Hilft Rasieren gegen Schwitzen wirklich? So bekommen Sie es in den Griff!

Starkes Schwitzen unter den Achseln stellt besonders im Sommer unsere Nerven immer wieder auf die Probe. Gerade erst geduscht, ein frisches Shirt übergestreift und kaum hat man das Haus verlassen, bilden sich unschöne Flecken unter den Armen. Das kennen viele.

Dass wir schwitzen und vor allem oft stark unter den Achseln, ist lebensnotwendig und eine gekonnte Taktik unseres Körpers. Hinter der sich Millionen von Schweißzellen verbergen, die uns ganz ohne tropische Temperaturen und Anstrengung täglich bis zu zwei Liter Wasser ausschwitzen lassen.

Doch hilft Rasieren wirklich gegen Schwitzen? Im Folgenden werden wir diese Frage beantworten und weitere Aspekte rund um das Thema Schwitzen beleuchten.

Warum schwitzen wir unter den Achseln?

Die Gründe für starkes Schwitzen unter den Achseln sind leider noch ungeklärt, liegen doch an den Handinnenflächen und den Fußsohlen dreimal so viele Schweißdrüsen wie unter den Armen. Als Übeltäter vermutet man jedoch ein hyperaktives Nervensystem in der Nähe der Wirbelsäule. Was genau unsere Schweißdrüsen allerdings so verrückt spielen lässt, ist nicht bekannt.

Allerdings wird der Schweißfluss besonders durch emotionale Reize wie Angst, Stress und Anspannung angeregt. Starkes Schwitzen unter den Achseln kann vielerlei Gründe haben. Neben psychische Ursachen wie Stress und Angst können auch Vererbung und Übergewicht Gründe sein. Ebenfalls können Hormonstörungen, die beispielsweise in der Pubertät und den Wechseljahren auftreten, starkes Schwitzen unter den Achseln hervorrufen. Es kann aber auch eine Reaktion auf scharfes Essen oder Nikotin-, Alkohol- und Koffeegenuss sein.

Die Rolle der Achselhaare

Gerade unter den Achseln kann starkes Schwitzen sehr unangenehm sein, da sich schnell unschöne Schweißflecken auf deiner Kleidung abzeichnen können. Achselhaare können Gerüche fördern. Daher solltest du diese regelmäßig entfernen. Denn Achselhaare erschweren dir nicht nur den Auftrag deines Deos, sondern lassen auch Bakterien leichter entstehen. Und genau diese gilt es zu vermeiden, denn treffen sie auf Schweiß, entsteht der so unangenehme Körpergeruch.

Tatsächlich haben Achselhaare sogar einen biologischen Sinn:

  • Temperaturregulierung: „Über die Schweißbildung erzeugen die Achselhaare eine Art Verdunstungskälte, die dann im Sommer hilft, die Körpertemperatur zu regulieren und zu reduzieren“, sagt die Dermatologin Sabine Stangl.
  • Schutz: Haare unter den Achseln können das Risiko für Reibungsekzeme und Entzündungen lindern.
  • Kommunikation: Sie helfen bei der Entsendung von Sexuallockstoffen.

Der muffige Geruch, den wir kennen, entsteht laut Uta Schlossberger erst dann, wenn der Schweiß durch Bakterien zersetzt wird. Die Bakterien-Besiedlung in einer behaarten Achsel ist eine andere und deutlich stärkere als in einer rasierten Achsel. Daher gilt: „Der Geruch kann tatsächlich intensiver sein, als in einer nicht behaarten Achselhöhle“, sagt Sabine Stangl.

Die Haut unter den Armen lässt sich, laut Sabine Stangl, bei enthaarten Achseln außerdem besser reinigen. Denn im Vergleich zu behaarten Achseln können sich Hautschuppen dann nicht zwischen den Haaren festhalten. Auch kann das Rasieren dazu führen, dass weniger Schweißflecken auf der Kleidung entstehen.

Die richtige Kleidung wählen

Setz bei starkem Schwitzen unter den Achseln auf Naturfasern. Denn Kunstfasern nehmen zwar den Schweiß unter den Achseln besser auf und transportieren ihn schneller ab, weshalb ihr Einsatz auch besonders beliebt bei Sportbekleidung ist, sind aber auch luftundurchlässiger und lassen dich schneller schwitzen als natürliche Fasern.

Naturfasern wie Baumwolle, Seide und Leinen haben kühlende Eigenschaften, sind luftdurchlässig und angenehm für die Haut.

Antitranspirant Deos

Als optimales Mittel gegen starkes Schwitzen unter den Achseln haben sich Antitranspirant Deos erwiesen. Diese enthalten unter anderem sogenannte Aluminiumsalze, die das Problem dort bekämpfen, wo es entsteht. Sie verengen die Schweißdrüsen und hemmen somit ihre Schweißproduktion.

Antitranspirant Deos solltest du auf enthaarter, gereinigter und trockener Haut auftragen. Trage sie am besten immer abends bevor du ins Bett gehst auf, da der Körper zum Abend den Stoffwechsel einstellt und somit die Schweißproduktion reduziert wird.

Übermäßige Körperpflege vermeiden

Du hast zwar das Problem, dass du stark unter den Achseln schwitzt, jedoch kannst du es mit einer übertriebenen Körperpflege auch noch verschlimmern. Denn zu häufiges Waschen kann den Schutzmantel deiner Haut beschädigen. Also Wasche deine Haut unter den Achseln gründlich mit einem Duschgel oder Seife. Verwende im Anschluss ein Deo, dass deiner Haut unter den Achseln gibt, was sie benötigt.

Haarentfernungsmethoden

Wenn Sie sich für die Haarentfernung entscheiden, ist die Rasur eine gängige Methode. Hier sind einige Tipps und Überlegungen:

  • Nassrasur vs. Trockenrasur: Eine gründlichere, schärfere und sauberere Option ist die Nassrasur, während die elektrische Rasur schonender für die Haut ist, auch wenn sie möglicherweise nicht so gründlich ist.
  • Hygiene: Um die Vermehrung von Bakterien und potenzielle Infektionen zu verhindern, muss der verwendete Rasierer sauber sein und sollte nicht vorher an einer anderen Körperstelle benutzt worden sein.
  • Vorbereitung: Die Haut sollte gut auf das Rasieren vorbereitet werden. Das heißt: Die Achselregion zunächst mit warmem Wasser reinigen und etwas Rasierschaum auftragen, um die Haut zu schützen und das Gleiten der Rasierklinge besser zu ermöglichen.

Lasern gilt als hautschonende Methode zum Entfernen der Haare - dafür sind aber mehrere Sitzungen notwendig. Zusätzlich: „Die Haare müssen schwarz sein, weil der Laser sonst nicht auf den Farbstoff reagiert, dann wird man sie auch ganz los“, so Uta Schlossberger. Lasern eignet sich vor allem für Menschen mit sensibler Haut, bei denen normales Rasieren zu Rötungen und kleinen Wunden führen kann.

Wovon Uta Schlossberger abrät, ist Epilieren oder Waxing, da die Haut unter der Achsel empfindlich ist und sich schnell entzünden kann. Auch Enthaarungscremes vermeidet man besser, um die Hautbarriere zu schützen.

Was tun bei Rasurbrand?

Rasurbrand ist in der Regel harmlos. Normalerweise beruhigt sich die Haut nach ein paar Tagen wieder und Rötungen oder Pickelchen klingen ab. Im schlimmsten Fall können daraus aber auch Entzündungen entstehen, die sehr groß und schmerzhaft sind.

Ein paar einfache Maßnahmen können dabei helfen, den Rötungen und Pickelchen vorzubeugen:

  • Generell gelingt eine Rasur nach dem Baden oder Duschen besser. Das warme Wasser macht die Haare weicher, sodass sie sich einfacher abrasieren lassen.
  • Ein spezieller Rasierschaum weicht die Haare zusätzlich auf und lässt den Rasierer noch schonender über die Haut gleiten. Darüber hinaus sind scharfe Klingen von Vorteil. Bei stumpfen Klingen braucht man mehrere Züge, um die Haare zu entfernen. Das kann die Haut zusätzlich reizen.
  • Auch die richtige Technik ist für eine glatte Rasur ohne Rötungen wichtig. Gut ist es, in die Wuchsrichtung der Haare zu rasieren, ohne dabei fest aufzudrücken. Dermatologen raten Menschen, die sehr empfindliche Haut haben oder zu Rasurbrand neigen, eher zur Trockenrasur. Diese ist zwar nicht so gründlich wie die Nassrasur, aber schonender. Am besten eignen sich dazu Elektrorasierer.

Auch die richtige Kleidung schont die gestresste Haut. Gut geeignet sind weiche Stoffe wie Baumwolle, Leinen oder Seide. Materialien wie Polyester oder Mikrofaser dagegen sind in der Regel nicht so atmungsaktiv und können das Abheilen kleiner Verletzungen erschweren.

Erste Hilfe bei Rasurbrand:

  • Kühlen: Haut, die nach der Rasur brennt und gerötet ist, kann man am einfachsten mithilfe von kaltem Wasser oder kalten Umschlägen kühlen. Das lindert Rötungen und Juckreiz. Ein beliebtes Hausmittel bei Rasurbrand ist auch Quark, den man dünn auf die betroffenen Hautstellen aufträgt. Das funktioniert auch im Intimbereich.
  • Rasierpause: Vor allem, wenn sich die Haut stark entzündet hat, kann eine Rasur sehr unangenehm sein und die Entzündung verstärken.
  • Spezielle Pflege: Mitunter kann es sinnvoll sein, die gereizte Haut mit einer speziellen Pflege wieder zu beruhigen, zum Beispiel mit einer Wund- und Heilsalbe. Apotheken verfügen oft über passende Produkte.

Weitere Tipps gegen übermäßiges Schwitzen

Neben der Rasur gibt es noch weitere Maßnahmen, die gegen übermäßiges Schwitzen helfen können:

  • Regelmäßiges Waschen: Waschen Sie die Achseln regelmäßig, am besten mit milder Seife.
  • Ernährung: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann die Zusammensetzung des Schweißes verändern und der Geruch gemindert werden.
  • Gewichtsreduktion: Bei Schwierigkeiten mit einem erhöhten Körpergewicht, nehmen oftmals Schweißattacken zu. Wer sein Übergewicht also reduziert, schwitzt weniger.
  • Vermeiden Sie bestimmte Substanzen: Vermeiden Sie scharfe Gewürze und den übermäßigen Konsum von Alkohol und Nikotin. Denn dadurch erweitert der Körper die Blutgefäße und steigert die Durchblutung. Dadurch steigt ebenso die Körpertemperatur an.
  • Entspannungsübungen: Sowohl auf Heißgetränke als auch auf Kaltgetränke sollte verzichtet werden, denn diese bringen die Wärmeregulierung des Körpers durcheinander und sorgen für einen stärkeren Schweißfluss. Anstatt dessen setzen Sie auf lauwarme Getränke.
  • Gesundheitskurse: Gesundheitskurse fördern einen gesunden Lebensstil. Wir bezuschussen die Teilnahme an 2 Kursen aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stress und Suchtmittelkonsum.

Übermäßiges Schwitzen - warum schwitze ich so viel?

Hyperhidrose - krankhaftes Schwitzen

Bei einer Hyperhidrose handelt es sich um übermäßiges und krankhaftes Schwitzen. Die normale Funktion des systemischen Nervensystems, was die Temperatur unseres Körpers reguliert, ist gestört. Trotz intensiver neurologischer Forschung, ist die Ursache der Hyperhidrose nicht eindeutig geklärt.

Symptome der Hyperhidrose:
  • Generelle Hyperhidrose - Menschen schwitzen am ganzen Körper übermäßig stark
  • Palmare Hyperhidrose - Menschen schwitzen besonders stark in den Handinnenflächen
  • Axiläse Hyperhidrose - Menschen schwitzen in den Achselhöhlen besonders stark
  • Plantare Hyperhidrose - Menschen schwitzen an den Füßen übermäßig stark

Mögliche Begleitsymptome können hohes Fieber, Kurzatmigkeit, Leistungsschwäche und Nachtschweiß sein.

Eine entsprechende Therapie wird je nach betroffener Körperregion und Schweregrad der Hyperhidrose eingeleitet. Für gewöhnlich beginnt eine Behandlung mit Salben und Sprays. Weiterführende Verfahren werden schrittweise mit dem behandelnden Arzt besprochen. Eine Operation wird nur sehr selten vorgenommen und auch nur, wenn die bisherigen Behandlungen ausgeschöpft sind und keinen Erfolg zeigen. Achtung: Einige angebotene Methoden gelten als kosmetische Eingriffe und sind privat zu zahlen. Ihre Arztpraxis wird Sie entsprechend informieren und aufklären.

Eine Hyperhidrose ist nicht nur eine körperliche Erkrankung, sondern belastet auch stark die Psyche des Betroffenen. Häufig wird eine Angststörung hervorgerufen und das Selbstbewusstsein gemindert. Folglich schränken erkrankte Personen als Konsequenz soziale Kontakte ein. Eine ambulante Psychotherapie kann bei dieser außerordentlichen psychischen Belastung unterstützen.

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