So stoppen Sie Haarbruch: Ursachen, Pflege und wertvolle Tipps

Etwa 20 Prozent der Menschen in Deutschland leiden an brüchigen Haaren. Alle netDoktor.de-Inhalte werden von medizinischen Fachjournalisten überprüft. Falsche Pflege, Krankheiten oder hormonelle Veränderungen: Es gibt verschiedene Ursachen, die zu Haarbruch führen. Lesen Sie hier mehr über die verschiedenen Auslöser und was Sie gegen brüchige Haare tun können.

Haarbruch - Was ist das eigentlich und wie sieht er aus?

Mit bloßem Auge lässt sich Haarbruch anhand kleiner weißer Pünktchen erkennen, die die Bruchstellen des Haares markieren. Das Haar sieht durch die Strukturschäden insgesamt spröde und strohig aus. Im Gegensatz zu Spliss, der das Haar an den Spitzen spaltet, kann Haarbruch überall auftreten.

Haaraufbau: Die Grundlagen

Um zu verstehen, was Haarbruch überhaupt ist, müssen wir uns erstmal den Aufbau eines einzelnen Haares genauer anschauen. Ein Haar besteht größtenteils aus dem Eiweiß Keratin. Das Haar ist an seiner Haarwurzel von Haut- und Bindegewebe eingehüllt, dem Haarfollikel. Von dort nimmt das Haar alle wichtigen Nährstoffe auf und wird über die Talgdrüse eingefettet und vor dem Austrocknen geschützt.

Der sichtbare Haarschaft besteht aus drei Schichten: einer äußeren Schuppenschicht, einer Faserschicht (Cortex), die die Grundsubstanz des Haares bildet, und dem Mark (Medulla).

  • Cuticula: Cuticula ist die äußerste Schuppenschicht und besteht aus Zellen. Die Zellen sind wie bei Tannenzapfen schuppenartig rund um das Haar angeordnet. Liegen diese eng am Haarschaft glänzt das Haar und ist ein Zeichen für gesundes Haar. Brüchige Haare haben oft eine beschädigte oder aufgeraute Cuticula.
  • Cortex: Cortex ist die feine Faserschicht, die hauptsächlich aus dem Haarprotein Keratin besteht. Das Keratin ist für die Festigkeit und Elastizität des Haares verantwortlich.

Ursachen für Haarbruch

Warum genau Haare abbrechen, kann an äußerlichen sowie inneren Ursachen liegen. Für gewöhnlich ist die äußere Schuppenschicht (Kutikula) der Haare beschädigt.

Innere Ursachen:

  • Krankheiten
  • Nährstoffmangel
  • Hormonelle Veränderungen
  • Medikamente
  • Stress und physische Belastung

Äußere Ursachen:

  • Falsche Pflege und Reibung
  • Chemische Einflüsse
  • Hitze

Können Sie innere Ursachen ausschließen, sind vielleicht äußere Faktoren der Grund für den Haarbruch. Denn nicht nur Ernährung, Stress oder Hormone sind dafür verantwortlich, wenn die Haare brüchig werden. Auch äußere Faktoren strapazieren die Haare so sehr, dass sie abbrechen.

Innere Ursachen im Detail

Krankheiten: Sind Ihre Haare glanzlos und brüchig, ist manchmal eine Krankheit der Auslöser. Beispielsweise hat sowohl eine Unter- als auch Überfunktion der Schilddrüse einen negativen Einfluss auf das Haarwachstum. Ein schwerer grippaler Infekt, chronische Darmerkrankungen oder eine zurückliegende Chemotherapie können ebenfalls zu brüchigen Haaren führen.

Ernährung: Ist der Körper ausreichend mit Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren versorgt, spiegelt sich das in einer robusten Haarstruktur wieder. Leidet man an einem Nährstoffmangel, werden die Haare entsprechend brüchig. Auch wer mit einer Essstörung kämpft, hat häufig sprödes sowie brüchiges Haar.

Unter anderem führt ein starker Eisenmangel dazu, dass die Haare dünner und trockener werden. Zu den typischen Symptomen, die auf einen Eisenmangel hinweisen, gehören Schwindel, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Besonders wichtig sind neben Eisen folgende Nährstoffe für die Haare:

  • Vitamin H
  • Eisen
  • Kalzium
  • Eiweiß
  • Vitamin B

Medikamente: Bestimmte Arzneimittel haben Einfluss auf den Vitaminstatus im Körper und wirken sich entsprechend auf den Zustand der Haare aus. Manche Medikamente beeinträchtigen die Haarfollikelzellen und damit das Haarwachstum. Folgende Arzneien können dünne und brüchige Haare begünstigen:

  • Antibiotika
  • Antiepileptika
  • Antidiabetika
  • Zytostatika (Mittel gegen Krebs)

Hormone: Brechen die Haare ab, können auch Hormone die Ursache sein. Die Wechseljahre bringen beispielsweise viele Veränderungen mit sich. Geht die Östrogenproduktion zurück, verschiebt sich das hormonelle Gleichgewicht. Das männliche Hormon Testosteron nimmt im Körper der Frauen zu.

Da die meisten Menschen überempfindlich auf das Testosteron-Abbauprodukt Dihydrotestosteron reagieren, leiden auch die Haare. Dihydrotestosteron schädigt die Haarwurzel und hemmt das Haarwachstum. Die Folge: Die Kopfhaare lichten sich. Außerdem werden sie dünner und spröde. Dadurch brechen die Haare leichter ab, vor allem am Scheitel werden sie dünner.

Sind Frauen schwanger oder stillen sie, bringt das ebenfalls hormonelle Veränderungen mit sich. Vor allem nach der Geburt und in der Stillzeit leiden viele Mütter an Haarausfall. Die Haare brechen nicht unbedingt ab, aber der Ansatz wird eventuell lichter, wenn sich die Hormone nach der Geburt umstellen.

Stress und physische Belastung: Haarbruch kann ebenfalls durch psychische Ursachen begünstigt werden. Wer gestresst ist oder körperlich schwer arbeitet, benötigt besonders viele Nährstoffe. Bekommt der Körper zu wenig davon, spart er sie dort ein, wo sie nicht lebensnotwendig sind. Das wirkt sich auf die Haarstruktur aus und führt dazu, dass die Haare leichter abbrechen.

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Zudem begünstigen Stresshormone wie Cortisol oder Noradrenalin möglicherweise Entzündungsprozesse im Körper, die sich unter anderem negativ auf den Wachstumszyklus des Haupthaars auswirken.

Äußere Ursachen im Detail

Falsche Pflege und Reibung: Ungeeignete Pflege- und Reinigungsprodukte schaden den Haaren. Dazu gehören beispielsweise Shampoos mit einem positiven pH-Wert. Sie machen durch ihren hohen Säuregehalt die Haare brüchig. Wenn Sie nach dem Waschen Ihre nassen Haare mit dem Handtuch abtrocknen, gilt: Rubbeln Sie nicht zu sehr.

Bürsten Sie Ihre Haare sanft und nicht zu oft. Ansonsten strapaziert die mechanische Reibung die Haare. Extremer Haarbruch ist beim Kämmen sogar manchmal spürbar: Bürste und Kamm kommen dann kaum noch durch die störrischen, verknoteten Haare.

Frisuren, die Spannung auf die Haarwurzeln ausüben, führen ebenfalls dazu, dass die Haare abbrechen, zum Beispiel am Hinterkopf oder Oberkopf. Zug im Stirnbereich kann bei straffen Stylings darüber hinaus dazu führen, dass die Haare vorn im Stirnbereich abbrechen. Frisuren, die Haarbruch begünstigen, sind beispielsweise strenge Zöpfe oder straffe Pferdeschwänze.

Toupieren ist ebenfalls purer Stress für die Haare, sie brechen dann tendenziell am Ansatz ab. Wer selten zum Friseur geht, riskiert außerdem, dass sich Spliss am unteren Ende der Haare nach oben ausbreitet und die Haare in der Mitte abbrechen.

Chemische Einflüsse: Wenn man sich die Haare häufig tönt oder färbt, strapaziert das extrem. Haarbruch wird dadurch wahrscheinlicher. Das gilt vor allem für Blondierungen. Haarbruch tritt hier bei (zu) häufiger Anwendung auf, da die aufhellenden Chemikalien tief in die Haarstruktur eindringen und dem Haar viel Eigenfeuchtigkeit entziehen. Die Folge: Die Haare werden porös, strohig - und brüchig.

Auch eine Dauerwelle schadet den Haaren und trocknet sie aus. Wer häufig in Chlor- oder Salzwasser badet, riskiert ebenfalls Haarbruch, da das Haar Feuchtigkeit verliert.

Hitze: Haarbruch am Ansatz oder generell im Deckhaar entsteht auch durch hohe Temperaturen - etwa beim Haare föhnen. Durch die Hitze brechen sie schneller. Dasselbe gilt für die Anwendung von Glätteisen und Lockenstab. Wer im Sommer viel Zeit in der direkten Sonne verbringt, verstärkt den schädlichen Effekt ebenso.

Wie stoppen Sie den Haarbruch?

Um zu vermeiden, dass Ihre Haare abbrechen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten - abhängig davon, was die Ursache dafür ist.

Die richtige Pflege

Achten Sie darauf, dass Ihre Haarstyling- und Reinigungsprodukte nicht zu viele Chemikalien enthalten. Am besten sind milde, rückfettende Shampoos. Optimal sind auch Produkte, die Vitamin H enthalten.

Waschen Sie Ihre Haare nicht täglich. Das entzieht ihnen unnötig Feuchtigkeit. Wer sich die Haare blondiert oder gefärbt hat, sollte unbedingt an eine reichhaltige Pflege mittels Spülungen denken. Einmal die Woche ist auch eine Intensiv-Kur ratsam.

Wickeln Sie nach dem Waschen ein Handtuch vorsichtig um die nassen Haare - wie einen Turban beispielsweise. Verzichten Sie auf heißes Föhnen, Glätteisen und Lockenstab. Wenn Sie genügend Zeit haben, lassen Sie die Haare lufttrocknen.

Bürsten Sie Ihre Haare sorgfältig, aber nicht häufiger als notwendig. Verwenden Sie dazu nur Holzkämme oder -bürsten. Nehmen Sie keine Bürsten aus Draht. Sie schädigen die Haarstruktur. Vermeiden Sie außerdem straffe Frisuren und Toupieren.

Wenn Sie unter Spliss leiden, ist es wichtig, den Spitzen extra viel Pflege zu spenden - mit geeigneten Haarpflegeprodukten oder Olivenöl.

Ausgewogene Ernährung

Ist an den brüchigen Haaren ein Vitaminmangel beziehungsweise ein Nährstoffdefizit Schuld, achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und passen Sie Ihren Speiseplan an. Das für den Körper wichtige Eisen, zu dessen Mangelsymptomen unter anderem sprödes Haar und Haarausfall gehören, ist beispielsweise in folgenden Lebensmitteln enthalten:

  • Fleisch
  • Getreide
  • Gemüse
  • Hülsenfrüchte

Besonders Vegetarier und Veganer sollten ihren Eisenhaushalt gut im Blick behalten. Leistungssportler, Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Eisenbedarf.

Vitamin H ist für den Aufbau von Keratin wichtig - dem Hauptbestandteil der Haare. Es hilft dabei, dass die Haare dicker werden. Unter anderem steckt es in:

  • Rinderleber
  • Eigelb
  • Nüssen
  • Pilzen

Haben Sie den Verdacht, dass Sie an einem Vitamin- oder Mineralstoffmangel leiden, ist es am besten, mit einem Arzt abzuklären, was genau dahintersteckt. Nehmen Sie nicht auf Vermutung Nahrungsergänzungsmittel ein.

Ausgeglichener Lebensstil

Stresshormone wie Noradrenalin oder Cortisol können dem Haar zusetzen und Haarausfall sowie Haarbruch begünstigen. Es ist nicht immer einfach, Stress aus dem Alltag zu nehmen. Aber versuchen Sie, sich kleine Inseln der Auszeit zu schaffen. Yoga oder auch Achtsamkeitstechniken können dabei helfen.

Hausmittel gegen brüchige Haare

Haarbruch stoppen mit Hausmitteln? Probieren Sie es aus. Verschiedene sanfte Mittel spenden Ihren Haaren Feuchtigkeit und stärken sie dadurch. Brechen die Haare am Ansatz abbrechen, oder am ganzen Haar, können Sie es mit natürlichen Gegenmaßnahmen versuchen.

Haarkur mit Honig

Brechen die Haare ab, ist etwas, was Sie tun können, eine Honig-Haarkur auszuprobieren. Zusammen mit Eigelb und Mandelöl lässt sich damit eine Kur für kaputtes Haar herstellen. Enthält sie Rosmarin- und Lavendelöl trägt sie außerdem zur Beruhigung der Kopfhaut bei.

Sie benötigen für solch eine Kur:

  • 2 EL Honig
  • 1 EL Mandelöl
  • 1 Eigelb
  • 3 Tropfen ätherisches Rosmarinöl
  • 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl

Schlagen Sie den Honig, das Mandelöl und das Eigelb. Fügen Sie das Lavendel- und Rosmarinöl dazu. Feuchten Sie das Haar mit warmem Wasser an und massieren Sie die Kur in das Haar ein. Ziehen Sie eine Plastikhaube darüber und lassen Sie die Kur 30 Minuten einziehen. Spülen Sie danach den Mix mit warmem Wasser ab und waschen Sie die Haare mit Shampoo.

Bierwäsche

Was ebenfalls gegen Haarbruch helfen kann, ist eine Bierwäsche. Sie dient der Kräftigung des Haars. Verwenden Sie dafür ein 0,2-Liter-Glas voll Bier. Spülen Sie Ihr Haar zunächst mit warmem Wasser, dann massieren Sie das Bier in Ihre Kopfhaut ein. Lassen Sie den Gerstensaft 15 Minuten wirken. Danach spülen Sie das Haar wiederum mit warmem Wasser aus.

Überblick: Was hilft bei Haarbruch?

Hier ist eine kurze Übersicht, was Sie gegen Haarbruch tun können:

Problem Lösung
Falsche Pflege Milde Shampoos, wenig Chemikalien
Nährstoffmangel Ausgewogene Ernährung, ggf. Arzt konsultieren
Stress Entspannungstechniken, Yoga
Tägliches Waschen Reduzierung der Waschhäufigkeit
Heißes Föhnen Lufttrocknen oder kühler Föhn
Chemische Behandlungen Reduzierung von Färben und Dauerwellen

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