Die No-Poo-Methode, kurz für "No Shampoo", erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch was steckt wirklich dahinter und ist sie für jeden geeignet? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Haarewaschens ohne Shampoo, von den Grundlagen bis zu persönlichen Erfahrungen.
Die No-Poo-Methode verzichtet komplett auf Shampoos, insbesondere solche mit chemischen Zusätzen. Anhänger dieser Methode glauben, dass Shampoos nicht nur Schmutz entfernen, sondern auch das natürliche Sebum der Kopfhaut wegspülen. Dies führt zu einer Überproduktion von Talg, wodurch die Haare schneller nachfetten und die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht gerät.
Viele Menschen empfinden das tägliche Haarewaschen als Reinigungsritual, das ein Gefühl von Frische und Duft verleiht. Ohne Shampoo fühlen sie sich nicht sauber und haben das Gefühl, dass ihre Haare schnell fettig werden und ungepflegt aussehen. Die No-Poo-Methode setzt genau hier an.
Bei No Poo gibt es unterschiedliche Methoden.
Aus diesen Zutaten kann man sich auch ein flüssiges Shampoo je nach Haartyp herstellen. Mit Roggenmehl & Co. muss man nicht komplett auf reinigende Stoffe verzichten.
Viele No-Poo-Anwender nutzen natürliche Alternativen, um ihre Haare zu reinigen. Hier ist ein kurzer Überblick:
Es gibt klare Ausnahmen:
Ansonsten gibt es keine Einschränkungen. Außer die, dass man erst einmal durchhalten muss.
Gerade der Beginn mit der neuen Haarpflege-Routine fällt vielen schwer. Die Kopfhaut normalisiert sich erst nach gewisser Zeit, ähnlich wie bei der Umstellung von herkömmlichem Shampoo auf Naturkosmetikshampoo. Die Kopfhaut und das Haar müssen das erste Mal ohne weich machende Silikone und chemische Reinigungsmittel auskommen - dazu kommt, dass keine Haarpflege-Produkte mit Duft und Schaum mehr im Spiel sind. Allein der Verzicht darauf lässt viele verzweifeln.
Als Beauty-Redakteurin ist die No-Shampoo-Methode eine echte Challenge! Der erste Tag ohne Shampoo fühlt sich ziemlich ungewohnt an. Die Bürstenversion fühlt sich gut an! Die Haare danken es: Je weniger ich mit Shampoo wasche, umso schöner glänzen sie. Auch werden sie immer weicher.
Dennoch lautet mein Fazit: Gerade nach dem Sport fühle ich mich oft immer noch nicht ganz sauber. Deshalb beschließe ich schon nach sechs Wochen Selbsttest: Für mich ist die “Weniger ist mehr”-Methode auf Dauer die beste. Von Zeit zu Zeit möchte ich meine Haare einfach mit einem Shampoo waschen - zu den Anlässen gehören nicht nur Sport, sondern auch Ausflüge in öffentlichen Verkehrsmitteln, Festival- oder Partybesuche mit Rauch in den Haaren oder an speziellen Beauty-Verwöhntagen.
Dermatologe Dr. Elmar Ehring von der Hautklinik Münster äußert sich kritisch. Er hält es für unmöglich, dass sich die Fettproduktion an das Nichtwaschen von Haut und Haar gewöhnt und dadurch weniger wird. Richtig ist: Die Talgproduktion ist sehr individuell. Und sie kann sich ändern, weil sie genetisch und auch hormonell bedingt ist. Generell gilt aber auch: Zu oft sollten wir unsere Haare nicht waschen, weil dann die Kopfhaut austrocknet. "Entscheidend ist deshalb, das Haar zu waschen und nicht das Fett von der Kopfhaut zu entfernen. Dieser Fettfilm ist ein natürlicher Schutzfilm", sagt Ehring.
Prof. Selma Ugurel, Oberärztin am Institut für Dermatologie des Universitätsklinikums Essen, ergänzt, dass ohne Seife und Shampoo nicht alle Bakterien und Rückstände auf der Haut und im Haar entfernt werden können. Shampoos enthalten Tenside, die Mizellen bilden. Diese wiederum schließen Fett, Schmutz und Talg ein und transportieren sie durch Wasser ab.
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