Viele Menschen entscheiden sich aus verschiedenen Gründen für das Tragen einer Perücke. Ob aus modischen Gründen, aufgrund von Haarausfall oder als religiöses Gebot - der Markt für Perücken ist vielfältig und bietet für jeden Bedarf das passende Modell.
Die Wiener Musikstudentin Daniela Kaner hatte vor einigen Jahren eine Idee: Sie wollte Perückenmacherin werden, genauer gesagt: Scheitelmacherin. Kurz entschlossen reiste Kaner nach Israel, um auf eine Scheitelschule zu gehen. Dort studierte sie die Eigenheiten von Perückenhaar in Theorie und Praxis und lernte, wie man es schneidet, föhnt und frisiert. Mit dem Ausbildungszertifikat kehrte sie nach Österreich zurück.
Heute sitzt die 21-Jährige in ihrem Studio in der Leopoldstadt, jenem Wiener Bezirk, wo die meisten der knapp 4000 orthodoxen Juden der Stadt wohnen. Hinter ihr stehen in Regalen Perücken namens Sabina, Lorella und Brenda und warten auf Käuferinnen. Der günstigste Scheitel kostet 700 Euro, der teuerste einen Tausender mehr.
Daniela Kaner folgt einer religiösen Vorschrift: Sobald verheiratet, soll eine fromme Jüdin in der Öffentlichkeit ihr Haar bedeckt tragen - unter anderem ein Signal an die Außenwelt, nicht mehr verfügbar zu sein; eine klare Grenzziehung zwischen Öffentlichem und Privatem. »Es geht auch darum, für andere Männer unauffällig zu sein«, sagt Kaner.
An der Frage, ob ein Scheitel wirklich dem Kern des Gebots entspricht, scheiden sich die Geister: Während sefardische Juden meist sagen, eine Perücke verfehle den Sinn der Sache und stattdessen das Tragen eines »Tichels«, also eines Kopftuchs oder eines Huts, propagieren, argumentieren Aschkenasen, dass eine Perücke weniger auffalle und eine Frau somit vor möglichen Anfeindungen besser schütze. »Ich sehe das ja hier bei Musliminnen mit Kopftuch. Die werden sofort anders behandelt«, sagt Kaner.
Die junge Frau redet gerne: über Religion, die in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielt, obwohl sie eigentlich aus einem nicht-orthodoxen Elternhaus kommt. Und sie erzählt darüber, warum sie sich beim Eurovision Song Contest nicht auf das Lied der Conchita Wurst konzentrieren konnte. Sie musste unablässig auf deren Perücke starren. »Ich muss herausfinden, wie diese Technik funktioniert«, sagt sie und lacht.
Das Haar kann lang sein, es kann dicht sein, billiges Kunst- oder teures Echthaar. Und wenn es Echthaar ist, stellt sich die Frage: Woher kommt es? Diese Faktoren bestimmen den Preis.
Unbemerkt von der Öffentlichkeit floriert das Geschäft mit echtem Haar, weltweit konkurrieren Firmen um den Markt, es ist ein krisensicheres Gewerbe; denn neben orthodoxen Jüdinnen haben auch Frauen, die durch eine Chemotherapie ihre Haare verloren haben, großen Bedarf. Echthaar aus Brasilien oder Russland ist besonders beliebt, und seit Kurzem ist auch Kambodscha im Kommen.
Was einen Scheitel angeht, ist dagegen nur eines entscheidend: Das Haar muss koscher sein. Indisches Haar etwa gilt als problematisch. Denn wenn das Haar Opfergabe aus religiösen Ritualen von Hindutempeln war, dann fällt das unter Götzendienst und ist verboten. Um sicherzugehen, kontrollieren Rabbiner Haarfabriken und stellen nach getaner Kontrolle Koscherzertifikate aus.
Viele Friseure bieten auch Haarverlängerungen und Haarverdichtungen an. Bei einer Haarverlängerung geht es um die Länge Deiner Haare. Bei einer Haarverdichtung werden Deine Haare nicht länger, sondern lediglich dichter. Das bietet sich zum Beispiel an, wenn Du zwar langes, aber dünnes Haar hast. Oftmals ist auch eine Kombination aus Haarverlängerung und Haarverdichtung empfehlenswert.
Es gibt viele verschiedene Arten von Haarverlängerungen. Sie unterscheiden sich vor allem in der Art und Weise, wie Dein Naturhaar mit den Extensions verbunden wird. Zu den beliebtesten Methoden gehören:
Die meisten Friseure setzen auf Echthaar Haarverlängerung, da diese natürlicher aussehen, sich optimal anpassen und strapazierfähig sind. Auch das Styling mit Glätteisen oder Lockenstab, Färben oder Tönen ist bei einer Haarverlängerung mit Echthaar überhaupt kein Problem.
Die Kosten für eine Haarverlängerung hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art der Haarverlängerung, der Haarverlängerungsmarke, Deinem natürlichen Haar und Deinen persönlichen Wünschen. Es empfiehlt sich, einen Friseur zu kontaktieren und sich kompetent beraten zu lassen.
Der häufigste Grund für Männer, sich eine Herrenperücke anzuschaffen, ist genetisch bedingter Haarausfall. Psychischer Stress, die Einnahme von Medikamenten, eine Chemotherapie oder Alopezie können weitere Gründe sein.
Herrenperücken sind in der Handhabung unkomplizierter als Toupets, da sie pflegeleicht sind und selbst von Männern alleine gereinigt werden können. Die Perücke sollte je nach Bedarf regelmäßig, mindestens aber einmal wöchentlich, gereinigt werden. Die Haltbarkeit einer Perücke aus Kunsthaar beträgt in der Regel etwa ein Jahr, abhängig von der Tragehäufigkeit und den Lebensumständen.
Nahezu jede Herrenperücke ist bewusst aus hochwertigem Kunsthaar gefertigt. Das hat den Vorteil, dass die Perücke mit wenig Aufwand gereinigt werden kann und nach der Pflege in ihre Ursprungsform zurückfällt, ohne zurechtgemacht werden zu müssen.
Ein weiterer Vorteil von Herrenperücken sind die Klettverschlüsse an den Schläfen, die es ermöglichen, die Kopfgröße anzupassen. Die Untermontur der Perücke ist hochwertig verarbeitet, sodass sie nach einiger Zeit kaum noch spürbar ist.
Auch bei Herrenperücken gibt es Unterschiede in der Verarbeitung der Untermonturen. Handgeknüpfte Perücken mit einem eingenähten Monofilament sind besonders leicht und atmungsaktiv. Wenn Sie gerne einen Pony offen tragen oder mit Gel stylen möchten, sollten Sie auf einen Filmansatz achten.
Bei der Auswahl der Frisur und Farbe gilt: Probieren geht über Studieren. Es stehen namhafte Hersteller wie Ellen Wille, Bergmann, Gisela Mayer oder Fancy Hair zur Auswahl. Männer haben nun wieder eine Chance, neuen Lebensmut zu fassen - durch eine Perücke.
Moderne Herren bestellen ihre Perücke bequem per Rechnung und lassen sie sich nach Hause liefern. Einige Anbieter ermöglichen es, bis zu drei Perücken zur Ansicht zu bestellen, um die passende auszuwählen.
Viele Menschen können ihre Perücke auf Rezept kaufen. Die Krankenkassen übernehmen meistens einen Teil der Kosten. Nach einer Chemotherapie kann man beispielsweise mit einem Zuschuss rechnen.
Wer seine langen Haare nicht mehr benötigt, kann sie spenden. Es gibt verschiedene Hilfsorganisationen, die Haarspenden annehmen und daraus Perücken für Krebspatienten fertigen. Es können jedoch nicht alle Haare verwendet werden. Sie sollten gesund und nicht chemisch behandelt sein. Zöpfe müssen eine bestimmte Mindestlänge aufweisen.
Was muss man beachten?
Vorab sollte man mit dem Friseur absprechen, dass man eine Haarspende tätigen möchte. Denn rechtlich gesehen gehören die abgeschnittenen Haare ihm.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die ungefähren Preise für verschiedene Arten von Perücken und Haarverlängerungen:
| Produkt | Preis (ungefähr) | Material |
|---|---|---|
| Günstiger Scheitel (Daniela Kaner) | 700 Euro | - |
| Teurer Scheitel (Daniela Kaner) | 1700 Euro | - |
| Bonding Extensions | Variabel (abhängig von Länge und Menge) | Echthaar oder Kunsthaar |
| Tape Extensions | Variabel (abhängig von Länge und Menge) | Echthaar oder Kunsthaar |
| Microring Extensions | Variabel (abhängig von Länge und Menge) | Echthaar oder Kunsthaar |
| Clip-In Extensions | Günstiger als dauerhafte Methoden | Echthaar oder Kunsthaar |
| Echthaarperücke | Ab 1200 Euro | Echthaar |
| Echthaarperücke (Europäisches Haar) | Bis zu 3500 Euro | Echthaar |
| Synthetikfaserperücke | Ab 600 Euro | Synthetikfaser |
| Herrenperücke (Kunsthaar) | Variabel | Kunsthaar |
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