Haarausfall bei Frauen: Ursachen und Lösungen

Auch wenn Haarverlust bei Männern deutlich bekannter ist, leiden auch fast 50 Prozent aller Frauen unter Haarausfall. Selbst bei den unter 40-Jährigen ist bis zu eine von vier Frauen davon betroffen. Für viele bedeutet Haarverlust einen starken Einschnitt ins Selbstbewusstsein, da volles Haar als Symbol für Schönheit und Attraktivität gilt.

Ursachen von Haarausfall bei Frauen

Die Ursachen sind vielfältig und reichen von hormonellen Veränderungen über Nährstoffmangel bis zu erblicher Veranlagung. Bei Frauen ist meist ein generalisiertes Ausdünnen des Haars zu beobachten, das sich vor allem durch einen lichten und breiter werdenden Mittelscheitel äußert. Bei Frauen kommen neben dem erblich bedingten Haarausfall zwei weitere Ursachen besonders häufig vor.

  • Frauen leiden deutlich häufiger als Männer unter Autoimmunerkrankungen, die mit Haarverlust einhergehen (wie der Alopecia areata).
  • Auch bei Frauen liegt ein erhöhter Testosteron- bzw. Dihydrotestosteronspiegel vor, wobei hier sehr oft das PCOS im Spiel ist, das Polyzystische Ovarialsyndrom.

Haarausfall bei Frauen ist ein sehr komplexes Thema und kann unterschiedliche und mehrere Ursachen haben: Genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen, Mangel an bestimmten Nährstoffen, Stress, Krankheiten und andere Faktoren.

Die häufigsten Ursachen im Überblick:

  • Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Dies ist die häufigste Ursache von Haarausfall, auch bei Frauen. Dabei reagieren die Haarwurzeln wahrscheinlich empfindlich auf männliche Sexualhormone (Androgene).
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten. Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen.
  • Diffuser Haarausfall: Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Durch eine Unterfunktion der Schilddrüse und einen dadurch bedingten Mangel an Schilddrüsenhormonen kann es nicht nur zu Antriebsmangel, Kälteempfinden und Gewichtszunahme kommen.
  • Medikamente: Einige häufig verordnete Medikamente können Haarausfall als Nebenwirkung haben.
  • Mangelernährung oder Essstörungen: Sowohl durch eine einseitige Ernährung, zum Beispiel durch vegane oder vegetarische Lebensweise als auch durch Essstörungen kann ein Mangel an Vitaminen und Nährstoffen vorkommen. Einige Vitamine und Spurenelemente sind wichtig für das Haarwachstum, vor allem Eisen.
  • Äußere Einflüsse: Bei der Trichotillomanie reißen sich Betroffene selbst die Haare aus. Dadurch entstehen unscharf begrenzte lichte Stellen auf dem Kopf. Wer von Trichotemnomanie betroffen ist, schneidet sich einzelne Haarsträhnen selbst ab, wodurch Stellen mit kurzen Haarstoppeln entstehen.
  • Traktionsalopezie: Ursächlich ist eine längerfristige Zugbelastung des Haars. So schön ein Dutt oder ein fest geflochtener Zopf beim Sport, in der Schule oder auf der Arbeit sind - auf Dauer sind sie eine hohe mechanische Belastung für das Haar.

Haarausfall. Ursachen und Fakten.

Hormonelle Einflüsse

Bei Frauen schwankt der Spiegel der Geschlechtshormone deutlich mehr als bei Männern. Grundsätzlich sorgt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen dafür, dass die Haare lang wachsen und gesund aussehen. Insbesondere in Phasen eines verminderten oder abfallenden Östrogenspiegels kann es daher zu Haarausfall bei Frauen kommen.

  • Nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille kommt vermehrter Haarausfall häufiger vor.
  • Ähnlich ist es im Rahmen einer Schwangerschaft. Schwangere Frauen wirken oft besonders attraktiv, da sie volles, gesund glänzendes und kräftig wachsendes Haar sowie frisch und rosig wirkende Haut haben. Nach der Entbindung kommt es zu einer enormen Hormonumstellung, bei der unter anderem der Östrogenspiegel abfällt - es kann zu Haarausfall kommen. Teilweise kommt es bereits in der Schwangerschaft zu Haarausfall.
  • Später in den Wechseljahren nimmt die Östrogenproduktion der Eierstöcke ab. Meistens passiert das zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Als bekannteste Wirkungen dieses Hormonumschwungs zählen Hitzewallungen, Reizbarkeit oder Schlafstörungen.

Diagnose und Untersuchung

Vor der Therapie eines Haarausfalls steht die richtige Diagnose. Um diese herauszufinden, gehört neben einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung eine Blutentnahme dazu, um beispielsweise eine Blutarmut oder hormonelle Schwankungen nachzuweisen. In manchen Fällen wird auch eine Biopsie der Kopfhaut entnommen, um eine Entzündung oder eine infektiöse Erkrankung (zum Beispiel einen Pilzbefall) auszuschließen.

Weitere Untersuchungen dienen der Quantifizierung des Haarausfalls:

  • Zupftest: Der Untersucher schlingt sich eine aus etwa 60 Haaren bestehende Haarsträhne um den Finger und zupft vorsichtig.
  • Phototrichogramm und Trichoscan: Es wird ein kleines Areal der Kopfhaut rasiert.
  • Mikroskopische Untersuchungen: Eine komplette Haarsträhne samt Haarwurzeln wird unter dem Mikroskop begutachtet.

Behandlungsmöglichkeiten

Glücklicherweise gibt es heute eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die Frauen helfen können, den Haarausfall zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

Auf Basis der gefundenen Ursache kommen verschiedene Behandlungsansätze infrage. Mit unseren Behandlungen erreichen wir bei über 90% unserer Patienten eine deutliche Besserung in kurzer Zeit. Die Behandlungsoptionen hängen von der Ursache des Haarverlusts ab. Es macht wenig Sinn, ohne Kenntnis der Ursache irgendein Medikament oder Haarwuchsmittel auszuprobieren.

Medikamentöse Behandlung

  • Minoxidil: Gegen erblich bedingten Haarausfall hat sich der Wirkstoff Minoxidil bewährt. Das Medikament ist eigentlich zur Behandlung von Bluthochdruck zugelassen, kann aber lokal als Lösung oder Shampoo (unter dem Namen Regaine) auf der Kopfhaut angewandt einem Haarverlust entgegenwirken.
  • Finasterid: Das bei Männern teilweise angewandte Medikament Finasterid gegen androgenetisch bedingten Haarausfall ist bei Frauen immer noch sehr umstritten. Die Studienlage ist nicht eindeutig und auch die Nebenwirkungen sind bei Frauen nicht vollständig erforscht. Sollte das Medikament für Frauen genutzt werden, dann primär nach der Menopause. Um systemische Nebenwirkungen zu reduzieren, gibt es auch topische Lösungen mit Finasterid, die allerdings in Deutschland nicht erhältlich sind. Die Wirksamkeit ist stark schwankend, kann aber durch eine zusätzliche Lokaltherapie mit Minoxidil gesteigert werden.
  • Cortison: Infrage zur Behandlung einer Alopecia areata kommen eine lokale Therapie mit Cortison, gegebenenfalls auch eine systemische Therapie mit Tabletten. Auch eine Lokaltherapie mit Dithranol ist möglich. In Fällen mit größeren kahlen Stellen auf dem Kopf kommt eine topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon in Betracht.

Weitere Behandlungsansätze

  • Eigenblutplasma: Entdecken Sie, wie Eigenblutplasma das Haarwachstum auf natürliche Weise anregen kann.
  • Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.

Hausmittel und natürliche Lösungen

Es gibt eine Reihe von Hausmitteln, die Frauen bei der Behandlung von Haarausfall helfen können. Hausmittel können bei bestimmten Ursachen von Haarausfall wie Nährstoffmangel oder trockener Kopfhaut durchaus hilfreich sein. Sie können die Kopfhaut pflegen, die Durchblutung fördern und wichtige Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum liefern. Ist der Haarausfall jedoch, wie bereits erwähnt, auf genetische Faktoren, hormonelle Veränderungen oder gar Krankheiten zurückzuführen, reichen Hausmittel allein nicht aus, um den Haarausfall zu stoppen. Hausmittel helfen nur dann, wenn sie auch die Ursache des Haarausfalls bekämpfen.

  • Henna: Natürliches Henna-Pulver enthält Gerbstoffe, die die Kopfhaut straffen, das Haar kräftigen und Haarausfall reduzieren können.
  • Basilikum: Basilikumblätter haben antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften.
  • Regelmäßige Kopfhautmassage: Massieren Sie Ihre Kopfhaut regelmäßig sanft, um die Durchblutung anzuregen und die Haarfollikel zu stimulieren.

Shampoos gegen Haarausfall

Shampoos können bei der Behandlung von Haarausfall bei Frauen helfen. Entscheidend ist, dass die Inhaltsstoffe des Shampoos auf die Ursache des Haarausfalls abgestimmt sind.

  • Wirkstoffe: Einige Shampoos enthalten spezifische Wirkstoffe, die bei der Behandlung von Haarausfall helfen können. Beispiele hierfür sind Minoxidil, Koffein, Ketoconazol und Biotin.
  • Milde Haarpflegeprodukte: Verwenden Sie milde Shampoos und Pflegespülungen, die speziell auf die Bedürfnisse Ihres Haars abgestimmt sind.

Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel

Viele Frauen suchen die Ursache für ihren Haarverlust in einer einseitigen oder falschen Ernährung. Liegt eine Mangelernährung vor, ist es natürlich ratsam, die Ernährung umzustellen.

Zusätzlich versprechen zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel, die als Pillen oder Kapseln auf den Markt kommen, eine Bekämpfung des Haarausfalls von innen heraus. Sie enthalten viel Eisen, Zink und Biotin, also jene Nährstoffe, die die Festigkeit der Haarwurzeln fördern.

Die eigenmächtige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, vor allem Eisen, sollte man vermeiden und erst nach ärztlicher Rücksprache durchführen, wenn wirkliche Nährstoffmangelzustände gesichert wurden.

Ideal wäre, dass zunächst abgeklärt wird, welche Vitamine und/oder Mineralstoffe tatsächlich fehlen, damit diese gezielt zugeführt werden können. Nimmt man einfach wahllos Präparate ein, läuft man Gefahr, dass die darin vorhandenen Dosierungen gar nicht ausreichen, um einen möglichen Mangel zu beheben.

Tabelle: Wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum

Nährstoff Funktion Lebensmittelquellen
Eisen Wichtig für den Sauerstofftransport zu den Haarfollikeln Rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse
Zink Unterstützt das Haarwachstum und die Reparatur Austern, Rindfleisch, Nüsse, Samen
Biotin Fördert die Keratinproduktion, wichtig für die Haarstruktur Eier, Nüsse, Samen, Süßkartoffeln
Vitamin D Spielt eine Rolle bei der Haarzyklusregulation Fetter Fisch, Eier, angereicherte Lebensmittel
L-Cystein Wird für den Bau von Keratin benötigt wird, dem Hauptbestandteil unserer Haare. In Lebensmitteln ist L-Cystein in verhältnismäßig geringen Mengen enthalten, selbst ein Steak liefert pro 100 g nur 240 mg L-Cystein.

Umgang mit Stress

Auch Stress kann zu Haarausfall beitragen. Deshalb ist bei der Behandlung von Haarausfall ein ganzheitlicher Ansatz wichtig. Dazu gehören Pflege, Ernährung, psychische Gesundheit sowie gegebenenfalls medikamentöse und regenerative Therapieansätze.

tags: #lösung #gegen #haarausfall #bei #frauen #ursachen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen