Prolia (Denosumab) und seine möglichen Nebenwirkungen, einschließlich Haarausfall

Prolia (Wirkstoff: Denosumab) ist ein modernes Medikament zur Behandlung einer ausgeprägten Osteoporose. Es hemmt gezielt den Knochenabbau und senkt das Risiko für Knochenbrüche. Da es nur alle sechs Monate als Injektion verabreicht wird, gilt es als besonders anwenderfreundlich. Bei Lumedis in Frankfurt beraten wir Sie individuell zu Wirkung, Anwendung und möglichen Nebenwirkungen von Prolia - und finden die optimale Therapie für gesunde, stabile Knochen.

Was ist Prolia / Denosumab?

Hierbei handelt es sich um eine Medikamentengruppe der neueren Generation, ein sogenanntes Biological bzw. ein monoklonaler Antikörper. Es wirkt, indem es ein Protein hemmt, dass den Knochenabbau begünstigt. Dadurch wird der Knochenabbau gebremst und der Knochenaufbau überwiegt.

Anwendungsbereiche von Prolia

Das Medikament sollte bei Menschen eingesetzt werden, bei denen eine starke Osteoporose diagnostiziert wurde und/oder bei denen es schon aufgrund einer Osteoporose zu Knochenbrüchen gekommen ist.

  • Osteoporose bei Frauen nach der Menopause (postmenopausal) und Männern mit erhöhtem Risiko für Frakturen (Knochenbrüchen) zur Verminderung des Risikos von Knochenbrüchen der Wirbelsäule, Knochenbrüchen außerhalb der Wirbelsäule sowie Hüftfrakturen.
  • Knochenschwund aufgrund einer Verringerung der Hormonspiegel (Testosteron), der durch eine Operation oder medikamentöse Behandlung bei Patienten mit Prostatakrebs verursacht wurde.
  • Knochenschwund aufgrund einer Langzeitbehandlung mit Glucocorticoiden bei Patienten mit erhöhtem Frakturrisiko.

Wie wird Prolia verabreicht?

Prolia / Denosumab wird als Fertigspritze in das Unterhautfettgewebe in Oberarm, Oberschenkel oder Bauchdecke verabreicht.

Wie wirkt Prolia / Denosumab gegen Osteoporose?

Das Medikament bindet an einen Bereich des Stoffwechsels, der die sogenannten Osteoklasten aktiviert. Osteoklasten sind Zellen, die den Knochen abbauen. Nach Applikation von Prolia / Denosumab ist zu erwarten, dass der Knochen nicht mehr abgebaut wird.

Mögliche Nebenwirkungen von Prolia

Bei den Nebenwirkungen unter Prolia / Denosumab wären vor allem Muskel-, Gelenk-, und auch Knochenschmerzen zu nennen. In manchen Fällen kann es auch zu einer erhöhten Infektanfälligkeit der oberen Atemwege kommen. In einigen Fällen wurde auch als Nebenwirkung eine Gewichtszunahme unter Prolia / Denosumab beschrieben. In manchen Fällen wird auch von Patienten Haarausfall berichtet.

Prolia und Zahngesundheit

Prolia kann zu Zahnschmerzen und auch zur Lockerung der Zähne führen. Auch kann es zu einem Knochenrückgang oder aber zu einer sogenannten Knochennekrose im Kiefer kommen.

Weitere Nebenwirkungen

  • Knochen-, Gelenk- und/oder Muskelschmerzen, die manchmal schwer sind
  • Schmerzen in den Armen oder Beinen (Schmerzen in den Extremitäten)
  • Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen, Blut im Harn, nicht unterdrückbarer Harndrang
  • Infektion der oberen Atemwege
  • Schmerzen, Kribbeln oder Taubheit entlang Ihres Beines (Ischiassyndrom)
  • Verstopfung
  • Bauchbeschwerden
  • Hautausschlag
  • Hautreaktionen mit Juckreiz, Rötung und/oder Trockenheit (Ekzem)

Osteoporose Behandlung: So wird Knochenschwund mit Medikamenten richtig behandelt

Wie schnell wirkt Prolia / Denosumab bei Osteoporose?

Das Medikament wirkt zwar ab der ersten Einnahme, eine Besserung der Beschwerden oder eine Änderung der Befunde sollte aber erst nach Ende der zweiten Spritze erwartet und beurteilt werden. Sollte auch nach einem Jahr keinerlei Besserung der Beschwerden aufgetreten sein, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Alternativen zu Prolia / Denosumab bei Osteoporose

Alternativen zu Prolia / Denosumab wären vor allem das Osteoporosemedikament der ersten Generation mit dem Namen Alendronat. Dieses Medikament sollte einmal in der Woche eingenommen werden. Aufgrund der Nebenwirkungen des Medikamentes sollten aber einige Anwendungseinschränkungen beachtet werden. So sollte es nur im Sitzen eingenommen werden.

Weitere Medikamente zur Behandlung von Osteoporose

Weitere Medikamente zur Behandlung von Osteoporose sind Raloxifen und Teriparatid. Sie werden aber nur dann eingesetzt, wenn Bisphosponate nicht infrage kommen.

  • Denosumab wird alle sechs Monate unter die Haut gespritzt. Es kann das Risiko für Knochenbrüche senken und ist auch für Menschen mit einer Nierenschwäche eine Möglichkeit.
  • Raloxifen wird sehr selten eingesetzt. Dies liegt unter anderem daran, dass es das Risiko für Thrombosen und tödliche Schlaganfälle erhöht.
  • Teriparatid wird ebenfalls sehr selten verwendet. Es ist nicht nachgewiesen, dass es Knochenbrüchen an der Hüfte vorbeugen kann. Außerdem ist es nur für eine Anwendungsdauer von zwei Jahren zugelassen.

Bisphosphonate als Alternative

Bestimmte Medikamente, die Bisphosphonate, können die Knochen stärken und Knochenbrüche teilweise vermeiden. Diese Medikamente hemmen Zellen, die für den Abbau von Knochensubstanz zuständig sind (Osteoklasten).

Anwendung von Bisphosphonaten

Sie können als Tabletten eingenommen oder als Infusion in eine Vene gegeben werden. Die Tabletten werden morgens nach dem Aufstehen mit einem Glas Wasser (200 ml, kein stark kalziumhaltiges Mineralwasser) geschluckt.

Mögliche Nebenwirkungen von Bisphosphonaten

Die meisten Menschen vertragen Bisphosphonate gut. Mögliche Nebenwirkungen hängen vor allem davon ab, ob sie als Tablette eingenommen oder als Infusion gegeben werden.

  • Tabletten führen manchmal zu Magen-Darm-Problemen wie Sodbrennen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung. Außerdem können sie die Speiseröhre reizen.
  • Infusionen mit Bisphosphonaten können in den Tagen danach zu grippeähnlichen Beschwerden führen - vor allem nach der ersten Infusion. Fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen können die Beschwerden lindern.
  • Sehr selten führen Bisphosphonate dazu, dass der Kieferknochen oder Teile davon absterben (Nekrose).

Wichtige Hinweise vor der Behandlung mit Bisphosphonaten

Vor einer Behandlung mit Bisphosphonaten prüft die Ärztin oder der Arzt, ob medizinisch etwas dagegenspricht. Dazu fragt sie oder er zum Beispiel nach anderen Erkrankungen und Medikamenten sowie nach der Kiefer- und Zahngesundheit. Außerdem werden verschiedene Blutwerte bestimmt, um sicherzustellen, dass die Nieren gut funktionieren und keine anderen Gründe gegen eine Behandlung sprechen.

Überprüfung der Knochendichte

Es ist normalerweise nicht nötig, während der Behandlung die Knochendichte zu überprüfen. Zum einen hängt der Schutz der Medikamente nicht nur von der Knochendichte ab. Zum anderen bedeuten Knochendichtemessungen eine Strahlenbelastung.

Die Entscheidung für oder gegen Medikamente bei Osteoporose

Ob man bei Osteoporose einem Knochenbruch mit Medikamenten vorbeugen möchte oder nicht, ist eine individuelle Entscheidung. Das persönliche Risiko für einen Knochenbruch spielt dabei eine wichtige Rolle. Es hängt unter anderem von der Knochendichte, dem Alter und weiteren Risikofaktoren ab - zum Beispiel davon, ob andere Erkrankungen bestehen, die Knochenbrüche wahrscheinlicher machen.

Bei Osteoporose Medikamente einzunehmen oder nicht, ist eine persönliche Abwägung: Manche Menschen möchten unbedingt einen Knochenbruch vermeiden und entscheiden sich für Medikamente. Andere entscheiden sich dagegen, weil sie sich nicht mit der regelmäßigen Anwendung der Mittel und möglichen Nebenwirkungen belasten möchten.

Beratung und Risikoberechnung

Das gemeinsame Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt kann helfen, die Vor- und Nachteile einer Behandlung in Ruhe abzuwägen. Die Hausärztin oder der Hausarzt kennt die persönliche und medizinische Situation und ist eine geeignete erste Anlaufstelle.

Auch sogenannte Risikorechner können die Abwägung unterstützen: spezielle Computerprogramme, die anhand persönlicher Risikofaktoren abschätzen, mit welcher Wahrscheinlichkeit man in den nächsten Jahren einen Knochenbruch haben wird. Ein aussagekräftiger Risikorechner gibt dies als Zahl an - und unterstützt damit eine sorgfältige Abwägung.

Zusammenfassende Tabelle der Medikamente und ihrer Eigenschaften

Medikament Anwendung Häufigkeit Vorteile Nachteile
Prolia (Denosumab) Injektion Alle 6 Monate Einfache Anwendung, auch bei Nierenschwäche Mögliche Nebenwirkungen, Risiko von Kiefernekrose, Haarausfall
Alendronat Tablette Einmal wöchentlich Gut etabliert Anwendungseinschränkungen, Magen-Darm-Probleme
Raloxifen Tablette Selten eingesetzt - Erhöhtes Risiko für Thrombosen und Schlaganfälle
Teriparatid Injektion Selten eingesetzt - Nicht nachgewiesene Wirksamkeit bei Hüftfrakturen, begrenzte Anwendungsdauer
Bisphosphonate Tablette oder Infusion Variiert je nach Präparat Stärkt die Knochen, vermeidet Knochenbrüche Magen-Darm-Beschwerden, Kiefernekrose (selten)

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