Plötzlicher Haarausfall und kahle Stellen: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Wenn plötzlich runde oder unregelmäßige kahle Stellen auf der Kopfhaut, in den Augenbrauen oder im Bartbereich erscheinen, ist der Schreck oft groß. Nicht selten steckt eine Autoimmunreaktion dahinter - etwa die Alopecia Areata, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Haarwurzeln angreift.

Doch auch hormonelle Veränderungen, Nährstoffmängel, Stress oder Hauterkrankungen können eine Rolle spielen. Gerade dann stellt sich für viele Betroffene die Frage: Abwarten oder aktiv werden? Sollte man sofort eine ärztliche Abklärung vornehmen lassen oder zunächst auf eine spontane Besserung hoffen?

Die gute Nachricht ist: In vielen Fällen gibt es wirkungsvolle Behandlungsansätze und die kahlen Stellen sind nicht dauerhaft. Im folgenden Beitrag beleuchten wir die häufigsten Auslöser kahler Stellen, erklären, welche Therapien sinnvoll sein können und geben praktische Tipps für den Alltag und die Haarpflege.

Was ist Alopecia Areata?

„Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. Die Ursache dafür ist noch nicht eindeutig geklärt“, sagt Prof. Dr. Michael Tronnier, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Helios Klinikum Hildesheim.

Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an Alopecia areata und entwickeln dabei charakteristische kahle Stellen, meist am Kopf. In der Mehrzahl der Fälle beginnt die Erkrankung im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter; über 80 Prozent der Betroffenen sind jünger als 40 Jahre. Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig betroffen.

Allerdings zeigen Studien, dass Frauen unter dem veränderten Haarbild psychisch oft stärker leiden. Obwohl sich Alopecia areata in vielen Fällen spontan zurückbildet, ist die Rezidivrate sehr hoch. Wer einmal an kreisrundem Haarausfall erkrankt ist, hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, erneut davon betroffen zu sein.

Formen der Alopecia Areata

  • Alopecia areata: Kreisartiger Haarausfall. Wimpern, Augenbrauen und restliche Körperbehaarung meist normal vorhanden.
  • Alopecia ophiasis: Kranzartiges Fehlen der Haare im Ohren- und Nackenbereich. Augenbrauen, Haare oben und seitlich am Kopf sowie die restliche Körperbehaarung sind nicht betroffen.
  • Alopecia totalis: Fehlen der gesamten Kopfbehaarung, inklusive Augenbrauen und Wimpern. Diese Form tritt eher selten auf.
  • Alopecia universalis: Komplette Körperbehaarung fällt aus, inklusive Augenbrauen, Wimpern und Nasenhaare.

Ursachen und Risikofaktoren

Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. „Die AA ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Immunzellen gegen die Strukturen der Haarwurzel richten und Antikörper bilden.

Als Folge der fehlgesteuerten Immunreaktion entzünden sich die Haarwurzeln, wodurch die Haare nicht mehr richtig wachsen und es zum kreisrunden Haarausfall kommt“, erklärt Prof. Dr. Auch genetische Faktoren scheinen den kreisrunden Haarausfall zu begünstigen. So ist das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen erhöht. Die genauen genetischen Hintergründe sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

Zudem zeigen genetische Analysen eine familiäre Häufung - es wird angenommen, dass bestimmte Genvarianten das Erkrankungsrisiko erhöhen. Auch psychologische Faktoren wie akuter Stress oder Traumata können eine Rolle spielen. Schließlich wurde bei Patienten mit Down-Syndrom eine signifikant erhöhte Rate an kreisrundem Haarausfall festgestellt.

Kreisrunder Haarausfall tritt oft zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Dazu zählen etwa Autoimmunerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion und die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), aber auch atopische Erkrankungen, also mit Allergieneigung wie Neurodermitis und Heuschnupfen. Neben diesen können auch ein Vitamin D-Mangel sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen vorliegen.

Zusammenhang mit anderen Erkrankungen

Kreisrunder Haarausfall kann im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auftreten, insbesondere:

  • Autoimmunerkrankungen (z.B. Schilddrüsenunterfunktion, Vitiligo)
  • Atopische Erkrankungen (z.B. Neurodermitis, Heuschnupfen)
  • Vitamin D-Mangel
  • Psychische Erkrankungen (z.B. Depressionen, Angststörungen)

Symptome und Diagnose

In der Regel reicht bereits das klinische Bild - die typischen runden kahlen Stellen -für die Diagnose des kreisrunden Haarausfalls aus. Wer bei sich selbst Symptome einer Alopecia areata bemerkt - zum Beispiel plötzlich auftretende, runde kahle Stellen - sollte so früh wie möglich einen Dermatologen oder Haarspezialisten aufsuchen.

Der kreisrunde Haarausfall, medizinisch als Alopecia Areata bezeichnet, ist durch typische, gut abgegrenzte haarlose Stellen gekennzeichnet. Zu Beginn der Erkrankung erscheinen meist runde oder ovale kahle Areale auf der Kopfhaut, die weder gerötet noch schuppig sind und auch keinen Juckreiz verursachen.

In manchen Fällen fallen nur pigmentierte Haare aus, während graue oder weiße Haare bestehen bleiben, was zu dem Eindruck führen kann, dass die betroffene Person plötzlich ergraut ist. Der Haarverlust tritt häufig in Schüben auf und kann sich im Verlauf ausweiten. Neben der Kopfhaut können auch Augenbrauen, Bart, Wimpern und andere Körperstellen betroffen sein.

In vielen Fällen liegt eine Alopecia Areata vor, wenn plötzlich kahle Stellen an Kopfhaut, Augenbrauen oder Bart sichtbar werden. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem die Haarfollikel fälschlicherweise angreift. Ein weiteres Indiz für den Autoimmun-Ursprung ist, dass viele Betroffene gleichzeitig an anderen Autoimmunerkrankungen leiden.

Der Verlauf der Alopecia areata ist individuell sehr unterschiedlich, folgt aber häufig einem typischen Muster: Anfangs entstehen kleine, runde, kahle Stellen - meist auf der Kopfhaut -, die im Laufe der Zeit größer werden und miteinander verschmelzen können.

In vielen Fällen wachsen die ersten neuen Haare zunächst weiß oder farblos nach. Das liegt daran, dass das fehlgeleitete Immunsystem insbesondere die Melanozyten - also die Zellen, die für die Pigmentierung zuständig sind - angreift. Besonders bei milden Verläufen sind Spontanheilungen relativ häufig, bieten jedoch keine Garantie für eine dauerhafte Stabilität.

„Zunächst schaue ich mir die Haare am Kopf, im Gesicht und an Körper an, danach untersuche ich die Kopfhaut genauer.

Differenzialdiagnose

Kahle Stellen im Bart, auf der Kopfhaut oder an den Augenbrauen müssen nicht zwangsläufig auf eine Alopecia areata hinweisen. Pilzinfektionen (Tinea capitis) oder bakterielle Entzündungen der Kopfhaut sind eine häufige Ursache für lokal begrenzte kahle Stellen - insbesondere bei Kindern. Laut einer klinischen Studie aus den USA betrifft Tinea capitis bis zu 4-6 % der Vorschulkinder in städtischen Regionen.

Formen der vernarbenden Alopezie wie die Frontal fibrosierende Alopezie (FFA) oder der Lichen planopilaris führen zu einer dauerhaften Zerstörung der Haarfollikel. Eine Publikation im Journal of the American Academy of Dermatology berichtet, dass FFA besonders postmenopausale Frauen betrifft - mit steigender Tendenz weltweit.

Mechanische Traumen, wie Schnitte, Verbrennungen oder chirurgische Eingriffe, können durch Narbenbildung zu permanenten kahlen Stellen führen. Eine oft unterschätzte Ursache ist die Trichotillomanie, eine psychische Zwangsstörung, bei der sich Betroffene wiederholt selbst Haare ausreißen. Diese Erkrankung beginnt häufig im Jugendalter und betrifft laut DSM-5-Daten etwa 1-2 % der Bevölkerung.

Die androgenetische Alopezie - also der erblich bedingte Haarausfall - ist die häufigste Form von Haarverlust weltweit. Sie betrifft ca. 80 % der Männer und bis zu 50 % der Frauen im Laufe ihres Lebens, wie eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2020 zeigt. Der Haarverlust verläuft hier in einem typischen Muster (z. B.

Auch ein diffuser Haarausfall - also eine gleichmäßige Ausdünnung über den gesamten Kopf - kann sich manchmal in bestimmten Bereichen stärker zeigen und fälschlicherweise wie eine Alopecia areata wirken. Gerade bei unspezifischen Symptomen wie einer einzelnen kahlen Stelle ist eine sorgfältige Differenzialdiagnose entscheidend.

Nur durch eine gründliche Anamnese, ggf. Blutanalysen, Trichoskopie und histologische Untersuchungen lässt sich die genaue Ursache feststellen und eine passende Therapie einleiten.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung einer Alopecia areata ist nicht immer einfach und von verschiedenen Faktoren, wie der Ausprägung der Erkrankung sowie Begleitdiagnosen abhängig. Die Behandlung einer Alopecia areata ist nicht immer einfach und von verschiedenen Faktoren, wie der Ausprägung der Erkrankung sowie Begleitdiagnosen abhängig.

„Da es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt, beobachten wir oft eine Verbesserung unter Kortison. Diese Form der lokalen Therapie kann Betroffenen durchaus helfen und die Haare wieder wachsen lassen.

Kortisonpräparate gehören zu den am häufigsten eingesetzten Therapien. Sie können lokal als Creme oder Lösung angewendet, bei kleinen Arealen direkt in die Kopfhaut injiziert oder systemisch in Tablettenform verabreicht werden.

Die Behandlung mit Diphenylcyclopropenon (DCP) zählt zu den sogenannten topischen Immuntherapien. Dabei wird gezielt eine allergische Reaktion auf der Kopfhaut ausgelöst, um fehlgeleitete Immunzellen von den Haarfollikeln abzulenken.

Substanzen wie Anthralin (Cignolin) oder Dithranol verursachen eine leichte Entzündung an der betroffenen Stelle und sollen so das Haarwachstum stimulieren.

Bei der PUVA-Therapie wird der Wirkstoff Psoralen auf die Haut aufgetragen und anschließend mit UV-A-Licht bestrahlt.

Zu den modernsten Behandlungsmöglichkeiten zählt die PRP-Therapie (Plättchenreiches Plasma). Dabei wird dem Patienten Blut entnommen, speziell aufbereitet und anschließend in die Kopfhaut injiziert. Dieses Plasma ist reich an Wachstumsfaktoren und Mikronährstoffen, die die Haarfollikel stimulieren und das Nachwachsen der Haare fördern können.

Eine der führenden Kliniken auf diesem Gebiet ist LeicesterHaar in Deutschland. Mit modernster Technik, fundiertem medizinischem Know-how und individuell abgestimmten Therapiekonzepten bietet LeicesterHaar besonders bei Autoimmun-Haarausfall wie Alopecia areata wirkungsvolle und sichere Behandlungen.

Jakunkinase (JAK) Inhibitoren können als Entzündungshemmer entzündliche Prozesse unterdrücken, wodurch es wieder zum Haarwachstum kommen kann. Der Wirkstoff Baricitinib ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der Alopecia areata. Zunächst wurde der Wirkstoff 2020 als Mittel gegen rheumatoide Arthritis zugelassen.

Im Juni 2022 erweitere die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung um die Behandlung der Alopecia areata bei Erwachsenen. Krankenkassen sind allerdings bisher nicht verpflichtet, die noch hohen Behandlungskosten zu übernehmen.

Ob eine Haartransplantation bei kahlen Stellen eine geeignete Lösung darstellt, hängt in erster Linie von der Ursache des Haarausfalls sowie vom Fortschreiten der Erkrankung ab. Bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia Areata) ist in den meisten Fällen keine Transplantation notwendig, da sich die Haare entweder spontan oder durch gezielte Therapien wieder regenerieren können.

Sollte jedoch nach Ausschöpfung aller konservativen und medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten weiterhin keine ausreichende Haarneubildung zu beobachten sein, kann eine Transplantation in Erwägung gezogen werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Haarausfall vollständig zum Stillstand gekommen ist.

Für viele Patient:innen bietet insbesondere die FUE-Haartransplantation eine moderne und schonende Möglichkeit, lichte Stellen aufzufüllen. Bei dieser Methode werden einzelne Haarfollikel mit einem feinen Mikropunch aus dem Spenderbereich entnommen und präzise in die kahlen Areale eingesetzt.

Auch für besondere Haartypen wie Afro-Haar hat sich die Afro-Haartransplantation bewährt. Diese Methode berücksichtigt die einzigartige Struktur und Krümmung afrotexturierter Haare und erfordert besonders viel Erfahrung.

Überblick über Behandlungsmethoden

Behandlungsmethode Beschreibung Anwendung
Kortison Entzündungshemmendes Medikament Lokal (Creme, Lösung), Injektion, Tabletten
Diphenylcyclopropenon (DCP) Topische Immuntherapie Auftragen auf die Kopfhaut
Anthralin/Dithranol Hautreizende Stoffe Auftragen auf die betroffenen Stellen
PUVA-Therapie Wirkstoff Psoralen + UV-A-Licht Auftragen und Bestrahlung
PRP-Therapie Plättchenreiches Plasma Injektion in die Kopfhaut
JAK-Inhibitoren Entzündungshemmer Tabletten (z.B. Baricitinib)
Haartransplantation Verpflanzung von Haarfollikeln FUE-Methode, Afro-Haartransplantation

Alopecia areata - Ursachen, Symptome und Behandlung | dermanostic Hautlexikon

Psychische Gesundheit

Zwar hat der kreisrunde Haarausfall keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung, dennoch ist die psychische Gesundheit oft sehr erheblich beeinträchtigt. Prof. Dr. Michael Tronnier: „Zwar hat der kreisrunde Haarausfall keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung, dennoch ist die psychische Gesundheit oft sehr erheblich beeinträchtigt.

Viele Patienten schildern uns, dass sie subjektiv mit jedem Haar an Attraktivität und damit an Selbstvertrauen einbüßen. Viele Patienten ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück und erleben psychisches Leiden bis hin zu einer Depression, bevor sie sich in eine professionelle Behandlung trauen.

Allgemein belastend am Verlust der Haare ist, dass fehlende Haare oft mit Alt sein, fehlender Dynamik und Energie gleichgesetzt werden. Deshalb möchten wir, vom Haar-Team der Fontana Klinik in Mainz, Ihnen dabei helfen, Ihren Haarausfall wirksam zu bekämpfen.

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