelangt. Der beste Zeitpunkt für die Benetzung ist am Abend nach der Gesichtsreinigung. Die Einwirkzeit liegt bei zwei bis zehn Minuten.
Einige Kosmetikhersteller und unabhängige Portale geben auf ihren Informationsseiten auch für die frei zugänglichen Wimpernseren Anwendungshinweise heraus. Nicht verwenden sollen die Seren demnach Schwangere, Kinder, Jugendliche sowie Menschen mit einer Krebserkrankung während oder vor einer Chemotherapie.
Auf einigen dieser Seiten folgt der Hinweis, sorgsam darauf zu achten, dass die Substanz nicht ins Auge geraten soll, da sonst Nebenwirkungen auftreten könnten.
Der Hauptbestandteil Bimatoprost ist ein Prostaglandin-Analog, welches zur Erhöhung des uveoskleralen Kammerwasserabflusses eingesetzt wird.
Es ist wichtig, sich der möglichen Nebenwirkungen bewusst zu sein:
Besonders hervorzuheben ist, dass die Veränderung der Augenfarbe irreversibel ist. Vor allem bei blauen oder grünen Augen kann sie zudem recht auffällig sein.
Wie häufig Nebenwirkungen bei Wimpernseren auftreten, ist allerdings noch nicht restlos geklärt. „Bimatoprost ist grundsätzlich sicher, wenn es auf die Wimpernbasis der Lider aufgebracht wird mit minimalen Nebenwirkungen wie Augen- oder Lidirritationen, Bindehautrötung und Hyperpigmentierung des Lides“, publiziert hierzu Dove press journal Clinical Ophalmologie im Jahr 2010.
Eine von Allergan gesponsorte Studie belegte ebenfalls die Sicherheit von Bimatoprost. Die Veränderung des Augeninnendrucks bei Anwendung war insgesamt weniger als 1 mmHg, aber in der ersten und vierten Woche signifikant erhöht. Stärkere Pigmentierung in der Augenumgebung nahmen 18 Prozent der Studienteilnehmer wahr. Auch Bindehautrötungen, juckende Augen und Trockenheit traten auf. „Eine kleine Anzahl“ berichtete auch über stärkere Irispigmentierung.
Um genauer zu beleuchten, ob die Art der Anwendung eine Auswirkung auf die Häufigkeit der Nebenwirkungen hat, wurde in einer Studie des Department of Ophthalmology, Duke Univesity School of Medicine, Durham Bimatoprost als Gel anstelle von Tropfen angewendet. Die Dosierung der Wirkstoffe war die gleiche wie in den Lumigan 0,3 mg pro ml Augentropfen. Bindehaut oder Lidrötungen waren in 13,8 Prozent der Fälle die häufigsten Nebenwirkungen, gefolgt von Hyperpigmentierung (5,5 Prozent) bei den 52 Studienteilnehmern. Dies macht einen geringeren Prozentsatz aus als bei der topischen Anwendung von Augentropfen.
Die Ergebnisse der unabhängigen Studie legen nahe, Bimatoprost wegen der Nebenwirkungen nicht unreflektiert als kosmetisches Produkt zu verschreiben. Alle Kunden, die Prostaglandin- oder Prostaglandinanaloghaltige Wimpernprodukte verwenden, sollen ihren Augeninnendruck regelmäßig kontrollieren lassen.
Aus dem täglichen Anpassalltag häufen sich indessen Fälle, in denen ehemals sehr zufriedene Kunden mit plötzlichem Brennen und Unverträglichkeit Ihrer Kontaktlinsen konfrontiert waren. Das Wimpernserum ist eine zähflüssige Substanz, die auf den oberen Lidrand aufgebracht wird. Besonders weiche Kontaktlinsen können sich mit den an oder in das Auge gebrachten Stoffen anreichern und damit gegebenenfalls noch zu einer Verschlimmerung der Symptome führen.
Wenn der Kunde nicht auf das Wimpernserum verzichten will, sollte der Augenoptiker zu Eintageskontaktlinsen, wegen ihres kurzen Austauschintervalls, oder zu formstabilen Kontaktlinsen, die aufgrund ihres Materials weniger Serum aufnehmen, raten. Weiche konventionelle oder 14-Tages- oder Monatskontaktlinsen sind kontraindiziert, wenn ein Kontakt zum Wimpernserum nicht ausgeschlossen werden kann. Bei Ortho-K-Linsen ist es gegebenenfalls von Vorteil, das Serum am Morgen nach dem Herausnehmen der Kontaktlinsen zu verwenden und nicht am Abend.
Auch scheinbar harmlose Schönheitspräparate können stärker in den Metabolismus des Auges eingreifen, als vom Verwender und auch vom Augenoptiker zunächst angenommen wird. Für die Kontaktlinsenanpassung und optometrische Untersuchung ist es wichtig zu wissen, welche Einflüsse bestimmte freiverkäufliche Mittel auf das Auge haben können.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Wirkstoff | Bimatoprost |
| Anwendung | Einmal täglich auf den oberen Lidrand |
| Wirkung | Verlängerung und Verdichtung der Wimpern |
| Mögliche Nebenwirkungen | Veränderung der Augenfarbe, Reizungen, Pigmentierung |
| Hinweis | Regelmäßige Kontrolle des Augeninnendrucks empfohlen |
Ernsthafte Gesundheitsrisiken gehen zwar nur in den allerwenigsten Fällen von ihnen aus, allerdings könnte eine Reihe unangenehmer, zum Teil irreversibler Nebenwirkungen auftreten, über die der Kunde aufgeklärt werden muss.
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