Andy Borg: 40 Jahre Schlager-Erfolg und unvergessliche Momente

Andy Borg feiert sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Seit den frühen 1980er Jahren eroberte Andy Borg (60) die Herzen der Schlagerfans. Zum 40-jährigen Bühnenjubiläum lässt ihn der SWR mit einer Jubiläumsausgabe seiner regulären Musikshow "Schlager-Spaß mit Andy Borg" hochleben.

Stars der Szene wie Florian Silbereisen (40) und Thomas Anders (58), Stefan Mross (45), Ireen Sheer (72) oder Peter Kraus (82) haben Überraschungen für den Gastgeber und Jubilar vorbereitet. Andy Borg sagt im Interview mit spot on news: "Wir werden singen, wir schauen ein bisschen zurück auf 40 Jahre und wir feiern, dass wir zu so einem schönen Anlass zusammenkommen dürfen - so wie man das unter Freunden eben mag". Dabei verrät er auch, wann er wirklich seinen ersten Auftritt hatte, bei welchem Moment es ihm kalt den Rücken hinunterlief und über welche eigene Styling-Sünde er heute lacht.

Herzlichen Glückwunsch zum 40-jährigen Bühnenjubiläum. Sie blicken auf eine beeindruckende Karriere zurück: vom Sieger in der österreichischen Talentshow "Die große Chance" bis hin zum erfolgreichen Gastgeber und Entertainer in Musikshows wie dem "Musikantenstadl" (2006-2015) und "Schlager Spaß mit Andy Borg" (seit 2018).

Andy Borg blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück:

  • Sieger in der österreichischen Talentshow "Die große Chance"
  • Erfolgreicher Gastgeber und Entertainer in Musikshows wie dem "Musikantenstadl" (2006-2015)
  • "Schlager Spaß mit Andy Borg" (seit 2018).

Wie lautet Ihre Bilanz? Andy Borg: Das Leben hat es gut mit mir gemeint. Als ich bei "Die große Chance" auf die Bühne gegangen bin, habe ich noch als Mechaniker gearbeitet und in jeder freien Minute Musik gemacht. Bis heute kann ich es manchmal selbst nicht glauben, dass ich mein Hobby und meine Leidenschaft zum Beruf machen durfte, und dass ich mit meiner Musik die Menschen unterhalten darf und davon meinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Was hatte ich als Jugendlicher am Wiener Stadtrand denn schon zu erwarten, außer Schule, Lehre, Heiraten, Kinder und Sterben? Was ich dann in den vergangenen 40 Jahren erleben durfte, seitdem mir damals das Lied "Adios Amor" [1982, Red.] auf den Leib geschrieben wurde, hätte ich so nicht für möglich gehalten.

Andy Borg moderiert den "Schlager-Spaß"

Unvergessliche Momente und persönliche Erinnerungen

An welchen Moment aus den vergangenen Jahren erinnern Sie sich besonders gerne zurück? Borg: Am 19. September 2006 fuhr ich zu meinem ersten "Stadl" ["Musikantenstadl"] nach Wiener Neustadt. Es war fast zwei Uhr nachts als wir ankamen und erfuhren, dass unser Regisseur Prof. Kurt Pongratz noch bei einer Besprechung war.

Meine Frau und ich wollten kurz "Hallo" sagen und dann schnell ins Bett, obwohl ich nicht wirklich wusste, worauf ich mich da einlasse. Doch der Kurti hatte die Idee, mir mein neues "Wohnzimmer" zu zeigen - so nannte er die Deko - und das mitten in der Nacht. Als wir dann um halb drei Uhr nachts die Halle betraten, lief es mir kalt den Rücken hinunter.

An die 200 fleißige Menschen bauten zum ersten Mal den ganz neuen "Stadl" auf, sie hämmerten, schraubten, bauten den Ton und das Licht ein. Es war überwältigend, dieses Schauspiel zu erleben und zu wissen, dass ich der Moderator sein werde - diesen Augenblick werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Ich werde aber auch die ganze "Stadl"-Zeit und vor allem das Publikum nicht vergessen.

Als dann der Abschied vom "Stadl" anstand, habe ich über viele Wochen Zuspruch in einem Ausmaß bekommen, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Auf Tournee, bei meinen Auftritten und vor allem im Internet in Foren, Gästebüchern und Fan-Initiativen sprangen mir viele Tausend Menschen bei.

Zu erleben, wie sehr die Leute die ganze Geschichte anfasst, hat meine Sichtweise auch etwas verändert und am Ende dann zu dieser wunderschönen Zugabe, dem "Schlager-Spaß", geführt. Mir wurde bewusst, dass es nicht um mich geht, sondern allein um die Menschen: um ein treues, reiferes Publikum, das seine Sendung und diese Musik wirklich mag.

Welches Erinnerungsstück vom "Musikantenstadl" haben Sie zuhause? Borg: Eine Kuckucksuhr: die "Stadl"-Zeit ist mir geblieben - und die Sendung "Schlager-Spaß", die ich seit einigen Monaten moderiere. Das ist meine neue Musiksendung, die absolut zu mir passt.

Jede einzelne Sendung, die ich bisher moderieren durfte, hat mir viel Freude gemacht und ich hatte schon viele tolle Gäste: Engelbert Humperdinck, Karel Gott, Bernd Clüver, Drafi Deutscher, Costa Cordalis, Dieter Thomas Heck, Roy Black, Rex Gildo, ... Ich habe viel mehr Persönlichkeiten kennenlernen dürfen, als ich es mir als Schlagersängernachwuchs damals je erträumt hätte - und die wirklich Großen sind die umgänglichsten.

Das Foto von David Hasselhoff mit mir, das beim "Musikantenstadl" in Salzburg aufgenommen wurde, sehe ich immer, wenn ich ins Studio gehe. Auch Dieter Thomas Heck, gewissermaßen mein Moderations-Vater, und "J.R. Ewing" [US-Schauspieler Larry Hagman] haben einen der Ehrenplätze.

Mein ge-borg-ter cremefarbener Anzug beim Auftritt für "Die große Chance" ... der war damals noch eine Nummer zu groß.

Die freuen sich natürlich mit mir. Aber ohne den Rückhalt meiner Familie hätte ich auch gar nicht 40 Jahre auf der Bühne stehen können. Die Sendungen und Auftritte sind immer auch ein Erlebnis für uns alle. Gerade weil ich beruflich viel unterwegs bin, sind das auch immer wieder tolle Gelegenheiten, sich zu sehen, wenn ich in die Nähe komme.

Haben Sie schon mal ans Aufhören gedacht? Borg: Als Wiener habe ich die Gemütlichkeit erfunden und lasse mich nicht stressen. Wenn die Zeit zu schnell läuft und ich nicht mehr hinterherkomme, dann mache ich Pause. Und wenn ich mich dann daran erinnere, was ich schon alles erleben durfte, dann fühlt sich das so an, als wenn das gerade in dem Moment passiert. Und dann ist die Zeit von früher wieder da. Und das macht mir gerade so richtig viel Spaß. Zu viel Spaß, um damit so einfach aufzuhören. Ich würde mir schon wünschen, dass das noch ein bisschen so weitergeht.

Solange du deinen eigenen Träumen folgst, wird immer eine neue Tür aufgehen, wenn eine andere zufällt.

Die Anfänge: Von der Oma zum großen Durchbruch

Der SWR schmeißt für Sie eine große TV-Party. Unter anderem werden die Zuschauerinnen und Zuschauer Ihren allerersten Auftritt zu sehen bekommen. Borg: Wenn wir als Kinder im Wald Schwammerl suchen waren, haben meine Mutter und ich schon immer zweistimmig Lieder gesungen. Damals hat mich Heintje auf die Schlagerfährte gelockt und ich habe seine Lieder nachgesungen.

Meinen allerersten Auftritt hatte ich als Bub vor meiner Oma. Gespielt habe ich Akkordeon und dazu gesungen. Und weil sie sich so sehr darüber gefreut hat, habe ich das am nächsten Tag gleich nochmal gemacht. Später habe ich bei Familienfesten aufgespielt und bei so ziemlich jeder Feier bei uns in der Nachbarschaft - und es wurde viel gefeiert bei uns in Floridsdorf.

Nachdem ich dann bei "Die große Chance" gewonnen hatte und mein erstes Lied "Adios Amor" als Tonbandaufnahme aus dem Studio nach Hause geschickt bekam, habe ich mich einfach nur gefreut und das Päckchen den ganzen Abend angeschaut und ganz festgehalten. Abspielen und anhören konnte ich das Band nicht, dafür hatte ich damals noch gar kein Gerät daheim. Aber das war mir völlig egal. Ich war so stolz, weil ich jetzt tatsächlich meine erste eigene Single hatte.

Der Titel war mein erster großer Hit, "Adios Amor" habe ich meine Karriere zu verdanken, viele tolle Erlebnisse, Konzertreisen, Bekanntschaften und deshalb singe ich das Lied auch immer wieder gerne. Wie sehr diese paar Minuten mein Leben und das meiner Lieben so sehr zum Positiven verändert haben, das vergesse ich nie.

Bevor ich auf die Bühne gehe, gibt mir meine Frau ein Busserl, und wenn ich wieder runterkomme, geb ich's ihr zurück.

Der Künstlername: Eine Hommage an den Tennis

Dank Schlager-Hits wie „Adios Amor“ oder „Arrivederci Claire“ ist Andy Borg in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt. Im Privatleben trägt der Sänger allerdings einen anderen Namen.

Ohne Andy Borg (63) würde dem deutschen Schlager wohl einer seiner beliebtesten Gute-Laune-Garanten schmerzlich fehlen. Immerhin gilt der in Wien geborene Sänger seit Jahrzehnten auf und abseits der Bühne als absolute Frohnatur und Fan-Liebling schlechthin. Seit seinem Durchbruch 1982 hat der Österreicher einen beeindruckenden Werdegang hingelegt.

Am Ende ging alles gut: Der aufstrebende Nachwuchs-Sänger wurde im ORF bei „Die große Chance“ von Hit-Produzent Kurt Feltz (1910-1982) entdeckt und gefördert. Auf Feltz, der zu Lebzeiten auch mit Branchengrößen wie Peter Alexander, Caterina Valente oder Bill Ramsey zusammenarbeitete, geht auch Andy Borgs Künstlername zurück, wie der 63-Jährige jüngst im Interview mit IPPEN.MEDIA nochmals bestätigte.

Eigentlich heißt Andy Borg mit bürgerlichem Namen Adolf Andreas Meyer - doch: „Mein damaliger Produzent hat gemeint, Meyer sei nix und hat dann in meiner Familie nach brauchbaren Namen gesucht und ist bei meiner Mutter Inge-borg hängen geblieben.“ Aus Andreas wurde dann Andy. „Weil’s internationaler klingt“, so der „Schlager-Spaß“-Moderator. Auch der zweite Teil seines Pseudonyms ist geborgt: „Damals war der Tennisspieler Björn Borg in aller Munde und diese Namensähnlichkeit dann vielen durch den Sport geläufig.“

Der Schwede Björn Borg, also jener Tennisspieler, auf den Andy Borgs Spitzname zurückgeht, zählte während der Hochphase seiner vergleichsweise kurzen Profi-Karriere zu den unangefochtenen Tennis-Größen. Die Jahre 1979 und 1980 beendete er als Weltranglisten-Bester. 109 Wochen lang führte er diese Tabelle an - damit steht er bis heute im Gesamtvergleich aller männlichen Profis an Rang 8 (Stand: 8. April 2024). Insgesamt holte er 66 Einzeltitel, darunter elfmal den Grand Slam. In der Grand-Slam-Bestenliste der Herren steht er damit bis heute auf Rang 6 (Stand: 8. April 2024).

„Unglaublich! Andy Borg wird 65 – Vom Automechaniker zum Schlagerstar

Privat mag es Andy Borg alias Adolf Andreas Meyer übrigens gern ruhig, lebt im idyllischen Thyrnau nahe Passau. Dort geht der Schlagerstar seinem liebsten Hobby nach, wenn er einmal die Seele baumeln lassen möchte: dem Gärtnern.

„Im Garten wird mir bewusst, dass der Mensch zu Großartigem imstande ist, aber das, was die Natur hervorbringen kann, das ist natürlich eine ganz andere Sache, viel großartiger, viel schöner und ein viel größeres Wunder als alles, was von Menschenhand gestaltet werden könnte“, so der 63-Jährige.

Besondere Momente im "Schlager-Spaß"

Mehr als 50 Mal hat Andy Borg, 62, seinen „Schlager-Spaß“ über den Sender geschickt. Premiere war im Dezember 2018. „Da waren schon einige schöne Sachen dabei“, lobt er. „Das könnte man glatt noch mal schauen. Machen wir auch.“ Wo sonst singen Patrick Lindner, Florian Silbereisen, Peter Kraus, Thomas Anders und Ireen Sheer gemeinsam das Lied „Midlife Crisis“ und „Macho, Macho“ von Rainhard Fendrich.

Wo sonst bewegt Ricky King, 77, seine schneeweiße Gitarre noch mal so schwungvoll, als wolle er eine Angebetete verführen? Wo sonst hat Borg plötzlich eine Piloten-Montur inklusive Pilotenbrille übergestreift und trällert „Weine nicht kleine Eva, wenn ich heut auch von Dir geh. Ich werd dich nicht vergessen. Bald will ich dich wiedersehn.“

Wiedersehen ist ohnehin ein gutes Stichwort für eine Show, die ein Zusammenschnitt alter Sendungen ist.

Margit Sponheimer ist da. Die 80-Jährige ist eine Ikone des Karnevals. Sie singt seit Jahrzehnten das Lied „Am Rosenmontag bin ich geboren“. „Wie wird man eigentlich eine Ikone“, will Andy Borg artig wissen. Sponheimer erzählt, wie sie und ihre Mitschüler damals in der Schule für die Eltern eine Fastnacht aufführen wollten.

„Die hübschesten Mädchen haben getanzt oder saßen im Komitee. Dann wurde ich gefragt, was ich eigentlich kann. Ich habe dann Musik gemacht - den Tusch und Hallamarsch“. Später lernte sie Akkordeon und „rutschte immer mehr so rein“.

Auch „die jungen Paldauer“ aus der Steiermark sind in die Jahre gekommen, weiße Schuhe, weiße Anzüge, weiße Haare. „Seit 50 Jahren machen sie guten, stimmungsvollen deutschen Schlager“, meint Borg. Ihr Top-Hit: „Sie ist ein Düsseldorfer Girl. Ihr Lächeln macht die Sonne blind“.

Ein Kulisse aus Palmen, Meer und Strand auf Papier wird hereingeschoben. Die Sängerinnen Sigrid und Marina erklären, dass ihnen davon heiß werde und ziehen ihre kurzen Jäckchen aus. Borg meint: „Unser Publikum schreit jetzt bestimmt Zugabe!“ Das Damen-Duo singt von „kein Bier auf Hawaii“. Borg steht mit Blumenkette und Blumenhemd daneben. So leicht kann Unterhaltung sein.

Ein trauriger Moment

Dann wird es ernst. Andy Borg liest einen letzten Brief vor. „Vielen Dank für Ihre Sendung. Ich bin 80 Jahre alt und ich wünsche mir in Erinnerung an meinen verstorbenen Mann das Lied „Ach, ich hab' in meinem Herzen da drinnen einen wundersamen Schmerz“. Den Wunsch erfüllt Klassik-Sänger Johannes Kalpers.

Andy Borg im "Schlager-Spaß"

Andy Borg setzt auf Beständigkeit

Doch gilt das auch für die „Schlager-Spaß“-Show im Südwestrundfunk? Fernsehmoderator und Schlagerstar Andy Borg hat eine ganz klare Meinung dazu. Im Interview mit dem Online-Portal schlagerpuls.com erklärt Borg, dass er allerlei Kämpfe mit seinem Team auszufechten habe.

Die Jugend im Team wolle immer wieder das eine oder andere verändern, verbessern oder verjüngen. Doch er habe da eine klare Meinung dazu: Er hält davon nichts! Seine Zielgruppe möchte er daher nicht verändern, sondern für seine bestehenden Fans da sein. Dies sei nach seiner eigenen Aussage schon schwer genug.

Doch es scheint gut zu laufen bei ihm. Er bekomme Post aus Österreich oder Sachsen, was er bei einer SWR-Sendung nie für möglich gehalten hätte. Dafür hätte er sogar eine Wette abgeschlossen - und verloren: „Aber wenn die Leute etwas suchen, dann finden sie es... Andy Borg hat also eine klare Meinung zu Veränderung in seiner Show: Er setzt lieber auf Beständigkeit, Altbewährtes und Tradition.

Abschließend lässt sich sagen, dass Andy Borg über die Jahre hinweg nicht nur ein fester Bestandteil der Schlagerwelt geworden ist, sondern auch eine treue Fangemeinde um sich geschart hat. Seine Authentizität und sein Festhalten an Traditionen machen ihn zu einer einzigartigen Figur im deutschen Fernsehen.

Tabelle: Andy Borgs Karriere-Highlights

Jahr Ereignis
1982 Durchbruch mit "Adios Amor"
2006-2015 Moderator des "Musikantenstadls"
Seit 2018 Moderator von "Schlager-Spaß mit Andy Borg"

tags: #Andy #Borg #Perücke

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